Psychotherapie in Wien bei Richard L. Fellner

Winterdepression

WinterdepressionHerbst ... für viele Menschen bedeutet diese Jahreszeit, daß nun alles grauer wird – vor allem stimmungsmäßig. Wenn die "grauen Tage" andauern oder sich in immer kürzeren Abständen häufen, spricht die Medizin von depressiven Verstimmungen. Bei Winterdepressionen genauer gesagt von "SAD" - Saisonal abhängigen Depressionen.

Ist man von einer Depression betroffen, zieht man sich nicht nur räumlich in die "4 Wände" zurück, sondern auch innerlich: man fühlt weder Energie für Aktivitäten noch besondere Freude an der Gesellschaft anderer. Deren Lachen, die Geselligkeit an Punschständen oder dem Christkindlmarkt ist einem fremd, und Weihnachten eigentlich vor allem ein Fest, das einen bedrückt... am liebsten würde man sich verkriechen, und vom Leben draußen ausschließen. In einer Depression fühlt sich der Depressive wie gefangen, schwach, erschöpft und kann sich nicht mehr konzentrieren – hat aber zugleich das Gefühl, selbst schuld an seiner Situation zu sein. Selbst die Nächte bringen keine Erholung – vor lauter Grübeleien über Probleme und Sorgen (rund um den Job, die Partnerschaft oder die Zukunft) schläft man schwer ein oder hat Schwierigkeiten, gut durchzuschlafen. Morgens fühlt man sich müde, zerschlagen und energielos. Weil einem aber die Energie fehlt und man weniger leisten kann, sinkt das eigene Selbstwertgefühl: ein Mensch, der unter Depressionen leidet, hält die Auswirkungen der Depression für seinen Fehler und sich selbst für einen Versager.

DEPRESSION. Laut den Schätzungen der WHO wird sie in gut 10 Jahren die zweithäufigste Erkrankung in der westlichen Gesellschaft darstellen – doch die meisten Menschen leiden jahrelang still vor sich hin, ohne jemals Hilfe beim Arzt oder Psychotherapeuten zu suchen! Was verwunderlich ist, kann doch Depression heute sehr gut behandelt werden. Schamgefühle bräuchte die Depression als 'psychisches Leidensbild' heute bei niemandem mehr zu verursachen, denn zumindest jede 10. ÖsterreicherIn leidet innerhalb eines Jahres ein- oder mehrmals daran, es dürfte also kaum eine Familie geben, in der nicht schon einmal ein Familienmitglied daran erkrankte. Besorgniserregend ist aber nicht nur das psychische Leiden, sondern auch die körperlichen Auswirkungen: Menschen, die an einer depressiven Erkrankung leiden, haben ein bis zu 3-faches Risiko für körperliche Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, und ihre körperlichen Abwehrkräfte sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt deutlich herabgesetzt.

Was sind typische Symptome und Ursachen einer Depression?

Eine Depression hat kein 'typisches' Erscheinungsbild, sondern zeigt sich in vielen unterschiedlichen und individuell verschiedenen Symptomen körperlicher und seelischer Art. Nicht bei jedem, der an einer Depression leidet, zeigen sich alle Symptome, welche auch mit der Zeit variieren können:

Winterdepression

Es gibt eine Vielzahl möglicher Gründe für Depressionen, wie z.B. seelische Belastungen durch Veränderungen im Privat- oder Berufsleben, Erschöpfung durch Überarbeitung (im Beruf oder Familie), das Gefühl ziellosen Dahintreibens (z.B. durch Langzeitarbeitslosigkeit), geistige oder körperliche Untätigkeit (besonders im Ruhestand oftmals ein Mitauslöser), Veranlagung (genetisch oder durch generationenlang "weitergegebene" Strategien, mit Herausforderungen des Lebens umzugehen), oder als Folgeeffekt körperlicher Erkrankungen.

Wie werden Depressionen am besten behandelt?

Fachleute empfehlen heute eine Kombinationstherapie aus Psychotherapie und insbesondere bei schweren Depressionsformen unterstützender pharmakologischer Therapie. Die modernsten Generationen der Antidepressiva machen nicht mehr abhängig! Experten für eine individuell angepaßte Verschreibung sind Neurologen und Psychiater. Dauer und ratsame Frequenz einer Psychotherapie kann ein(e) erfahrene(r) TherapeutIn üblicherweise spätestens nach ein paar Sitzungen gut abschätzen.

Erste Schritte bei Verdacht auf Depressionen

Sind Sie selbst betroffen oder kennen Sie in Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis jemanden, der Symptome einer Depression aufweist, ist eine frühestmögliche Abklärung empfehlenswert, da zu einem frühen Zeitpunkt eine ausschließliche Psychotherapie in der Regel noch sehr gut und verhältnismäßig rasch greift.

Sinnvollerweise wenden Sie sich mit Ihrem Diagnosewunsch an hiefür ausgebildete Fachleute wie PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen. Bei der ersten Orientierung können auch Selbsttests wie jener auf der Website des Autors helfen.

Selbsthilfe

Eine der leichteren Depressionsformen ist jene der Winterdepression, bei der es sich meist um eine durch die im Winter geringere Sonnenlichteinstrahlung ausgelöste akute Phase einer latenten Depressionserkrankung handelt. Die folgenden Selbsthilfe-Methoden behandeln zwar nicht die Ursachen der Depression, unterstützen aber gut bei der Linderung der Symptome:

Bezüglich individuell ratsamer Dosierung und maximaler Dauer der Einnahme sollten Sie sich vom Apotheken-Fachpersonal oder einem Arzt beraten lassen.

Hinweis: dieser Artikel erschien in der Apotheker-Zeitung Herbst 2006 und beinhaltet lediglich Grundlagen-Informationen. Von einer langfristigen Selbstmedikation wird aufgrund einer Chronifizierungsgefahr bei Depressionen explizit abgeraten. Einen ausführlicheren Artikel zu Trends in der Depressions-Therapie finden Sie hier.

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DSP Richard L. Fellner ist Psychotherapeut, Coach und Supervisor in Wien.
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Artikelbezogene Themenbereiche und verwandte Begriffe: Depression, Depressionen, Traurigkeit, Stimmungstief, Suizidgedanken, Suizidabsichten, Selbstmordgedanken, Psychotherapie, Psychotherapeut, Deprission, Depresion

Anhang: weitere Literatur zum Thema, mit Leserrezensionen: