Jul 23

Mark Twain sagte: “Das Rauchen aufzugeben, zĂ€hlt zu den einfachsten Dingen ĂŒberhaupt. Ich muss es wissen, schließlich habe ich es tausende Male getan!”

Nun, wir wissen es alle: mit dem Rauchen aufzuhören, reduziert das Risiko schlimmer Erkrankungen wie Krebs und GefĂ€ĂŸerkrankungen, es verbessert die ZeugungsfĂ€higkeit, das Atmen und die körperliche LeistungsfĂ€higkeit. Ein anderer Vorteil des Aufhörens ist, dass das Essen wieder besser schmeckt (fĂŒr manche ist dies allerdings ein Grund, weiterzurauchen, da dieser Vorteil mit ihrer Essstörung nicht harmoniert
). Sie wĂŒrden wieder besser und jĂŒnger aussehen, besser riechen und sich daneben noch eine Menge Geld ersparen. Aber warum fĂ€llt es dann vielen so schwer, die Gewohnheit – oder Sucht -, zu rauchen aufzugeben?

Die GrĂŒnde fĂŒr sie lassen sich auf 2 wesentliche Faktoren reduzieren: Nikotin und Gewohnheit. Nikotin ist eine stark sĂŒchtigmachende Substanz, die auf natĂŒrliche Weise in der Tabakpflanze vorkommt, und löst bei Ihrem Gehirn die Freisetzung eines Feuerwerks an Dopamin aus – dem Hormon, das uns auch an Essen und Sex erfreuen lĂ€ĂŸt. Es erhöht auch die AktivitĂ€t in Hirnbereichen, die fĂŒr kognitive Funktionen wichtig sind – zu rauchen kann also die KonzentrationsfĂ€higkeit erhöhen. Und als ob dies alles noch nicht genug wĂ€re erhöht Nikotin auch unseren Endorphinspiegel, was ein GefĂŒhl von Euphorie erzeugt. Ein solch bequemes Hilfsmittel, das einen auf so viele Weise besser fĂŒhlen lĂ€ĂŸt, gibt man natĂŒrlich nicht einfach auf. Noch dazu, wo das Aufhören meistens deutlich spĂŒrbare Entzugseffekte mit sich bringt.

Ein weiterer wichtiger Faktor fĂŒr diese spezielle Sucht ist Gewohnheit – die kleinen AblĂ€ufe, die mit dem Rauchen verbunden sind. Rauchen ist hĂ€ufig mit tĂ€glichen AktivitĂ€ten und Auslösesituationen verbunden wie etwa: nach dem Essen, beim Plaudern mit Freunden, beim Pause-machen, am Computer, in Stress-Situationen (zur Entspannung) u.v.m. Diese Aspekte des Rauchens zu ĂŒberwinden kann genauso herausfordernd sein wie die körperliche Gewöhnung.

Folglich benötigen die meisten Menschen, die ein fĂŒr alle Mal mit dem Rauchen aufhören möchten, eine Methode, die ihnen hilft, beide Schwachpunkte anzugehen: die Sucht selbst und die Verhaltensgewohnheiten, die damit verbunden sind. Die bestehenden “Fallen” mĂŒssen identifiziert und danach neue AblĂ€ufe entwickelt werden, die es einfacher machen, die Impulse zum AnzĂŒnden der nĂ€chsten Zigarette zu ĂŒberwinden. Hypnotherapie kann hier sehr gut unterstĂŒtzen, andererseits aber auch keine Wunder bewirken ohne einen klaren Entschluss der Betroffenen, ihre AbhĂ€ngigkeit in den Griff zu bekommen. Die ersten Wochen sind meist die schwierigsten. Nach 8-12 Wochen fĂŒhlen sich die meisten jener, die es soweit geschafft haben, ohne das Rauchen bereits wohler. Aber auch davon “schaffen” es nur 3 von 10 Menschen, dauerhaft aufzuhören.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:s3.hubimg.com)

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ï»ż10.06.18