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Mamox
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Post Sat, 13.Jan.07, 21:22      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Herr Fellner schrieb:

Quote:
Damit erreichen Sie die beruhigenden 100% Sicherheit, dass niemand anderer von Ihren Therapiestunden - und vor allen Ihren persoenlichen Problemen - erfaehrt.


Das ist in meiner Ansicht nach nichts anderes als Verschleiern psychischer Probleme - nämlich in Hinblick auf Öffentlichkeitsrelevanz. Ich kann Ihnen garantieren, dass es für mich nicht angenehm war und es sehr viel Überwindung gekostet hat, meine Vorgesetzten über meinen psychischen Zustand zu informieren. - Aber wenn alle heimliche, privat bezahlte Therapien machen - und somit eine Art Dunkelziffer an Psychotherapien gefördert wird, wird das System nicht darauf aufmerksam, welch hohen Handlungsbedarf es in Hinsicht auf eine Aufklärungskampagne "Pro Psychotherapie" bzw. noch mehr, dass gesellschaftspolitisch in eine Richtung gearbeitet werden muss, dass psychische Erkrankungen diesen negativen Touch, mit dem sie leider noch behaftet sind, verlieren. Und in diesem Sinne ist es meine Meinung, dass Psychotherapeuten ihre Klienten aufmuntern sollten, auf diesem Gebiet Pionierarbeit zu leisten und nicht versteckte, privat bezahlte Therapien durchzuführen.
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sewi
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Post Sat, 13.Jan.07, 23:15      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

mamox, da kann ich dir nur zustimmen.

ich hatte und habe - wie du - das glück, dass mein arbeitgeber meine psychotherapie akzeptiert. meine therapiestunden fallen in meine arbeitszeit, weil mein therapeut es nicht anders einteilen konnte, und ich habe im job die möglichkeit, die dadurch anfallenden minusstunden je nach bedarf auszugleichen. natürlich musste ich aber vorher meinen arbeitgeber um erlaubnis um die "freien" morgenstunden fragen. herr fellner, hätte ich meinen arbeitgeber anlügen sollen, wozu ich die 2 morgenstunden am wochenanfang brauche?

gerade in den letzten jahren werde ich mit zusätzlicher arbeit konfrontiert, und da braucht es eine gepflegte psyche und gute nerven, um auch in einer persönlichen krise durchzuhalten. der eine hat ein soziales umfeld, familie oder freunde, die ihm dabei helfen, der andere nicht. letzterer braucht eine psychotherapie.

ich empfehle dennoch jedem, es so wie ich zu machen: solange das geld reicht, die nötige psychotherapie privat zu bezahlen. wenn das geld dann weg ist bzw. die existenz schon auf der kippe steht, um kassentherapie ansuchen, wobei ich zu letzterem in österreich nur von herzen viel glück wünschen kann.
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Annemarie
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Post Sat, 13.Jan.07, 23:16      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Liebe Mamox,

erstmal ... ich finde es echt mutig von Dir, daß Du Deinen Vorgesetzten so viel an Vertrauen entgegengebracht hast und freue mich echt für Dich, daß sie wiederum dieses Vertrauen in sie nicht enttäuscht haben.

Leider ist das nicht überall der Fall ... wenn nicht sogar sehr selten.

An persönlicher Erfahrung habe ich leider nicht so Positives anzubieten. In unserem Betrieb weiß ich von 2 Mitarbeitern, die wegen ihrer psychischen Probleme gekündigt (natürlich wurde das nie als Grund angegeben) wurden. Diese gingen sehr offen mit ihren Leiden um.

Ich selbst nehme mein Recht um die Entscheidung, wem ich mich anvertrauen möchte und wem nicht, wahr. So wissen auch nur wenige darum Bescheid.
Nun ist es so, daß ich kündigen wollte und mein Chef mich aber nicht gehen lassen möchte. Wir haben einen Kompromiß vereinbart ... da frage ich mich schon: Was wäre wenn ... ?

Auch in meinen Kursen, die ich nebenbei mache, mußte ich schon des öfteren unterschreiben, daß ich weder Psychotherapie mache, noch in psychiatrischer Behandlung bin. So manch Horrorgeschichten über "solch Gestörten" (milde ausgedrückt, weil ich die wahren Worte des Kursleitenden nicht wiederholen möchte) mußte ich mir darin anhören.
Dazu habe ich aber Stellung genommen und versucht, diese Mythen ein wenig zurechtzurücken ... mir zuliebe Rolling Eyes

Vermutlich ist eine so positive Geschichte wie Deine sie ist eher die Seltenheit. "Normal" dürfte es leider (noch) andersrum laufen.

Obwohl ich auch bemerke, daß die Entwicklung zur Sichtweise von psychischen Erkrankungen, Psychotherapie, etc. schon in eine andere Richtung geht, als noch vor einigen Jahren. Nur braucht es meiner Meinung nach halt eben noch Zeit ... aber keine Märtyrer (meine Meinung Smile )

Liebe Grüße,
Annemarie

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Post Sat, 13.Jan.07, 23:42      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Quote:
In unserem Betrieb weiß ich von 2 Mitarbeitern, die wegen ihrer psychischen Probleme gekündigt (natürlich wurde das nie als Grund angegeben) wurden. Diese gingen sehr offen mit ihren Leiden um.


nun ja, der letzte satz kann ja viel bedeuten. wenn man unter "offenem umgang mit dem leiden" versteht, dass sich einer mit verweis auf seine psychischen probleme weigert, bestimmte arbeiten zu tun (zb "wenn ich das mache, bekomme ich eine panikattacke" oder "diese aufgabe triggert mich zu sehr, sorry" oder sich einfach nicht die medikamentöse hilfe holt, um arbeitsfähig zu bleiben, sondern sich lieber krankschreiben lässt), wenn einer glaubt, sein psychisches leiden vorzuschieben oder sich damit das recht auf eine sonderbehandlung einheimsen zu können, dann hat er sich wohl meistens verschätzt.

und es ist doch auch so, dass sich beruflich erfolgreiche, sebständige, begüterte oder auch personen mit akad. grad ihre psychischen störungen und beeinträchtigungen einfach besser leisten bzw. diese besser verschleiern oder verteidigen können, weil sie eben die macht in unserer gesellschaft haben, und daher nichtmal auf die idee kommen, mal über sich nachzudenken und/oder sich fachmännische hilfe zu holen.

reinhard haller, psychiater und gutachter, hat festgestellt, dass ausgerechnet persönlichkeitsgestörte es in österreich besonders leicht zu ansehen, rang und namen bringen. er vermutet sogar, der großteil unserer politiker hätte eine persönlichkeitsstörung. behandlung? aber keine spur! behandlung brauchen nur die kleinen leute - das sind nämlich die, die es sich nicht leisten können, ihre störungen auszuleben (äh sorry, "damit umzugehen" wollte ich natürlich sagen zwinkernd..
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Annemarie
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Post Sat, 13.Jan.07, 23:56      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Hallo sewi,

sewi wrote:
nun ja, der letzte satz kann ja viel bedeuten. wenn man unter "offenem umgang mit dem leiden" versteht, dass sich einer mit verweis auf seine psychischen probleme weigert, bestimmte arbeiten zu tun (...)


Wenn man nur will, kann man in einige Zeilen viel interpretieren. Aber gut, von einer Kollegin weiß ich, daß sie sehr kompetent und verläßlich war ... war nur nach Bekanntwerden von ihren psychischen Problemen nicht mehr wichtig Rolling Eyes

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Post Sun, 14.Jan.07, 0:07      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Quote:
von einer Kollegin weiß ich, daß sie sehr kompetent und verläßlich war ... war nur nach Bekanntwerden von ihren psychischen Problemen nicht mehr wichtig


als ich 2003 für 5 wochen in der psychoklinik war, wurde mir nach meiner rückkehr von meinem chef auch mit kündigung gedroht, sollte ich "das nochmal machen". in die psychoklinik hatte ich aber nur gemusst, weil ich aufgrund der falschen, mangelhaften bzw. gänzlich ausbleibenden psychotherapie und meines daraufhin folgenden geldmangels dahin überwiesen werden musste.

denn in österreich wird den psychisch kranken zwar die teuerste stationäre behandlung von der kasse bezahlt, aber noch immer keine ambulante psychotherapie.
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Mamox
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Post Sun, 14.Jan.07, 21:23      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Liebe Annemarie,
ein alarmierender Aufschrei in den Medien - mindestens ein Drittel der österreichischen Bevölkerung leidet unter psychosomatischen Beschwerden - eine eigene Homepage wird eingerichtet (www.netzwerk-psychosomatik.at). Wo frage ich mich, sind die Damen und Herren Österreicher? - Das schaue ich mir an, dass eine Firma über ein Drittel ihrer Belegschaft entlässt, da sie an psychischen Problemen leidet. Du hast ganz Recht - wir brauchen keine Märtyrer - wir brauchen nur Menschen, die zu dem stehen, was und wer sie sind.
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Post Sun, 14.Jan.07, 21:55      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Quote:
Auch in meinen Kursen, die ich nebenbei mache, mußte ich schon des öfteren unterschreiben, daß ich weder Psychotherapie mache, noch in psychiatrischer Behandlung bin. So manch Horrorgeschichten über "solch Gestörten" (milde ausgedrückt, weil ich die wahren Worte des Kursleitenden nicht wiederholen möchte) mußte ich mir darin anhören.


darf ich erfahren, was das für kurse sind, die du da besuchst? würde mich brennend interessieren.
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Annemarie
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Post Mon, 15.Jan.07, 0:29      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Hi, liebe Mamox,

für mich schließen sich "dazu stehen, was und wer man ist" und "es nicht jedermann erzählen" nicht aus.

Es gibt so manche "Geheimnisse", die jeder von uns mit sich trägt ... das heißt ja nicht gleichzeitig, daß wir deshalb nicht zu uns stehen. Es heißt nur, daß ich selbst entscheiden kann, ob und mit wem ich diese teilen will - und alles wird einen guten Grund für mich haben.

Wenn ich befürchten muß, daß ich existentielle Schwierigkeiten bekomme, wenn ich zu einen Teil von mir öffentlich stehe, dann werde ich es mir sehr gut überlegen, ob ich dazu bereit bin. Diese Entscheidung wird dann, wenn möglich, eher zu nein tendieren ...

Was aber nicht gleichzeitig heißt, daß ich nicht auch in gewissem Sinne meine Umgebung zu diesem Thema "sensibilisiere". Das heißt für mich, daß ich Dinge, die in diesem Bezug ins falsche Licht gerückt werden, versuche durch Thematisieren wieder zurechtzurücken. Das ist das, was ich dazu beitragen kann und will ... und ich finde, es ist gar nicht mal so wenig Neutral


@sewi:
Quote:
darf ich erfahren, was das für kurse sind, die du da besuchst?


Das haben wir doch schon per PM geklärt. Näheres will und werde ich hier aus den selben Gründen nicht schreiben, wie es die anderen User verständlicherweise auch nicht tun. Noch mehr werde ich dazu nicht mehr schreiben ...

Liebe Grüße,
Annemarie

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Mamox
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Post Mon, 15.Jan.07, 14:49      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Liebe Annemarie,
muss das ganze wieder ein wenig relativieren. Es stimmt schon, dass jeder für sich selbst entscheiden soll, wie er mit seiner Erkrankung umgeht. Ich bin halt ab und an ein bisschen revolutionär eingestellt... Finde aber deinen Beitrag, den du zur Sensibilisierung der Gesellschaft beiträgst ebenso wertvoll. Weil wenn alle "Mit dem Kopf durch die Wand" - Typen wären, könnte eine Gesellschaft auch nicht funktionieren. In diesem Sinne noch viel Kraft für die sanfte Sensibilisierung unserer Gesellschaft für psychische Probleme
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Anne1997
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Post Mon, 15.Jan.07, 16:54      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Hallo,

halte auch den Mittelweg (sensibilisieren) für den für mich eher möglichen.
Ganz ehrlich: zahle (unter Verzicht auf einige wenige Dinge) die Therapie auch selbst, weil diese Therapie in meiner Personalakte auftauchen könnte und ich nicht weiß, wie im Falles eines möglichen beruflichen Weiterkommens dies von irgendeinem, den ich nicht kenne, gesehen und be-/verurteilt wird. Zwar schäme ich mich meiner Therapie zum größten Teil nicht mehr, dennoch....
Außerdem hatte ich schon immer mit dem Krankheitsbegriff Probleme: habe noch selten gefunden, dass ich krankbin; habe zwar nach allem möglichen Diagnosen für mich gesucht, aber keine "gescheite" gefunden. Mein Therapeut sagt mir diesbezüglich (noch) nichts.
Habe einigen wenigen Kollegen mitgeteilt, dass ich eine Therapie mache, die dies nicht verurteilten, wobei ich auch sicher bin, dass etwas weiter "durchgesickert" ist, ich dies aber nicht "orten" kann. Mag meine Kollegen, aber da bin ich dann halt auch manchmal vorsichtig.

Gleichzeitig habe ich in meinem beruflichen Arbeitsfeld sehr viele Chancen und Möglichkeiten zu sensibilisieren und das mache ich überall da, wo es geht und wo massiv Vorurteile auftauchen.
Vor allem, wenn Klienten von mir, die in Therapie bzw. in der Psychiatrie waren, massiv verurteilt werden - da schreite ich "massiv" (immer noch ruhig bleibend dennoch) ein.

Dennoch: eine Therapie sollte nach Möglichkeit bezahlt werden - so wie überwiegend in D (wobei eben hier auch viele selbst bezahlen z.T. auf Grund der Beschränkung auf drei Therapieformen - aus Gründen des Lobbyismus) und nicht so wie in Ö, wo man kaum vollfinanzierte Plätze erhält, oder wie in Italien (meist Selbstzahler).
Da muss auch noch ein Mittelweg gefunden werden.
Könnte mir eine Zuzahlung gut vorstellen unter absoluter Wahrung meiner Daten - das wird aber kaum so möglich sein, die Tendenz geht ganz eindeutig in eine andere Richtung.

LG Anne
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Post Mon, 15.Jan.07, 20:33      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Datenschutz hin, Datenschutz her:

Wenn bei einem Hobby-(wahlweise: Berufs-)Fußballer eine Adduktorenzerrung diagnostiziert wird, verbietet ihm der Arzt, seiner Neigung (wahlweise: seinem Beruf) nachzugehen. Da denkt keiner der Betroffenen dran, den New York-Marathon zu laufen. Was durchaus okay ist *g
Wenn aber einer an einer Synapsenzerrung leidet und die Neuronen wie wild durch die Gegend brettern, halte Sie das für völlig normal. Vielleicht sollten Sie mal mit Ihrem Arzt klären, wie derlei Unsinn zustande kommt ...
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sewi
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Post Mon, 15.Jan.07, 20:38      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Quote:
@sewi: Zitat:
darf ich erfahren, was das für kurse sind, die du da besuchst?

Das haben wir doch schon per PM geklärt. Näheres will und werde ich hier aus den selben Gründen nicht schreiben, wie es die anderen User verständlicherweise auch nicht tun. Noch mehr werde ich dazu nicht mehr schreiben ...


es ärgert mich, weil solche fragen z. b. bei einem einstellungsgespräch unzulässig sind. ich habe zwar gehört, dass sich einige nicht daran halten - aber wenn sogar schon kursanbieter solche fragen stellen, dann stelle ich mir vor, dass der kursinhalt außerordentlich interessant (!) sein muss. möglicherweise ist der vermittelte stoff dergestalt, dass nur menschen, die sich nicht näher mit sich selbst auseinandersetzen wollen oder können, in der lage sind, davon zu profitieren? vielleicht ist aber auch nachweislich unbehandelten (kranken? synapsengezerrten? wer weiß das schon?) das gelehrte aus anderen gründen leichter zugänglich? handelt es sich um eine art geheimlehre, die nur den harten typen zugänglich gemacht wird, welche nachweisen können, auch bei ev. notwendigkeit keinen ärztlichen rat zu suchen? oder sollen nur wahre glückspilze daran teilnehmen, die es im leben noch nie schwer hatten? fragen die kursleiter eigentlich auch, ob man einer kirche angehört und zur regelmäßig zur beichte geht und/oder seelsorgerliche beratung sucht? und wenn dem so ist, darf man dann auch den kursinhalt nicht lernen? oder werden, um diese lehrinhalte zu vermitteln, bewusst personen mit einem hang zum exhibitionimus bevorzugt? vielleicht aber sind die kursanbieter besonders neugierig auf menschliche variationen, und lieben es, wenn leute während des kurses plötzlich vor den anderen teilnehmern psychisch zusammenklappen, weil sie sich bisher für gesund hielten oder es noch nie zum psychiater oder psychotherapeuten geschafft haben?

fragen über fragen.
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Zingiberis
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Post Sun, 04.Feb.07, 16:18      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

hallo!

ich habe diesen thread mit großem interesse gelesen, bin aber noch nicht ganz sicher, wie nun die sachlage bzgl. datenschutz/datenweitergabe und psychotherapie ist?

scheint es nun in der persönlichen akte auf, wenn man eine psychotherapie absolviert bzw. hatte? ich bin studentin und bei meinen eltern mitversichert. ich verdiene nicht genug, um mir eine therapie selbst finanzieren zu können und meine eltern möchte ich darum nicht bitten (wobei ich bezweifle, dass sie - sollte ich sie bitten - dazu bereit wären, die kosten zu übernehmen).
ich möchte mir meine zukunft nicht mit der therapie verbauen, halte die therapie aber für nötig.

eine bekannte von mir hat als sie noch schülerin war (kurz vor der matura) einen selbstmordversuch unternommen. sie hat ihr leben wieder in den griff bekomman, ging zum psychiater einige zeit, und hat sich dann beid er gemeinde wien um eine freie stelle beworben. nun gut, sie brauchte ein medizinisches gutachten von ihrem hausarzt. dieser wollte ihr aber damals ins gutachten schreiben, dass sie den SMV hatte und es gab dann einige probleme...wie es ausging, weiß ich leider nicht mehr.

wenn ich nun eine therapie auf kassenzahlung mache, wird mich das dann immer wie ein böser schatten verfolgen??
kann mein späterer arbeitgeber davon erfahren, dass ich einmal eine therapie gemacht habe und antidepressiva nehme??
ich mein....es ist doch so (zumindest in Ö), dass man dem arbeitgeber gegenüber dinge, die einen selber belasten, nicht erwähnen muss, oder?

ich kann nicht recht glauben, dass das zulässig ist, dass der arbeitgeber einsicht in meine ganze bisherige medizinische laufbahn bekommt?

lg
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r.l.fellner
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Post Sun, 04.Feb.07, 18:25      Re: Psychotherapie, Krankenkasse und Datenschutz? Reply with quoteBack to top

Liebe Zingyberis,

es gibt auf all Ihre Fragen eine salomonische Anwort:

"Nach derzeitiger Rechtslage ist die Weitergabe von Krankendaten von einer Krankenkasse an einen Arbeitgeber nicht zulässig."

Das von Ihnen angeführte Beispiel ist ein ganz typisches für die möglichen "Berührungspunkte im Graubereich", und wie die Tendenz in den Vorreiterstaaten Europas aussieht, können Sie wie erwähnt z.T. auf der Seite "Neuigkeiten" nachlesen (siehe Kasten rechts). Meiner Ansicht nach sollte das schon aus gesundem Opportunismus niemanden davon abhalten, die KK in Anspruch zu nehmen - andererseits, wenn man sich's leisten kann und auch etwas zu verlieren hat, mag ein realistischer Ansatz dann mitunter doch eine Selbstfinanzierung ratsamer machen. Es gibt dazu kein Generalrezept, und ganz offiziell: siehe oben.

Freundlichen Gruß und alles Gute
R.L.Fellner

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