Dec 16
Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom können das Leben zur Qual machen (Bildquelle: findhomeremedies.com)

Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom können das Leben zur Qual machen (Bildquelle: findhomeremedies.com)

Weltweit leiden etwa 1 von 10 Erwachsenen unter der häufig schmerzhaften und schwächenden Erkrankung namens Reizdarmsyndrom (engl.: irritable bowel syndrome / IBS), eine Erkrankung, welche nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesundheitskassen enorm belastet: in den USA schätzungsweise mit 1 Mrd. US-Dollar pro Jahr.

Eine Meta-Analyse, welche im Dezember 2015 in der Zeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology ver√∂ffentlicht wurde, hat nun festgestellt, dass die positiven Auswirkungen von Psychotherapie langanhaltend sind (in der Analyse der Ergebnisse von insgesamt 41 klinischen Studien aus einer Reihe von verschiedenen L√§ndern mit mehr als 2.200 Patienten konnte hierbei ein Zeitraum von bis zu 12 Monaten gepr√ľft werden). Schon fr√ľhere Studien stellten fest, dass Psychotherapie mindestens genauso wirksam wie Medikamente bei der Verringerung der Symptomatik dieser gastrointestinalen St√∂rung ist.

“Unsere Studie ist die erste, die langfristige Auswirkungen betrachtet hat”, sagte einer der Autoren, Lynn S. Walker, Professor f√ľr P√§diatrie am Vanderbilt University Medical Center. “Wir haben festgestellt, dass der moderate Nutzen, den Psychotherapie kurzfristig vermittelt, langfristig anh√§lt.” Dies ist von Bedeutung, da das Reizdarmsyndrom eine chronische, intermittierende Erkrankung ist, f√ľr die es keine gute medizinische Behandlung gibt.
Sie ist durch chronische Bauchschmerzen, Unwohlsein, Bl√§hungen, Durchfall oder Verstopfung gekennzeichnet und als St√∂rung der “Gehirn-Darm-Achse” klassifiziert. F√ľr sie ist heute keine medizinische Heilung verf√ľgbar, es gibt jedoch Behandlungen zur Linderung der Symptome wie di√§tetische Anpassungen, Medikamente und psychotherapeutische Interventionen.

“Westliche Medizin betrachtet den Geist als getrennt vom K√∂rper, das Reizdarmsyndrom ist jedoch ein perfektes Beispiel daf√ľr, wie die beiden miteinander verbunden sind”, sagte einer der Mitautoren K. Laird. “Denn Magen-Darm-Symptome k√∂nnen √ľber Stress und Angst die Intensit√§t der Symptome erh√∂hen: dies ist ein Teufelskreis, den psychotherapeutische Behandlung zu durchbrechen unterst√ľtzen kann.

In einer separaten Studie untersuchten die Psychologen der Vanderbilt University verschiedene psychotherapeutische Methoden hinsichtlich ihrer Verbesserung der F√§higkeit der Reizdarmsyndrom-Patienten, an t√§glichen Aktivit√§ten teilzunehmen. Sie fanden zum einen, dass Psychotherapie bessere Erfolge zeitigte als andere Verfahren. Als besonders effektiv erwiesen sich hierbei konfrontative Verfahren (wie sie z.B. in der Verhaltenstherapie und der Systemischen Psychotherapie bzw. Kurzzeittherapie eingesetzt werden), bei denen die Betroffenen mit unangenehmen Situationen konfrontiert bzw. diesen ausgesetzt werden. Schlie√ülich sollen bei fortschreitendem therapeutischem Behandlungserfolg auch wieder lange Autofahrten, das Essen in Restaurants und Besuche von Orten, an denen nicht jederzeit Toiletten verf√ľgbar sind, m√∂glich sein.

“Die Bewertung der t√§glichen Funktion ist wichtig, weil sie zwischen jemandem unterscheidet, der k√∂rperliche Symptome erlebt, sich aber voll und ganz f√ľr Arbeit, Schule und soziale Aktivit√§ten engagieren kann – und jemand, der das nicht kann”, sagte K. Laird, die Hauptautorin der Studie “Comparative efficacy of psychological therapies for improving mental health and daily functioning in irritable bowel syndrome”, welche im November 2016 ver√∂ffentlicht wurde.

Quellen: [1, 2]

Mar 18

Gastbeitrag von Mag. Karin Steiner

z.B. Reizdarm, Reizmagen

Magen- und Darmbeschwerden stellen häufige körperliche Symptome dar, die oft mit einem erheblichen Leidensdruck einhergehen.
15-30% der Bevölkerung sind davon betroffen. Frauen doppelt so häufig als Männer.
Eine Reizdarmsymptomatik f√ľhrt oft zu schweren Beeintr√§chtigungen der sozialen und beruflichen Funktionsf√§higkeit, da die Angst vor einer k√∂rperlichen ‚ÄěUnp√§sslichkeit‚Äú (wie bspw. Durchfall) die gesamte innere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.

Was ist ein Reizdarm?

Ein Reizdarm macht sich bemerkbar mit wiederkehrenden Bauchschmerzen bzw. chronischem Unbehagen der Bauchregion √ľber einen l√§ngeren Zeitraum hinweg (seit mindestens 6 Monaten). Zus√§tzlich k√∂nnen Bl√§hungen, Schleimbeimengungen im Stuhl und auch das Gef√ľhl der inkompletten Stuhlentleerung auftreten.

Das Reizdarmsyndrom kann vorwiegend eher mit Verstopfung, oder eher mit Durchfall, bzw. mit beiden Beschwerden einhergehen.

Was ist ein Reizmagen?

Beim Reizmagen treten dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen/Brennen bzw. Beschwerden im Oberbauch auf. Begleitet k√∂nnen die Schmerzen durch ein V√∂llegef√ľhl bzw. ein fr√ľhes S√§ttigungsgef√ľhl nach der Mahlzeit werden. Manchmal kann es auch zu einem vermehrt auftretenden √úbelkeitsgef√ľhl und Erbrechen kommen.

Ursachen

H√§ufige Entz√ľndungsbereiche (Bild: kompetenznetz-ced.de)

Das enterale Nervensystem ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Verdauungstrakt durchzieht. Es spielt bei der Kontrolle der Verdauungsvorg√§nge eine wesentliche Rolle. Es funktioniert wie ein Gehirn im Darm und kommuniziert mit dem zentralen Nervensystem (Hirn-Darm-Achse). Diesbez√ľgliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass neben biologischen Prozessen auch die psychische Situation einen wesentlichen Einfluss auf Entstehung und Aufrechterhaltung der Magen-Darm-Beschwerden aus√ľbt.
PatientInnen mit funktionellen gastrointestinalen St√∂rungen sp√ľren ihre normale Verdauung als Schmerz. Sie reagieren mit einem gesteigerten Schmerzempfinden auf die Dehnungsreize im Darm.
Diese √úberempfindlichkeit kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Neben Infektionen des Magen-Darm-Trakts, Nahrungsmittelunvertr√§glichkeiten, spielen auch psychische Ursachen eine Rolle. Stress und belastende Lebensereignisse haben einen direkten Einfluss auf das Verdauungssystem. Mittels funktionellem Magnetresonanz-Imaging (=bildgebendes Verfahren) von Hirnfunktionen konnten Nachweise f√ľr die enge Verbindung zwischen Gehirn und dem Verdauungstrakt unter Stress erbracht werden.
Auch eine famili√§re H√§ufung der Beschwerden konnte nachgewiesen werden. Dies kann sowohl durch eine erbliche Vorbelastung erkl√§rt werden, als auch als Verhalten (Kinder beobachten ihre Eltern, √ľbernehmen deren Klagen und Beschwerden) kopiert werden.

Die Mehrzahl der Betroffenen leiden auch an psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, Angst- und somatoforme (= körperliche Symptome ohne ausreichende organische Ursachen) Störungen.

Wodurch können Symptome ausgelöst werden?

Nahrungsmittel sind häufig Auslöser von Symptomen. Die Mehrzahl der PatientInnen
(50-70%) leiden auch an Nahrungsmittelunvertr√§glichkeiten. Nahrungsmittelbestandteile, ob nat√ľrlich oder k√ľnstlich hergestellt, k√∂nnen bei vielen Menschen Bauchschmerzen, Bl√§hungen und Durchf√§lle ausl√∂sen.
Milch (-zucker), Kaffee (Coffein), fettreiche Nahrung, Alkohol, zuckerfreier Kaugummi (Sorbitol), gasproduzierende Mahlzeiten (M√ľsli, H√ľlsenfr√ľchte, Zwiebel, etc.), aber auch eine hastige Nahrungsaufnahme und Essen unter psychisch belastenden Umst√§nden (Zeitdruck oder bei gleichzeitiger Problembesprechungen usw.) k√∂nnen Magen-Darmbeschwerden hervorrufen.

Behandlungsmöglichkeiten

Viele Betroffene haben bereits eine Odyssee an verschiedenen Behandlungen hinter sich, die häufig wenig Verbesserung der Symptomatik brachten. Dementsprechend können auch Folgesymptome wie bspw. depressive Verstimmungen oder Angstzustände (Angst vor einer Tumorerkrankung) auftreten.

Eine Krankheitsbehandlung, die all den Erkenntnissen √ľber die Zusammenh√§nge gerecht werden will, muss dementsprechend weit gefasst sein. Das hei√üt, dass k√∂rperliche und psychosoziale Faktoren gleicherma√üen in der Behandlung ber√ľcksichtigt werden.
Somit ist die Kombination von medikamentöser Behandlung der körperlichen Symptome einerseits, und Psychotherapie, um die psychosozialen Leiden der betroffenen Personen zu mildern, andererseits, die wirkungsvollste Methode.

Nach Univ. Prof. Dr. Gabriele Moser (AKH Wien) sollte die Therapie Рabgestuft nach Schweregrad Рfolgendermaßen erfolgen:

  • Medizinische Abkl√§rung (Anamnese) und Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Aufkl√§rung √ľber Symptome und m√∂gliche Ursachen sowie ausl√∂sende Wirkung verschiedener Faktoren (Nahrungsmittel, Hormonver√§nderung beim Menstruationszyklus, Stress etc.)
  • F√ľhren eines Symptomtagebuchs √ľber 4 Wochen: Herausfiltern von ausl√∂senden oder verst√§rkenden Reizen, Aufzeichnung der Symptomst√§rke (mit Schweregraduierung von 1-10), hinzukommende Faktoren (Ern√§hrung, k√∂rperliche Aktivit√§t, belastende Situation, Stress, etc.), Emotionen (traurig, √§ngstlich, w√ľtend,…) und Gedanken (‚Äěbin zuversichtlich/hoffnungslos‚Äú, ‚Äěhalte das nicht mehr aus‚Äú etc.)
    Dies ist zumeist der erste Schritt, Kontrolle √ľber die k√∂rperlichen Beschwerden zu erlangen, da von den Betroffenen Zusammenh√§nge erkannt werden k√∂nnen.
  • Symptomorientierte Medikation durch die Gabe von Antidepressiva
    Gerade bei chronischen und kaum beeinflussbaren Schmerzen haben Antidepressiva gute Erfolge erzielt. Diese werden nicht prim√§r wegen der antidepressiven Wirkung verabreicht, sondern um das Schmerzempfinden zu vermindern. √úber Nebenwirkungen m√ľssen die Patienten aufgekl√§rt werden, da die eigentliche Wirkung erst ab der 3. Behandlungswoche einsetzt.
  • Psychotherapie/Hypnose
    Psychotherapie zählt zu den wirkungsvollsten Behandlungsmethoden, vor allem bei jenen, denen bisher nicht anders geholfen werden konnte.
    Dies konnte auch wissenschaftlich nachgewiesen werden. In den meisten Studien wurde Psychotherapie mit ‚Äěherk√∂mmlichen‚Äú Methoden (=medikament√∂ser Behandlung) verglichen und zeigte sich meist deutlich wirksamer.
    Vor allem die Hypnosetherapie zählt mittlerweile beim Reizdarmsyndrom zu den Standardtherapien.

Verdauungstrakt-gerichtete (‚Äěgut-directed‚Äú) Hypnose

Der Einsatz einer spezifisch auf den Bauch gerichteten Hypnose zur Behandlung von Reizdarm- oder Reizmagenbeschwerden wurde erstmals von einer Arbeitsgruppe um Prof. Peter Whorwell in Manchester entwickelt. Mit dieser Methode wird den Patienten im Rahmen von 12 Hypnosesitzungen unter anderen suggeriert, dass ihr Magen-Darm-Trakt ruhig und rhythmisch funktioniert und die Betroffenen wieder die Kontrolle √ľber diese K√∂rperregion √ľbernehmen. Dadurch werden nicht nur die Schmerz√ľberempfindlichkeit des Magen-Darm-Traktes, sondern auch die Darmbewegungen positiv beeinflusst und beruhigt.
Auch im AKH Wien wurde diese Methode erfolgreich als Gruppenhypnose (bis zu 8 Personen) eingesetzt.

Ablauf der Einzelhypnosen

12 Sitzungen zu je einer Stunde einmal w√∂chentlich, √ľber einen Zeitraum von zirka 3 Monaten, gelten als erfolgreichste Dauer dieser Kurzzeittherapie, damit der gew√ľnschte Langzeiterfolg erzielt werden kann.

In der ersten Stunde werden die individuelle Situation und die genauen Beschwerden erfragt, damit die Hypnose genau an die betroffene Person angepasst werden kann. Ab der zweiten Sitzung wird mit einem psychotherapeutischen Gespr√§ch (zirka 20 Minuten) die aktuelle Situation erfasst und dann eine Hypnose durchgef√ľhrt.
Neben dem Effekt einer tiefen Entspannung, werden durch das Erzeugen von inneren Bildern ein Gef√ľhl von Ich-St√§rkung herbeigef√ľhrt, sowie die Vorstellung einer Normalisierung der Funktionen des Verdauungstraktes mit Verminderung der Schmerzen.

Ab der zweiten Sitzung sollen zu Hause Entspannungs√ľbungen (zumindest 10-15 Minuten) durchgef√ľhrt werden, die durch eine von mir aufgenommenen CD unterst√ľtzt werden.
So wird den Betroffenen durch das √úben wieder mehr Selbstkontrolle √ľber ihre k√∂rperlichen Empfindungen verliehen. Das Gef√ľhl des Ausgeliefertseins gegen√ľber den Symptomen vermindert sich schrittweise.

Nach Bedarf k√∂nnen ein oder mehrere Sitzungen zum Auffrischen der einge√ľbten Entspannungstechniken ein halbes bis ein Jahr nach Beendigung der Hypnoseeinheiten durchgef√ľhrt werden, um einen noch besseren Langzeiterfolg zu gew√§hrleisten.

Verfasserin des Textes:
Mag. Karin Steiner, Psychotherapeutin (www.reizdarm.cc)

Dec 05

(Bildquelle: frag-dich-gesund.de)

Eine neue Studie beschreibt Zusammenh√§nge zwischen Psyche und chronisch entz√ľndlichen Darmerkrankungen (CED) wie z.B. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, welche nach heutigem Wissensstand zwar behandel- aber nicht heilbar sind. Die an der Universit√§t Erlangen durchgef√ľhrte Studie zeigt, welche Auswirkungen diese Erkrankungen auf die Psyche der Betroffenen haben k√∂nnen. Unsicherheit im Sozialkontakt, ein erh√∂htes soziales Unterst√ľtzungsbed√ľrfnis und Depressivit√§t z√§hlen demnach zu den gravierendsten Faktoren.

Chronisch entz√ľndliche Darmerkrankungen betreffen etwa 1% der mitteleurop√§ischen Bev√∂lkerung und brechen zumeist im Alter von 15 bis 35 Jahren aus, einer Zeit, in der viele Menschen ihre Berufe planen, dort hohen Anforderungen ausgesetzt sind, und Familien gr√ľnden. Man vermutet deshalb Ver√§nderungen der individuellen Umweltbedingungen und Stressbelastung als mitausl√∂sende Faktoren. Gene und eine Barrierest√∂rung des Darms werden ebenfalls als mitverursachend vermutet. Die Krankheiten verlaufen schubweise, mit Bauchschmerzen, h√§ufigen Durchf√§llen und bei l√§nger anhalten Sch√ľben mit Gewichtsverlust und Schw√§che. Neben den k√∂rperlichen Beschwerden spielen die psychosozialen Belastungen eine wichtige Rolle f√ľr Betroffene: Die Erkrankung kann von √Ąngsten begleitet sein, die Beschwerden werden h√§ufig im Arbeits- oder sozialen Umfeld tabuisiert und k√∂nnen zu Problemen am Arbeitsplatz f√ľhren.

Zwischen 2011 und 2012 wurden insgesamt 270 Personen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und eine nicht von CED betroffene Kontrollgruppe von 110 Personen zu den ihr Wohlbefinden am st√§rksten beeinflussenden psychischen Faktoren befragt. Als Ergebnis zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen chronisch entz√ľndlichen Darmerkrankungen, dem verst√§rkten Auftreten von Depressivit√§t sowie einem erh√∂hten Bedarf an sozialer Unterst√ľtzung durch die jeweiligen Familien, Selbsthilfegruppen oder manchmal auch psychotherapeutische Massnahmen bieten. Anteilsm√§√üig besonders stark sind an Morbus Crohn erkrankte Patienten von psychischen Folgen betroffen, und diese dar√ľber hinaus auch in ihrer Auspr√§gung von der Schwere des Entz√ľndungsgrades abh√§ngig.

(Quellen: Kompetenznetz Darmerkrankungen, MedAustria)

Mar 19

Hypnotherapie hilft bei Reizdarmsyndrom (Foto: Takeda)

Der häufigere Einsatz der Hypnotherapie zur Linderung der Symptome des Reizdarmsyndroms (RDS) könnte den Betroffenen helfen und zusätzlich Geld sparen.

Der am Gloucestershire Royal Hospital t√§tige Gastroenterologe und Herausgeber des Fachmagazins ‘Frontline Gastroenterology’ Roland Valori gab in dessen letzten Ausgabe das Ergebnis einer Studie bekannt, nach dem sich die Symptome durch den Einsatz der Therapie bei neun von zehn der ersten 100 behandelten Patienten deutlich verbessert h√§tten. Trotzdem werde Hypnotherapie √ľberraschend selten eingesetzt – ein Grund daf√ľr k√∂nnte sein, dass √Ąrzte ganz einfach nicht daran “glaubten”, dass diese wirklich funktioniert. Doch die ersten Belege f√ľr die Wirksamkeit der Hypnotherapie bereits in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ver√∂ffentlicht. Valori hatte deshalb Anfang der 90er-Jahre begonnen, Patienten zur Hypnotherapie zu √ľberweisen und fand diese Behandlungsm√∂glichkeit tats√§chlich h√∂chst erfolgreich. Er √ľberpr√ľfte die ersten 100 Patienten, die er √ľberwiesen hatte, und fand heraus, dass die Symptome in vier von zehn F√§llen vollst√§ndig verschwunden waren. Bei weiteren f√ľnf von zehn F√§llen berichteten die Betroffenen, dass sie ihre Symptome besser unter Kontrolle und daher weniger Schwierigkeiten damit h√§tten. Ihm sei schon damals ziemlich klar gewesen, dass die Hypnotherapie ein erstaunlicher Erfolg gewesen sei, so Valori – in der Studie h√§tten seine Beobachtungen nun ihre Best√§tigung gefunden.

Bei RDS handelt es sich um eine verbreitete funktionelle Erkrankung des Darms, die zu Schmerzen im Bauchbereich, V√∂llegef√ľhl sowie fallweise Durchfall oder Verstopfung f√ľhren kann.
Hypnotherapie hilft bei diesem St√∂rungsbild vor allem bei j√ľngeren Frauen mit den typischen Symptomen und relativ zu Beginn der Krankheit sehr gut; ihre Wirkung beruht vermutlich zum Teil darauf, dass sie den Patienten hilft, sich zu entspannen. H√§ufig befinden sich die Betroffenen auch in schwierigen Lebenssituationen, hier kann die Hypnotherapie ihnen helfen, auf diesen Stress ad√§quater zu reagieren.

(Quellen: Frontline Gastro Issue Apr 2010, vol 1;¬† Fellner, R.L., “Hintergr√ľnde und Verfahren von Hypnose und Hypnotherapie“; Der Standard)

Blog-Begriffswolke:
ÔĽŅ10.06.18