Fehlgeburt/Missed Abortion

Hier können Sie sich über Belastungen durch eigene oder fremde schwere Erkrankungen, aber auch den Umgang mit Tod und Trauer austauschen.
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aglaja
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Fehlgeburt/Missed Abortion

Beitrag Mi., 22.04.2015, 09:00

hallo!

leider hatte ich vor einer woche eine fehlgeburt bzw. "missed abortion"in der 13.SSW.
ich bin mit seltsamen schmerzen aus meiner arbeit direkt in die ambulanz, hätte nie das schlechteste angenommen,
da frau ja angeblich "nach dem unsicherem ersten schwangerschaftsdrittel" ist...
leider war kein herzschlag zu sehen, und ich musste/sollte in dem schock direkt zur ausschabung dableiben.
( ich stelle auch in frage ob die ausschabung nötig war, da sie anscheinend ziemlich leichtfertig angewendet wird,
und der natürliche weg, so grausam er sein mag, vielleicht doch besser für die trauer ist...)
zusätzlich zum immensen verlust empfanf ich das krankenhaus als traumatisch, auch wenn die eh nett waren,
ich war halt noch nie im krankenhaus und dann wegen sowas...

diese schwangerschaft war nicht sehr geplant, aber doch gewollt - ich bin hineingepurzelt, habe mich gerade an den gedanken gewöhnt, mama zu werden...und das wurde radikal beendet. ich frage mich, warum ich das erleiden muß, ich hab das gefühl schon genug (mit)gelitten zu haben in meinem leben...auch, wenn nun viel meinen, ich kenne eine kollegin, freundin, bekannte, die das schon erlebt haben - bei den meisten funktioniert es doch....
und es schmerzt mich auch, dass das ein gesellschaftliches tabuthema ist, obwohl der vorgeburtliche tod eben genau so vorkommt wie der später..ich bin auch ehrfürchtig vor jedem menschen, jedem kind, schätze und sehe das leben anders..

ich habe eine gute therapeutin, mein partner fängt mich auf und leidet selbst so sehr, ich versuche mich vielen menschen mitzuteilen..trotzdem bleibt die frage: warum? ich weiß dass die gründe meist unbeeinflußbar sind, und trotzdem habe ich phasen wo ich denke dass es vielleicht stress war, hatte viele konflikte..
arg war auch, dass der fötus bzw. embryo schon eine zeit tot war, und ich in dieser zeit schwere alpträume hatte..

ich fände es schade nie kinder bekommen zu können - auch wenn ich weiß, dass es natürlich möglich sein kann beim nächsten mal, finde ich es furchtbar mit dieser angst zu leben...

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Tupsy71
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Beitrag Mi., 22.04.2015, 09:28

aglaja, herzliches Beileid, wenn ich das mal so sagen darf. Ich hatte sowas auch verlebt und kann nur aus meiner Sicht reden. Vermutlich wäre das Kind beeinträchtigt gewesen. Auch wenn es in dem MOment ein SChock war, ich musste viel weinen, heute bin ich froh, denn ich hätte das mit einem behinderten Kind nicht geschafft. Später bekam ich noch mehrere KIds. Also bitte verlier die Hoffnung nicht. Ich denke, du wirst bestimmt noch Kinder bekommen können.
Für mich bedeutet es, dass das KInd es nicht nötig hatte, auf die Welt zu kommen, da es so gut war. Ich meine damit, dass es einfach auf uns warten wird, bis wir eben ableben. Ich glaube fest daran, dass wir und mein Sohn der Ende 4. Monat von uns ging(Fötus) wieder zusammen kommen werden. Aber das ist halt mein Glaube und meine Hoffnung. Möchte dir nur sagen, dass es sehr verständlich ist, dass es weh tut und auch wenn es abgedroschen klingt- die Zeit heilt wirklich solche Wunden. Bitte gib nicht auf und vertraue darauf, dass es so vielleicht besser war-bezgl. behindertes Kind.
Alles Gute
Tupsy

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aglaja
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Beitrag Do., 23.04.2015, 09:05

@ tupsy71 danke für deine lieben worte...
ja ich weiß, die natur hat ihre gründe, es ist sozusagen ein eingebauter schutz, wenn etwas nicht passt, es sozusagen auszusortieren..auch dafür, dass ich dann gesund bin.
ich weiß natürlich, dass weder das tässchen kaffee oder streß ganz klar eine ursache dafür waren, sondern eben eine "anomalie", und ich fühle mich auch nicht schuldig oder so ( aber habe eben große angst, ob es überhaupt mir erlaubt ist, zu gebären..).
bin halt ab und zu etwas neurotisch, da ich soviele konflikte in dieser zeit hatte, wo das kleine in mir verstorben ist..konflikte wo ich mich sehr ungerecht behandelt gefühlt habe und die mich viel zu sehr beschäftigt haben und ich konnte diese nicht stoppen..oder dass ich nicht bereit war für ein kind...

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Beitrag Do., 23.04.2015, 16:24

Hallo,

es tut mir sehr, sehr leid. dass dich dein Baby wieder verlassen hat.

Ich habe unser erstes Kind kurz vor Geburt tot geboren
danach 2 Söhne zur Welt gebracht
danach 3 weitere Aborte, zweimal auch in der 13. Woche, einmal in der 9.
2013 haben wir dann unser 3. Kind bekommen.

Letztlich wurden bei mir zwei Gerinunngsstörungen sowie ein immunologisches Problem diagnostiziert.

Die Kinder wurden alle obduziert und waren gesund.

Nur ICH war es eben NICHT.

Viele Ärzte reagieren leider erst nach dem 3. Abort.

Da du aber schon relativ weit warst
würde ich doch auf Untersuchung der Gerinnung bestehen.

Die sind oft einfach zu behandeln.

In dieser Zeit übernimmt die Plazenta die Versorgung des Kindes.

Die Angst wird dich ganz klar bei einer nächsten Schwangerschaft begleiten,
da wünsche ich dir, dass du einen guten Umgang damit finden kannst.

Alles Liebe

ADW
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Beitrag Do., 23.04.2015, 16:36

Ich sehe gerade der Beitrag ist vom Januar.
Vielleicht liest du ihn ja noch oder er hilft auch anderen.

LG
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aglaja
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Beitrag Do., 23.04.2015, 19:56

@auf dem weg danke für deine worte, nein, mein eintrag ist leider aktuell, also eine woche her...
ok interessant mit der gerinnungsstörung, ja, ich wundere mich auch, warum ich das kind verliere, wenn sozusagen alles wichtige fertiggestellt ist und ich das herz schon mal schlagen gesehen hab..ja, hab auch gehört dass das "abortmaterial" (welch grausames wort!) erst bei mehreren FGs untersucht wird.
vielen dank für deinen tip, ich werde das bei meiner nachuntersuchung auf jeden fall dazusagen, das mit der gerinnungsstörung...

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Beitrag Do., 23.04.2015, 20:10

Ich hoffe, sie haben euch gesagt,
dass ihr das Baby beisetzen lassen könnt?

Und bei den Ärzten: aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen/Erfahrungen
kann ich nur sagen: dran bleiben.

Sie werden dir sagen, dass das vorkommt
gar, dass das "normal" ist.

Eine gewisse "Quote" ist ja auch "normal"
und in den Fällen in denen die Kinder früh gehen
stecken auch in der Tat oft Chromosomenaberrationen dahinter.

Woche 13 ist aber weiter und da beginnt eben die Versorgung vom Dottersack auf die Plazenta umzustellen.

Mein Gerinnungsarzt in der Uniklinik war richtig vergrätzt.
Er sagt, Gerinnungsstörungen sind weit verbreitet
und er wäre dafür ALLE jungen Frauen bevor sie überhaupt eine Anti Babypille verschrieben bekommen
erstmal auf Gerinnungsstörungen testen zu lassen
weil die Kombination echt gefährlich werden kann
in Hinblick auf Thrombosen und Lungenembolie.

Auch sagte er, dass sehr viele Fehlgeburten/Totgeburten dadurch verhindert werden könnten.

Die weit verbreitete Aussage von 3 Fehlgeburten seien normal hält er für eine Frechheit
und ich auch.

Deswegen: es ist dein Recht untersucht zu werden.
Ist nichts um so besser
liegt eine Störung vor
kann zumindest dieser Faktor in einer weiteren Schwangerschaft beachtet und auch behandelt werden.

Dass es dir körperlich zumindest besser geht
kann ich dir nur Frauenmanteltee ans Herz legen.

LG
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Beitrag Fr., 24.04.2015, 00:24

nun, wegen beisetzen hab ich in dem schock gar nicht gefragt, und soweit ich recherchiert hab, ist das in österreich auch nicht möglich (also erst ab 500gramm)...mich ärgert dass auch nun, das ich der ausschabung im schock so schnell zugestimmt habe weil sie angeblich nötig war..
bei den 13 .woche muß man allerdings dazu sagen dass es eben schon länger tot war, vielleicht schon in der 10./11. woche...hab den genauen befund noch nicht bekommen wobei ich denke dass da auch nicht viel mehr drin steht. ich will die vom krankenhaus auch nicht mehr dazu befragen, weil ich ansich eine tolle frauenärztin hab und bei der nachuntersuchung in 4 wochen hoffentlich gut mit ihr über alles sprechen kann.
frauenmanteltee trinke ich schon : ) die blutungen haben heute auch aufgehört, und das ist der erste tag für mich ohne tränen...

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Beitrag Fr., 24.04.2015, 11:01

Hallo,


ich würde nochmal im KH nachfragen.

Bei uns finden zweimal im Jahr Sammelbestattungen mit Gedenkfeiern für de frühen Fehlgeburten statt.

Dass du eine gute Frauenärztin hast ist sehr wichtig,
so hast du jemanden an deiner Seite, der sicher mit dir zusammen
einen guten Weg finden wird.

LG ADW
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Beitrag Fr., 24.04.2015, 11:51

hallo,

ja, ich glaube solche gedenkfeiern gibt es, allerdings ärgere ich mich gerade so über das krankenhaus,
muß dem befund anscheinend nachrennen, und ich glaube eben auch dass der ohnehin nicht sehr aufschlußreich ist.
ich möchte auf jedenfall bald mein eigenes kleines abschiedsritual machen..
mit meinem partner ist es zur zeit auch schwieriger, zuerst war die trauer recht innig & gemeinsam, nun komme ich mir sehr unverstanden vor, und höre von ihm und von anderen öfter: "lenk dich doch ab"...

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Beitrag Fr., 24.04.2015, 11:56

Ja, in dem Bericht wird auch wahrscheinlich nicht viel drin stehen
ausser dass eine Schwangerschaft vorgelegen hat.

Das kann mitunter dauern bis die Befunde da sind.

Ich habe immer wochenlang gewartet
allerdings waren das nicht nur histologische Untersuchungen sondern gingen eben auch in die Genetik.

Es ist eine schwierige Zeit für euch beide.

LG
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Beitrag Sa., 25.04.2015, 10:33

nun, die ärztin hat gemeint dass er sicherlich eine woche später da ist, und sie sich meldet..nun sind es 10 tage..
am telefon meinte sie aber, dass alles komplikationslos verlaufen ist.
ich finde es aber wirklich ärgerlich, mit wie wenig anweisungen man aus dem krankenhaus entlassen wird (oder auch bei abtreibungen, wie ich von freundinnen gehört habe...), bzw. dass man sich in diesem schockzustand noch um so viel selber kümmern muß.
soviele erzählen mir nun, dass sie das auch erleiden mussten, und ich finde es so schade, dass die gesellschaft keinen umgang damit findet...zumindest habe ich ein paar schöne beispiele in kunst & musik gefunden, die sich damit ausseinandersetzen. ansich bin ich selbst künstlerisch tätig, und theoretisch wäre das was, was sicher helfen würde, aber ich bin noch immer sehr blockiert und schockiert...kann nicht verstehen wie sich die welt weiterdreht und warum es ausgerechnet jetzt so schön und frühlingshaft ist...

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Beitrag So., 24.05.2015, 13:56

später nachbericht:
seit letzter woche weiß ich dank der nachuntersuchung, dass ich gesund bin und alles passt. habe nun auch erfahren, dass der fötus schon in der 8.SSW verstorben ist und eben solange nicht natürlich abgehen wollte. hab auch damals ein beschwerdemail ans krankenhaus geschrieben und nun fünf wochen später eine antwort erhalten, und weiß nun auch was mit dem fötus passiert, und auf einem umständlichem weg kann ich nun ein stück des paraffinblocks haben, in dem das "abortmaterial" drin ist. sammelbegräbnis wäre auch möglich gewesen, aber für mich hat sich das nicht richtig angefühlt...

die hormone sind auch noch recht durcheinander, bauen sich noch langsam ab. in wellen geht es mir auch immer wieder sehr schlecht...


gemella
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Beitrag Fr., 03.07.2015, 12:16

Hallo...bin auf deinen Beitrag vom 22.4. 10 uhr gestossen...dass die schwangerschaft nicht sehr geplant gewesen sei und du irgendwie hineingepurzelst bist und du die Gründe für d. Fehlgeburt nicht ganz verstehen kannnst. Ich bin in der 11. woche und habe das selbe Problem. Am montag habe ich die curettage. Reflektierend betrachtet, war ich einfach noch nicht reif genug für ein Kind, obwohl ich schon über 30 bin. Seit dem 1. tag wo ich von meiner schwangerschaft erfahren hatte , hatte ich ständig Zweifel, Ängste, Sorgen und negative Gedanken...Jedes Kind bekommt bereits im Mutterleib von Anfang an mit, was die Mutter so denkt...und es liegt meines Erachtens auf der Hand, dass ein neues Leben dann sich weigert oder Angst hat heranzuwachsen. Ich muss daher in Zukunft lernen unbeschwerter und gelassener zu leben, dann klappt es beim nächsten mal bestimmt. Wollte hiermit nur sagen, was meine meinung zu so einer Fehlgeburt ist, weil ich mich viel mit so spirituellen dingen, büchern beschäftige. Unsere Gedanken bestimmen unser Leben!! Wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du bald dein wunschkind bekommst.

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aglaja
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Beitrag Di., 14.07.2015, 19:44

hallo..auch sehr spät deinen beitrag gelesen..
also ehrlich gesagt glaube ich dass deine deutung sehr gefährlich ist. fehlgeburten passieren so häufig, und es sind soviele frauen dabei, die sich sicher sind und sich freuen..es ist ein rein biologischer vorgang, ein ganz komplizierter, auf dessen weg eben fehler passieren können wie chromosomenanomalien oder dergleichen...extremer stress oder das nicht-wollen des kindes hat nicht unbedingt einen einfluss, sonst wäre die welt viel weniger bevölkert : )
ich finde dass das total der falsche weg ist, sich zusätzlich noch fertig zumachen ob eine eventuelle unsicherheit zur fehlgeburt führt...vor allem ist ganz ok und gut auch zweifel zu haben. auch wenn man total unbeschwert ist kann eine fehlgeburt trotzdem passieren - aber vielleicht verarbeitet man sie dann besser, ja!

mir ist es in den drei monaten danach sehr schlecht gegangen, ich musste auch sehr funktionieren im beruf und hatte nicht viel zeit zu trauern...jetzt bin ich einen monat weit weg und es geht viel besser...zuerst wollte ich gleich wieder schwanger werden und nun möchte ich es ruhiger angehen lassen...und sicherlich auch mit anderen gedanken, und manche negativen dinge möchte bis dahin mehr aus meinem leben haben..
ich denke auch so, dass gedanken und unbewusstes das kind im mutterleib beeinflussen, und man sollte besonders auf sich achten in dieser zeit. aber wie gesagt glaube ich nicht dass das direkt zur fehlgeburt führen kann.

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