Dec 19

Das österreichische Testmagazin “Konsument” vergleicht in seiner JĂ€nner-Ausgabe nikotinfreie Therapiehilfen. Das Ergebnis: Beratung und psychotherapeutische UnterstĂŒtzung, eventuell in Kombination mit Medikamenten, fĂŒhren eher zur Abstinenz als viele “alternative” Mittel.

Unter den rezeptpflichtigen Medikamenten zeigte sich bei Varenicilin, daß es hĂ€ufig Nebeneffekte mit sich bringt, etwa Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit sowie depressive Verstimmungen. Nach einem Jahr liegt die Abstinenzrate bei 20%, unklar ist jedoch, ob der Effekt ĂŒber die Anwendungsdauer hinaus anhĂ€lt. Beim “Antidepressivum” Bupropion (aka Wellbutrin, Amfebutamon, Zyban) existieren noch zu wenig Daten bezĂŒglich Nebenwirkungen und Langzeiterfolg, kurzfristig jedoch kann es bei der Entwöhnung unterstĂŒtzen.

Zu Homöopathie, BachblĂŒtentherapie und Akupunktur wurde von Konsument festgestellt, daß bisher “kein wissenschaftlicher Beweis fĂŒr eine ĂŒber den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung vorliegt”.

Die Papaya, Haselnuß, Pfefferminz und Eukalyptus enthaltenden NTB-KrĂ€uterretten sind gĂŒnstig, die Belastung “mit toxischen und kanzerogenen Rauchinhaltstoffen” sei allerdings ebenfalls sehr hoch, so die Analyse. Zur Zigarettenattrappe Smoz aus Kunststoff mit Pfefferminz-, Erdbeer- oder Zitronenaroma weist der Hersteller selbst darauf hin, dass Smoz nicht fĂŒr den Nikotinentzug geeignet ist.

Auch fĂŒr den Einsatz von Hypnose in der Raucherentwöhnung gibt es laut “Konsument” bisher keine wissenschaftlichen Nachweise.

Raucherberatung und Psychotherapie: Die von Krankenkassen und Ärzten angebotenen Beratungen sowie psychotherapeutische Verfahren erhöhen die Erfolgsquoten deutlich, so die Tester. Bei einzelnen davon entspricht die Wirksamkeit jener einer Zyban-Behandlung: nach einem Jahr waren 39% rauchfrei, wĂ€hrend im gleichen Zeitraum nur 12% der medikamentös behandelten Raucher abstinent blieben.

Hinweis R.L.Fellner:
Den Testergebnissen zur Hypnose muß allerdings deutlich widersprochen werden, jedenfalls, sofern “Hypnose” mit speziellen, auf Hypnotherapie basierenden Entwöhungsprogrammen (Link fĂŒhrt zu Info-Artikel) gleichgesetzt wird. Zur Wirksamkeit letzterer existieren umfangreiche Studien, die erste davon jene von Kline aus dem Jahre 1980. Allerdings weisen viele dieser Studien z.T. erhebliche methodische MĂ€ngel auf, wie C.C.Schweizer in ihrer Arbeit “Hypnotherapie bei Nikotinabusus” korrekt feststellt. Dieser zufolge dĂŒrfte die Erfolgsquote von Hypnotherapie je nach eingesetzter Methodik zwischen 25% und 46% liegen.

(Quellen: Konsument 01/2010, Der Standard 18.12.2009, Schweizer, Cornelie C., “Hypnotherapie bei Nikotinabusus” (Diss. , 2006), Kline M.V., “The Use Of Extended Group Hypnotherapy Sessions in Controlling Cigarette Habituation” in: The Internations Journal of Clinical and Experimental Hypnosis. 18. 270-282. Bildquelle:mentaltraining-hypnose.de)

ï»ż01.09.19