Feb 16

Der Lancet hat einen umstrittenen Artikel zurĂŒckgerufen, in dem ein Zusammenhang zwischen Autismus und Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln nahegelegt wurde. Es hĂ€tte sich gezeigt, dass mehrere Teile der Studie inkorrekt seien, teilte das Fachjournal in London mit. Die 1998 veröffentlichte Arbeit werde daher vollstĂ€ndig zurĂŒckgezogen. Die Mehrzahl der Autoren hatte sich bereits vor fĂŒnf Jahren von den Schlussfolgerungen der Studie distanziert, welche von Impfgegnern immer wieder als wissenschaftliches Indiz fĂŒr ihre eigenen Thesen herangezogen wurde.

Die britische Arbeit hatte bei zwölf Kindern einen Zusammenhang zwischen DarmentzĂŒndungen und Entwicklungsstörungen wie Autismus untersucht. Dabei wurde ein Zusammenhang mit der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) nahegelegt. Keine nachfolgende Studie konnte einen solchen Zusammenhang nachvollziehen, dennoch sank in der Folge die Impfbereitschaft in Großbritannien und in anderen LĂ€ndern teils stark. FĂŒr das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern in Europa auszurotten, bedeutete dies einen herben RĂŒckschlag. Masern sind – vor allem in EntwicklungslĂ€ndern – eine der fĂŒhrenden Todesursachen bei kleinen Kindern.

(Quellen: APA, Blog v Brian Deer, Lancet; Photo src:helpyourautisticchildblog.com)

ï»ż01.09.19