Resilienz .:. Psychotherapie & Coaching R.L. Fellner, Wien (Psychotherapeut, Coach, Supervisor) 

Resilienz

Die Fähigkeit, Krisen erfolgreich zu meistern

 

Die Medizin, Psychologie und andere Humandisziplinen der Forschung befassen sich traditionellerweise vorrangig mit den Ursachen von Problemen und der Suche nach Möglichkeiten, diese zu beheben. Seit einigen Jahren jedoch gewinnt ein neuer Ansatz verstärkte Bedeutung: die Resilienzforschung. Der Begriff stammt vom lateinischen resilio ab ("abprallen", "zurückspringen") und bezeichnet in der Physik hochelastische Materialien, die nach Verformungen ihre ursprüngliche Form wieder annehmen. In den Humanwissenschaften forscht man nach jenen Potentialen, die Menschen dazu befähigen, Niederlagen, Unglück, Stressoren und Schicksalsschläge besser und schneller zu meistern oder den Körper zu heilen.

In der Verhaltensforschung und Psychologie werden Menschen als resilient bezeichnet, die aus Schwierigkeiten das Beste machen, daraus lernen und reifen, oder zumindest weniger Schaden nehmen als andere unter ähnlichen Umständen. Resilienz ist jedoch keineswegs mit Unempfindlichkeit oder der Selbstverleugnung traumatischer Erlebnisse oder zwischenmenschlicher Schwierigkeiten in unserem Leben zu verwechseln. Vielmehr beschreibt diese Fähigkeit eine Haltung innerer Stabilität, eine positive Grundhaltung, die Menschen in die Lage versetzt, an Leidenserfahrungen und Konflikten zu wachsen, statt sich in den damit verbundenen Emotionen festzulaufen und damit ihre Lebensqualität noch weiter einzuschränken. In der Regel erfolgt bereits nach verhältnismäßig kurzer Zeit ein Perspektivenwechsel: entweder wird die Situation neu interpretiert oder der Fokus verlagert sich auf andere, positive Lebensbereiche. Befragt man diese Personen nach ihrer problematischen Erfahrung, werden häufig positive Seiteneffekte oder durch das einschneidende Ereignis verursachte Lernmöglichkeiten mit erwähnt. In besonders schwierigen Lebenssituationen suchen Personen mit hoher Resilienz aktiv professionelle Hilfe, um baldmöglichst wieder auf die Beine zu kommen, statt sich einer womöglich chronisch belastenden Situation auszusetzen.

In der kulturübergreifenden Forschung wurde beobachtet, dass Resilienz eine Fähigkeit ist, die nicht durch die individuelle Person allein erklärt werden kann. "Gute" Familien, Schulen, eine "gesunde" soziale Umgebung und faire gesellschaftliche Bedingungen helfen dabei, die entsprechenden Fähigkeiten zu entwickeln, und jüngere Menschen haben diese eher als ältere. Ebenso existieren entsprechende Risikofaktoren: etwa frühe psychische oder körperliche Gewalterfahrungen, psychische Leiden enger Bezugspersonen sowie diverse kulturelle Faktoren.

Psychologen haben 7 Säulen der Resilienz ausgemacht - Indikatoren für eine starke Fähigkeit zur Stress- und Krisenbewältigung. Über je mehr dieser Eigenschaften jemand verfügt, umso resilienter die betreffende Person:

In der Literatur werden eine Reihe von Ansätzen angeführt, mit denen die eigene Resilienz über bereits vorhandene Fähigkeiten hinaus erhöht bzw. angeregt werden kann:

(Hinweis: die Beschreibung der Resilienzsäulen basiert auf einem Artikel der "Wirtschaftswoche").

 

Weiterführende Literatur:

weitere Bücher speziell zum Thema "Resilienz"
Selbsttests
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Richard L. Fellner DSP, MSc. ist Psychotherapeut, Coach und Supervisor in Wien.
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Artikelbezogene Themenbereiche und verwandte Begriffe: Salutogenese, Emotionale Intelligenz, Emotionen, EQ, Posttraumatische Belastungsstörung, Resilienz, Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl, Stress, Trauma

Anhang: weitere Literatur zum Thema, mit Leserrezensionen: