Mar 08

Frauen empfanden positive Gef√ľhle, wenn sie die Entt√§uschung ihrer Partner wahrnahmen, da dies f√ľr sie sein ‚ÄúEngagement‚ÄĚ und seine ‚ÄúInvestition" in die gemeinsame Zeit ausdr√ľckte. Photo Credit: ALAMY, Telegraph

Eine von der Harvard Medical School durchgef√ľhrte Studie ergab, dass sich Ehefrauen oder Freundinnen freuen, wenn ihre Partner Emotionen zeigen, da sie dies als Zeichen einer gesunden Beziehung interpretieren. Weiters zeigte die Studie, dass die Frauen sich besser f√ľhlten, wenn sie zuvor ver√§rgert waren, ihr Mann dies aber deutlich wahrnahm. Die M√§nner jedoch f√ľhlten sich dadurch nicht besser.

Die gr√∂√üte Freude empfanden Frauen jedoch, wenn ihr Partner deutlich Unzufriedenheit oder √Ąrger zeigte, da es f√ľr sie sein starkes “Engagement” oder “Investment” in ihre gemeinsame Zeit ausdr√ľckte.

Dr. S. Cohen, Leiter der im Journal of Family ver√∂ffentlichten Studie, sagte in einem Interview: “F√ľr Frauen dr√ľckt der √Ąrger ihres Partners offenbar emotionales Engagement in die Beziehung aus, auch in schwierigen Zeiten. Dies steht im Einklang mit dem, was √ľber die Unzufrieden heit bekannt ist, die Frauen h√§ufig erleben, wenn sich ihre m√§nnlichen Partner emotional zur√ľckziehen und und Konflikten ausweichen.

Basis der von der American Psychological Association ver√∂ffentlichten Studie waren sehr unterschiedlich gew√§hlte, 156 heterosexuelle Paare. Mehr als 100 der j√ľngeren, st√§dtischen Paare, lebten in einer exklusiven, aber nicht unbedingt verheirateten Partnerschaft. Bei den meisten anderen Paare existierten z.T. gro√üe Unterschiede in der Art, in der sie Konflikte l√∂sen und Emotionen ausdr√ľcken, die √ľbrigen Teilnehmer waren √§lter, stammten aus der Mittelschicht und waren verheiratet. Insgesamt waren 71 Prozent der Befragten wei√ü, 56 Prozent verheiratet, und die durchschnittliche Dauer ihrer Beziehungen war 3,5 Jahre.

W√§hrend der Studie wurde jeder Teilnehmer gebeten, einen w√§hrend der letzten 2 Monate stattgefundenen Vorfall mit dem Partner zu beschreiben, der als frustrierend, entt√§uschend oder √§rgerlich erlebt wurde. Die Forscher nahmen die Teilnehmer bei einer kurzen Zusammenfassung des Vorfalls auf, und brachten das Paar anschlie√üend zusammen, um die Aufnahmen beiden vorzuspielen. Mit der Begr√ľndung, sie k√∂nnten danach wahrscheinlich das Geschehene besser verstehen, sollte von ihnen danach der Vorfall danach nochmals besprochen werden, was ebenfalls aufgenommen wurde. Diese Videoaufnahme wurde ihnen dann ebenfalls gezeigt, w√§hrend ihre negativen und positiven Reaktionen mit Hilfe eines elektronischen Ger√§tes bewertet wurden.
Sp√§ter wurden sechs 30-Sekunden-Clips zu den emotionalsten der stattgefundenen Diskussionen dann den Teilnehmern, die zuvor Frageb√∂gen √ľber ihre Gef√ľhle ausgef√ľllt hatten, die Aufnahmen dargestellt. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Beziehung wurde gemessen, und ob die Befragten ihre Partner als einf√ľhlsam empfanden.

Das Ergebnis: “Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass M√§nner offenbar zufriedener in ihren Beziehungen sind, wenn sie die positiven Emotionen ihrer Partner genau “ablesen” k√∂nnen, w√§hrend die Zufriedenheit von Frauen in ihren Beziehungen dann steigt, wenn sie bei ihren Partnern negative Gef√ľhle ablesen k√∂nnen.” Weiters interessant: “Die Zufriedenheit der Frauen war st√§rker von ihrer Wahrnehmung abh√§ngig, dass ihre Partner ihre negativen Emotionen zu verstehen suchten, als von der tats√§chlichen Genauigkeit, mit der die M√§nner diese Emotionen ablesen konnten.”

(Quellen: Telegraph 03/2012, APA)

Aug 16

Ein kleiner Streit zur rechten Zeit ist gut – vor allem dann, wenn es um gute Gr√ľnde geht. Diese Schlu√üfolgerung war es in etwa, die ein Forscherteam des Institute for Social Research an der University of Michigan k√ľrzlich beim Treffen der American Psychological Society in San Diego ver√∂ffentlichte. Unterdr√ľckter oder latent schwelender √Ąrger ist n√§mlich – egal ob in der Partnerschaft, im Beruf oder im Familienverband – schlecht f√ľr die Gesundheit.

Studienleiterin K. Birditt hatte sich bereits fr√ľher mit dem Konfliktverhalten von Paaren befa√üt – ihre letzte Studie hatte aufgezeigt, da√ü die meisten Menschen dazu neigen, Konflikte einfach “laufen zu lassen”, also nichts zu unternehmen, diese zu kl√§ren oder sich genauer mit ihren Ursachen auseinanderzusetzen: “Vogel-Strau√ü-Politik”. Nur 41% gingen zumindest gelegentlich offensiv vor und unternahmen pers√∂nliche Kl√§rungsversuche. In einer Folgestudie untersuchte sie nun die Gesundheitsdaten von mehr als 1.800 Erwachsenen zwischen 33 und 84 Lebensjahren, um herauszufinden, wie sich die unterschiedlichen Strategien, mit Konflikten umzugehen, gesundheitlich auswirkten.

Unterdr√ľckte Konflikte f√ľhrten den gefundenen Ergebnissen zufolge zum Anstieg des Stresshormons Cortisol (was mit eine Erkl√§rung f√ľr die Belastung des Herzens ist, die sie einer anderen Studie zufolge ebenfalls verursachen k√∂nnen). Besonders am Morgen zeigte der Cortison-Spiegel im Blut Spitzenwerte, und diese nahmen dann im Tagesverlauf nur langsamer ab als bei offensiver vorgehenden Personen, welche bemerkenswerterweise sogar am Morgen einen vergleichsweise niedrigen Cortisol-Spiegel zeigten. “Beziehungen haben einen gro√üen Einfluss darauf, wie wir uns tagt√§glich f√ľhlen – vor allem Probleme in unseren Beziehungen”, so Birditt. “Wie wir mit unseren Problemen umgehen, schl√§gt sich demnach auf unser Wohlergehen nieder.”

Vorhergehende Studien zeigten, dass verheiratete Paare, die Streitigkeiten vermeiden, fr√ľher sterben als jene, die expressiv sind. Eine andere Studie wiederum ergab, dass der Ausdruck von √Ąrger zu einem Gef√ľhl der Selbstkontrolle und zu Optimismus f√ľhrt. Bei jenen Menschen, die √§ngstlich reagieren, ist das nicht der Fall.

(Quelle: LiveScience.com 20100813; Image src:goodtherapy.org)

May 28

Gewalt ist ein ‚Äěunvergessliches‚Äú Ventil. Schon als Kleinkind lernte jeder von uns, da√ü Gewalt zumindest kurzfristig Vorteile verschaffen kann, und diese Erfahrung wird tief im Gehirn verankert. Fortan wird bei allen Konflikten, bei denen wir das Gef√ľhl haben, nicht verstanden und geh√∂rt zu werden, und in jeder Situation, in der wir uns bedroht f√ľhlen, unbewu√üt zumindest kurzfristig die M√∂glichkeit erwogen, psychische oder k√∂rperliche Gewalt einzusetzen.

Erziehung und die Reifung unserer Persönlichkeit ermöglichen es uns allerdings, auch andere Möglichkeiten der Konfliktlösung zu erlernen Рdas ist der Grund, warum nur die wenigsten Erwachsenen sich körperlicher Gewalt bedienen. Manche Menschen jedoch tun sich schwerer als andere, ihre Emotionen zu kontrollieren, ihre Konflikte eskalieren leichter als die anderer Personen: zunächst meist nur verbal, manchmal enden sie aber auch in Form von körperlichen Übergriffen oder Vergeltungsaktionen.

Die Wurzeln der Neigung zur Gewalt sind fast immer sozial mitbedingt: die √ľberwiegende Mehrheit von Gewaltt√§tern stammt aus wirtschaftlich √§rmeren und atmosph√§risch schwierigen Familienverh√§ltnissen, h√§ufig bestehen Gef√ľhle von Depressivit√§t, Perspektivenlosigkeit oder das Gef√ľhl, ‚Äěes nicht zu schaffen‚Äú.

Leider f√ľhrt der Einsatz von Gewalt fast immer zu massiven Folgeproblemen in Partnerschaften, dem Freundeskreis und der Gesellschaft. Auch zeigen Studien, da√ü die Neigung zu Gewalt aufgrund h√∂herer Stre√übelastung verschiedene Organe sch√§digt und k√∂rperlich krank macht. W√§hrend der letzten Jahrzehnte wurden deshalb psychologische und psychotherapeutische Impulskontroll-Programme entwickelt, die betroffenen Menschen dabei helfen k√∂nnen, ihre Emotionen besser zu regulieren und wieder zum ‚ÄěChef √ľber den eigenen K√∂rper‚Äú zu werden.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2010; Photo src:lindseychristine.files.wordpress.com)

Nov 12
Die 7 Stadien von Partnerschaften

Die 7 Stadien von Partnerschaften (img: inner-bonding.com)

von Daphne Rose Kingma

Jede Partnerschaft durchl√§uft 7 unterschiedliche emotionale und spirituelle Stadien. W√§hrend wir uns durch diese Phasen bewegen, gelangen wir auf h√∂here Ebenen der Liebe. Auf diese Weise k√∂nnen diese Phasen zu einem Fahrzeug werden, um unser Bewu√ütsein hin zu einer spirituellen Dimension der Liebe zu f√ľhren.

1. Die Flitterwochen – “Falling in Love”

Alles f√ľhlt sich gut an – Gl√ľckseligkeit, der romantische Himmel. Rote Rosen, Mondlicht und Leidenschaft. Man sagt sich: “Ich habe die Person meiner Tr√§ume gefunden, alles wird wunderbar. Alle meine Bed√ľrfnisse werden erf√ľllt werden.”

2. Die Verpflichtung – Versprechen und Gel√ľbde

Wir werden einander regelmäßig sehen, keine Verabredungen oder Sex mit anderen haben, zusammen leben oder heiraten. Wir anerkennen in vollem Bewußtsein, daß eine Beziehung existiert und weiter verfolgt wird.

3. Die Krise – Ein Riss in der Vase

Es zeigen sich Meinungsunterschiede, der Schleier der romantischen Illusion wird gel√ľftet, wir kommen wieder auf die Erde und erahnen, was die Realit√§t ist, wir √§rgern uns. Es entwickelt sich Spannung, w√§hrend das Gef√ľhl √ľber die Wahrheit und Wirklichkeit zunimmt.

4. Die Tortur – Ein Machtkampf

Mängel, Fehler und größere -vorher noch unbemerkte- Unterschiede werden entdeckt, Zeit des emotionalen Wachstums und dunkle Seiten werden realisiert, wir versuchen, den emotionalen Schmerz, der in uns aufsteigt, zu beenden. Die Gelegenheit, eigene emotionale Schwächen zu erkennen, die unrealistischen Erwartungen an die Beziehungen werden aufgegeben.
Es ist die Zeit der Entscheidung: Leugnen/Verneinung oder der Beginn von Wachstum.
Diese Phase kann eine ganze Reihenfolge von Beziehungen umfassen.

5. Das Chaos – Verlust der Kontrolle

Aus der Qual entsteht Chaos. Eine Aff√§re, wiederholte Konflikte, Langeweile, oder einfach nur schrittweises Auseinanderdriften. Manchmal entsteht aus dem Chaos das endg√ľltige Ende der Beziehung oder vielleicht ein neuer Anfang. Dies ist die Einladung der Seele an die spirituelle Ebene der Liebe.

6. Der Verzicht – Das Erwachen

Wir sehen jetzt den wahren Zweck der Tortur, wir geben die alten Ansichten auf. Wir lassen unsere zwanghafte Bindung an unsere Vorstellungen √ľber die Form und Ziele der Beziehung los.
Wir beginnen, den Wert der Verbindung zu sehen, selbst wenn unsere Erwartungen nicht erf√ľllt waren. Wir sind wie neugeboren, sehen den wahren Zweck der vorangegangenen Qualen und durchbrechen unsere bisherigen psychologischen Grenzen.

7. Wahre Liebe – Transformation

Wir integrieren das Wachstum, das in uns stattgefunden hat.
Es m√ľssen jetzt keine emotionalen Bindungen oder Bed√ľrfnisse mehr gestillt werden, es gibt kein Festhalten, sodass wir jetzt die vollst√§ndige Annahme unserer selbst erreichen. Auf der spirituellen Ebene erkennen wir den h√∂heren Zweck dieser Verbindung. Dies ist ein Moment gro√üer emotionaler L√∂sung und spiritueller Erf√ľllung. Auch an diesem Punkt kann die Beziehung auseinanderbrechen – oder die Partnerschaft auf eine neue Ebene gelangen, auf der das Wachstum, das beide jetzt integriert haben, mit Teil der neuen Beziehung wird.

The Future Of Love

(frei aus dem Englischen √ľbersetzt aus dem Buch “The Future of Love” von Daphne Rose Kingma, Doubleday, New York, 1998)

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Kommentar R.L.Fellner:

Ich halte das f√ľr einen sch√∂nen Text – ganz unabh√§ngig davon, ob man den Hinweisen auf den spirituellen Aspekt einer Partnerschaft etwas abgewinnen kann oder nicht. Denn prinzipiell unterlaufen Partnerschaften i.d.R. tats√§chlich die beschriebenen Stadien – und ebenso regelm√§√üig zeigt sich f√ľr mich bei der Begleitung von Paaren im Zuge einer Paartherapie h√§ufig, dass am Ende einer Krisenphase eine neue Ebene der Beziehung erreicht wird.

Nov 01

Manchmal werde ich gefragt, warum TherapeutInnen f√ľr Paartherapie-Sitzungen ein h√∂heres Honorar verlangen als f√ľr Einzelgespr√§che. Vielleicht ist es bei den anderen ein √§hnlicher Grund wie bei mir: Paartherapie-Sitzungen sind um ein Vielfaches anstrengender!

Viele Paare verpassen dem Therapeuten besonders am Beginn einer Paartherapie – bewu√üt oder unbewu√üt – die Rolle eines Schiedsrichters: von beiden Seiten erh√§lt man dann innerhalb weniger Minuten dutzende Argumente, Vorw√ľrfe und Beispiele f√ľr die Zumutungen, Unversch√§mtheiten oder das Versagen des jeweiligen Gegen√ľbers um die Ohren geblasen, so als w√§re ein strenger Urteilsspruch des “Herrn Therapeuten” in die Richtung des jeweils Anderen das Ziel: “Sie sind schuld!
Nun ist den meisten hilfesuchenden Paaren im Grunde nat√ľrlich theoretisch klar, da√ü ein derartiger Zugang dem gemeinsamen Prozess kaum dienlich ist. Die emotionale Einsicht in die mentalen Sackgassen innerhalb der Beziehung mu√ü jedoch erst erarbeitet werden, und das ist in der Regel alles andere als leicht, besonders dann, wenn sich beide Partner aufgrund monate- oder (das ist leider viel h√§ufiger :-() schon jahrelang schwelender Konflikte bereits einen massiven Schutzpanzer zugelegt haben.

Leicht ist das Zusammenleben zwischen Mann und Frau ja wirklich nicht, wie schon Loriot in einem seiner wunderbaren Sketches zeigte:

Es kommt allerdings auch vor, da√ü Paare mich hochinteressiert und in einer derart offenen Grundhaltung aufsuchen, da√ü mitunter weniger als eine Handvoll Sitzungen ausreicht, um die “gordischen Kommunikationsknoten” dauerhaft aufzul√∂sen. Nach den Sitzungen diskutieren sie eifrig weiter, sie f√ľhren aufgegebene “Haus√ľbungen” oder zu versuchende Experimente mit Neugier und Engagement aus und Aufzeichnungen werden gemacht. Besonders begeistern mich Paare, bei denen sich ein Grundgef√ľhl einer “tiefen Bande” vermittelt – einer Art Agreement zwischen beiden, dass sie es – egal wie schwierig es auch sein mag – schaffen wollen, miteinander eine L√∂sung zu finden. Das gemeinsame Ziel ist derart klar, da√ü es dadurch schon von vornherein unpassend w√§re, den Partner/die Partnerin als in irgendeiner Weise “feindlich gesinnt” hinzustellen. Statt dessen h√∂ren beide einander genau zu und versuchen, den anderen trotz aller Schwierigkeiten positiv wahrzunehmen. In Gl√ľckszeiten zu lieben ist leicht – auch in der Krise ein offenes Herz f√ľreinander zu behalten, dagegen eine der wohl gr√∂√üten Herausforderungen menschlicher Beziehungen.
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Zum Weiterlesen:
Leitfaden Paartherapie
Regeln zum Scheitern einer Paartherapie
Literatur zum Weiterlesen

ÔĽŅ01.09.19