Aug 05

Es kann ganz schön hart sein, ein Kind oder Teenager in Asien zu sein! Auf den ersten Blick könnte man sich ja fragen, ob überhaupt eine bessere Umgebung denkbar wäre, um natürlich und unbeschwert aufzuwachsen. Doch tatsächlich beobachten viele ausgewanderte Eltern an ihren Kindern Anzeichen von etwas, das man bemüht zurückhaltend “Anpassungsprobleme” nennen könnte. Aber warum ist das so?

Die schwierigste Herausforderung für die Kinder von Auswanderern nach Asien ist es, ihre Freunde und ihr gewohntes Umfeld zurücklassen zu müssen und in ein fremdes Land “transferiert” zu werden, das sich zunächst einmal ungewohnt, ja feindlich anfühlen kann. Sie verstehen die Landessprache nicht, fühlen sich unwohl, da die Menschen anders als gewohnt aussehen, ja sogar das ungewohnte Klima und Essen kann sie belasten. Häufig sind es tatsächlich gerade die “kleinen” Dinge: Faktoren, die uns Erwachsenen gar nicht auffallen, die es Kindern und Jugendlichen schwer machen, sich zurechtzufinden.

Jüngere Kinder tun sich mit den Veränderungen noch am leichtesten – es fällt ihnen leichter, eine neue Sprache zu erlerenen und sie erhalten in den meisten Regionen Asiens viel positive Zuwendung und Neugier, fühlen sich also insgesamt “willkommener”. Ab etwa 7 Lebensjahren aber kämpfen Teens eher mit der Veränderung, die ihnen ihre Eltern “angetan” haben, wobei ihnen diese Abwehrhaltung die Anpassung noch weiter erschwert.
Denn kulturelle Unterschiede werden von bereits etwas älteren Kindern oder Teenagern besonders stark empfunden. Wenn wir uns versuchen vorzustellen, dass eine der größten Herausforderungen für Kinder in der Entwicklung von Selbstvertrauen nicht nur bezogen auf sich selbst, sondern auch auf ihren Umgang mit anderen liegt, mag es uns leichter fallen zu verstehen, warum es für Kinder regelrecht einer traumatischen Erfahrung ähneln kann, wenn sie aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden und lernen müssen, mit zum Teil höchst unterschiedlichen ‘sozialen Regeln’ umzugehen und Kontakte mit Menschen herzustellen, die sie weder sprachlich, noch von ihrem gelegentlichen Verhalten her verstehen.

Kinder und Jugendliche, die mit solchen Irritationen und Herausforderungen konfrontiert sind, reagieren häufig mit Protest oder gar Aggression, mit Rückzug, schulischem Rückfall oder sie entwickeln psychosomatische Störungen. Da die Eltern als Verantwortliche für all diese Veränderungen wahrgenommen werden, ist es in der Regel weise, die Krise nicht unter allen Umständen alleine bewältigen zu wollen, sondern einen Freund/eine Freundin von daheim oder einen Berater vor Ort zu involvieren, der beim erforderlichen Anpassungsprozess unterstützt. Dies kann ein bißchen Zeit benötigen, doch üblicherweise ist es auf diese Weise selbst den “schwierigsten” Jugendlichen möglich, sich Schritt für Schritt zu öffnen und wieder zu einer konstruktiveren Einstellung ihrer neuen Lebenssituation gegenüber zu finden.

In einem Folgeartikel werde ich mich mit den Herausforderungen befassen, mit denen bereits in Asien geborene Expat-Kinder konfrontiert sind.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image:Janine Wiedel Photolibrary / Alamy)

Aug 05

“Was kann ich schon tun, es liegt in meinen Genen!” Diesen Stehsatz hört man häufig, wenn jemand von gesundheitlichen Problemen spricht. Und tatsächlich existieren nur wenige Krankheiten, zu denen nicht mindestens eine Studie versuchte, “genetische Ursachen” ausfindig zu machen – auch bei psychischen Problemen. Doch bemerkenswerterweise können selbst 150 Jahre, nachdem Gregor Mendel (der “Vater der Genetik”) seine Regeln der Vererbung beschrieb, Krankheitsgeisseln der Menschheit wie Krebs, Süchte, Diabetes oder Gewalt immer noch nicht auf genetischem Wege beseitigt werden. Das soll nun nicht heißen, dass die Genetik kein wichtiges Potential hätte – aber offenbar ist es zum heutigen Zeitpunkt immer noch klug, sämtliche nicht-genetischen Einflussfaktoren für unsere Krankheiten und Störungen auch weiterhin zu berücksichtigen.

Einer der haarsträubendsten Aspekte der Theorie, dass unser gesamtes Leben genetisch “programmiert” ist, besteht darin, dass diese Sichtweise uns komplett von unserer Umwelt abkoppelt. Da unser Schicksal ohnehin unabänderlich sei, könnten wir uns demnach eigentlich den Versuch sparen, persönliche oder gesellschaftliche Energien in die Verbesserung unserer Lebenssituation oder Gesundheit zu stecken. Tatsächlich jedoch ist nur ein sehr kleine Gruppe sehr seltener Krankheiten wirklich rein genetisch verursacht. Für komplexe Störungen wie ADHS, Schizophrenie, eine Neigung zu Gewalt oder Abhängigkeit mag es zwar genetische Veranlagungen geben, dies ist aber nicht das gleiche wie eine Vorbestimmung. Gene scheinen uns vielmehr unterschiedliche Möglichkeiten zu geben, auf unsere Umwelt zu reagieren. So wirken Einflüsse in unserer Kindheit und die Art unserer Erziehung ganz entscheidend auf die Art, in der sich unsere genetische Neigung später entwickelt. Wie Untersuchungen zeigen, können diese Einflüsse sogar verschiedene Gene “ein- oder ausschalten”, um uns optimal auf die Anforderungen unserer Umwelt einzustellen.

Eine in Montral durchgeführte Studie beispielsweise, die die Gehirne von Suizidopfern untersuchte, fand heraus, dass ein während der Kindheit stattgefundener Missbrauch offenbar gewisse Gehirngene veränderte, was bei anderen Menschen nicht. feststellbar war. Derartiges wird als “epigenetischer Effekt” bezeichnet: ein Umwelteinfluss, der bestimmte Gene aktivieren oder deaktivieren kann.

So könnte man in einer Variation zu Shakespeare’s Zitat vielleicht sagen: “Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als sich die Wissenschaft auszumalen vermag.” Und es gibt mehr Möglichkeiten, unser Leben zielführend zu verändern, als wir es uns vorstellen mögen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:psychcentral.com)

May 23

Bei Kindern und Jugendlichen bewähren sich psychotherapeutische Präventionsprogramme definitiv – die einjährige Studie „Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE): Gesundheitsförderung durch Prävention von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen“, die in Deutschland an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg durchgeführt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse und wies eine Reduktion psychischer Probleme bei den teilnehmenden Schülern sowie einen deutlichen Rückgang von depressiven Symptomen, selbstschädigenden Verhaltensweisen und Selbstmordgedanken insbesondere bei Mädchen nach.

Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zu überprüfen und effiziente Programme langfristig an bundesweit allen Schulen zu etablieren. Sie lief unter der Federführung des Karolinska-Instituts in Stockholm gleichzeitig in neun anderen EU-Staaten sowie Israel.

„Es gibt ein hohes Maß an gefährdeten Jugendlichen, doch viele von ihnen kommen nicht bei den Therapeuten an”, erklärt Studienleiter R. Brunner. „Bei psychischen Problemen gibt es eine immer noch ausgeprägte Stigmatisierung.” Viele Jugendliche haben Angst, von ihren Mitschülern ausgelacht zu werden. „Wir waren im Vorfeld mehrfach in den Klassen, um Aufklärung zu betreiben”, sagt Studienkoordinator M. Kaess, „etwa darüber, dass die vertrauliche Kommunikation mit den Schülern und ihre Anonymität gewährleistet sind.” Rund 70 Prozent entschlossen sich daraufhin zur Teilnahme.

Über 1.400 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren an der Studie beteiligt. Sie kamen von 26 Gymnasien, Real- Hauptschulen des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg. Zunächst beantworteten die Acht- und Neuntklässler bei der Eingangsuntersuchung im Januar 2010 einen Fragebogen, der unter anderem die Themenbereiche Suizidgefährdung, Selbstverletzung, Angst, Depression, Delinquenz, gestörtes Essverhalten, exzessiver Medienkonsum, Schulschwänzen und Mobbing abhandelte. Je eines von vier Präventionsprogrammen wurde den Schulen per Zufall zugeteilt. Beim sogenannten Professional Screening erhielten über 60 Prozent der Schüler aufgrund ihrer Antworten eine Einladung zu einem Interview. Bei 30 Prozent derer, die zum Termin erschienen waren, stellten die Psychiater einen Behandlungsbedarf fest.

In einem der anderen drei Präventionsprogramme nahmen etwa 100 Lehrer an einem Training teil, dass sie in die Lage versetzte, betroffene Jugendliche zu erkennen und mit ihnen umzugehen („Gatekeeper-Training”). 450 Schüler wurden im Rahmen von fünf Unterrichtsstunden über riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen sowie den Umgang damit aufgeklärt („Awareness Training”). An anderen Schulen wurden den Klassenräumen Informationsplakate aufgehängt und den Jugendlichen Visitenkarten mit den Kontaktinformationen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgehändigt („Minimal Intervention”).

Bei etwa 25 Prozent der Schüler sank die Suizidgefährdung im Laufe der Folgeuntersuchungen. Besonders bei den Mädchen verringerten sich die psychischen Probleme. „Eine genaue Analyse der unterschiedlichen Gruppen und Wirkfaktoren steht noch aus”, betont Brunner. „Diese ersten Ergebnisse stellen ausschließlich Tendenzen bezogen auf die Heidelberger Gesamtstichprobe dar. Es fehlen allerdings noch genaue Analysen im Vergleich mit anderen EU-Staaten, die sicher noch weitere Erkenntnisse bringen werden.”

(Quelle: http://www.seyle.eu , Der Standard v 20.01.2011; Photo:Matthias Cremer)

May 28

Gewalt ist ein „unvergessliches“ Ventil. Schon als Kleinkind lernte jeder von uns, daß Gewalt zumindest kurzfristig Vorteile verschaffen kann, und diese Erfahrung wird tief im Gehirn verankert. Fortan wird bei allen Konflikten, bei denen wir das Gefühl haben, nicht verstanden und gehört zu werden, und in jeder Situation, in der wir uns bedroht fühlen, unbewußt zumindest kurzfristig die Möglichkeit erwogen, psychische oder körperliche Gewalt einzusetzen.

Erziehung und die Reifung unserer Persönlichkeit ermöglichen es uns allerdings, auch andere Möglichkeiten der Konfliktlösung zu erlernen – das ist der Grund, warum nur die wenigsten Erwachsenen sich körperlicher Gewalt bedienen. Manche Menschen jedoch tun sich schwerer als andere, ihre Emotionen zu kontrollieren, ihre Konflikte eskalieren leichter als die anderer Personen: zunächst meist nur verbal, manchmal enden sie aber auch in Form von körperlichen Übergriffen oder Vergeltungsaktionen.

Die Wurzeln der Neigung zur Gewalt sind fast immer sozial mitbedingt: die überwiegende Mehrheit von Gewalttätern stammt aus wirtschaftlich ärmeren und atmosphärisch schwierigen Familienverhältnissen, häufig bestehen Gefühle von Depressivität, Perspektivenlosigkeit oder das Gefühl, „es nicht zu schaffen“.

Leider führt der Einsatz von Gewalt fast immer zu massiven Folgeproblemen in Partnerschaften, dem Freundeskreis und der Gesellschaft. Auch zeigen Studien, daß die Neigung zu Gewalt aufgrund höherer Streßbelastung verschiedene Organe schädigt und körperlich krank macht. Während der letzten Jahrzehnte wurden deshalb psychologische und psychotherapeutische Impulskontroll-Programme entwickelt, die betroffenen Menschen dabei helfen können, ihre Emotionen besser zu regulieren und wieder zum „Chef über den eigenen Körper“ zu werden.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2010; Photo src:lindseychristine.files.wordpress.com)

Apr 26

Sicherlich kennt jeder von uns den Spruch: “ein paar Klapse auf den Hintern haben noch niemandem geschadet.”

Eine kürzlich in den USA fertiggestellte Studie, die im Fachmagazin “Pediatrics” veröffentlicht wurde, in der knapp 2500 amerikanische Mütter befragt wurden, weist jedoch genau das Gegenteil nach. Über die Hälfte der Mütter hatten auf die Frage, ob und wie oft sie ihr 3-jähriges Kind körperlich bestrafen würden, angegeben, dass sie es im vergangenen Monat “versohlt” (“spanked”) hätten. 27,9% Prozent berichteten, dass sie dies einmal oder zweimal innerhalb des vergangenen Monats getan hätten, 26,5% gaben an, dass sie ihr Kind öfter als zweimal gezüchtigt hätten.

Nach 2 Jahren wurden die Mütter dann nochmals befragt – und zwar danach, ob das Verhalten ihrer Kinder anderen gegenüber als aggressiv (“bullying”) sei, ob sie sich öfter in Raufereien verwickeln lassen usf.

Hierauf gab es ein in seiner Eindeutigkeit dann selbst die Wissenschaftler überraschendes Ergebnis: mehrmaliges (Indikator dafür war “mehr als zweimal im vorherigen Monat”) Anwenden von körperlichen Strafen bei Kindern im Alter von 3 Jahren ist demnach verbunden mit einem deutlich höherem Risiko, dass das Kind im Alter von 5 Jahren eine höhere Bereitschaft zur Aggressivität zeigt. Und “sogar schwache Formen der körperlichen Bestrafung vergrößern das Risiko, dass das Kind später ein aggressives Verhalten an den Tag legt.”

Bei der Studie wurde lt. den Wissenschaftlern großer Wert darauf gelegt habe, die Beziehung zwischen der körperlichen Bestrafung und späteren Verhaltensweisen der Kinder so “rein” wie möglich darzustellen. So achtete man etwa darauf, andere wichtige Risikofaktoren, die in die Verbindung zwischen Züchtigung und Aggressionsneigung hineinspielen können (etwa psychische Misshandlung, Vernachlässigung durch Eltern, Depressionen, Substanzenmißbrauch u.a.) aus diesem Zusammenhang herauszuhalten.

(Quellen: Mothers’ Spanking of 3-Year-Old Children and Subsequent Risk of Children’s Aggressive Behavior, in: Pediatrics April 12, 2010 (doi:10.1542/peds.2009-2678); Bildquelle: wikihow.com)

Nov 28

Wer während der letzten Wochen die diversen Pressemeldungen verfolgte, konnte ein bemerkenswertes Bild über unseren gesellschaftlichen Zugang zu den “Umtrieben” heutiger Kinder und Jugendlicher bekommen: da wurde von einem oberösterreichischen Schuldirektor den SchülerInnen etwa das öffentliche Küssen untersagt (nach vehementen öffentlichen Protesten ist das Verbot mittlerweile wieder aufgehoben), angeblich werden Jugendliche immer dümmer (Computer und Fernsehen seien schuld), wir erinnern uns an die Debatte um bauchfreie T-Shirts vor 2 Jahren, seit vielen Jahren deuten einschlägige Studien in England aber vor allem auch auf steigende Angst der Öffentlichkeit vor Kindern und Jugendlichen hin: mehr Respekt wird da gefordert, und die Kategorie des “antisozialen Verhaltens” wurde geschaffen, um Jugendliche entsprechend mit ASBO’s (Anti-Social Behavior Orders) und einschlägigen Medikamenten zu disziplinieren. Mittlerweile bilden sich bereits Gruppierungen, die gegen diesen Trend zu mobilisieren versuchen, denn Überwachen und Strafen lösen – wie auch in anderen Lebensbereichen – die zugrundeliegenden Probleme nicht.

Alarmierend ist die Verständnislosigkeit und Kälte, mit der der jungen Generation (wie man so schön sagt: unseren [hoffentlich!] “Pensionszahlern von morgen”) begegnet wird. Politik wird in erster Linie für die Erwachsenen und Pensionisten gemacht, an der Jugend besteht kaum ein anderes Interesse, als dass diese zu “funktionieren”, sich in das gesellschaftliche Gefüge einzuordnen habe. Das Bestehende wird verwaltet, Zukunftsdenken oder gar Visionen sind eher die Ausnahme als die Regel. Da ist es dann kein Wunder, wenn Klassengrößen trotz steigender sozialer Probleme und zunehmendem Integrationsbedarf immer größer werden und Lehrer immer mehr Erziehungsaufgaben zu übernehmen haben, gleichzeitig aber ihre Fortbildungsbudgets, sowie jene für Beratungsstellen und Psychotherapie schon seit Jahrzehnten ausgedünnt werden. Auch Eltern schaffen kaum den Spagat, ihre Karriereziele mit den Bedürfnissen ihrer Kinder nach Zuwendung zu vereinbaren.

Wie das Schicksal so spielt: während ich diese Zeilen schrieb, wurde eine Pressemitteilung der österr. Bildungsministerin Claudia Schmied veröffentlicht: nach einem heute stattgefundenen “Bildungs-Gipfel”, an dem 600 Experten von Schulaufsicht und Schulpartnern bis zu Polizei, Schulpsychologen und NGO’s teilnahmen, soll ein Fünf-Punkte-Programm für das Thema Gewalt an Schulen sensibilisieren und diese zu verhindern helfen. “Die Lehrer können soziale Probleme nicht alleine lösen”, so die Bildungsministerin.
Wichtigstes Ergebnis des Gipfels: im kommenden Jahr soll es um 20 Prozent mehr Schulpsychologen an Österreichs Schulen geben (derzeit kommen z.T. auf 5-10 Schulen 1 SchulpsychologIn, und das Engagement externer BeraterInnen wie im Projekt “SchulePlus” des Wiener GRG3 oder von “Schule mit Biss” bleibt fast ausschließlich Elternvereinen und engagierten Direktionen vorbehalten), und es wird einschlägige Schwerpunkte in der LehrerInnenausbildung geben. Gewalttätige Schüler, sogenannte ‘Bullies’ verursachen langfristig hohe Kosten für den Staat: addiert man Maßnahmen wie Pflege, Heimbetreuung, Gerichtsverfahren und Strafvollzug, kostet ein Bully den Staat über eine Million Euro. Die Lösung laut dem Psychologen Friedrich Lösel: “Kinder aus Risikofamilien sollten von der Geburt an betreut werden.”

Scheint, als wäre Österreich doch “anders” und als gäbe es begründete Hoffnung, dass das Steuer gerade noch herumgerissen werden kann. Sofern die Maßnahmen tatsächlich im Parlament bewilligt und dann auch konsequent umgesetzt werden jedenfalls.

01.09.19