Fenster schliessen
Wichtiger Hinweis!
Sie benutzen einen veralteten Browser.
Bitte updaten Sie auf eine moderne Internet-Browserversion, um die bestmögliche Anzeige dieser Website zu erreichen.
Firefox Download
Internet Explorer 8 Download
Safari 4 Download
Google Chrome Download
Jan 22

Willkommen! Abonnieren Sie den Psychotherapie-Blog RSS-Feed, um über die neuesten Artikel informiert zu werden. Danke für Ihren Besuch.

Ich habe im Laufe der Zeit Kennziffern zum Thema “Suizid” zusammengetragen – hier finden Sie eine Kompendium davon, gewissermaßen eine Übersicht über die derzeit bekannten Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Thema.

Häufigkeit

Nach Schätzungen stirbt jährlich eine Million Menschen durch Suizid, das entspricht einem alle 40 Sekunden – tatsächlich dürfte diese Zahl aber sogar noch deutlich höher liegen, da die entsprechenden Ziffern in vielen Ländern offiziell zu niedrig angegeben werden. Der Suizid trägt folglich mit mindestens 1,5 Prozent zu den weltweiten Todesfällen bei und ist die zehnthäufigste Todesursache. 2006, dem letzen Jahr, für das Daten verfügbar sind, haben sich 140.000, d.s. 11,1 von 100.000 Menschen, das Leben genommen. Am gefährdesten sind Menschen unter 25 Jahren, bei denen sich keine Änderung ergeben hat, und ältere Menschen, bei denen ein deutlicher Rückgang der Suizide zu beobachten ist.

Trends in einigen OECD-Ländern, Bild: OECD

Zur Regionalität: innerhalb Europas liegen die Raten in den nördlichen Ländern generell etwas höher als in den südlichen. Ein Effekt des Breitengrads auf die Suizidrate konnte in Japan festgestellt werden, was auf einen Einfluss der täglichen Sonnenscheindauer schließen lässt. Dennoch können andere Länder auf den in Japan verglichenen Breitengraden deutlich unterschiedliche Suizidraten haben, etwa Großbritannien oder Ungarn. Suizid ist ein erhebliches Problem in den vormaligen Staaten der Sowjetunion, und mehr als 30 Prozent der weltweiten Suizide ereignen sich in China, wo 3,6 Prozent aller Todesfälle auf Selbsttötung beruhen.

Besonders deutlich sind die Suizidraten in jüngster Zeit in Südkorea angestiegen: nämlich um 172% auf 21,5 von 100.000. Die Zahl der Selbsttötungen von Männern hat sich seit 1990 von 12 auf 100.000 fast verdreifacht und beträgt nun 32 auf 100.000. Mit 13 von 100.000 liegt die Selbstmordrate auch bei den Frauen am höchsten. Die OECD führt den Anstieg der Selbstmorde auf den wirtschaftlichen Niedergang, die schwindende soziale Integration und die Auflösung der traditionellen Familienbindungen zurück. Ob das allerdings Südkorea, Mexiko (+43%), Japan (+32%)und Portugal (+9%), die ebenfalls eine Zunahme der Selbstmordrate verzeichnen, gegenüber den anderen Ländern wirklich auszeichnet, darf bezweifelt werden. In Ungarn ist die Selbstmordrate zwar um 41 Prozent zurückgegangen, aber das Land liegt mit 21 auf 100.000 Selbstmorden dennoch an zweiter Stelle nach Südkorea. Auch Finnland hat mit 18 eine überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate, gefolgt von Frankreich (14,2), der Schweiz (14), Polen (13,2) und Österreich (12,6; 27/100000 bei Männern, 10/100000 bei Frauen). Deutschland, wo die Zahl der Selbstmorde gegenüber 1990 um 37 Prozent gesunken ist, liegt mit 9,1 im unteren Drittel. Abgesehen von Großbritannien (6,1) und Mexiko (3,1) scheint die Lage am Mittelmeer den Menschen gut zu tun. In Spanien (6,3) und Italien (4,8) bringen sich deutlich weniger Menschen um als in den übrigen OECD-Ländern. Und am wenigsten zieht es die Griechen in den Selbstmord. Hier töten sich nur 2,8 auf 100.000 selbst.

Noch einige Details zu Österreich: die Krisenintervention Salzburg (von anderen sind mir keine Daten bekannt) verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Patienten im Teenager-Alter. Jährlich sterben in Österreich mehr Menschen von eigener Hand als nach einem Verkehrsunfall. Im Jahr 2002 wählten 1.551 den Freitod, darunter 50 Kinder- und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren. Im Zunehmen sind auch Selbstverletzungen bei Kindern.

Weitere Gender-Details: in den Industrieländern beträgt das Geschlechterverhältnis bezüglich des Suizids etwa zwei bis vier (Männer) zu eins (Frauen) und scheint zuzunehmen. Asiatische Länder zeigen ein kleineres Verhältnis, aber auch dieses scheint anzusteigen. Nur in China sterben mehr Frauen als Männer durch Suizid.

Risikofaktoren für Suizid

Unter der Vielzahl von Faktoren, die das Suizidrisiko anheben, gehören zu den wichtigsten derzeit bekannten:

  • männliches Geschlecht (OECD: 17,6 von 100.000 Männern, 5,2 bei Frauen)
  • frühere Selbstverletzungen
  • psychiatrische Störungen und/oder
  • Alkohol-/Medikamentenmissbrauch
  • Erziehung
  • Suiziddarstellungen in den Medien
  • Rauchen

Genetik und Neurobiologie

Autopsien von Suizidopfern ergaben Änderungen der zentralen Neurotransmissionsfunktionen, beispielsweise des Serotonin-Systems (stimmungsregulierendes Hormon). Niedrige Cholesterinkonzentrationen sind mit höherem Suizidrisiko verknüpft, das Risiko ist jedoch größer, wenn der niedrigere Spiegel über Diäten anstatt Statinen erreicht wurde. Die Autoren vermuten, dass dies davon herrühren könnte, dass Diät haltende Menschen ein höheres Risiko für psychische Probleme hätten. Bislang jedoch lägen hierfür keine bekräftigenden Hinweise vor. Familiäre Vorgeschichten mit Selbsttötungen verdoppeln zumindest das Risiko für Mädchen und Frauen. Obwohl die Beweislage zwar dürftig ist, sind ein hohes Maß an aggressiven Verhaltensweisen wie auch Impulsivität mit einem erhöhten Suizidrisiko verknüpft. Suizidraten nehmen über die Jugendjahre hinweg insbesondere bei Jungen zu und ein Suizidrisiko aufgrund einer erblichen Komponente tritt vor allem auf mütterlicher Seite auf.

Berufsgruppen

Suizidraten sind unter Nichtbeschäftigten höher als bei Berufstätigen. Höhere Raten sind teils auch mit psychischen Erkrankungen verknüpft, welche wiederum mit Arbeitslosigkeit in Verbindung gebracht werden.
Unter den Berufstätigen dagegen zeigen einige Gruppen ein berufsbedingtes erhöhtes Risiko: praktische Ärzte haben in den meisten Ländern ein hohes Risiko, wobei jedoch Ärztinnen generell das höchste Risiko aufweisen. Krankenschwestern wird ebenfalls ein hohes Risiko zugeordnet. In diesen beiden Berufsgruppen scheint der Zugang zu Giften ein wichtiger Faktor zu sein, der die hohen Raten bestimmt. Unter den Ärzten gelten Anästhesisten als besonders gefährdet, denn für viele Suizide werden betäubende Medikamente verwendet. Mehrere andere Gruppen mit berufsbedingtem Hochrisiko (insbesondere Zahnärzte, Apotheker, Tierärzte und Landwirte) haben ebenfalls leichten Zugang zu den Suizid erleichternden Giften und Medikamenten.

Altersgruppen und ethnische Zugehörigkeit

Suizidraten liegen in den meisten Ländern unter den älteren Menschen am höchsten, in den letzten 50 Jahren jedoch sind auch die Raten unter der jüngeren Bevölkerung gestiegen, insbesondere bei Männern. Suizide werden am häufigsten im Frühling verübt, auch da besonders unter Männern. Im Frühling oder Frühsommer Geborene, hier besonders Frauen, haben ein erhöhtes Suizidrisiko. Amerikaner europäischer Herkunft haben höhere Suizidraten als Amerikaner lateinamerikanischen oder afrikanischen Ursprungs, wobei sich dieser Unterschied auf Grund der gestiegenen Suizidrate unter jungen Afroamerikanern langsam nivelliert. Indigene Gruppen, wie beispielsweise Aborigines in Australien und Ureinwohner Nordamerikas, haben ebenfalls höhere Suizidraten, möglicherweise auf Grund kulturell-gesellschaftlicher Ausgrenzung und stärkerem Alkoholmissbrauch.

Suizidmethoden

Ganz generell bevorzugen Männer eher gewalttätige Mittel der Selbsttötung (zum Beispiel durch Hängen oder Erschießen), Frauen weniger gewaltsame Formen (Selbstvergiftung), was vermutlich die Erklärung für den starken Unterschied erfolgter Suizide zwischen Männern und Frauen (siehe oben) und den Suizidversuchen sind, die bei beiden Geschlechtern etwa gleich häufig erfolgen. Verschiedene Bevölkerungen wenden unterschiedliche Methoden an, insbesondere in Südasien verbrennen sich Frauen üblicherweise selbst. Der Zugang zu spezifischen Methoden könnte der Faktor sein, der zur Umsetzung der Suizidgedanken in die Tat führt. In den USA werden bei den meisten Suiziden Schusswaffen verwendet, wobei das Risiko der Anwendung dort am höchsten ist, wo Schusswaffen in Haushalten vorzufinden sind. In den ländlichen Gebieten vieler Entwicklungsländer ist das Verschlucken von Pestiziden die häufigste Methode, was die Giftigkeit, die leichte Verfügbarkeit und die mangelhafte Lagerung wiederspiegelt. Bis zu 30 Prozent der weltweiten Suizide beruhen auf dem Verschlucken von Pestiziden.

Komorbiditäten und Zusammenhänge mit psychischen Störungen

Psychische Probleme sind ein wesentlicher Faktor bei Selbsttötungen. Von etwa 90 Prozent der Menschen, die sich selbst töten, wird angenommen, dass sie an einer Art psychiatrischer Störung litten. Depressionen erhöhen das Risiko um das 15- bis 20-fache, und etwa 4 Prozent der an Depressionen Erkrankten sterben durch Suizid. Klinische Anzeichen einer Selbsttötung bei Depressionskranken beinhalten frühere Selbstverletzungen, Hoffnungslosigkeit und suizidale Tendenzen. Etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten mit bipolarer Störung sterben durch Suizid, wobei das Risiko zu Beginn der Erkrankung am höchsten ist. Etwa 5 Prozent der Schizophreniekranken sterben ebenfalls durch Suizid. Alkoholmissbrauch, Magersucht, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und körperdysmorphe Störung (KDS) erhöhen allesamt das Suizidrisiko. Gerade das letzte Beispiel erklärt zum Teil, warum das Risiko bei Frauen nach brustvergrößernden Operationen zunimmt.

Die Gesundheit spielt ebenso eine Rolle, jedoch mit einigen seltsamen Ergebnissen. Überraschenderweise weisen Menschen mit erhöhtem Body-Mass-Index BMI ein zwar stärkeres Depressionsrisiko auf, dennoch liegt bei ihnen das Suizidrisiko niedriger (15 Prozent Rückgang im Suizidrisiko pro 5 Kilogramm Zunahme pro Quadratmeter Körperoberfläche beim BMI). Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Krebserkrankungen, insbesondere des Kopfes und des Halses, HIV/AIDS, Multiple Sklerose, Epilepsie und eine Reihe anderer Erkrankungen steigern das Suizidrisiko ebenfalls.

Andere Faktoren, die das Suizidrisiko steigern, umfassen körperliche Misshandlungen und sexuellen Missbrauch über die Kindheit hinweg, die gesamte Bevölkerung betreffende Ereignisse wie Naturkatastrophen und den Tod von Prominenten. Nach dem Tod der Prinzessin von Wales, Diana, im Jahr 1997, stiegen die Suizidraten um 17 Prozent an, am deutlichsten in ihrer eigenen Altersgruppe. Kriegsgeschehen verringert die Suizidraten, möglicherweise auf Grund des sozialen Zusammenhalts, der in den Gemeinschaften erzeugt wird. Menschen, die durch Suizid einen Verlust erlitten haben, stehen selbst unter erhöhtem Risiko, und Suizidhäufungen können in Gemeinschaften oder durch Internet-Kontakte auftreten. Die Autoren fügen hinzu: “Ein erheblicher Anteil der Hinweise zeigt, dass bestimmte Medientypen, die über suizidales Verhalten berichten oder dieses darstellen, in der allgemeinen Bevölkerung Suizidverhalten und Selbstverletzungen beeinflussen können.”

Jüngste Untersuchungen zeigen brisanterweise auch, daß Antidepressiva selbst gerade bei Jugendlichen, aber auch z.T. bei Erwachsenen Suizidgedanken induzieren können. Dazu konnten Sie hier im Blog schon früher einige Artikel finden, z.B. Suizidrisiko bei Jugendlichen unter Antidepressiva deutlich höher als bei Älteren oder unter dem Tag “Suizid“.

(Quellen: Health at a Glance 2009: OECD Indicators, MedAustria)

Suizid und SVV (Selbstverletzung)

Zunehmend ist neben den Suiziden auch der Hang zur Selbstverletzung bei Jugendlichen, bestätigen Fartcek und Pausch unisono. Die Ursachen dafür liegen häufig in den traumatisierenden Erlebnissen im frühen Kindesalter. “Das Gehirn weist eine hohe Plastizität auf und ist durch äußere Einflüsse sehr veränderbar”, erläuterte der Primar. Schwere Krankheiten, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und mangelnde Kommunikation in der Erziehung, nicht selten verursacht durch stundenlanges Fernsehen oder Computer Spielen, gelten als deutliche Risikofaktoren für spätere Selbstmordversuche. Oder sie veranlassen die Kinder und Jugendlichen, sich selbst Wunden zuzufügen. Das Ausdrücken brennender Zigaretten auf der Haut und das Einritzen mit einem Messer seien als Hilferufe zu verstehen.

Waren im Jahr 1950 nach Angaben der WHO noch 40 Prozent der Selbstmörder unter 45, sind es heute schon 55 Prozent. Als Grund für die immer früher auftretenden Depressionen nennen Experten die frühere Pubertät und zerfallende Familienstrukturen. Bei funktionierender Kommunikation in der Familie mit gemeinsamem Besprechen von Sorgen und Problemen ist es für Jugendliche viel leichter, eine Krise zu überwinden.

Wie können Suizide verhindert werden?

Der Anspruch, Suizide verhindern zu können, wäre ein schwierig zu erfüllender, da eine große Zahl von Faktoren beteiligt ist, bis es tatsächlich zu Suizidversuchen kommt. Strategien könnten auf Hochrisikogruppen abzielen oder versuchen, das Risiko der Bevölkerung als Ganzes zu verringern. Zum einen sollte jede Person mit Depressionen auch auf ein Suizidrisiko hin untersucht werden, indem spezifisch nach Selbsttötungsgedanken und –plänen gefragt wird. Insofern ist speziell auch die einschlägige Ausbildung und Vorgangsweise von Ärzten wichtig: Studien aus den nordeuropäischen Ländern belegen einen Rückgang der Selbstmordraten um 20 bis 30%, nachdem die niedergelassenen Allgemeinärzte darin geschult worden waren, Depressionen zu erkennen und richtig zu behandeln.

In Fällen hohen oder unmittelbar bevorstehenden Suizidrisikos sind sofortige Maßnahmen notwendig, darunter Wachsamkeit und Überwachung der Betroffenen, gegebenenfalls durch Krankenhauseinweisung. Außerdem müssen potenzielle Methoden zum Suizid entfernt und eine energische Behandlung der verknüpften psychiatrischen Störung eingeleitet werden.

Auch eine Veränderung des allgemeinen Zugangs zu gefährlichen Methoden und Mitteln kann zur Verhinderung von Suiziden beitragen. Die Einführung von Sicherheitsgittern auf Brücken und verstärkte Kontrolle auf Schusswaffen, wie auch die sicherere Lagerung von Pestiziden und Giften, insbesondere in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer können die Risiken deutlich senken. Schulprogramme zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens sowie eine strengere Kontrolle der Medien, die von Suiziden berichten, könnten ebenso vorbeugende Wirkung haben. Wer einwenden mag, daß Suizidwillige in jedem Fall Mittel und Wege finden würden, ihr Ziel umzusetzen, mag überrascht sein, daß z.B. bei der Umstellung vom giftigen Leuchtgas auf das ungiftige Nordseegas in England dort die Selbsttötungen drastisch zurückgingen, während z.B. in Japan nach dem Erscheinen zweier Filme, welche das Thema Suizid romantisch-idealisiert behandelten, die entsprechenden Ziffern signifikant anstiegen. Helsinki hatte in den 90er Jahren die weltweit höchste Suizidrate und konnte diese durch Präventionsprogramme auf 18 pro 100.000 senken.

Und weil im Internet neben Selbstmordforen Ratschläge und Hinweise für das Begehen von Suizid angeboten, teils wie in Japan online auch Vereinbarungen getroffen werden, kollektiv Selbstmord zu begehen, will die Regierung Südkoreas (das jüngst den weltweit stärksten Anstieg von Suiziden verzeichnen mußte, siehe oben) zur Prävention u.a. auch Internet-Sperren einführen. Erschwert werden soll die Suche nach Informationen auf Internetportalen über Selbstmord, ebenso sollen bestimmte Suchbegriffe wie Selbstmord, ‘wie kann ich sterben’, ‘kollektiver Selbstmord’, Selbstmordtechniken etc. gesperrt werden. Zudem soll die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden, dass die Polizei die persönlichen Daten der Benutzer von Internetprovidern anfordern kann, die Selbstmord anpreisen oder Selbstmordwilligen Rat anbieten wollen. So sollen Informationen über Selbstmord gelöscht werden, man will in diesem Zusammenhang auch gegen Betreiber von Intercafes vorgehen.

Die Herausforderungen, Suizide in den Entwicklungsländern zu verhindern, erfordern besondere Aufmerksamkeit, da die meiste Forschung zwar in den Industrieländern erfolgt, die höchste Suizidrate jedoch in den Entwicklungsländern zu finden ist. Auch wird von einschlägig Forschenden auch eine jüngere Metaanalyse randomisierter Studien diskutiert, die vermuten lässt, dass das Risiko für Tod und Suizid bei Lithium nehmenden Personen mit Störungen der Stimmungslage um 60 Prozent verringert wurde.

Behandlung von Depression

Dass psychologische Betreuung in vielen Fällen einen Suizid verhindern kann, zeigen zahlreiche Studien. Im Weltgesundheitsbericht 2001 wird anhand wissenschaftlich erhärteter Fakten dargelegt, dass einige psychische Störungen zwar chronisch und von langer Dauer sind, dass die an psychischen Störungen leidenden Menschen aber bei richtiger Behandlung ein produktives Leben führen und am Leben ihrer Gemeinschaft teilhaben können. Bis zu 60 Prozent der unter schweren Depressionen leidenden Menschen können mit der richtigen Kombination von Antidepressiva und Psychotherapie wieder gesund werden. Ich habe zu diesem Thema einen ausführlichen Artikel im Publikationsbereich meiner Website verfaßt (siehe auch Linkverweis ganz unten), der spezifisch die aktuellen Behandlungsformen von Depressionen beschreibt und kommentiert.

(weitere Quellen: APA, AZ, Der Standard 03.06.04, The Lancet Vol. 373, Issue 9672, p.1372-1381, 18 April 2009, Telepolis [1], s.a. obige Quellenhinweise)

Noch mehr Informationen:

Artikel “Depression – Mythen und Fakten um eine Zeitkrankheit”
weitere Blog-Einträge zum Thema Suizid

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Nov 20

Je intensiver Menschen Pestiziden ausgesetzt sind, desto eher denken sie an Selbstmord. Das zeigen Psychiater vom Londoner King’s College gemeinsam mit chinesischen Kollegen in einem Bericht der WHO. Bei 10.000 Bauern Chinas verglichen sie durch eine repräsentative Befragung, wie diese Pestizide zur Schädlingsbekämpfung aufbewahrten und wie es um ihre geistige Gesundheit stand.

Menschen, die Pestizide zuhause aufbewahrten, waren viel häufiger von Suizidgedanken betroffen als andere, auch hatten Regionen, in denen die meisten Menschen Pestizide zuhause aufbewahrten, die vergleichsweise höchste Selbstmordrate.

Die hohe Gefährlichkeit der Einnahme großer Mengen an Pestiziden ist schon lange bekannt. Ein Gesundheitsrisiko ist jedoch speziell die chronische Aussetzung von Pestiziden in niedrigen Konzentrationen, wenn Landwirte etwa bei der Feldarbeit die Giftstoffe über Lunge und Hautatmung aufnehmen. Bisherige Forschungen zeigen einen Zusammenhang mit häufigerem Auftreten einer Krebs-Vorstufe sowie auch Nervenschädigungen und Probleme der geistigen Gesundheit.

Pestizide sind allerdings wohl nicht der alleinige Grund für Suizidgedanken – sehr wohl aber könnten sie die Toleranzschwelle dafür senken. Vergleichbare Beobachtungen gab es auch in Deutschland, wo 1984 im geschlossenen Zweigwerk Hamburg-Moorfleet des Chemieproduzenten Boehringer, wo Ausgangsprodukte für Herbizide hergestellt wurden, viele Arbeiter nicht nur körperlich schwer erkrankten, sondern auch sehr häufig Suizid begingen”.

Die Forscher sehen den Beweis erbracht, dass der hohe Kontakt mit Pestiziden und Toxinen mit hohem Selbstmordrisiko zusammenhängt. “Teilweise dürfte das den Grund zeigen, warum es in ländlichen Regionen Chinas zu viel mehr Selbstmorden kommt als in den Städten”, so Jianmin Zhang, Psychiater am Tongde Hospital der Provinz Zhejiang. Die Ergebnisse könnten China bei Maßnahmen zur Suizidprävention helfen und Forderungen verstärken, dass der Zugang zu Pestiziden in der Landwirtschaft weltweit strenger kontrolliert wird.

(Quelle: WHO report “Pesticide Exposure and suicidal ideation in rural communities in Zhejiang Province, China” in: Bull World Health Organ 2009; 87:745-753; Presseveröffentl. d. Dt. Gesellschaft für Suizidprävention)

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Okt 20

In einer in der aktuellen Ausgabe des Lancet veröffentlichten Studie wurden erstmals die globalen Sterblichkeitsraten von jungen Menschen im Alter von 10 bis 24 Jahren erfasst. Die überwiegende Mehrheit der Todesfälle in dieser Altersgruppe (97 Prozent) ereignet sich dieser zufolge in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommensstatus. Darüber hinaus scheint die derzeitige Konzentration auf Müttersterblichkeit, HIV/AIDS und andere Infektionskrankheiten wie Tuberkulose in dieser Altersgruppe zwar wichtig, aber dennoch unzureichend, da weltweit 40 Prozent dieser Todesfälle durch Verletzungen und Gewaltanwendung verursacht werden.

Die Autoren zogen die Daten der ‘Global Burden of Disease’-Studie des Jahres 2004 sowie für den Weltgesundheitsbericht 2006 entwickelte Schätzungen der Sterblichkeitsraten heran. Die Muster der Sterblichkeitsraten wurden anhand der WHO-Region, des Einkommensstatus und der Ursache je nach Altersgruppe untersucht.

Nahezu zwei Drittel der im Jahre 2004 verstorbenen Jugendlichen starben im südlich der Sahara gelegenen Afrika sowie in Südostasien, obwohl diese Regionen nur 42 Prozent der Altersgruppe 10 bis 24 Jahre stellen. Industrienationen verzeichneten nur 3 Prozent der Todesfälle, obwohl sie 11 Prozent der entsprechenden Altersgruppe stellen. Die Sterblichkeitsraten lagen unter den jungen Erwachsenen höher als bei den jüngeren Pubertierenden, die Ursachen hierfür variierten jedoch je nach Region und Geschlecht. Verkehrsunfälle waren bei beiden Geschlechtern (kombiniert 10%) die häufigste Todesursache, mit 14% bei den Männern und 5% bei den Frauen. Andere hervorstechende Ursachen umfassten Gewalt (12% der männlichen Toten) und Selbsttötungen (6% aller Todesfälle).

Die Autoren bemerken: “Die Sterblichkeitsraten in den Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommensstatus lagen nahezu um das Vierfache höher als jene in den Industrienationen, ein insbesondere unter jungen Frauen hervorstechender Unterschied.”

(Quellen: MedAustria, Lancet 2009, 374: 881-892)

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Okt 20

Eine Metaanalyse des British Medical Journal (BMJ) ging der Frage der Suizidalität unter Antidepressiva je nach Altersgruppe nach, im Zuge derer bei Kindern und Jugendlichen eine erhöhte Suizidalität durch die Einnahme von Antidepressiva nachgewiesen wurde.

Ärzte an der US-FDA schlossen 372 randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien mit insgesamt 99.231 Teilnehmern in die Metaanalyse ein. Das Durchschnittsalter betrug 42 Jahre, 63,1% waren Frauen. Indikationen für Antidepressiva waren schwere Depression (45,6%), leichtere Depressionen (4,6%), andere psychiatrische Erkrankungen (27,6%) und nicht psychiatrische Leiden (22,2%). Primäre Endpunkte der Metaanalyse waren Suizidverhalten und Suizidgedanken.

Bei Personen mit nicht psychiatrischer Indikation für das Antidepressivum war suizidales Verhalten extrem selten. Bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen war das Risiko für suizidales Verhalten respektive Suizidgedanken altersabhängig. Für Studienteilnehmer unter 25 Jahren lagen die Odds Ratios bei 1,62 respektive 2,30, für Personen zwischen 25 und 64 Jahren bei 0,79 respektive 0,89 und für Probanden über 65 Jahren bei 0,37 respektive 0,06. Die Autoren berechneten, dass die Odds Ratio für suizidales Verhalten mit jedem Altersjahr um 4.6% sank.

Die Wissenschafter schlußfolgerten, dass die Suizidalität unter Antidepressiva bei psychiatrischen Patienten stark altersabhängig ist. Im Vergleich zu Placebo besteht bei Erwachsenen unter 25 Jahren ein erhöhtes Risiko, bei 25-64-Jährigen ein ungefähr neutraler und bei 65-Jährigen ein protektiver Effekt.

Quellen: MedScape Medical News, Aug 09, “Risk of suicidality in clinical trials of antidepressants in adults: analysis of proprietary data submitted to US Food and Drug Administration” in: BMJ; 2009 Aug 11; 339: b2880

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Okt 15

Das trizyklische Antidepressivum Nortriptylin (vertrieben unter den Markennamen Nortrilen, Sensoval, Aventyl, Pamelor, Norpress u. Allegron) fördert Forschern zufolge bei männlichen Patienten Selbstmordgedanken stärker als ein anderes Mittel. In einer Studie hätten die mit der Substanz behandelten Männer zehnmal häufiger an Suizid gedacht als mit dem Wirkstoff Escitalopram behandelte Patienten, schreiben die Wissenschafter vom Kings College London im Fachmagazin “BMC Medicine”. Bei den weiblichen Probanden wurde der Effekt nicht beobachtet. Eine mit einem wirkstofflosen Mittel (Placebo) behandelte Kontrollgruppe gab es jedoch nicht.

Schon mehrfach haben Studien gezeigt, dass bestimmte Antidepressiva (vermutlich bedingt durch den erhöhten Antrieb, den sie verursachen) ‘paradoxerweise’ zu mehr Suizidgedanken führen können, was gerade dann fatal ist, wenn sie als ausschließliche Therapiemaßnahme (statt mit Psychotherapie kombiniert) verschrieben wurden. Bei Kindern, die mit Mitteln wie Paxil (Wirkstoff Paroxetin), Zoloft (Sertralin) und Effexor (Venlafaxin) behandelt wurden, wurde ein Anstieg an Selbsttötungsgedanken und -aktionen festgestellt, vor der Verschreibung von Antidepressiva an junge Menschen wurde deshalb gewarnt.

Nortrilen / Nortriptylin wird häufig bei ‘major’ Depressionen, Bettnässen, CFS und Migräne verschrieben.

Weitere Artikel über Antidepressiva: [1], [2]

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Jun 26

In einem Press-Release über eine im April dieses Jahres im „Journal of Clinical Psychiatry“ vom Weill Cornell Medical College in New York veröffentlichte Studie war kürzlich zu lesen, daß Resultate einer post mortem Studie darauf hindeuten, dass “ältere Menschen, die Suizid begehen, oft nicht mit Antidepressiva versorgt sind”. 72 Prozent der von der Studie erfaßten Suizid-Opfer waren Männer, die häufigste Suizid-Methode war ein Sprung aus größerer Höhe (38,4%) und Selbststrangulation (25,1%). Die höchste Suizid-Rate wurde in der Gruppe der über 85jährigen beobachtet (10,7 pro 100.000). Nur eines von vier Suizidopfern hatte zum Zeitpunkt des Todes Antidepressiva im Körper, bei denjenigen im Alter von 85 und darüber waren es sogar noch weniger. Wenn man davon ausgehe, dass viele der Suizidopfer an einer medizinisch behandelbaren Depression litten, deuten diese Ergebnisse auf “Probleme in der Versorgung der ganz Alten mit antidepressiver pharmakologischer Therapie” hin, schreiben die Autoren. Nun, medizinisch behandelbar ist heutzutage ja prinzipiell so gut wie alles, die Frage ist nur, ob bei der überwiegenden Anzahl der an Depressionen leidenden älteren Menschen eine rein medikamentöse Behandlung stets auch der Weisheit bester Schluß ist?

Wie auch die Forscher schlußendlich in ihrer Studie anmerkten, wäre es angesichts der Depressions- und Suizidraten der älteren Generation sicherlich sinnvoll, wenn bei Menschen hohen Alters, welche den Arzt aufsuchen, grundsätzlich auf Depressionen und Suizidalität gescreent würde. Generell ließe sich der Leidensweg zahlreicher PatientInnen sicherlich deutlich abkürzen, wenn schon von Beginn an psychische Mitursachen oder gar Auslöser für körperliche Erkrankungen in die ärztliche Diagnostik miteinbezogen würden. (Quellen: MedScape, ReutersHealth; Apr 09; J Clin Psychiatry; 2009, 70: 312-317)

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Jun 20
Dextropropoxyphen (Co-Proxamol)

Dextropropoxyphen (Co-Proxamol)

In Großbritannien ist seit dem Entzug der Zulassung des verbreiteten Schmerzmittels Co-Proxamol im Jahre 2007 die Anzahl der Suizide drastisch gesunken. Wissenschaftler des Centre for Suicide Research an der University of Oxford halten Co-Proxamol für etwa ein Fünftel aller Suizide mit Medikamenten bis zum Inkrafttreten der Sperre verantwortlich, die Anzahl der Todesfälle, die mit dem Medikament in Zusammenhang gebracht werden, sank danach um 62 Prozent, konkret gab es 295 Selbstmorde und 349 Todesfälle durch das Medikament – inklusive versehentliche Überdosierungen – weniger. Die US-amerikanischen Behörden überlegen derzeit ebenfalls, das Medikament vom Markt zu nehmen. Bei Co-Proxamol handelt es sich um eine Kombination von Paracetamol und einer opiathältigen Substanz.

Co-Proxamol wird auch unter den Namen Capadex, Distalgesic, Di-Gesic, Darvon, Darvon-N, Darvocet oder Lentogesic vertrieben, der Wirkstoff ist Propoxyphen bzw. Dextropropoxyphen.

(Quelle: British Medical Journal, Ed 2009-06)

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon

Mrz 13

Auf ein eindrückliches, bewegendes Interview mit dem Überlebenden eines Suizidversuchs stieß ich heute durch einen Linkverweis in einem Zeitungsartikel: im September 2000 sprang Kevin Hines im Zustand  präsuizidaler Einengung bzw. des präsuizidalen Syndroms von der Golden Gate Bridge und überlebte diesen Sprung nur durch äußerst glückliche Umstände.

Bild © Seattle Times

Bild © Seattle Times

Heute spricht er darüber gelöst und ist in einem helfenden Beruf (Krankenpfleger) tätig. In seiner Freizeit versucht er, aufklärerisch über die Wichtigkeit korrekter medizinischer und psychotherapeutischer Behandlung bei psychischen Erkrankungen zu informieren. “Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner entsetzlichen Erfahrung nur eine einzige Person davon abhalten kann, sich das Leben zu nehmen“, sagt er im NZZ-Interview mit G.Sachse. Tatsächlich werden im Zuge des (zeitbegrenzten) präsuizidalen Syndroms, das in den schwersten Phasen von Depressionen, aber z.B. auch im Zuge paranoider Wahnvorstellungen auftreten kann, Erlebnis-, Wahrnehmungs- und Denkinhalte anders als unter normalen Umständen erfaßt, und auch anders als sonst mit Affekten und Verhalten verknüpft. Schließlich erscheint den Betroffenen kein anderer Ausweg mehr möglich, als sich selbst das Leben zu nehmen. Erst nach dem Abklingen des Syndroms werden wieder auch andere Optionen wahrnehm- und vorstellbar, weshalb es in Krisenphasen geradezu überlebenswichtig sein kann, rechtzeitig professionelle Hilfe in der Notsituation zu suchen (z.B. Notrufnummer, Notfall-Anruf und/oder Einschieben eines Krisentermins beim Psychotherapeuten, Erstversorgung oder Selbsteinweisung an einer psychiatrischen Klinik zur Überbrückung der schwierigsten Zeit, Anruf beim Psychosozialen Notdienst, etc.), zumindest aber Freunde oder Bekannte zu kontaktieren, und grundsätzlich “auf Zeit zu spielen”, d.h., darauf abzuzielen, diese kaum auszuhaltende Phase mit allen Kräften zu durchtauchen und z.B. bis zum nächsten Morgen Zeit zu nehmen. Zumindest wenn es einem dann wider Erwarten immer noch nicht besser gehen sollte, kann man einen Facharzt oder Psychotherapeuten kontaktieren; generell ist in Phasen schwerer Depressionen aber immer die Kontaktaufnahme mit einem Facharzt oder Psychotherapeuten anzuraten, auch wenn es nicht bereits zu Suizidgedanken kommt oder diese bereits wieder abgeklungen sind.

Gespräche mit KlientInnen, die suizidale Einengungsphasen hinter sich haben, bestätigten mir immer wieder, daß die Betroffenen nach einer solcherart durchstandenen Krisenphase glücklich darüber sind, “überlebt” zu haben, und ihrem Leben noch kein Ende gesetzt hatten. In der seither vergangenen Zeit erlebten sie entweder – zuvor völlig unerwartete – erfreuliche Ereignisse, auf die sie keinesfalls gern verzichtet hätten, oder ihr Leben nahm ganz allgemein eine positive Wende, die vorher in dieser Weise noch nicht absehbar war. “Dem Leben eine Chance geben” – diesen normalerweise in anderem Kontext gebräuchlichen Slogan sollte man deshalb gerade in jenen Phasen des Lebens nicht vergessen, in denen es scheinbar nicht mehr tiefer nach unten gehen kann. Wie wir auch aus der Wirtschaft wissen, ist es systemimmanent, daß es nach einem Tiefpunkt nur nach oben gehen kann – und was könnte als Lebensphase schon schlimmer sein, als eine, in der man keinen anderen Ausweg mehr als den Tod sieht? So paradox es klingt: aber nach einer den Tiefpunkt erfolgreich durchstandenen Nacht spürt sich das Leben meist zumindest schon einen Deut besser an als zuvor. Und in einem Gespräch (vor allem einem Gespräch mit einer Person, die zur professionellen Unterstützung in schwierigen Lebensphasen ausgebildet ist) lassen sich meist sogar völlig neue Perspektiven erarbeiten – Perspektiven und Wegoptionen, die dem Leben generell und langfristig eine positive Wende geben können. Um nicht mißverstanden zu werden: das ist nicht immer ein leichter oder schneller Prozess; richtig angeleitet und begleitet gelingt er aber doch in den überwiegend meisten Fällen.

Zum Weiterlesen:

Depression – Mythen und Fakten rund um eine ‘Zeitkrankheit’ (Artikel R.L.Fellner)
Vier Sekunden bis zum Aufprall (NZZ Interview mit Kevin Hines 2009)
Lethal Beauty – A jumper [..] makes a new life  (San Francisco Chronicle 2005)
Buchtipps zum Thema “Depression”

Post to Twitter Post to Yahoo Buzz Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to Ping.fm Post to Reddit Post to StumbleUpon