Sep 28

“Binge Drinking” wird analog zum “Binge Eating” aus dem Bereich der Essstörungen wie folgt definiert: fĂŒnf oder mehr Drinks pro Anlass, mindestens einmal im vergangenen Monat.

Diese Form des Alkoholmißbrauchs wird hĂ€ufig im Zusammenhang mit Teenagern und Studenten erwĂ€hnt, eine kĂŒrzlich im American Journal for Psychiatry veröffentlichte Studie legt jedoch nahe, dass durchaus auch Ă€ltere Erwachsene Probleme damit haben. Aus einer ihr zugrundeliegenden Umfrage unter 11.000 Amerikanern ab 50 Jahren geht hervor, dass 23 Prozent der MĂ€nner und neun Prozent der Frauen solch verstĂ€rkten Alkoholkonsum aufwiesen. Auch bei den ĂŒber 65-JĂ€hrigen fanden sich 14 Prozent bei den MĂ€nnern und drei Prozent bei den Frauen.

Binge Drinking ist ein Risikofaktor fĂŒr verschiedene gesundheitliche Folgeprobleme: Verletzungen, Gewalt, neurologische SchĂ€den und Bluthochdruck. Indirekte Folgeprobleme sind Beziehungskrisen und Probleme im sozialen Umfeld. Die Forscher schreiben im American Journal of Psychiatry, dass Binge Drinking im fortgeschrittenen Alter noch einmal ein höheres Risiko fĂŒr die Gesundheit bedeutet als in jungen Jahren: so können sich chronische Krankheiten aufgrund des ĂŒbermĂ€ĂŸigen Alkoholkonsums verschlechtern. Allerdings, so schreiben die Wissenschafter, heiße Binge Drinking meist nicht gleich Alkoholsucht, weswegen das Trinkverhalten von den Betroffenen auch oft nicht thematisiert und verdrĂ€ngt wird.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: MĂ€nner, die Binge Drinker waren, hatten u.a. auch ein höheres Risiko fĂŒr illegalen Drogengebrauch. Frauen hingegen wiesen ein höheres Risiko fĂŒr Medikamentenmissbrauch auf.

WeiterfĂŒhrende Links:
Selbsttest auf Alkoholismus / Alkoholsucht auf dieser Website
Weitere Blog-EintrÀge zum Thema Alkoholismus
The Epidemiology of At-Risk and Binge Drinking Among Middle-Aged and Elderly Community Adults: National Survey on Drug Use and Health in: Am J Psychiatry Published August 17, 2009; doi: 10.1176/appi.ajp.2009.09010016

Blog-Begriffswolke:
ï»ż10.06.18