Jul 28

(Bild: iStockPhoto)

Jeder wei√ü um die Sch√§dlichkeit des Tabakkonsums, der Staat macht das Rauchen immer ungem√ľtlicher und teurer, und ganze Industriezweige leben von der Hoffnung aufh√∂rwilliger Raucher, die Entw√∂hnung leichter und ertr√§glicher zu machen. Und doch tun sich die meisten √§u√üerst schwer, mit dem Rauchen aufzuh√∂ren…

Wann immer aber reine Selbstdisziplin, die Macht der Chemie und der Arzneimittel nicht ausreichen, unser Verhalten zu √§ndern, wurde die Psyche als steuernde Kraft √ľbersehen – und die ist nun einmal vom bewussten Verstand kaum und √ľber Medikamente nur sehr begrenzt zu kontrollieren! So geraten Betroffene h√§ufig in ein langj√§hriges Wechselspiel zwischen Aufh√∂rversuchen und einem Zur√ľckfallen in die alten Abh√§ngigkeitsmuster – und nat√ľrlich f√ľhlen sie sich die ganze Zeit hindurch schlecht, da sie ja eigentlich aufh√∂ren wollen, zu rauchen, es aber nicht schaffen. Sie wollen ihrem K√∂rper etwas Gutes tun und ihn gesund erhalten – aber irgend etwas tief in ihnen hindert sie daran.

Wenn Sie dies auch von sich selbst kennen, kann es hilfreich und erhellend sein, sich im Rahmen einer Sequenz von Beratungsgespr√§chen einmal mit den Gr√ľnden Ihres Abh√§ngigkeitsverhaltens auseinanderzusetzen. Wenn der bewu√üte Verstand besser erkennt, was “tief unten im Keller” (der Psyche) vor sich geht, und ein paar bew√§hrte Strategien vermittelt bekommt, die er f√ľr seine Ziele anwenden kann, dann kann er Ihren K√∂rper weitaus effizienter unterst√ľtzen und wieder die volle Kontrolle √ľber das Geschehen zur√ľckerlangen. Hypnotherapie kann in vielen F√§llen dabei helfen, die neuen und “rauch-befreiten” Verhaltensmuster dauerhaft im Unterbewu√üten zu verankern.

Jul 28

Einsamkeit ist nach einer neuen Studie etwa so sch√§dlich wie Rauchen oder Fettsucht. √Ąrzte und andere Gesundheitsexperten sollten daher im Zuge der Krankheitsdiagnostik das soziale Umfeld ebenso ernst nehmen wie Tabakkonsum, Ern√§hrung und Sport, wie Forscher aus einer Analyse von 148 Studien zum Sterberisiko schliessen, welche Daten von √ľber 300.000 Menschen vor allem in westlichen L√§ndern erfassten und die k√ľrzlich im Magazin “PLoS Medicine” ver√∂ffentlicht wurde. Dies sei deshalb als generelle Leitlinie zu empfehlen, da der Zusammenhang von sozialem Umfeld und Sterblichkeit altersunabh√§ngig sei.

Der Studie zufolge haben Menschen mit einem guten Freundes- und Bekanntenkreis eine um 50 Prozent h√∂here √úberlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit einem geringen sozialen Umfeld. Der Effekt sei in etwa so gro√ü wie der vom Rauchen, und er √ľbertreffe viele andere Risikofaktoren wie √úbergewicht oder Bewegungsmangel. Die Studie hatte die Menschen mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren im Schnitt √ľber 7,5 Jahre hinweg beobachtet. Der Effekt blieb bestehen, auch wenn man Alter, Geschlecht und sozialen Status ber√ľcksichtigte.

Den größten Effekt aller gemessenen Faktoren hatte die allgemeine soziale Integration, am wenigsten ausschlaggebend war, ob die Menschen allein oder mit anderen zusammen lebten.
Das soziale Umfeld habe Auswirkungen auf den Umgang mit der eigenen Gesundheit und auf psychologische Prozesse wie Stress und Depressionen, erl√§utern die Forscher. Einige Studien h√§tten gezeigt, dass Kontakte das Immunsystem st√§rken. Jede Art, das soziale Umfeld zu verbessern, werde sowohl die √úberlebensf√§higkeit als auch die Lebensqualit√§t verbessern, schlie√üen die Autoren. Gesundheitsvorsorge sollte daher auch das soziale Befinden betrachten, Mediziner sollten Sozialkontakte und Kliniken soziale Netzwerke f√ľr Patienten f√∂rdern.

“Mediziner, Gesundheitsexperten, Erzieher und die Medien nehmen Faktoren wie Rauchen, Ern√§hrung und Sport sehr ernst: Die hier pr√§sentierten Daten bieten ein stichhaltiges Argument, die sozialen Faktoren zu dieser Liste hinzuzuf√ľgen”, betonen die Autoren.

(Quelle: Holt-Lunstad J, Smith TB, Layton JB (2010) Social Relationships and Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. doi:10.1371/journal.pmed.1000316; Image src:ichwillleben.eu)

May 18

Eine gro√üangelegte Studie (n=1000) des Institutes f√ľr Frauengesundheit Baden W√ľrttemberg zur H√§ufigkeit sexueller Funktionsst√∂rungen bei Frauen sowie m√∂glichen Wegen, diese zu beeinflussen, wurde k√ľrzlich in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Sexual Medicine ver√∂ffentlicht.

Ziel dieser Studie war es, a) die H√§ufigkeit und b) die unterschiedlichen Formen von St√∂rungen der weiblichen Sexualfunktion zu erforschen. Ebenfalls untersucht wurde der Zusammenhang von Funktionsst√∂rungen und hormoneller Verh√ľtung mit der “Pille”, genauer mit unterschiedlichen Formen einer hormonalen Empf√§ngnisverh√ľtung. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurde gezielt nach der sexuellen Aktivit√§t und m√∂glichen Einflussfaktoren gefragt. Bez√ľglich einer eventuell durchgef√ľhrten Kontrazeption wurden die Auswirkungen verschiedener Verh√ľtungsmethoden auf die Sexualfunktion wie auch unterschiedliche hormonale Kontrazeptiva vergleichend ber√ľcksichtigt.

Die Auswertung zeigt, dass von den teilnehmenden Frauen 32,4 % ein Risiko f√ľr sexuelle Dysfunktion aufweisen, und zwar in den Bereichen Orgasmus (8,7 %), Libido (5,8 %), Befriedigung (2,6 %), Lubrikation (1,2 %), Schmerzen (1,1 %) und sexuelle Erregung (1,0 %). Signifikante Auswirkungen auf die Gesamtauswertung hatten die Faktoren Verh√ľtungsmethode und Rauchen, wobei die hormonelle Verh√ľtung mit geringerer Libido und Erregung assoziiert war als die Nicht-Verh√ľtung und die ausschlie√ülich nichthormonale Kontrazeption. Weitere Variablen wie Stressbelastung, Schwangerschaft, Partnerbeziehung und Kinderwunsch hatten ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Sexualfunktion.

Die Autoren weisen darauf hin, daß die Studie primär Assoziationen, nicht aber Kausalität einzelner Sexualstörungen nachweisen kann.

(Quelle: Wallwiener CW, Wallwiener LM, Seeger H, Mueck AO, Bitzer J, and Wallwiener M; Prevalence of Sexual Dysfunction and Impact of Contraception in Female German Medical Students ; doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01742.x)

Mar 14

Cannabis PsychosenWissenschafter haben f√ľr eine Studie an der Universit√§t von Queensland, Australien, mehr als 3.800 junge Erwachsene um die 20 Jahre zu ihrem Cannabis-Konsum befragt und sie au√üerdem auf Psychosen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen untersucht. 14 Prozent der Befragten gaben an, schon seit sechs Jahren oder l√§nger Haschisch zu rauchen.

Langzeit-Konsumenten hatten der Befragung zufolge offenbar ein doppelt so hohes Risiko, an psychotischen Symptomen wie Schizophrenie zu erkranken als jene Studienteilnehmer, die noch nie mit Cannabis in Ber√ľhrung gekommen waren. Sie waren auch doppelt so anf√§llig f√ľr Halluzinationen und hatten ein vierfach erh√∂htes Risiko, unter Wahnvorstellungen zu leiden. Die Gefahr nimmt nach Einsch√§tzung der Forscher parallel zur Dauer des Cannabis-Konsums zu. Je l√§nger der erste Cannabis-Konsum zur√ľcklag, desto gr√∂√üer war das Risiko einer Erkrankung. Eine Verbindung mit Depression und Selbstmordneigung sei nicht nachweisbar.

Ob die Erkrankung bei den Psychose-Patienten allein durch den Cannabis-Konsum ausgel√∂st wurde oder ob sie schon vor dem Drogenmissbrauch anf√§llig f√ľr Geisteskrankheiten waren, ist jedoch unklar. Bei Patienten, die schon in jungen Jahren unter Halluzinationen litten, war es demnach wahrscheinlicher, dass sie eher und √∂fter Cannabis konsumieren. Erg√§nzend ist anzumerken, da√ü dasselbe Ph√§nomen beim Konsum von Alkohol, Nikotin auftritt, dar√ľber erh√∂ht fr√ľhzeitiger Konsum von Rauschmitteln auch die Anf√§lligkeit f√ľr sp√§teres Suchtverhalten.

166 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren oder 4 Prozent dieser Altergruppe haben 2006 zumindest schon einmal gekifft. Cannabis ist die weltweit am meisten von meisten jungen Menschen konsumierte illegale Droge, die sich nun von den reichen Ländern auch auf die armen ausgebreitet habe. Am stärksten wird Cannabis nach Angaben der UN-Drogenbehörde in den USA, Australien und Neuseeland konsumiert, gefolgt von Europa. Prozentual die meisten Cannabis-Konsumenten gibt es aber in Asien.
Der Wirkstoff THC f√ľhrt zu einem “High”, einer leichten Euphorie und setzt die Reaktionszeit, die Informationsverarbeitung und Koordination herunter. 5-24 Prozent des gerauchten THC erreicht das Gehirn. Der Wirkstoff kann aber auch √Ąngste, Panikreaktionen oder psychotische Symptome ausl√∂sen. Es gibt Hinweise, aber keine Beweise, dass der THC-Gehalt in beschlagnahmten Cannabis-Produkten in den letzten 30 Jahren gestiegen sei.
Nach den ausgewerteten Studien k√∂nnten 9 Prozent der Menschen, die Cannabis konsumieren, abh√§ngig werden. Das Suchtrisiko ist f√ľr Nikotin mehr als dreimal so hoch, f√ľr Kokain doppelt so hoch. Von Alkohol werden 15 Prozent s√ľchtig, von Amphetaminen 11 Prozent.
W√§hrend chronische Bronchitis bei Cannabis-Rauchern h√§ufiger auftreten, gibt es noch keine Belege, dass Cannabis trotz der Karzinogene im Rauch zu Lungenkrebs f√ľhrt. Meist seien regelm√§√üige Kiffer auch Tabakraucher. Bei starken Kiffern soll Cannabis zu Aufmerksamkeits-, Ged√§chtnis- und Lernst√∂rungen f√ľhren k√∂nnen. Verbunden sei Cannabis-Konsum bei Jugendlichen mit schlechteren Schulleistungen, vermutet wird, dass hier eine Reihe von Ursachen neben den direkten Wirkungen eine Rolle spielen. Unklar ist, ob der Cannabis-Konsum direkt die Neigung steigert, auf h√§rteren Drogen umzusatteln, wie man dies in den USA, Australien und Neuseeland beobachten k√∂nne, schreiben die Autoren. Es k√∂nne auch daran liegen, dass die Kiffer bereits mit dem Drogenmarkt vertraut sein und so leichter an anderen Stoff herankommen.

(Quellen: [1], [2], tp; Photo:zamnesia)

Feb 27

Neues aus der beliebten Forschungsreihe “was machen Menschen mit h√∂herem IQ eigentlich anders als solche mit vergleichsweise niedrigerem?”

Sie rauchen nicht [1], sind eher nicht religi√∂s [2], gehen nachts sp√§ter schlafen und stehen daf√ľr am Morgen sp√§ter auf (ebd.). Bei intelligenten M√§nnern best√ľnde dar√ľber hinaus auch eine Vorliebe f√ľr sexuelle Monogamie (ebd.), was vielleicht mit der rascheren Anpassung intelligenter Menschen an neue Werte und Lebensstile erkl√§rt werden k√∂nne.

Da seit Jahren alle paar Monate neue Studien rund um m√∂gliche Zusammenh√§nge zwischen Intelligenz und anderen Daten aus der Psychologie, Verhaltensforschung, Soziologie, Medizin u.dgl. erscheinen (merke: eine Koinzidenz bedeutet nicht unbedingt auch eine Korrelation… ;-)), werde ich diesen Blog-Eintrag laufend mit den neuesten “Erkenntnisen” zu diesem Thema erg√§nzen.

(Photo src:copyblogger.com)

Blog-Begriffswolke:
ÔĽŅ10.06.18