Jan 14

Haben Sie manchmal starke Angst? Wenn Ihre √Ąngste immer wiederkehren und ihr Alltagsleben einschr√§nken, k√∂nnte es sich dabei um eine Phobie, eine spezielle Form von Angstst√∂rungen, handeln. Das Hauptsymptom einer Phobie ist eine intensive und anhaltende Angst vor bestimmten Situationen, Aktivit√§ten, Dingen, Tieren oder Menschen – aber in der Regel ist diese Angst irrational, oft gab es auch keine konkreten fr√ľheren Erfahrungen, welche die Phobie ausgel√∂st haben k√∂nnten. Phobiker bem√ľhen sich oft auf das √Ąu√üerste, die angstbehafteten Situationen zu vermeiden – oft in einem Ausma√ü, dass die Angst das t√§gliche Leben st√∂rt und beeintr√§chtigt, und zunehmend das Denken dominiert.

Ein fr√ľherer Klient etwa f√ľhlte sich in normalen sozialen Situationen wie Partys oder Gesch√§ftstreffen unwohl und versuchte, diese nach M√∂glichkeit zu vermeiden. Auch das Trinken und Essen in der √Ėffentlichkeit wurde f√ľr ihn zu einem Problem und f√ľhrte zu gro√üen inneren Spannungen. Diese spezielle Form der Phobie hei√üt “soziale Phobie”, da sie andere Menschen oder gesellschaftliche Situationen betrifft. Auftrittsangst (die Angst, Reden zu halten oder auf einer B√ľhne aufzutreten), ist etwas, unter dem viele Menschen leiden und ebenfalls eine Form der sozialen Phobie.

Die Schwierigkeit, Phobien wieder loszuwerden, liegt darin, dass rationale Erkl√§rungen und Bem√ľhungen der Umwelt so gut wie nie helfen, ja manches Mal den inneren Druck sogar noch zus√§tzlich erh√∂hen. Auch die im TV gern demonstrierte “Expositionstherapie” bew√§hrt sich nur bei wenigen Menschen langfristig. Gute Erfolge verzeichnen hingegen moderne psychotherapeutische Ans√§tze, die Methoden aus der Hypnotherapie und l√∂sungsorientierten Gespr√§chsf√ľhrung nutzen. In schweren F√§llen k√∂nnen Medikamente den Einstieg in Therapie und Beratung gut unterst√ľtzen. Danach ist eine kontinuierliche Arbeit am Problem wichtig, um zu vermeiden, bald wieder in die alten Angstmuster zur√ľckzufallen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:life123.com)

Sep 07

Sein Herz schl√§gt mit jeder Sekunde st√§rker, Schwei√ü beginnt, den R√ľcken hinunterzulaufen und er bekommt kaum mehr Luft – als w√§ren seine Lungen blockiert. Pl√∂tzlich ein intensiver Schmerz in der Brustgegend: ist es nun soweit, ist das der erste Herzinfarkt? Panikgef√ľhle breiten sich in seinem K√∂rper aus: er k√∂nnte genau hier zusammenbrechen und sterben, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt – unaushaltbare Angst kriecht in seinen K√∂rper hoch…

Die Symptome von Panikattacken sind unterschiedlich – die meisten Personen aber empfinden intensivste Angst, entweder eine Herzattacke zu erleiden, verr√ľckt zu werden oder vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen. Eine Panikattacke zu erleiden, kann eines der schockierendsten, unangenehmsten und bedrohlichsten Erlebnisse sein, die eine Person in ihrem Leben erf√§hrt.
Aber im Unterschied zu landl√§ufigen Vermutung sind Panikattacken bei weitem nicht immer von hohem Stress verursacht, sondern k√∂nnen gerade auch Menschen ereilen, die eigentlich ein recht entspanntes Leben f√ľhren. Relativ h√§ufig sind die Attacken etwa Zeichen f√ľr eine Angstst√∂rung, Depression oder andere psychische Belastungen, die lange Zeit hindurch ignoriert, “beiseite gewischt” oder – etwa durch Selbstmedikation – unfachgem√§√ü behandelt wurden. Andere m√∂gliche Ursachen k√∂nnen Seiteneffekte von Medikamenten, Alkoholkonsum, Medikamenten- oder Drogenentzug oder chronische Erkrankungen sein.

Wenn Panikattacken unbehandelt bleiben, kann sich die sogenannte Agoraphobie entwickeln, bei der eine Person Angst davor entwickelt, an bestimmten Orten oder in bestimmten Situationen Panikattacken zu erleiden. In der Sorge, dass in solchen Situationen keine Fluchtm√∂glichkeit besteht oder eine Panikattacke auftreten k√∂nnte, vermeiden sie zunehmend Situationen, in denen sie in ein solches Risiko geraten k√∂nnten, wie z.B. offene Pl√§tze, Stra√üen, √∂ffentlichen Transport – zuletzt vermeiden manche von ihnen sogar, das Haus zu verlassen. Panikattacken und Agoraphobie treten h√§ufig im Zusammenhang mit sogenannter Sozialphobie auf, bei der sich die Angst auf soziale Situationen (etwa das Essen oder Sprechen in Gruppen) bezieht und die Sorge besteht, von den anderen beurteilt oder entbl√∂√üt zu werden. Dies wiederum kann eine der sch√§dlichsten Seiteneffekte der Panikst√∂rung darstellen, da es die Leidenden daran hindert, sich fr√ľhestm√∂glich fachliche Unterst√ľtzung zu suchen, und damit Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch beg√ľnstigt. Erfolgreiche Behandlung ist jedoch m√∂glich und besteht meist aus einer individuell bestimmten Anzahl von regelm√§√üigen Psychotherapie-Sitzungen, manchmal erg√§nzt durch unterst√ľtzende Medikation. Auf diese Weise k√∂nnen 90% der Agoraphobiker eine vollst√§ndige Befreiung von ihrem Problem erreichen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w√∂chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa√üt und in verschiedenen Medien Thailands ver√∂ffentlicht wird, 2010; Image src:Erin O’Brien/Getty Images)

ÔĽŅ01.09.19