Sep 27

(Image: dw.com)

Der Flugzeugabsturz am 24. März 2015 hat die Weltöffentlichkeit schockiert – denn er wurde durch den Piloten, der sich (wie sich nachher herausstellte) aufgrund von schweren Depressionen in ärztlicher Behandlung befand, gezielt herbeigeführt. 150 Menschen kamen dabei ums Leben.

Wie sich nun herausstellt, könnte der Grund für den psychischen Ausnahmezustand, in dem sich der Pilot befand, in seiner Nutzung von Antidepressiva gelegen haben. Bestimmte Arzneimittelgruppen, insbesondere jene der sogenannten SSRI’s (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), Antidepressiva wie Prozac und Paxil, Antipsychotika, Benzodiazepine wie Valium, Anti-Raucher- und Anti-Asthma-Medikamente, Antihistaminika oder auch solche mit stimulierender Wirkung wie Ritalin können nachweislich Suizide oder Tötungsdelikte auslösen. Sie sind auf der Website des Psychiaters aufgelistet (siehe untenstehender Link).

Das Risiko dafür, dass es zu derart massiven Handlungen kommt, ist grundsätzlich gering – sollte aber auch nicht völlig negiert werden. Und es unterstreicht, wie wichtig die ergänzende psychotherapeutische Begleitung von Menschen, die etwa unter Depressionen oder Angststörungen leiden, ist: nicht nur werden durch sie wichtige Bewältigungsstrategien erlernt, nebenbei entsteht durch das Vertrauensverhältnis Klient/in – Therapeut/in auch eine Verbindung, die schwierigste Phasen überwinden helfen kann, sowie eine Eingriffsmöglichkeit der Therapeuten, wenn diese merken, dass ihre Klienten etwa in ein präsuizidales Syndrom abgleiten.

Zum Weiterlesen:

Jul 28

(Bild: iStockPhoto)

Jeder weiß um die Schädlichkeit des Tabakkonsums, der Staat macht das Rauchen immer ungemütlicher und teurer, und ganze Industriezweige leben von der Hoffnung aufhörwilliger Raucher, die Entwöhnung leichter und erträglicher zu machen. Und doch tun sich die meisten äußerst schwer, mit dem Rauchen aufzuhören…

Wann immer aber reine Selbstdisziplin, die Macht der Chemie und der Arzneimittel nicht ausreichen, unser Verhalten zu ändern, wurde die Psyche als steuernde Kraft übersehen – und die ist nun einmal vom bewussten Verstand kaum und über Medikamente nur sehr begrenzt zu kontrollieren! So geraten Betroffene häufig in ein langjähriges Wechselspiel zwischen Aufhörversuchen und einem Zurückfallen in die alten Abhängigkeitsmuster – und natürlich fühlen sie sich die ganze Zeit hindurch schlecht, da sie ja eigentlich aufhören wollen, zu rauchen, es aber nicht schaffen. Sie wollen ihrem Körper etwas Gutes tun und ihn gesund erhalten – aber irgend etwas tief in ihnen hindert sie daran.

Wenn Sie dies auch von sich selbst kennen, kann es hilfreich und erhellend sein, sich im Rahmen einer Sequenz von Beratungsgesprächen einmal mit den Gründen Ihres Abhängigkeitsverhaltens auseinanderzusetzen. Wenn der bewußte Verstand besser erkennt, was “tief unten im Keller” (der Psyche) vor sich geht, und ein paar bewährte Strategien vermittelt bekommt, die er für seine Ziele anwenden kann, dann kann er Ihren Körper weitaus effizienter unterstützen und wieder die volle Kontrolle über das Geschehen zurückerlangen. Hypnotherapie kann in vielen Fällen dabei helfen, die neuen und “rauch-befreiten” Verhaltensmuster dauerhaft im Unterbewußten zu verankern.

Dec 29

Eine sehr interessante Auflistung von Studien findet sich in einem Artikel [1] in Telepolis: in diesen wurde nachgewiesen, daß bestimmte psychologische Tendenzen oder persönliche Neigungen sich offenbar in den sozialen Netzen, in denen sie auftreten, im Laufe der Zeit verbreiten. Was in bestimmten Fällen (Rauchentwöhnung, Spaß an bestimmten Tätigkeiten, Lebenszufriedenheit und Glück) ein Segen sein kann, ist in anderen (Einsamkeit, Eßstörungen, Kriminalität, Depression) wohl ein Fluch… Erklärbar ist diese Neigung wohl mit der enormen Wichtigkeit, die unser engeres soziales Umfeld seit urgeschichtlichen Zeiten hatte. Einzelgänger hatten während den Anfängen der Menschheit keine Chance zu überleben, jeder war gut beraten, sich mit dem eigenen “tribe” zu arrangieren und die eigenen sozialen Parameter mit jenen der anderen Gruppenmitglieder abzustimmen. Im Grunde ist dies auch heute noch wichtig – wenn es sich viele auch nicht eingestehen mögen, wo doch der Individualismus (z.T. sogar auf Kosten anderer) das aktuelle gesellschaftliche Ideal in der westlichen Kultur darstellt. Die vorliegenden Studien zeigen, wie sehr wir de facto unbewußt mit unserem sozialen Umfeld verbunden sind und uns diesem anpassen.

In eine ähnliche Kerbe schlagen auch zwei andere Artikel der Website: laut aktuellen Statistiken habe sich die Häufigkeit von Störungen aus dem Autismus-Spektrum [2] (z.B. auch Asperger-Syndrom) und antisozialem Verhalten [3] während der letzten Jahre signifikant erhöht. Bereits 1% der 8-Jährigen (1 von 110 Kindern) soll autistisch sein, im Jahre 2007 war es noch 1 von 150 Kindern. Und in England, wo seit 1998 “antisoziales Verhalten” definiert und schließlich die berüchtigten “Anti-Social Behaviour Orders” (ASBO) erlassen wurden, ist mittlerweile angeblich jede Sekunde ein Brite “Opfer von antisozialem Verhalten”. Was nicht allzu verwunderlich ist, liest man in den entsprechenden Unterlagen, daß schon “teenagers hanging around on the streets” als antisozial einzustufen sind.
Der sprunghafte Zunahme derartiger Zahlen könnte ganz einfach darin liegen, dass Ärzte, Pädadogen oder Richter Kinder häufiger entsprechend einstufen:

“Wenn neue Normen und damit Normverletzungen von einer Gesellschaft eingeführt werden, wächst auch die Wahrnehmung dafür. Wenn es sich um vermeintlich abweichendes Verhalten handelt, wächst die Angst, die zuvor möglicherweise gar nicht vorhanden war. Ganz ähnlich ist das mit neuen Störungen und Krankheitsbildern. Plötzlich gibt es eine Welle an Autismus, Internetsucht oder Aufmerksamkeitsstörungen. Und keiner weiß wirklich, ob es neue Krankheitsformen sind oder sich eben nur die Norm verschoben hat.”

Quellen: [1], [2], [3]. Bildquelle: german.cri.cn

Dec 19

Das österreichische Testmagazin “Konsument” vergleicht in seiner Jänner-Ausgabe nikotinfreie Therapiehilfen. Das Ergebnis: Beratung und psychotherapeutische Unterstützung, eventuell in Kombination mit Medikamenten, führen eher zur Abstinenz als viele “alternative” Mittel.

Unter den rezeptpflichtigen Medikamenten zeigte sich bei Varenicilin, daß es häufig Nebeneffekte mit sich bringt, etwa Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit sowie depressive Verstimmungen. Nach einem Jahr liegt die Abstinenzrate bei 20%, unklar ist jedoch, ob der Effekt über die Anwendungsdauer hinaus anhält. Beim “Antidepressivum” Bupropion (aka Wellbutrin, Amfebutamon, Zyban) existieren noch zu wenig Daten bezüglich Nebenwirkungen und Langzeiterfolg, kurzfristig jedoch kann es bei der Entwöhnung unterstützen.

Zu Homöopathie, Bachblütentherapie und Akupunktur wurde von Konsument festgestellt, daß bisher “kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung vorliegt”.

Die Papaya, Haselnuß, Pfefferminz und Eukalyptus enthaltenden NTB-Kräuterretten sind günstig, die Belastung “mit toxischen und kanzerogenen Rauchinhaltstoffen” sei allerdings ebenfalls sehr hoch, so die Analyse. Zur Zigarettenattrappe Smoz aus Kunststoff mit Pfefferminz-, Erdbeer- oder Zitronenaroma weist der Hersteller selbst darauf hin, dass Smoz nicht für den Nikotinentzug geeignet ist.

Auch für den Einsatz von Hypnose in der Raucherentwöhnung gibt es laut “Konsument” bisher keine wissenschaftlichen Nachweise.

Raucherberatung und Psychotherapie: Die von Krankenkassen und Ärzten angebotenen Beratungen sowie psychotherapeutische Verfahren erhöhen die Erfolgsquoten deutlich, so die Tester. Bei einzelnen davon entspricht die Wirksamkeit jener einer Zyban-Behandlung: nach einem Jahr waren 39% rauchfrei, während im gleichen Zeitraum nur 12% der medikamentös behandelten Raucher abstinent blieben.

Hinweis R.L.Fellner:
Den Testergebnissen zur Hypnose muß allerdings deutlich widersprochen werden, jedenfalls, sofern “Hypnose” mit speziellen, auf Hypnotherapie basierenden Entwöhungsprogrammen (Link führt zu Info-Artikel) gleichgesetzt wird. Zur Wirksamkeit letzterer existieren umfangreiche Studien, die erste davon jene von Kline aus dem Jahre 1980. Allerdings weisen viele dieser Studien z.T. erhebliche methodische Mängel auf, wie C.C.Schweizer in ihrer Arbeit “Hypnotherapie bei Nikotinabusus” korrekt feststellt. Dieser zufolge dürfte die Erfolgsquote von Hypnotherapie je nach eingesetzter Methodik zwischen 25% und 46% liegen.

(Quellen: Konsument 01/2010, Der Standard 18.12.2009, Schweizer, Cornelie C., “Hypnotherapie bei Nikotinabusus” (Diss. , 2006), Kline M.V., “The Use Of Extended Group Hypnotherapy Sessions in Controlling Cigarette Habituation” in: The Internations Journal of Clinical and Experimental Hypnosis. 18. 270-282. Bildquelle:mentaltraining-hypnose.de)

Blog-Begriffswolke:
10.06.18