Jul 25
Autismus Schwangerschaft Antidepressiva

Erhöhtes Risiko bei Antidepressiva-Einnahme der Mutter während der Schwangerschaft (Bildquelle: Fotolia)

Schon seit vielen Jahren wird ein Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen (besonders Depressionen) von M√ľttern und der Wahrscheinlichkeit derer Kinder, an Autismus zu erkranken, vermutet. Nun scheint eine im British Medical Journal ver√∂ffentlichte Studie der Universit√§t Bristol diese Vermutung – wenn auch auf andere Weise – zu erh√§rten.

So scheint der Konsum von Antidepressiva w√§hrend der Schwangerschaft zumindest teilweise mit dem sp√§teren Auftreten von Autismus bei Kindern zusammenzuh√§ngen. Kinder, deren M√ľtter w√§hrend der Schwangerschaft zu Antidepressiva greifen, tragen den gefundenen Zahlen zufolge ein h√∂heres Autismus-Risiko als Kinder, deren psychisch erkrankten M√ľtter auf diese medikament√∂se Intervention verzichten. Dieses Risiko ist – dieser Studie zufolge – allerdings nur leicht erh√∂ht.

In der Studie wurden 250.000 zwischen vier und 17 Jahre alte schwedische Kinder und Jugendliche, unter denen sich mehr als 5.000 Menschen mit Autismus befanden, untersucht. Ihre M√ľtter waren entweder psychisch unbelastet oder von Depression betroffen, manche der letzteren nahmen Antidepressiva ein oder verzichteten auf Medikamente. Die Kinder der M√ľtter, welche w√§hrend ihrer Schwangerschaft Antidepressiva einnahmen, waren sp√§ter zu 4,1% von Autismus betroffen, jene von M√ľttern, die keine entsprechenden Medikamente einnahmen, nur zu 2,9%.
Demnach brachten mehr als 95% der M√ľtter, die Antidepressiva einnahmen, keine autistischen Kinder zur Welt.

Bemerkenswert ist allerdings, dass andere Studien mit √§hnlichen Fragestellungen teils deutlich h√∂here Wahrscheinlichkeiten f√ľr Autismus-Entwicklung der Kinder ergaben (bis zu einer Verdopplung des Risikos bei der Einnahme von SSRI’s, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, w√§hrend des 2. und 3. Trimesters der Schwangerschaft im Zuge einer Studie der Unversit√§t von Montreal 2015 (p=145.000), teils auch gar keinen Zusammenhang fanden (z.B. 2015).

Aus den zur Verf√ľgung stehenden Forschungsergebnissen ist nach Meinung des Autors somit keine generelle Warnung hinsichtlich der Einnahme von Antidepressiva abzuleiten: ist also eine unterst√ľtzende Einnahme von Antidepressiva rechtzufertigen (z.B. bei erheblich belastenden und trotz regelm√§√üiger Psychotherapie nur wenig ver√§nderlichen Depressionsformen), sollte diese durchaus auch w√§hrend der Schwangerschaft fortgesetzt werden – sofern sich die damit verbundene hormonelle Umstellung nicht ohnedies bereits positiv auf die Depression auswirkt!

Dec 08

Frauen, die kurz nach der Geburt wegen schwerer psychiatrischer Erkrankungen (einschließlich Depressionen) behandelt werden mussten, werden im späteren Leben häufiger als bipolar diagnostiziert verglichen mit Frauen, deren erste psychiatrische Episode während eines anderen Lebensabschnitts auftritt, wie eine neue Studie aus Dänemark zeigt.

Es besteht jedoch noch Unklarheit dar√ľber, ob es sich bei postpartalen Depressionen oder Schizophrenie-√§hnlichen Episoden nicht gelegentlich tats√§chlich um falsch diagnostizierte bipolare St√∂rungen handelt – oder, ob mehr Frauen mit diesen Erstdiagnosen im Laufe der Zeit wom√∂glich vermehrt bipolare St√∂rungen entwickeln. Doch w√§hrend postpartale Depressionen relativ h√§ufig sind, treten schwere Depressionen und andere psychiatrische Episoden, welche station√§re oder ambulante Klinikaufenthalte erfordern, nur bei ca. 1 von 1.000 neuen M√ľttern auf.

Bipolare St√∂rungen sind durch Wechsel zwischen schweren Depressionen und “Manien” (w√§hrend denen eine Person √ľberm√§√üig aufgeregt, gl√ľcklich und voller Energie ist) gekennzeichnet. Sie werden heute i.d.R. mit Kombinationstherapien aus Medikamenten und Psychotherapie behandelt. Am h√§ufigsten manifestieren sie sich im fr√ľhen Erwachsenenalter – und das National Institute of Mental Health (USA) sch√§tzt, dass immerhin 6% der US-Bev√∂lkerung an einem gewissen Punkt im Leben an dieser St√∂rung erkranken.

Fr√ľhere Studien suggerierten, dass der Geburtsvorgang als Ausl√∂ser f√ľr eine erste bipolare Episode fungieren k√∂nnte. Doch nur wenige Frauen wurden w√§hrend der ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes entsprechend diagnostiziert. Nach der vorliegenden Arbeit wird nun vermutet, dass eine schwere psychische Krise kurz nach der Geburt auf eine zugrunde liegende bipolare St√∂rung hindeuten k√∂nnte.

In der Studie wurde der Status von d√§nischen Frauen nach einer ersten psychiatrischen Episode √ľber 15 Jahre hindurch beobachtet, um zu sehen, ob der Zeitpunkt der Episode – kurz nach der Geburt oder nicht – eine Schlu√üfolgerung dar√ľber erlauben w√ľrde, ob sich sp√§ter eine bipolare St√∂rung zeigen w√ľrde. Zu diesem Zweck wurden die Krankheitsgeschichten von 120.000 Frauen, welche seit 1970 aufgrund schwerer Depressionen oder einer anderen psychiatrischen Erkrankung station√§r behandelt wurden, analysiert. Von diesen hatten 2.900 die Episoden innerhalb eines Jahres nach der Geburt ihres ersten Kindes.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine schwere psychiatrische Episode in dem Monat nach der Geburt (im Vergleich zu einer Episode zu einem anderen Zeitpunkt) mit einer vierfachen Wahrscheinlichkeit letztlich zu einer bipolaren Diagnose f√ľhrt. Von Frauen, die ihre erste psychiatrische Folge im ersten Monat nach der Geburt hatten, wurden 14 Prozent schlie√ülich als bipolar diagnostiziert im Vergleich zu 4-5% der Frauen mit psychiatrischen Episoden zu einem anderen Zeitpunkt. Die fr√ľheren Studienergebnisse wurden also best√§tigt, jedoch auch ein Zusammenhang mit anderen psychiatrischen Diagnosen aufgezeigt. Die Geburt eines Kindes ist somit ein potenter und spezifischer m√∂glicher Ausl√∂ser f√ľr bipolare St√∂rungen.

Daran beteiligt sein könnten hormonelle Veränderungen, die während der letzten Schwangerschaftswochen und beim Geburtsvorgang selbst auftreten, ebenso wie Schlafmangel und verschiedene Stressfaktoren. Häufig werden in diesen Folgen jedoch fälschlicherweise Depression oder Angststörungen diagnostiziert.

Keineswegs sicher ist jedoch, ob die betreffenden Frauen nicht auch ohne die Geburt eines Kindes eine bipolare St√∂rung entwickelt h√§tten. Ebenso ist mit der Studie kein Beweis eines Zusammenhangs zwischen Geburt bzw. ‘postpartaler Depression’ und bipolaren St√∂rungen gefunden, und ob es sich etwa auch bei leichteren Depressionen um bipolare Symptome handeln k√∂nnte.

Sehr wohl aber vertreten die Studienautoren die Ansicht, dass behandelnde √Ąrzte bei auftretenden psychiatrischen Symptomen nach der Geburt verst√§rkt die M√∂glichkeit bipolarer St√∂rungen in ihre √úberlegungen einbeziehen sollten. Auch sollte Schwangerschaft in die Liste potenzieller Risiken f√ľr die Ausl√∂sung dieser St√∂rung aufgenommen werden. Mit diesen Ma√ünahmen k√∂nnte die Fr√ľherkennung deutlich verbessert werden und damit auch eine fr√ľhestm√∂gliche, effiziente Behandlung oder zumindest St√ľtzung der Frauen erreicht werden, statt mit einer vorschnellen Behandlung ausschlie√ülich mittels Antidepressiva wom√∂glich bestimmte bipolare Symptome noch zu verschlimmern.

(Quellen: Reuters; Psychiatric Disorders With Postpartum Onset: Possible Early Manifestations of Bipolar Affective Disorders in: Arch Gen Psychiatry. Published online December 5, 2011. doi:10.1001/archgenpsychiatry.2011.157. Image credit: drop.ndtv.com)

Aug 12

Die Existenz sozialer Netzwerke entscheidet, wie wohl sich Schwangere f√ľhlen, wie Forscher der University of Michigan k√ľrzlich in der Zeitschrift “Journal of Cultural Diversity and Ethnic Minority Psychology” aufzeigten. Sie begleiteten 300 schwangere Frauen w√§hrend ihrer Schwangerschaft und untersuchten, was f√ľr ihr psychisches Wohlbefinden den Ausschlag gab.
Status, ethnische Zugeh√∂rigkeit und Reichtum sind demnach nicht wirklich die wichtigsten Faktoren. Auch einem Teil der benachteiligten Frauen ging es blendend – bei genauem Hinsehen allerdings zeigte sich, dass diese besonders aktive soziale Kontakte hatten. “Eingebundensein in ein enges soziales Netz ist wichtiger f√ľr das Wohlbefinden von Schwangeren als Ethnizit√§t oder Status”, fasst die Psychologin und Studienleiterin C. Abdou zusammen.

Die Frage, warum Menschen trotz widriger √∂konomischer, sozialer oder genetischer Umst√§nde gesund sind, wird in der Medizin immer wichtiger. Sie wird Salutogenese oder Resilenzforschung genannt. “Drei F√§higkeiten sind daf√ľr zentral”, berichtet Edith Wolber, Sprecherin des Deutschen Hebammenverbands e.V. “Menschen sind eher gesund, wenn sie sich selbst als Handelnde statt als Opfer erkennen. Zweitens ist es wichtig, das Geschehene intellektuell und emotional zu verstehen und richtig einzuordnen. Schlie√ülich hilft es zu wissen, dass es auch einen Sinn hat”, so die Expertin.

Die Schwangerschaft ist eine psychische Ausnahmesituation. Der K√∂rper ist im Umbruch und die Hormone ver√§ndern die Emotionen und auch die Begegnung mit anderen. Zudem w√§chst Leben im Bauch der Schwangeren heran. Das verunsichert, √§ngstigt und erfordert Austausch und besondere Betreuung. Diese boten fr√ľher automatisch die in der N√§he verf√ľgbare Mutter, Schwiegermutter, Freundinnen oder Nachbarn. Heute jedoch ziehen Frauen oft weit weg von zuhause. “Viel hat sich in Internet-Foren verlagert. Es braucht jedoch emotionale, k√∂rperliche und direkte Hilfe. Diese wurde professionalisiert – in Form der Hebammen.”

Nicht eindeutig gekl√§rt ist weiter, warum es manchen Schwangeren k√∂rperlich gut geht, anderen jedoch nicht. Wolber betont allerdings auch hier den Zusammenhang zur Psyche. “Kann eine Frau ihren Seelenschmerz nicht mit Worten ausdr√ľcken, so spricht der K√∂rper.” Das sei heute immer schwieriger. “Erstgeb√§rende sind heute 30 Jahre alt, haben schon gelernt ihr Leben zu managen und sich der [..] Arbeitswelt anzupassen. Diese sieht zwar, dass die Schwangerschaft keine Krankheit ist. Doch sie duldet sie aber auch nicht als Ausnahmesituation, in der Frauen eine Auszeit w√ľnschen.” K√∂rperliche Symptome und Krankenstand seien somit f√ľr viele ein notwendiger Fluchtweg in dieser Zerrissenheit.

(Quelle: Der Standard, 08/2010; Image source:ladycarehealth.com)

May 18

Eine gro√üangelegte Studie (n=1000) des Institutes f√ľr Frauengesundheit Baden W√ľrttemberg zur H√§ufigkeit sexueller Funktionsst√∂rungen bei Frauen sowie m√∂glichen Wegen, diese zu beeinflussen, wurde k√ľrzlich in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Sexual Medicine ver√∂ffentlicht.

Ziel dieser Studie war es, a) die H√§ufigkeit und b) die unterschiedlichen Formen von St√∂rungen der weiblichen Sexualfunktion zu erforschen. Ebenfalls untersucht wurde der Zusammenhang von Funktionsst√∂rungen und hormoneller Verh√ľtung mit der “Pille”, genauer mit unterschiedlichen Formen einer hormonalen Empf√§ngnisverh√ľtung. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurde gezielt nach der sexuellen Aktivit√§t und m√∂glichen Einflussfaktoren gefragt. Bez√ľglich einer eventuell durchgef√ľhrten Kontrazeption wurden die Auswirkungen verschiedener Verh√ľtungsmethoden auf die Sexualfunktion wie auch unterschiedliche hormonale Kontrazeptiva vergleichend ber√ľcksichtigt.

Die Auswertung zeigt, dass von den teilnehmenden Frauen 32,4 % ein Risiko f√ľr sexuelle Dysfunktion aufweisen, und zwar in den Bereichen Orgasmus (8,7 %), Libido (5,8 %), Befriedigung (2,6 %), Lubrikation (1,2 %), Schmerzen (1,1 %) und sexuelle Erregung (1,0 %). Signifikante Auswirkungen auf die Gesamtauswertung hatten die Faktoren Verh√ľtungsmethode und Rauchen, wobei die hormonelle Verh√ľtung mit geringerer Libido und Erregung assoziiert war als die Nicht-Verh√ľtung und die ausschlie√ülich nichthormonale Kontrazeption. Weitere Variablen wie Stressbelastung, Schwangerschaft, Partnerbeziehung und Kinderwunsch hatten ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Sexualfunktion.

Die Autoren weisen darauf hin, daß die Studie primär Assoziationen, nicht aber Kausalität einzelner Sexualstörungen nachweisen kann.

(Quelle: Wallwiener CW, Wallwiener LM, Seeger H, Mueck AO, Bitzer J, and Wallwiener M; Prevalence of Sexual Dysfunction and Impact of Contraception in Female German Medical Students ; doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01742.x)

Feb 16

Bei Frauen, die selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) einnehmen, kann der Milchfluss nach der Geburt versp√§tet einsetzen. Dies ist das Resultat einer Studie, die in der Februar-Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism erscheint. Zuvor hatten Studien an der Universit√§t von Cincinnati gezeigt, dass Serotonin an der Regulation der Laktation in der Milchdr√ľse beteiligt ist. Es lag deshalb nahe, den Einfluss von SSRI auf die Milchdr√ľse zu pr√ľfen, und es wurden Versuchsreihen mit genetisch modifizierten M√§usen und an 431 postpartalen Frauen durchgef√ľhrt.

Bei den mit SSRI behandelten Frauen setzte der Milchfluss im Schnitt 85,8 Stunden nach der Geburt ein, bei den unbehandelten M√ľttern dauerte es dagegen 69,1 Stunden. Im Allgemeinen ist der verz√∂gerte Milcheinschuss mit einer Latenz von √ľber 72 Stunden nach der Geburt definiert. Diese Erkenntnisse sind nicht alarmierend, zeigen aber doch, da√ü SSRI’s auch physiologische Querwirkungen in bisher unerwarteten Bereichen haben.

(Quelle: Medical News Today, 27 Jan 2010; Photo src:CMF Blogs)

Oct 20

An der Universit√§t Wisconsin-Madison wurden 1.200 Autismus-F√§lle und 300.000 Geburten untersucht, ca. 50% mehr als in jeder anderen zuvor durchgef√ľhrten, einschl√§gigen Studie. Hierbei wurde nachgewiesen, da√ü die Erstgeborenen sowie die Kinder √§lterer Eltern ein besonders hohes Risiko haben, an Autismus zu erkranken.

Das Risiko eines erstgeborenen Kindes, an einer Krankheit des autistischen Spektrums zu erkranken, verdreifachte sich, nachdem eine Mutter das 35. Lebensjahr, und der Vater das 40. Lebensjahr erreichte. Mit jeder Erhöhung des Alters der Eltern um 10 Jahre stieg das Risiko um etwa 20%. Das als viertes geborene Kind hatte nur etwa das halbe Risiko, unabhängig vom Alter der Eltern.

√úber die Gr√ľnde f√ľr diese Zusammenh√§nge sind die Forscher noch im Unklaren. Am wahrscheinlichsten werden als Grund f√ľr die Verbindung zwischen dem Lebensalter der Eltern und dem St√∂rungsbild genetische Faktoren (z.B. altersbedingte Sch√§den an den Chromosomen), toxische Einfl√ľsse (die Toxinanreicherung im menschlichen K√∂rper nimmt mit dem Alter zu) oder die Folgen von Hormonbehandlungen mit dem Ziel einer k√ľnstlichen Befruchtung angenommen. James Crow, ein Genetiker an der Universit√§t, will die ersteren (genetischen) Ursachen allerdings eher ausschlie√üen, da die altersbedingten genetischen Ver√§nderungen bei M√§nnern und Frauen unterschiedlich sind und die beobachteten Zusammenh√§nge nicht vollst√§ndig erkl√§ren k√∂nnten.
Das scheinbar h√∂here “Risiko” f√ľr Erstgeborene sieht Crow nicht als solches, sondern erkl√§rt den verh√§ltnism√§√üig hohen Prozentsatz damit, da√ü Frauen nach der Geburt eines (ersten) autistischen Kindes zumeist kein zweites mehr zur Welt bringen. Seine Kollegin Durkin jedoch m√∂chte einen Zusammenhang nicht ausschlie√üen: im Laufe der bisherigen Lebensjahre akkumulierte Toxine etwa w√ľrden m√∂glicherweise in den F√∂tus des Erstgeborenen eingelagert oder √ľber die Muttermilch √ľbertragen, und sp√§ter dann ein etwaiges zweites Kind nicht mehr so stark belasten. Auch w√ľrde Autismus h√§ufig ja erst nach dem 2. oder 3. Lebensjahr diagnostiziert – einem Zeitraum, in dem viele M√ľtter bereits das 2. Kind empfangen haben. Ein weiterer Grund k√∂nnte dar√ľber hinaus auch eine Autoimmun-Reaktion des kindlichen Hirns sein, da Erstgeborene weniger stark von anderen Kindern verbreiteten Infektionen ausgesetzt sind. Impfsch√§den werden als Ursachen f√ľr autistische St√∂rungen ausgeschlossen – diese waren zwar nicht Untersuchungsgegenstand, schon in fr√ľheren Untersuchungen konnte jedoch kein einschl√§giger Zusammenhang festgestellt werden.

Störungen aus dem autistischen Spektrum werden etwa bei jedem 150. Menschen festgestellt, mit steigender Tendenz.

Literatur zum Thema

(Quelle: APA, 01.01.2009)

Update zum Blog-Artikel vom 20.10.2009 u. 10.02.2010:

Das Ergebnis der angef√ľhrten Studie wird auch durch eine neuere Untersuchung von Daten des California Department of Development Services best√§tigt. Sowohl ein h√∂heres Alter der Mutter als auch beider Elternteile sind unabh√§ngig mit einer Steigerung des Autismus-Risikos des Nachwuchses assoziiert. Aufzeichnungen von 7.550.026 Kindern, die zwischen 1989 und 2002 geboren wurden, wurden untersucht und dabei autistische Kinder (n=23.311) identifiziert und mit dem Rest der Studienpopulation verglichen. Ein Anstieg des Alters der Mutter war um 10 Jahre mit einer 38%igen Steigerung des Autismus-Risikos assoziiert, ein Anstieg des Alters beider Eltern um 10 Jahre mit einer 22%igen Steigerung des Autismus-Risikos.¬† Es scheinen also eindeutig biologische Mechanismen f√ľr die oben beschriebene unabh√§ngige Assoziation zwischen m√ľtterlichem und elterlichem Alter und Autismusrisiko vorzliegen. [Quellen]. Photo:SundayTimes

Nov 09

Depressionen w√§hrend der Schwangerschaft erh√∂hen das Risiko einer vorzeitigen Geburt, dem gr√∂√üten Faktor f√ľr Kindersterblichkeit.

F√ľr die in San Francisco, USA durchgef√ľhrte Studie wurden 791 schwangere Frauen um die 10. Schwangerschaftswoche untersucht. 41% der Frauen berichteten √ľber “feststellbare” Symptome einer Depression, 22% meldeten “schwere” Symptome. Die Frauen mit schweren Symptomen hatten ein beinah doppelt so hohes Risiko einer Fr√ľhgeburt (als solche wird eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche bezeichnet). Jene Frauen mit “feststellbaren” Symptomen hatten immerhin noch ein 60%-iges Risiko f√ľr eine Fr√ľhgeburt.

Gruppen von Frauen, welche ein besonders hohes Risiko zur Entwicklung von Symptomen einer Depression zeigten, waren unter 25 Jahre alt, unverheiratet, weniger gebildet, schwarz, und/oder hatten bereits in ihrer Verwandtschaft eine Historie von Fr√ľhgeburten.

Die Studie wurde am 23.10.08 im Human Reproduction Journal veröffentlicht.

Zum Weiterlesen:
Info-Artikel “Depression – Mythen und Fakten um eine Zeitkrankheit”
Info-Artikel “Winterdepression”
Literatur zum St√∂rungsbild “Depression”

ÔĽŅ25.06.19