Apr 10

In meiner Praxis habe ich sehr hĂ€ufig mit KlientInnen zu tun, die in irgendeiner Weise darunter leiden, nicht den geeigneten Partner oder die geeignete Partnerin zu finden. Dies hat natĂŒrlich fast immer psychische GrĂŒnde – auf die eine oder andere Weise sabotierten sie sich selbst, sie leiden an Formen sozialer Ängste oder (meiner Erfahrung nach der hĂ€ufigste Grund) an zu geringem SelbstwertgefĂŒhl.

Image source: imhomir.com

Die Probleme rund um Partnersuche, AttraktivitĂ€t und sexuelle Anziehungskraft beflĂŒgeln Forscher und KĂŒnstler schon seit Menschengedenken. Unter diesem – eher ironisch gemeinten – Blogtitel möchte ich die Ergebnisse einschlĂ€giger Studien und Forschungsergebnisse zusammenfassen – diese Sammlung wird laufend erweitert und aktualisiert.

Doch Achtung: Garantie fĂŒr PlausibilitĂ€t oder gar Erfolg ĂŒbernehme ich keine! 😉

AttraktivitÀt und Partnerwahl

  • “Attraktive Körper und Gesichter sind symmetrisch” – bei der Partnerwahl springen wir auf Ă€sthetische EindrĂŒcke an, die indizieren, dass es um die Gesundheit und Fitness, also auch um ReproduktionsfĂ€higkeit, gut bestellt ist (Quelle)
  • Menschen mit symmetrischem Körperbau kommen beim Tanzen besser an und haben bei der Partnerwahl die Nase vorn.” (Quelle)
  • Frauen ohne Idealmaße sind stĂ€rker, robuster und krisenresistenter” – im Westen gelten Frauen mit einer grĂ¶ĂŸeren Waist-Hip-Ratio (Taille-HĂŒft-VerhĂ€ltnis) als 0,7 als weniger attraktiv als in anderen Weltregionen, sind fĂŒr Krisenzeiten aber besser gerĂŒstet (Quellen: [1],[2],[3])
  • Östrogen macht Frauengesichter attraktiver.” – wĂ€hrend der fruchtbaren Tage wirken die Gesichter von Frauen offenbar attraktiver (Link)
  • Testosteron macht MĂ€nnergesichter attraktiver.” – hohe Testosteronwerte in Kombination mit wenig Stresshormonen stĂ€rken die AbwehrkrĂ€fte und lassen das Gesicht eines Mannes in den Augen von Frauen attraktiv erscheinen (Link zu Markus J. Rantala et.al., “Evidence for the stress-linked immunocompetence handicap hypothesis in humans”)
  • Frauen werden eher gewĂ€hlt, wenn sie schön sind, MĂ€nner eher, wenn sie dominant wirken“- dies bezieht sich auf politische Wahlen ..aber vielleicht nicht nur, wenn man die weiter unten angefĂŒhrten Forschungsergebnisse liest (Quelle)
  • Schönheit verunsichert.” – dies, und daß es attraktive Frauen und MĂ€nner bei der Partnersuche schwerer haben als durchschnittlich attraktive Personen, wĂ€re eine mögliche Schlußfolgerung aus dem sog. “Gehwegexperiment” von James Dubbs u. Neil Stokes (“Beauty is Power: The Use of Space on the Sidewalk”, 1975): auf einem Gehweg Ă€nderten FußgĂ€nger ihre Gehrichtung, um mehr von MĂ€nnern als Frauen auszuweichen, mehr von 2 als von 1 Person, und weiter von einer hĂŒbschen als von einer unattraktiven Frau. Ihre Theorie war, daß AttraktivitĂ€t, GruppengrĂ¶ĂŸe und Geschlecht Aspekte von Macht sind, die territorialen Anspruch und damit das genannte Ausweichverhalten begrĂŒndeten (Quelle).
  • Von der AttraktivitĂ€t der Kleidung wird auf andere AttraktivitĂ€ts-Attribute geschlossen.” – attraktiv gekleidete Testpersonen wurden kompetenter und sozialer eingeschĂ€tzt als nicht attraktiv gekleidete, und, wie die Forscher vermuteten, wohl auch als physisch attraktiver (Quelle).
  • Große MĂ€nner kommen sexuell und sozial besser weg.” – MĂ€nner haben mit starken, attraktiven und reichen Konkurrenten ihre grĂ¶ĂŸten Schwierigkeiten, mit zunehmender KörpergrĂ¶ĂŸe scheint die Beeindruckung von Konkurrenten abzunehmen. Kleine MĂ€nner sind tendenziell am eifersĂŒchtigsten. Bei Frauen hingegen sind die kleinen und die großen eifersĂŒchtiger als die durchschnittlich großen. Allerdings werden die durchschnittlich großen Frauen am ehesten von großen und sozial dominanten Konkurrentinnen beeindruckt (Link)
  • Frauen ziehen Ă€ltere MĂ€nner und diese jĂŒngere Frauen vor.” – Eine ErklĂ€rungsmöglichkeit fĂŒr die biologischen Ursachen dieses PhĂ€nomens lieferte eine Studie, die herausfand, daß  Frauen mit einem vier Jahre Ă€lteren Partner und MĂ€nner mit einer sechs Jahre jĂŒngeren Partnerin den grĂ¶ĂŸten Reproduktionserfolg haben (Quelle)
  • Der Mensch verlor vielleicht seine Körperbehaarung, da dies sexy auf das andere Geschlecht wirkte.” – eine Hoffnung fĂŒr GlatzentrĂ€ger? (Quelle)
  • Ergebnisse einer ökonometrischen Analyse von Online-Dating-Verhalten: MĂ€nner, die angaben, sie seien auf der Suche nach einer langfristigen Beziehung, schnitten sehr viel besser ab als jene, die lediglich auf eine AffĂ€re aus waren. FĂŒr MĂ€nner ist das Aussehen der Frauen von herausragender Bedeutung, fĂŒr Frauen das Einkommen eines Mannes von grĂ¶ĂŸter Wichtigkeit: je reicher der Mann ist, desto mehr Mails erhĂ€lt er. Die AttraktivitĂ€t einer Frau wĂ€chst fĂŒr MĂ€nner zwar auch mit dem Einkommen, aber nur bis zu einer bestimmten Höhe. [..] MĂ€nner fĂŒhlen sich angezogen von Studentinnen, KĂŒnstlerinnen, Musikerinnen, TierĂ€rztinnen, und BerĂŒhmtheiten, sie meiden SekretĂ€rinnen, Rentnerinnen sowie Frauen, die beim MilitĂ€r oder der Polizei arbeiten. Frauen bevorzugen Soldaten, Polizisten und FeuerwehrmĂ€nner, außerdem RechtsanwĂ€lte und Finanzexperten in leitender Position. Frauen meiden Arbeiter, Schauspieler, Studenten [..]. Die Analyse der Daten von etwa 30.000 Nutzern ergab weiterhin, dass MĂ€nner vor allem erhebliche Nachteile haben, wenn sie klein sind. FĂŒr Frauen hingegen ist Übergewicht tödlich. Deswegen wird in diesen Bereichen offenbar hĂ€ufig auch etwas nachgeholfen: der interessierte Online-Dater ist z.B. etwas grĂ¶ĂŸer als der Durchschnittsmann und die typische Online-Daterin 10 kg leichter als ihre reale Kollegin. Im Buch “Freakonomics“, in dem die Ergebnisse komplett nachzulesen sind, beschrieben die Autoren ihre durch mathematische Methoden gewonnenen Erkenntnisse so: “In der Welt des Online-Dating ist ein Kopf voller blonder Haare fĂŒr eine Frau ungefĂ€hr so viel wert wie ein College-Abschluss.
  • In Partnerbörsen, speziell solchen in Dating-Apps, waren als Ersteindruck Fotos, die eine offene, gestreckte Körperposition zeigten, am erfolgreichsten – und zwar sowohl bei MĂ€nnern als auch bei Frauen (Quelle).
  • “”Fiese” MĂ€nner bekommen die meisten und schönsten Frauen ab” – in den meisten einschlĂ€gigen Studien zu diesem Thema wiesen die betreffenden MĂ€nner eine (auch unterschiedlich ausgeprĂ€gte) Kombination aus Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus auf (Quellen: [1], [2], [3])
  • MĂ€nner sollten nicht “hingerissen” wirken: Ungewissheit ĂŒber die GefĂŒhle des GegenĂŒbers erhöht dessen AttraktivitĂ€t (Quelle: E. Whitchurch et.al in: “Uncertainty Can Increase Romantic Attraction”, Psychological Science, 01/2011).


SexualitÀt

  • “Schon die bloße Anwesenheit einer Frau erhöht den Testosteronspiegel” – unabhĂ€ngig vom Aussehen einer im gleichen Raum befindlichen Frau steigt der Testosteronspiegel von MĂ€nnern innerhalb von 300 Sekunden um 8% an ([1],[2])
  • Die HĂ€ufigkeit weiblicher Orgasmen steigt mit dem Einkommen ihrer Partner” – Sex mit wohlhabenden oder mĂ€chtigen MĂ€nnern wird von Frauen womöglich als besser erlebt, weil sie sich damit einen Zugang zu Reichtum und Macht verschaffen und diesen erhalten wollen (Quellen: [1], [2], [3])
    Nachtrag 04/2010: Hierzu existiert allerdings nun eine andere Ergebnisse zeigende Gegenstudie.
  • Je attraktiver sich Frauen finden, desto höhere AnsprĂŒche stellen sie an ihren Sexualpartner” – bei MĂ€nnern gibt es diese Korrelation nicht, was heißen könnte, daß sie weniger wĂ€hlerisch oder auch weniger geneigt sind, dauerhafte Beziehungen zur Reproduktion einzugehen (Quellen: [1], [2])
  • (indirekter) “Zusammenhang zwischen Stimme und sexueller AktivitĂ€t” – Probanden mit als attraktiv empfundener Stimme hatten an ihren beiden HĂ€nden ungefĂ€hr gleich lange Finger (Hinweis auf Zusammenhang mit AttraktivitĂ€t durch Symmetrie, siehe oben), eher in jĂŒngerem Alter Geschlechtsverkehr, mehr Sexualpartner und mehr außerpartnerschaftliche AffĂ€ren (Quellen: [1], [2])
  • Frauen reagieren unterschiedlich auf mĂ€nnlichen Schweißgeruch.” – ihr Hirn kann normalen von unter sexueller Erregung entstandenen Schweißgeruch von MĂ€nnern unterscheiden (Quelle)
  • FrauentrĂ€nen wirken “abtörnend” auf MĂ€nner, sie reduzieren den Testosteronspiegel. Quelle: Shani Gelstein et.al, “Human tears contain a chemosignal” in: Science 01/2011, DOI: 10.1126/science.1198331)
  • ZĂ€hlt “die GrĂ¶ĂŸe”? Ja.” – Befragungen, denen zufolge die PenisgrĂ¶ĂŸe fĂŒr Frauen keine Rolle spiele, waren angeblich hĂ€ufig “zu direkt”; beurteilen Frauen dagegen ohne Wissen um den eigentlichen Inhalt der Befragung Computer-generierte Gestalten, bei denen sich u.a. die PenisgrĂ¶ĂŸen unterscheiden, werden jene mit grĂ¶ĂŸerem Penis als mehr attraktiv eingestuft (Quellen: [1], [2])

Familie / Kinder / FertilitÀt (Fruchtbarkeit)

  • Korrelation zwischen Wohlstand und Reproduktionserfolg“: bei reichen britischen MĂ€nnern wurde in einer Studie höherer Reproduktionserfolg nachgewiesen, bei Frauen sinkt mit zunehmender Bildung und zunehmenden Einkommen die Zahl der Kinder (Quelle)

Dieser Artikel wird laufend erweitert und mit neuen Forschungsergebnissen ergÀnzt (Erstveröffentlichung: 01/2009; zuletzt aktualisiert: 04/2016)

Weiterer Artikel zum Thema “Partnersuche”:
Partnersuche – wie der Ausbruch aus dem Teufelskreis gelingen kann

Mar 08

Frauen empfanden positive GefĂŒhle, wenn sie die EnttĂ€uschung ihrer Partner wahrnahmen, da dies fĂŒr sie sein “Engagement” und seine “Investition" in die gemeinsame Zeit ausdrĂŒckte. Photo Credit: ALAMY, Telegraph

Eine von der Harvard Medical School durchgefĂŒhrte Studie ergab, dass sich Ehefrauen oder Freundinnen freuen, wenn ihre Partner Emotionen zeigen, da sie dies als Zeichen einer gesunden Beziehung interpretieren. Weiters zeigte die Studie, dass die Frauen sich besser fĂŒhlten, wenn sie zuvor verĂ€rgert waren, ihr Mann dies aber deutlich wahrnahm. Die MĂ€nner jedoch fĂŒhlten sich dadurch nicht besser.

Die grĂ¶ĂŸte Freude empfanden Frauen jedoch, wenn ihr Partner deutlich Unzufriedenheit oder Ärger zeigte, da es fĂŒr sie sein starkes “Engagement” oder “Investment” in ihre gemeinsame Zeit ausdrĂŒckte.

Dr. S. Cohen, Leiter der im Journal of Family veröffentlichten Studie, sagte in einem Interview: “FĂŒr Frauen drĂŒckt der Ärger ihres Partners offenbar emotionales Engagement in die Beziehung aus, auch in schwierigen Zeiten. Dies steht im Einklang mit dem, was ĂŒber die Unzufrieden heit bekannt ist, die Frauen hĂ€ufig erleben, wenn sich ihre mĂ€nnlichen Partner emotional zurĂŒckziehen und und Konflikten ausweichen.

Basis der von der American Psychological Association veröffentlichten Studie waren sehr unterschiedlich gewĂ€hlte, 156 heterosexuelle Paare. Mehr als 100 der jĂŒngeren, stĂ€dtischen Paare, lebten in einer exklusiven, aber nicht unbedingt verheirateten Partnerschaft. Bei den meisten anderen Paare existierten z.T. große Unterschiede in der Art, in der sie Konflikte lösen und Emotionen ausdrĂŒcken, die ĂŒbrigen Teilnehmer waren Ă€lter, stammten aus der Mittelschicht und waren verheiratet. Insgesamt waren 71 Prozent der Befragten weiß, 56 Prozent verheiratet, und die durchschnittliche Dauer ihrer Beziehungen war 3,5 Jahre.

WĂ€hrend der Studie wurde jeder Teilnehmer gebeten, einen wĂ€hrend der letzten 2 Monate stattgefundenen Vorfall mit dem Partner zu beschreiben, der als frustrierend, enttĂ€uschend oder Ă€rgerlich erlebt wurde. Die Forscher nahmen die Teilnehmer bei einer kurzen Zusammenfassung des Vorfalls auf, und brachten das Paar anschließend zusammen, um die Aufnahmen beiden vorzuspielen. Mit der BegrĂŒndung, sie könnten danach wahrscheinlich das Geschehene besser verstehen, sollte von ihnen danach der Vorfall danach nochmals besprochen werden, was ebenfalls aufgenommen wurde. Diese Videoaufnahme wurde ihnen dann ebenfalls gezeigt, wĂ€hrend ihre negativen und positiven Reaktionen mit Hilfe eines elektronischen GerĂ€tes bewertet wurden.
SpĂ€ter wurden sechs 30-Sekunden-Clips zu den emotionalsten der stattgefundenen Diskussionen dann den Teilnehmern, die zuvor Fragebögen ĂŒber ihre GefĂŒhle ausgefĂŒllt hatten, die Aufnahmen dargestellt. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Beziehung wurde gemessen, und ob die Befragten ihre Partner als einfĂŒhlsam empfanden.

Das Ergebnis: “Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass MĂ€nner offenbar zufriedener in ihren Beziehungen sind, wenn sie die positiven Emotionen ihrer Partner genau “ablesen” können, wĂ€hrend die Zufriedenheit von Frauen in ihren Beziehungen dann steigt, wenn sie bei ihren Partnern negative GefĂŒhle ablesen können.” Weiters interessant: “Die Zufriedenheit der Frauen war stĂ€rker von ihrer Wahrnehmung abhĂ€ngig, dass ihre Partner ihre negativen Emotionen zu verstehen suchten, als von der tatsĂ€chlichen Genauigkeit, mit der die MĂ€nner diese Emotionen ablesen konnten.”

(Quellen: Telegraph 03/2012, APA)

Oct 09

Die Partnersuche gehört fĂŒr viele Menschen zu den schwierigsten und nicht selten auch frustrierendsten Herausforderungen im Lebensverlauf. Tausende BĂŒcher und Websites widmen sich folglich diesem Thema, und ebenso viele Partnervermittlungsagenturen und Internet-Singlebörsen suchen nach immer neuen Wegen, MĂ€nner und Frauen dabei zu unterstĂŒtzen, die richtige Partnerin oder den richtigen Partner zu finden.

Doch was macht diese Suche zu einem solch schwierigen Unterfangen, an dem selbst hochintelligente Menschen immer wieder scheitern? Im Zuge meiner UnterstĂŒtzung zahlreicher Klienten bei ihrer Partnersuche zeigten sich hĂ€ufig folgende Grundprobleme:

Das GefĂŒhl, man/frau mĂŒsse allein aufgrund ihres “Wertes” geliebt werden

Gerade leistungsorientierte Menschen erleben wĂ€hrend ihrer Ausbildungszeit, dass ihnen harte Arbeit auch Erfolg bringt (und intelligente Menschen, dass sie sich dafĂŒr womöglich nicht einmal besonders anzustrengen brauchen). Erfolge bringen uns Anerkennung, Respekt und positive VerstĂ€rkung. Doch die Annahme, dass dies wohl auch beim Kennenlernen gilt, dĂŒrfte sich hĂ€ufig als Trugschluss herausstellen: denn bei den ersten Dates geht es so gut wie ausschließlich darum, wie sich der andere fĂŒhlt. Man kann einen potenziellen Partner nicht fĂŒr sich “gewinnen”, sondern in gewissem Sinne geht es darum, sich von ihm “entdecken” zu lassen – wobei jedoch weniger leistungsbezogene Attribute zĂ€hlen (wie auch wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder belegen), sondern vielmehr emotionale Attribute wie das Erzeugen einer positiven, ja spielerischen AtmosphĂ€re, ein kommunikatives Eintauchen-können in die Welt des anderen und das Vermitteln eines GefĂŒhls, dass der andere Bedeutung fĂŒr einen hat. Eine Bedeutung, fĂŒr die man auch etwas zu tun bereit ist – ohne jedoch “bedĂŒrftig” zu wirken. Dies sind jedoch FĂ€higkeiten, die man in der UniversitĂ€t, wenn ĂŒberhaupt, dann eher wĂ€hrend der Pausen als den Vorlesungen erwerben kann…

Conclusio: vergiß’ das, was du kannst oder darstellst. Verschaffe dem anderen eine gute Zeit, und er/sie wird sich daran erinnern – und mit ein bißchen GlĂŒck mehr davon wollen.

Mangel an Erfahrung

Den vorigen Gedanken aufgegriffen, sind wir bereits bei einem weiteren hĂ€ufigen Grund fĂŒr langfristige Partnerlosigkeit: Zeit, die man fĂŒr das Studium, die Arbeit, im Fitness-Studio oder vor dem Fernseher verbringt, ist auch Zeit, die einem fĂŒr wichtige andere Dinge abgeht – etwa das Kennenlernen potenzieller Partner. UngĂŒnstigerweise fĂŒhren EnttĂ€uschungen bei der Partnersuche aber bei vielen Menschen dazu, sich nur noch stĂ€rker in ihre Arbeit, den Computer oder ihren Sport zu vertiefen. Deshalb steht bedauerlicherweise sogar eine sehr hohe Zahl von Menschen, die sich bereits in ihrer Lebensmitte befinden, hinsichtlich ihres Beziehungslebens noch ganz am Anfang – trotz oder gerade wegen großen beruflichen Erfolgs oder höchst aktiver Freizeitgestaltung.

Entfremdung von der IdentitÀt als Mann oder Frau

Gerade arbeitsbezogene und intelligente Menschen haben hĂ€ufig noch mit einem zusĂ€tzlichen Problem zu kĂ€mpfen: ihr Selbstbild als erfolgreiche und intelligente Person, die sich vor allem mit ihren mentalen FĂ€higkeiten im Leben durchsetzen kann, fĂŒhrt zu einem eher ungeeigneten Auftreten bei der Partnersuche, bei der völlig andere PrioritĂ€ten gelten. Viele dieser Menschen legen zu wenig Wert auf ihr Ă€ußeres Erscheinungsbild oder dieses wirkt kĂŒhl und zu förmlich – auf Kosten der sinnlichen Ausstrahlung bei Frauen und sexuellem “Prickeln” der MĂ€nner. Es mögen sich dann interessante Diskussionen zwischen zwei Dating-Partnern entwickeln, aber, wie man so schön sagt: “der Funke springt nicht ĂŒber”. Denn die Energien sind gewissermaßen im Kopf konzentriert, aber vom Herz und dem Rest des Körpers abgeschnitten – auf Kosten einer klar mĂ€nnlichen bzw. weiblichen Ausstrahlung.

Das mag zunĂ€chst ein wenig “esoterisch” klingen, als professionell eingestellter und sich der Wissenschaftlichkeit verpflichtet fĂŒhlender Psychotherapeut und Paartherapeut aber möchte ich sagen: niemand von uns sollte meinen, sich ĂŒber zehntausende Jahre lange “Programmierungen” einfach hinwegsetzen zu können. Auch am Beginn moderner und gleichberechtigter Partnerschaften steht “das gewisse Kribbeln” … und gar nicht selten auch die eine oder andere sexuelle Idee! Die FĂ€higkeit zu entwickeln, diese Signale zu induzieren – oder zumindest nicht zu verhindern – kann jedoch gerade in unserer leistungsbezogenen Informationsgesellschaft eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen.

HĂ€ufig lĂ€uft diese darauf hinaus, unsere “wilde Seite”, unsere Urinstinkte wieder stĂ€rker zuzulassen. Stellten wir unser hochkomplexes (und gerade im Beziehungsbereich hĂ€ufig von Verboten, Regeln und gut gemeinten “Tipps” ĂŒberfrachtetes) Denken einmal fĂŒr einige Minuten zurĂŒck, wĂŒrde mancher Mann wohl eher den richtigen Zeitpunkt finden, eine Offensive zu wagen, oder eine Frau, ihr Haar zurĂŒckzuwerfen und dem Mann ihres Interesses ein klares Signal zu senden.

Zu hohe SelektivitÀt

Unsere Kultur, unsere Medien machen uns zu Konsumenten: wir sind es gewohnt, zu selektieren und darin trainiert, uns nur “das Beste zu gönnen”. Jeder von uns kann auf Abruf zumindest 5 Eigenschaften unseres gewĂŒnschten Traumpartners definieren, zu denen hĂ€ufig auch die einen oder anderen körperlichen Charakteristika zĂ€hlen. Das Problem ist nur: jede “Muss-Eigenschaft”, die wir an potenzielle Partner anlegen, schließt hunderttausende mögliche “ZukĂŒnftige” ĂŒber unseren Suchfilter von vornherein aus. Lebt man zu allem Überfluß womöglich noch in einer kleineren Stadt, verbleibt hĂ€ufig nur die Möglichkeit, die Suche entweder auf den gesamten Kontinent auszudehnen (und dann womöglich eine Beziehung auf Distanz fĂŒhren oder großrĂ€umig ĂŒbersiedeln zu mĂŒssen), das Thema “Partnerschaft” völlig abzuschreiben – oder aber auch: etwas gelassener und offener zu werden!

Jede dieser Möglichkeiten ist legitim – doch die zuletzt genannte hat meiner Ansicht nach einen gewissen Charme: realistisch betrachtet nĂ€mlich wĂŒrde es ohnehin schwierig sein, einen perfekten Partner zu finden. Viel eher wird sich bei ihm oder ihr spĂ€testens nach einem genaueren Kennenlernen der eine oder andere “Schönheitsfehler” enthĂŒllen. Weiten wir hingegen unseren Blick, so wird sich herausstellen, dass es auch ganz generell eine schöne und befriedigende Erfahrung sein kann und unsere Beziehungen belebt, wenn wir Menschen fĂŒr das wertschĂ€tzen, was sie sind, statt uns darauf zu konzentrieren, was ihnen fehlt.

Wahre Liebe ist, jemanden fĂŒr das zu lieben, was er ist. Das bedeutet keineswegs, dass wir uns mit dem Mittelmaß zufriedengeben sollten. Sehr wohl aber ist es sinnvoll, hohe Standards gelegentlich auf ihre NĂŒtzlichkeit fĂŒr das reale Leben hin zu ĂŒberprĂŒfen. HĂ€ufig lĂ€uft die Entscheidung nĂ€mlich gerade im Bereich der Partnersuche ultimativ auf die Wahl hinaus, entweder mit den eigenen Idealen jeden Abend alleine daheim zu sitzen oder sich fĂŒr die Möglichkeiten zwischenmenschlicher Erfahrungen und auch Überraschungen zu öffnen – ja dabei vielleicht sogar von uns selbst ĂŒberrascht zu werden…

Weitere Artikel zu diesem Thema:
Wissenschaftliche Aufriss”-Tipps

(Image src: answersfrommen.com)

Apr 27

(Bild: maennernotruf-blog)

Ich habe den Inhalt eines kĂŒrzlich durchgefĂŒhrten Interviews zum brisanten Thema weiblicher, hĂ€uslicher Gewalt gegen MĂ€nner im Artikel-Bereich meiner Website veröffentlicht.

Bitte klicken Sie hier:

http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/paartherapie/gewalt-in-beziehungen.phtml

Jun 13

Negative Erfahrungen in und Trennungen von Liebesbeziehungen setzen jungen MĂ€nnern emotional offenbar weit heftiger zu als gleichaltrigen Frauen. Eine Studie, welche von Soziologen der amerikanischen Wake Forest UniversitĂ€t im “Journal of Health and Social Behavior” veröffentlicht wurde, widerlegt das Vorurteil, Frauen reagierten auf Krisen in der Partnerschaft besonders empfindlich.

Mehr als 1.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 23 Jahren wurden zu ihren Partnerschaften und erfolgten Trennungen befragt. Den Ergebnissen zufolge verbergen viele junge MĂ€nner zwar nach außen hin ihre GefĂŒhle unter einer rauen Maske – unter der stoischen OberflĂ€che aber brodelt es hĂ€ufig. “Überraschenderweise reagieren junge MĂ€nner stĂ€rker auf die QualitĂ€t laufender Beziehungen”, so die Studienleiterin R. Simon.

Kriselt es in der Partnerschaft, so reagieren die Geschlechter unterschiedlich: “Frauen drĂŒcken emotionale Belastung eher in Form von Depression aus, wĂ€hrend MĂ€nner eher zu Alkohol- und Drogenproblemen neigen”. Die grĂ¶ĂŸere Empfindsamkeit junger MĂ€nner erklĂ€rt die Forscherin damit, dass romantische Beziehungen fĂŒr sie oft die einzige Quelle von IntimitĂ€t seien. Frauen pflegten dagegen generell engere Beziehungen zu Familie und Freundinnen. Zudem kratze eine kriselnde Partnerschaft möglicherweise besonders stark an IdentitĂ€t und SelbstwertgefĂŒhl junger MĂ€nner.

Dies gilt allerdings nur fĂŒr bestehende Beziehungen. Ein Singledasein birgt dagegen fĂŒr junge Frauen mehr Schrecken als fĂŒr gleichaltrige MĂ€nner. Sie können zwar besser mit dem Auf und Ab einer Partnerschaft umgehen, leiden aber unter deren Ende besonders stark.

(Quellen: R.W.Simon, A.E. Barrett, “Nonmarital Romantic Relationships and Mental Health in Early Adulthood” in: Journal of Health and Social Behavior, Vol. 51, No. 2, 168-182 (2010) DOI: 10.1177/0022146510372343; Der Standard; Photo source: mentalhealthy.co.uk)

May 18

Eine großangelegte Studie (n=1000) des Institutes fĂŒr Frauengesundheit Baden WĂŒrttemberg zur HĂ€ufigkeit sexueller Funktionsstörungen bei Frauen sowie möglichen Wegen, diese zu beeinflussen, wurde kĂŒrzlich in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Sexual Medicine veröffentlicht.

Ziel dieser Studie war es, a) die HĂ€ufigkeit und b) die unterschiedlichen Formen von Störungen der weiblichen Sexualfunktion zu erforschen. Ebenfalls untersucht wurde der Zusammenhang von Funktionsstörungen und hormoneller VerhĂŒtung mit der “Pille”, genauer mit unterschiedlichen Formen einer hormonalen EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurde gezielt nach der sexuellen AktivitĂ€t und möglichen Einflussfaktoren gefragt. BezĂŒglich einer eventuell durchgefĂŒhrten Kontrazeption wurden die Auswirkungen verschiedener VerhĂŒtungsmethoden auf die Sexualfunktion wie auch unterschiedliche hormonale Kontrazeptiva vergleichend berĂŒcksichtigt.

Die Auswertung zeigt, dass von den teilnehmenden Frauen 32,4 % ein Risiko fĂŒr sexuelle Dysfunktion aufweisen, und zwar in den Bereichen Orgasmus (8,7 %), Libido (5,8 %), Befriedigung (2,6 %), Lubrikation (1,2 %), Schmerzen (1,1 %) und sexuelle Erregung (1,0 %). Signifikante Auswirkungen auf die Gesamtauswertung hatten die Faktoren VerhĂŒtungsmethode und Rauchen, wobei die hormonelle VerhĂŒtung mit geringerer Libido und Erregung assoziiert war als die Nicht-VerhĂŒtung und die ausschließlich nichthormonale Kontrazeption. Weitere Variablen wie Stressbelastung, Schwangerschaft, Partnerbeziehung und Kinderwunsch hatten ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Sexualfunktion.

Die Autoren weisen darauf hin, daß die Studie primĂ€r Assoziationen, nicht aber KausalitĂ€t einzelner Sexualstörungen nachweisen kann.

(Quelle: Wallwiener CW, Wallwiener LM, Seeger H, Mueck AO, Bitzer J, and Wallwiener M; Prevalence of Sexual Dysfunction and Impact of Contraception in Female German Medical Students ; doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01742.x)

Apr 03

Interessante ZusammenhĂ€nge zwischen SelbstwertgefĂŒhl und spezifischen Faktoren der individuellen Lebenssituation ermittelte eine kĂŒrzlich abgeschlossene Studie der American Psychological Association (APA) an ca. 4000 zwischen 25 und 104 Jahre alten US-AmerikanerInnen, die zwischen 1986 und 2002 wiederholt befragt wurden.

Demnach ist die Selbstsicherheit unter Jugendlichen am niedrigsten (vermutlich, da wĂ€hrend den jĂŒngeren Lebensjahren die Persönlichkeit noch instabiler ist als bei Erwachsenen – man ist sich gewissermaßen ‘seiner selbst noch nicht ganz sicher’), steigt dann aber im Lebensverlauf an und erreicht ihren Höhepunkt um die 60 Jahre. Danach fĂŒhren dann vermutlich der Ruhestand und ein schlechter werdender Gesundheitszustand zu einem Abfall der Selbstsicherheit. Frauen waren generell unsicherer als MĂ€nner, hier wurde erst in einem Altersbereich zwischen 80 und 90 Jahren ein ungefĂ€hrer Gleichstand erreicht.

Menschen in einer glĂŒcklichen Liebesbeziehung, solche mit besserer Ausbildung, höherem Einkommen, besserer Gesundheit und solche, die arbeiteten, verfĂŒgten ebenfalls ĂŒber höhere Grade von Selbstsicherheit, speziell im Verlauf des Älter-werdens (mit der Ausnahme des Beziehungsstatus, ab ca. 60 Jahren war ein glĂŒckliches Beziehungsleben nicht mehr von signifikanter Relevanz fĂŒr das SelbstwertgefĂŒhl). Die ethnische Zugehörigkeit schien nicht relevant zu sein, erst in hohem Alter (ab ca. 80 Jahren) war das SelbstwertgefĂŒhl bei Weissen höher als bei Schwarzen. Im Zuge der Alterung zeigten sich dagegen der Gesundheitszustand sowie die Vermögenssituation als wesentlichste Koordinaten eines gut bleibenden SelbstwertgefĂŒhls. Die Wissenschafter erklĂ€rten diese ZusammenhĂ€nge mit der Vermutung, daß beide Faktoren ein grĂ¶ĂŸeres GefĂŒhl von UnabhĂ€ngigkeit, aber auch, fĂŒr ihre Umwelt Sinnvolles tun zu können, ermöglichen.

Da das SelbstwertgefĂŒhl seinerseits ein wichtiger Faktor fĂŒr einen besseren Gesundheitszustand, geringere AnfĂ€lligkeit fĂŒr kriminelles Verhalten, geringere DepressionsanfĂ€lligkeit und generell mehr Lebenserfolg und -zufriedenheit darstellt, ist ein besseres VerstĂ€ndnis der unterschiedlichen Ursachen fĂŒr SelbstwertgefĂŒhl und Selbstsicherheit im Verlauf der Lebensspanne sehr wichtig.

(Quelle: Self-esteem development from young adulthood to old age: A cohort-sequential longitudinal study, APA online, 20100310; Photo src:erikbakke.com)

Feb 27

Psychische und physische Gewalt in Partnerschaften nimmt in den meisten westlichen IndustrielĂ€ndern zu, wobei in wissenschaftlichen Kreisen Unsicherheit darĂŒber besteht, ob diese ZuwĂ€chse nicht auch damit ganz wesentlich zusammenhĂ€ngen, daß die diesbezĂŒgliche Tabusierung in der Gesellschaft abnimmt, vorkommende Gewalt also nicht mehr totgeschwiegen wird.
Doch auch die reinen Fakten sind schockierend genug: so sind alleine im Jahre 2008 in Frankreich 147 Frauen durch hĂ€usliche Gewalt ums Leben gekommen. Unter der Annahme, daß körperlicher Gewalt psychische Gewalt vorausgeht, die Möglichkeit der Bestrafung dieser also vielleicht auch physische Gewalt verhindern könne, wurde im französischen Parlament diese Woche nun “psychische Gewalt in Paarbeziehungen” als Straftat eingefĂŒhrt. Unter den UnterstĂŒtzern fanden sich nicht nur die Abgeordneten der Regierungspartei UMP, sondern auch die Sozialisten. FĂŒr psychische Gewalt sind demnach zukĂŒnftig Strafen bis zu 3 Jahren GefĂ€ngnis und Geldstrafen bis zu € 75.000,- vorgesehen, sowie die erzwungene Trennung des Paares und die Intensivierung der Überwachung durch elektronische Fußfesseln fĂŒr die TĂ€terInnen.

Was die praktische Exekutierbarkeit des neuen Gesetzes angeht, dĂŒrften sich in vielen EinzelfĂ€llen jedoch Probleme auftun: etwa, wie psychische Gewalt vor Gericht zu beweisen sei, wie sie sich ĂŒberhaupt genau definiert und von Beleidigungen, DemĂŒtigungen, verletzenden Verhaltensweisen etc. unterscheidet, die bei Streitigkeiten in der Ehe oder in Partnerschaften ja fast immer geschehen. Im Diskurs rund um das Gesetz wurde denn auch von KritikerInnen des Entwurfs angefĂŒhrt, daß namhafte französische Schriftsteller, Maler usw. heute angesichts dessen, was ĂŒber ihre Beziehungsvergangenheit bekannt wĂ€re, wohl langjĂ€hrige GefĂ€ngnisinsassen wĂ€ren. MĂ€nnerorganisationen dagegen dĂŒrften die neuen Regelungen freuen, wird doch von diesen oft die psychische Gewalt von Frauen in Partnerschaften bemĂ€ngelt, gegen die jedoch keinerlei rechtliche Handhabe bestĂŒnde.

Anmerkung R.L.Fellner:
Kulturkritisch könnte man anmerken, daß die seit einigen Jahren beobachtbaren Bestrebungen vieler westlicher Staaten, selbst die Emotionen ihrer BĂŒrgerInnen zu kontrollieren und die Überschreitung von -im Grunde recht eng gesetzten- kĂŒnstlichen Grenzen sogleich als krankhaft oder strafbar zu definieren, bedenklich stimmen; speziell dann, wenn in der Bevölkerung ein GefĂŒhl aufkommen sollte, daß gewohnheitsmĂ€ĂŸig mit zweierlei Maß gemessen wird (z.B. Bonizahlungen an Finanzmanager bei gleichzeitiger Massenenteignung kleiner Kapitalanleger, straflos bleibende Waffenschiebereien von Politikerinnen-Ehegatten, Freunderlwirtschaft zwischen Wirtschaftselite und Politik, ohne Konsequenzen bleibender Machtmißbrauch von Politikern etc.). So könnte etwa der in Großbritannien kĂŒrzlich ebenfalls in der Gesetzgebung verankerte Begriff des sog. ‘Antisozialen Verhaltens’ (Antisocial Behaviour, ASBO) alleine was die dortigen Verfehlungen einzelner PolitikerInnen wĂ€hrend der letzten 10 Jahre betrifft, durchaus auch fĂŒr diese angewendet werden – wird es aber nicht.

(Quelle: Franz. Staatsekretariat fĂŒr Familie und SolidaritĂ€t; Photo:Wikimedia)

Nov 12
Die 7 Stadien von Partnerschaften

Die 7 Stadien von Partnerschaften (img: inner-bonding.com)

von Daphne Rose Kingma

Jede Partnerschaft durchlĂ€uft 7 unterschiedliche emotionale und spirituelle Stadien. WĂ€hrend wir uns durch diese Phasen bewegen, gelangen wir auf höhere Ebenen der Liebe. Auf diese Weise können diese Phasen zu einem Fahrzeug werden, um unser Bewußtsein hin zu einer spirituellen Dimension der Liebe zu fĂŒhren.

1. Die Flitterwochen – “Falling in Love”

Alles fĂŒhlt sich gut an – GlĂŒckseligkeit, der romantische Himmel. Rote Rosen, Mondlicht und Leidenschaft. Man sagt sich: “Ich habe die Person meiner TrĂ€ume gefunden, alles wird wunderbar. Alle meine BedĂŒrfnisse werden erfĂŒllt werden.”

2. Die Verpflichtung – Versprechen und GelĂŒbde

Wir werden einander regelmĂ€ĂŸig sehen, keine Verabredungen oder Sex mit anderen haben, zusammen leben oder heiraten. Wir anerkennen in vollem Bewußtsein, daß eine Beziehung existiert und weiter verfolgt wird.

3. Die Krise – Ein Riss in der Vase

Es zeigen sich Meinungsunterschiede, der Schleier der romantischen Illusion wird gelĂŒftet, wir kommen wieder auf die Erde und erahnen, was die RealitĂ€t ist, wir Ă€rgern uns. Es entwickelt sich Spannung, wĂ€hrend das GefĂŒhl ĂŒber die Wahrheit und Wirklichkeit zunimmt.

4. Die Tortur – Ein Machtkampf

MĂ€ngel, Fehler und grĂ¶ĂŸere -vorher noch unbemerkte- Unterschiede werden entdeckt, Zeit des emotionalen Wachstums und dunkle Seiten werden realisiert, wir versuchen, den emotionalen Schmerz, der in uns aufsteigt, zu beenden. Die Gelegenheit, eigene emotionale SchwĂ€chen zu erkennen, die unrealistischen Erwartungen an die Beziehungen werden aufgegeben.
Es ist die Zeit der Entscheidung: Leugnen/Verneinung oder der Beginn von Wachstum.
Diese Phase kann eine ganze Reihenfolge von Beziehungen umfassen.

5. Das Chaos – Verlust der Kontrolle

Aus der Qual entsteht Chaos. Eine AffĂ€re, wiederholte Konflikte, Langeweile, oder einfach nur schrittweises Auseinanderdriften. Manchmal entsteht aus dem Chaos das endgĂŒltige Ende der Beziehung oder vielleicht ein neuer Anfang. Dies ist die Einladung der Seele an die spirituelle Ebene der Liebe.

6. Der Verzicht – Das Erwachen

Wir sehen jetzt den wahren Zweck der Tortur, wir geben die alten Ansichten auf. Wir lassen unsere zwanghafte Bindung an unsere Vorstellungen ĂŒber die Form und Ziele der Beziehung los.
Wir beginnen, den Wert der Verbindung zu sehen, selbst wenn unsere Erwartungen nicht erfĂŒllt waren. Wir sind wie neugeboren, sehen den wahren Zweck der vorangegangenen Qualen und durchbrechen unsere bisherigen psychologischen Grenzen.

7. Wahre Liebe – Transformation

Wir integrieren das Wachstum, das in uns stattgefunden hat.
Es mĂŒssen jetzt keine emotionalen Bindungen oder BedĂŒrfnisse mehr gestillt werden, es gibt kein Festhalten, sodass wir jetzt die vollstĂ€ndige Annahme unserer selbst erreichen. Auf der spirituellen Ebene erkennen wir den höheren Zweck dieser Verbindung. Dies ist ein Moment großer emotionaler Lösung und spiritueller ErfĂŒllung. Auch an diesem Punkt kann die Beziehung auseinanderbrechen – oder die Partnerschaft auf eine neue Ebene gelangen, auf der das Wachstum, das beide jetzt integriert haben, mit Teil der neuen Beziehung wird.

The Future Of Love

(frei aus dem Englischen ĂŒbersetzt aus dem Buch “The Future of Love” von Daphne Rose Kingma, Doubleday, New York, 1998)

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Kommentar R.L.Fellner:

Ich halte das fĂŒr einen schönen Text – ganz unabhĂ€ngig davon, ob man den Hinweisen auf den spirituellen Aspekt einer Partnerschaft etwas abgewinnen kann oder nicht. Denn prinzipiell unterlaufen Partnerschaften i.d.R. tatsĂ€chlich die beschriebenen Stadien – und ebenso regelmĂ€ĂŸig zeigt sich fĂŒr mich bei der Begleitung von Paaren im Zuge einer Paartherapie hĂ€ufig, dass am Ende einer Krisenphase eine neue Ebene der Beziehung erreicht wird.

ï»ż01.09.19