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Okt 20
Der Psychotherapie-Blog RSS-Feed informiert Sie stets aktuell über die neuesten Artikel hier.
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Die Autoren zogen die Daten der ‘Global Burden of Disease’-Studie des Jahres 2004 sowie für den Weltgesundheitsbericht 2006 entwickelte Schätzungen der Sterblichkeitsraten heran. Die Muster der Sterblichkeitsraten wurden anhand der WHO-Region, des Einkommensstatus und der Ursache je nach Altersgruppe untersucht.
Nahezu zwei Drittel der im Jahre 2004 verstorbenen Jugendlichen starben im südlich der Sahara gelegenen Afrika sowie in Südostasien, obwohl diese Regionen nur 42 Prozent der Altersgruppe 10 bis 24 Jahre stellen. Industrienationen verzeichneten nur 3 Prozent der Todesfälle, obwohl sie 11 Prozent der entsprechenden Altersgruppe stellen. Die Sterblichkeitsraten lagen unter den jungen Erwachsenen höher als bei den jüngeren Pubertierenden, die Ursachen hierfür variierten jedoch je nach Region und Geschlecht. Verkehrsunfälle waren bei beiden Geschlechtern (kombiniert 10%) die häufigste Todesursache, mit 14% bei den Männern und 5% bei den Frauen. Andere hervorstechende Ursachen umfassten Gewalt (12% der männlichen Toten) und Selbsttötungen (6% aller Todesfälle).
Die Autoren bemerken: “Die Sterblichkeitsraten in den Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommensstatus lagen nahezu um das Vierfache höher als jene in den Industrienationen, ein insbesondere unter jungen Frauen hervorstechender Unterschied.”
(Quellen: MedAustria, Lancet 2009, 374: 881-892) 
Okt 20
Eine Metaanalyse des British Medical Journal (BMJ) ging der Frage der Suizidalität unter Antidepressiva je nach Altersgruppe nach, im Zuge derer bei Kindern und Jugendlichen eine erhöhte Suizidalität durch die Einnahme von Antidepressiva nachgewiesen wurde.
Ärzte an der US-FDA schlossen 372 randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien mit insgesamt 99.231 Teilnehmern in die Metaanalyse ein. Das Durchschnittsalter betrug 42 Jahre, 63,1% waren Frauen. Indikationen für Antidepressiva waren schwere Depression (45,6%), leichtere Depressionen (4,6%), andere psychiatrische Erkrankungen (27,6%) und nicht psychiatrische Leiden (22,2%). Primäre Endpunkte der Metaanalyse waren Suizidverhalten und Suizidgedanken.
Bei Personen mit nicht psychiatrischer Indikation für das Antidepressivum war suizidales Verhalten extrem selten. Bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen war das Risiko für suizidales Verhalten respektive Suizidgedanken altersabhängig. Für Studienteilnehmer unter 25 Jahren lagen die Odds Ratios bei 1,62 respektive 2,30, für Personen zwischen 25 und 64 Jahren bei 0,79 respektive 0,89 und für Probanden über 65 Jahren bei 0,37 respektive 0,06. Die Autoren berechneten, dass die Odds Ratio für suizidales Verhalten mit jedem Altersjahr um 4.6% sank.
Die Wissenschafter schlußfolgerten, dass die Suizidalität unter Antidepressiva bei psychiatrischen Patienten stark altersabhängig ist. Im Vergleich zu Placebo besteht bei Erwachsenen unter 25 Jahren ein erhöhtes Risiko, bei 25-64-Jährigen ein ungefähr neutraler und bei 65-Jährigen ein protektiver Effekt.
Quellen: MedScape Medical News, Aug 09, “Risk of suicidality in clinical trials of antidepressants in adults: analysis of proprietary data submitted to US Food and Drug Administration” in: BMJ; 2009 Aug 11; 339: b2880 
Okt 20
An der Universität Wisconsin-Madison wurden 1.200 Autismus-Fälle und 300.000 Geburten untersucht, ca. 50% mehr als in jeder anderen zuvor durchgeführten, einschlägigen Studie. Hierbei wurde nachgewiesen, daß die Erstgeborenen sowie die Kinder älterer Eltern ein besonders hohes Risiko haben, an Autismus zu erkranken.
Das Risiko eines erstgeborenen Kindes, an einer Krankheit des autistischen Spektrums zu erkranken, verdreifachte sich, nachdem eine Mutter das 35. Lebensjahr, und der Vater das 40. Lebensjahr erreichte. Mit jeder Erhöhung des Alters der Eltern um 10 Jahre stieg das Risiko um etwa 20%. Das als viertes geborene Kind hatte nur etwa das halbe Risiko, unabhängig vom Alter der Eltern.
Über die Gründe für diese Zusammenhänge sind die Forscher noch im Unklaren. Am wahrscheinlichsten werden als Grund für die Verbindung zwischen dem Lebensalter der Eltern und dem Störungsbild genetische Faktoren (z.B. altersbedingte Schäden an den Chromosomen), toxische Einflüsse (die Toxinanreicherung im menschlichen Körper nimmt mit dem Alter zu) oder die Folgen von Hormonbehandlungen mit dem Ziel einer künstlichen Befruchtung angenommen. James Crow, ein Genetiker an der Universität, will die ersteren (genetischen) Ursachen allerdings eher ausschließen, da die altersbedingten genetischen Veränderungen bei Männern und Frauen unterschiedlich sind und die beobachteten Zusammenhänge nicht vollständig erklären könnten.
Das scheinbar höhere “Risiko” für Erstgeborene sieht Crow nicht als solches, sondern erklärt den verhältnismäßig hohen Prozentsatz damit, daß Frauen nach der Geburt eines (ersten) autistischen Kindes zumeist kein zweites mehr zur Welt bringen. Seine Kollegin Durkin jedoch möchte einen Zusammenhang nicht ausschließen: im Laufe der bisherigen Lebensjahre akkumulierte Toxine etwa würden möglicherweise in den Fötus des Erstgeborenen eingelagert oder über die Muttermilch übertragen, und später dann ein etwaiges zweites Kind nicht mehr so stark belasten. Auch würde Autismus häufig ja erst nach dem 2. oder 3. Lebensjahr diagnostiziert – einem Zeitraum, in dem viele Mütter bereits das 2. Kind empfangen haben. Ein weiterer Grund könnte darüber hinaus auch eine Autoimmun-Reaktion des kindlichen Hirns sein, da Erstgeborene weniger stark von anderen Kindern verbreiteten Infektionen ausgesetzt sind. Impfschäden werden als Ursachen für autistische Störungen ausgeschlossen – diese waren zwar nicht Untersuchungsgegenstand, schon in früheren Untersuchungen konnte jedoch kein einschlägiger Zusammenhang festgestellt werden.
Störungen aus dem autistischen Spektrum werden etwa bei jedem 150. Menschen festgestellt, mit steigender Tendenz.
Literatur zum Thema
(Quelle: APA, 01.01.2009)
Update zum Blog-Artikel vom 20.10.2009 u. 10.02.2010:
Das Ergebnis der angeführten Studie wird auch durch eine neuere Untersuchung von Daten des California Department of Development Services bestätigt. Sowohl ein höheres Alter der Mutter als auch beider Elternteile sind unabhängig mit einer Steigerung des Autismus-Risikos des Nachwuchses assoziiert. Aufzeichnungen von 7.550.026 Kindern, die zwischen 1989 und 2002 geboren wurden, wurden untersucht und dabei autistische Kinder (n=23.311) identifiziert und mit dem Rest der Studienpopulation verglichen. Ein Anstieg des Alters der Mutter war um 10 Jahre mit einer 38%igen Steigerung des Autismus-Risikos assoziiert, ein Anstieg des Alters beider Eltern um 10 Jahre mit einer 22%igen Steigerung des Autismus-Risikos. Es scheinen also eindeutig biologische Mechanismen für die oben beschriebene unabhängige Assoziation zwischen mütterlichem und elterlichem Alter und Autismusrisiko vorzliegen. [Quellen] 
Okt 19
Wenn jemand viel mehr Waren erwirbt, als er sich leisten kann, dann ist dieses Verhalten vermutlich die Folge tiefliegender psychischer Störungen, wie eine Studie des Uniklinikums Erlangen aufzeigt. Der Anteil der einschlägig Suchtgefährdeten zwischen 14 und 24 Jahren ist in den letzten Jahren in Gesamteuropa deutlich gestiegen. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Insgesamt ist fast jeder dritte Mensch in Österreich ist zumindest kaufsuchtgefährdet.
Im Rahmen der Studie wurde anhand standardisierter psychologischer Tests die psychische Gesundheit von kaufsüchtigen Personen mit der von gesunden sowie von essgestörten Menschen verglichen. Das Ergebnis: Kaufsüchtige sind nicht nur stark verschuldet, sondern leiden sehr häufig darüber hinaus auch unter Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen. 80% der Kaufsüchtigen hatten schwere Ängste, 63% litten an Depressionen, 23% an Essstörungen. “Die Ergebnisse verdeutlichen das immense Ausmaß psychischer Komorbidität bei Patientinnen mit pathologischem Kaufverhalten”, so die Wissenschafter. In einer Therapiegruppe der Österreichischen Arbeiterkammer war fast die Hälfte der von Kaufsucht betroffenen Personen auch vom so genannten ‘Messie-Syndrom‘ betroffen. Möglicherweise ist also Kaufsucht keine eigenständige Störung, sondern vielmehr ein Symptom des Vermüllungssyndroms.
“Ganz offensichtlich handelt es sich zumindest bei der hier untersuchten Stichprobe von kaufsüchtigen Patientinnen um ein psychisch sehr krankes Kollektiv, so dass diskutiert werden muss, ob pathologisches Kaufverhalten nicht besser als eine Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen verstanden werden sollte”, schreibt die Psychologin A. Müller im Fachblatt “PPmP – Psychotherapie Psychosomatik und Medizinische Psychologie”.
Kaufsüchtige spüren regelmäßig einen unwiderstehlichen Impuls zum Erwerb unnötiger Waren, die das finanzielle Budget weit übersteigen. Die meisten untersuchten Betroffenen sind verschuldet (was großzügige Überziehungskonditionen von Banken und Kreditkartenfirmen häufig verschleiern), durchschnittlich mit rund 45.000 Euro. Studien deuten darauf hin, dass Kaufsucht nicht mit Medikamenten behandelbar ist, sondern eher mit Psychotherapie.
Kaufsucht zählt zu den nicht substanzbezogenen Abhängigkeitsformen. Subtil ist die Definition der Kaufsucht, da sie sonst leicht bagatellisiert werden kann. Folgende Kriterien weisen auf eine tatsächliche Sucht hin: Der Drang immer wieder zu kaufen, der Verlust der Selbstkontrolle, man kauft häufiger, immer mehr und immer teurere Dinge. Das Einkaufen wird zum Lebensmittelpunkt. Entzugserscheinungen wie Unruhe, Nervosität, Unwohlsein, psychosomatische Erkrankungen, Selbstmordgedanken sind ebenfalls Hinweise auf eine ernsthafte Störung. Von Männern werden im Zuge von Kaufsucht besonders häufig Autos sowie elektronische Geräte erworben, von Frauen Kleidung, Schmuck und Dekorationsgegenstände.
(Quelle: APA 08/2009)
Weitere Artikel auf dieser Website:
Diskussionen im Online-Forum für Nicht substanzbezogene Abhängigkeiten
Interview Messies – Das Vermüllungs-Syndrom
Das Messie-Syndrom – Alles in Unordnung? 
Okt 15
Das trizyklische Antidepressivum Nortriptylin (vertrieben unter den Markennamen Nortrilen, Sensoval, Aventyl, Pamelor, Norpress u. Allegron) fördert Forschern zufolge bei männlichen Patienten Selbstmordgedanken stärker als ein anderes Mittel. In einer Studie hätten die mit der Substanz behandelten Männer zehnmal häufiger an Suizid gedacht als mit dem Wirkstoff Escitalopram behandelte Patienten, schreiben die Wissenschafter vom Kings College London im Fachmagazin “BMC Medicine”. Bei den weiblichen Probanden wurde der Effekt nicht beobachtet. Eine mit einem wirkstofflosen Mittel (Placebo) behandelte Kontrollgruppe gab es jedoch nicht.
Schon mehrfach haben Studien gezeigt, dass bestimmte Antidepressiva (vermutlich bedingt durch den erhöhten Antrieb, den sie verursachen) ‘paradoxerweise’ zu mehr Suizidgedanken führen können, was gerade dann fatal ist, wenn sie als ausschließliche Therapiemaßnahme (statt mit Psychotherapie kombiniert) verschrieben wurden. Bei Kindern, die mit Mitteln wie Paxil (Wirkstoff Paroxetin), Zoloft (Sertralin) und Effexor (Venlafaxin) behandelt wurden, wurde ein Anstieg an Selbsttötungsgedanken und -aktionen festgestellt, vor der Verschreibung von Antidepressiva an junge Menschen wurde deshalb gewarnt.
Nortrilen / Nortriptylin wird häufig bei ‘major’ Depressionen, Bettnässen, CFS und Migräne verschrieben.
Weitere Artikel über Antidepressiva: [1], [2] 
Okt 13
 Cartoon: Martin Senn
Zur Vermeidung von “schiefer Optik”, wenn nicht gar von Korruptionsvorwürfen, mit dem Ziel unbedingter Achtung der Interessen der Kranken und strengster Schweigepflicht bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Zusammenarbeit von Behandlern in Teams – die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie hat vor kurzem einen von einem Expertengremium formulierten “Verhaltenskodex für Psychiater” verabschiedet.
Selbstbestimmungsrecht des Kranken
Für die Patienten mit psychischen Leiden, die oft der Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt sind, ganz wichtig: “Jede psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung hat – wie alle medizinischen Interventionen – unter Wahrung der Menschenwürde und unter Achtung der Persönlichkeit, des Willens und der Rechte der Patienten zu erfolgen. Das Selbstbestimmungsrecht des Kranken ist zu würdigen. Psychiater achten das Recht ihrer Patienten, den Arzt frei zu wählen oder zu wechseln.”
Schweigepflicht
Besonders streng ist die Schweigepflicht formuliert: “Psychiater haben über all das, was sie während ihrer ärztlichen bzw. psychotherapeutischen Tätigkeit erfahren, auch über den Tode des Patienten hinaus, zu schweigen, abgesehen von gesetzlich vorgesehenen Ausnahmen.” Auf der anderen Seite soll das nicht die Zusammenarbeit von Psychiatern und Psychotherapeuten und anderen Ärzten untereinander behindern: “Wenn mehrere Psychiater und Psychotherapeuten bzw. ein interdisziplinäres Team den Patienten behandeln, so sind sie untereinander von der Verschwiegenheitspflicht insofern befreit, als das Einverständnis der Patienten vorliegt oder berechtigterweise angenommen werden kann.”
Einsicht in Krankenakten
Natürlich hat der Patient ein Recht auf seine Daten: “Psychiater haben Patienten auf deren Verlangen grundsätzlich in sie betreffende Krankengeschichten Einsicht zu gewähren und gegen Kostenersatz Kopien anzufertigen.”
Verbindungen zur Pharmaindustrie
Schließlich sind in dem von Christoph Stuppäck (MedUni Salzburg), Hartmann Hinterhuber (MedUni Innsbruck), Michael Lehofer (Landesnervenklinik Graz) und Helmuth Ofner (Juridische Fakultät Uni Wien) formulierten Verhaltenskodex auch die Verbindungen zur Pharmaindustrie geregelt: Jede “Pharmastudie” muss einer Ethikkommission vorgelegt werden, für Leistungen an die Industrie dürfen Honorare “die Grenze der Angemessenheit nicht übersteigen”. Der Dienstgeber muss über solche Verträge Bescheid wissen. Bei Fortbildungsveranstaltungen ist der Sponsor offen zu legen. Kongresseinladungen dürfen nur mit einem angemessenen Kostenersatz verbunden sein. Werbegeschenke dürfen bestenfalls angenommen werden, wenn ihr Wert geringfügig ist.
Hinweis R.L.Fellner: Für den Berufsstand der Psychotherapeuten existiert in Österreich seit 1990 das Psychotherapiegesetz (PThG), seit 2002 sind auch umfassende und detaillierte Ethik-Richtlinien festgelegt.
(Quelle: Der Standard, 10/2008) 
Okt 13
…so titelte zumindest der österreichische “Standard” in seiner Ausgabe vom 04.10.09. Diese Schlußfolgerung bezieht sich auf eine Studie der englischen Lucy Faithful Foundation (LFF), einer Kinderschutzorganisation, die sich mit Sexualtäterinnen auseinandersetzt. Dieser zufolge ist etwa jede fünfte der Pädophilen in Großbritannien eine Frau. Auch Scotland-Yard-Mitarbeiter würden beobachten, dass der Anteil an weiblichen Sexualtätern zunimmt.
Steve Lowe, Leiter der gerichtlichen Beratungsstelle Phoenix, die wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Täter behandelt, sagte im oben verlinkten Interview, die Anzahl an weiblichen Pädophilen sei zu lange versteckt und sogar in den öffentlichen Statistiken kaschiert worden: “Für eine Gesellschaft ist es schwierig, Frauen als Sexualtäter anzuerkennen. Aber jene von uns, die mit Pädophilen arbeiten, haben Belege dafür gesehen, dass Frauen dazu fähig sind, furchtbare Verbrechen an Kindern zu begehen – so schlimme wie Männer.”
Literaturempfehlungen:
Von der Mutter mißbraucht von Alexander M. Homes
Frauen als Täterinnen von Michelle Elliott
Siehe auch in der Literatur-Empfehlungsliste auf meiner Website. 
Okt 13
Mit einer Waffe in der Hand steigt das Risiko, selbst erschossen zu werden. Epidemologen der University of Pennsylvania untersuchten die Opfer von 677 Schießereien, zu denen es in den Jahren 2003 – 2006 in der Stadt Philadelphia gekommen war und werteten aus, wie viele Opfer zum Tatzeitpunkt selbst eine Waffe mitführten. Das Ergebnis wurde mit den durchschnittlichen Bewohnern der Stadt gleichen Alters, Geschlechts und Herkunft verglichen und sozio-ökonomische Merkmale berücksichtigt.
Das im “American Journal of Public Health” veröffentlichte Ergebnis: Mit Waffe werden Menschen 4,5 mal häufiger angeschossen und 4,2 mal häufiger erschossen als ohne. Dieses Risiko stieg zusätzlich, wenn die Opfer noch Chance der Verteidigung hatten.
Eine Waffe schützt demnach ihren Träger meistens nicht davor, selbst erschossen zu werden. “Erfolgreiche Verteidigung durch Schusswaffen bei Zivilpersonen gibt es kaum”, so der Leiter der Untersuchung, welche die Binsenweisheit bestätigt, daß wenn man Menschen mit großer Gewalt (schwerer Verletzung oder Tod) droht, diese auch selbst eher zu Gewalt neigen, um ihr Leben zu schützen. “Wer Schusswaffen mit sich führt, die dem eigenen Schutz dienen sollen, sollte sich dies lieber noch einmal überlegen.”
Daß die Untersuchung dazu führt, daß etwa die amerikanische Waffenlobby – vehemente Verfechter der Grundsatzhypothese, wonach der freie Zugang zu Schusswaffen die (auch ganz persönliche) Sicherheit erhöhe – von ihren einschlägigen politischen Agitationen abläßt, darf bezweifelt werden.
Quelle: American Journal of Public Health: Investigating the Link Between Gun Possession and Gun Assault 
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