Sep 24

Myalgic Encephalomyelitis (ME) – besser bekannt als Chronic Fatigue Syndrome (CFS) – betrifft rund eine Million Menschen in den USA und noch mehr in Europa. Dennoch gibt es viel zu wenige intensive Forschungsinitiativen, kritisieren Experten in einer Aussendung. Die Zahl der Patienten steige an, aber das Wissen über mögliche Behandlungsmethoden fehle.

Im Krankheitsverlauf zeigen sich meist neurologische, immunologische und endokrine Auffälligkeiten. Die Ursachen sind – trotz einer Vielzahl von Studien, die vor allem auf biologische und Umweltfaktoren abzielen – bis heute ungeklärt, es gibt nicht einmal laboratorische Tests oder Biomarker, die Hinweise auf bestimmte organische Komponenten geben könnten. Zu den häufigsten Symptomen von CFS gehören Muskel-und Gelenkschmerzen, kognitive Schwierigkeiten, chronische geistige und körperliche Erschöpfung bei vorheriger Gesundheit und normaler Aktivität. Zusätzlich mögliche Symptome sind Muskelschwäche, Hypersensibilität, Verdauungsstörungen, Depressionen, reduzierte Immunabwehr sowie Herz-und Atemwegserkrankungen – bemerkenswerterweise alles Symptome, die auch beim Burnout häufig sind. Es ist jedoch unklar, ob diese Symptome einander gegenseitig verstärken oder nur das Ergebnis der “eigentlichen” CFS sind. Um die Diagnose CFS zu rechtfertigen, dürfen die Symptome nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Das Resultat der schlechten Forschungslage und Information ist wohl, dass die Krankheit oft jahrelang undiagnostiziert und unbehandelt bleibt. Das Vorkommen der Krankheit und ihr Einfluss auf das Gesundheitswesen sei höher als besser erforschte Krankheiten wie Multiple Sklerose oder HIV, so der belgische Forscher belgische Kenny De Meirleir. ME/CFS ist ihm zufolge eine chronische Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränke.

Professor Luc Montagnier – Nobelpreisträger 2009 für Medizin – meint, dass das Wissen, das über das Syndrom bereits existiert, medizinisches Personal aber entweder nicht erreicht oder es zu wenig ernst genommen wird. Montagnier, einer der Mitendecker des HI-Virus, unterstützt einen neu gegründeten Think Tank zur Erforschung und Bewusstmachung der Krankheit. Die mit diesem verbundene Organisation “European Society for ME” (ESME) hat das Ziel, das Bewusstsein und die Forschung für die ernst zu nehmende Erkrankung interdisziplinär zu schärfen.

(Quelle: European Society for ME; Erstveröffentlichung: 08/2010, letzte Aktualisierung im Kommentarbereich: 09/2011; Image src:autismfile.com)

01.09.19