Apr 10

In meiner Praxis habe ich sehr h√§ufig mit KlientInnen zu tun, die in irgendeiner Weise darunter leiden, nicht den geeigneten Partner oder die geeignete Partnerin zu finden. Dies hat nat√ľrlich fast immer psychische Gr√ľnde – auf die eine oder andere Weise sabotierten sie sich selbst, sie leiden an Formen sozialer √Ąngste oder (meiner Erfahrung nach der h√§ufigste Grund) an zu geringem Selbstwertgef√ľhl.

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Die Probleme rund um Partnersuche, Attraktivit√§t und sexuelle Anziehungskraft befl√ľgeln Forscher und K√ľnstler schon seit Menschengedenken. Unter diesem – eher ironisch gemeinten – Blogtitel m√∂chte ich die Ergebnisse einschl√§giger Studien und Forschungsergebnisse zusammenfassen – diese Sammlung wird laufend erweitert und aktualisiert.

Doch Achtung: Garantie f√ľr Plausibilit√§t oder gar Erfolg √ľbernehme ich keine! ūüėČ

Attraktivität und Partnerwahl

  • “Attraktive K√∂rper und Gesichter sind symmetrisch” – bei der Partnerwahl springen wir auf √§sthetische Eindr√ľcke an, die indizieren, dass es um die Gesundheit und Fitness, also auch um Reproduktionsf√§higkeit, gut bestellt ist (Quelle)
  • Menschen mit symmetrischem K√∂rperbau kommen beim Tanzen besser an und haben bei der Partnerwahl die Nase vorn.” (Quelle)
  • Frauen ohne Idealma√üe sind st√§rker, robuster und krisenresistenter” – im Westen gelten Frauen mit einer gr√∂√üeren Waist-Hip-Ratio (Taille-H√ľft-Verh√§ltnis) als 0,7 als weniger attraktiv als in anderen Weltregionen, sind f√ľr Krisenzeiten aber besser ger√ľstet (Quellen: [1],[2],[3])
  • √Ėstrogen macht Frauengesichter attraktiver.” – w√§hrend der fruchtbaren Tage wirken die Gesichter von Frauen offenbar attraktiver (Link)
  • Testosteron macht M√§nnergesichter attraktiver.” – hohe Testosteronwerte in Kombination mit wenig Stresshormonen st√§rken die Abwehrkr√§fte und lassen das Gesicht eines Mannes in den Augen von Frauen attraktiv erscheinen (Link zu Markus J. Rantala et.al., “Evidence for the stress-linked immunocompetence handicap hypothesis in humans”)
  • Frauen werden eher gew√§hlt, wenn sie sch√∂n sind, M√§nner eher, wenn sie dominant wirken“- dies bezieht sich auf politische Wahlen ..aber vielleicht nicht nur, wenn man die weiter unten angef√ľhrten Forschungsergebnisse liest (Quelle)
  • Sch√∂nheit verunsichert.” – dies, und da√ü es attraktive Frauen und M√§nner bei der Partnersuche schwerer haben als durchschnittlich attraktive Personen, w√§re eine m√∂gliche Schlu√üfolgerung aus dem sog. “Gehwegexperiment” von James Dubbs u. Neil Stokes (“Beauty is Power: The Use of Space on the Sidewalk”, 1975): auf einem Gehweg √§nderten Fu√üg√§nger ihre Gehrichtung, um mehr von M√§nnern als Frauen auszuweichen, mehr von 2 als von 1 Person, und weiter von einer h√ľbschen als von einer unattraktiven Frau. Ihre Theorie war, da√ü Attraktivit√§t, Gruppengr√∂√üe und Geschlecht Aspekte von Macht sind, die territorialen Anspruch und damit das genannte Ausweichverhalten begr√ľndeten (Quelle).
  • Von der Attraktivit√§t der Kleidung wird auf andere Attraktivit√§ts-Attribute geschlossen.” – attraktiv gekleidete Testpersonen wurden kompetenter und sozialer eingesch√§tzt als nicht attraktiv gekleidete, und, wie die Forscher vermuteten, wohl auch als physisch attraktiver (Quelle).
  • Gro√üe M√§nner kommen sexuell und sozial besser weg.” – M√§nner haben mit starken, attraktiven und reichen Konkurrenten ihre gr√∂√üten Schwierigkeiten, mit zunehmender K√∂rpergr√∂√üe scheint die Beeindruckung von Konkurrenten abzunehmen. Kleine M√§nner sind tendenziell am eifers√ľchtigsten. Bei Frauen hingegen sind die kleinen und die gro√üen eifers√ľchtiger als die durchschnittlich gro√üen. Allerdings werden die durchschnittlich gro√üen Frauen am ehesten von gro√üen und sozial dominanten Konkurrentinnen beeindruckt (Link)
  • Frauen ziehen √§ltere M√§nner und diese j√ľngere Frauen vor.” – Eine Erkl√§rungsm√∂glichkeit f√ľr die biologischen Ursachen dieses Ph√§nomens lieferte eine Studie, die herausfand, da√ü¬† Frauen mit einem vier Jahre √§lteren Partner und M√§nner mit einer sechs Jahre j√ľngeren Partnerin den gr√∂√üten Reproduktionserfolg haben (Quelle)
  • Der Mensch verlor vielleicht seine K√∂rperbehaarung, da dies sexy auf das andere Geschlecht wirkte.” – eine Hoffnung f√ľr Glatzentr√§ger? (Quelle)
  • Ergebnisse einer √∂konometrischen Analyse von Online-Dating-Verhalten: M√§nner, die angaben, sie seien auf der Suche nach einer langfristigen Beziehung, schnitten sehr viel besser ab als jene, die lediglich auf eine Aff√§re aus waren. F√ľr M√§nner ist das Aussehen der Frauen von herausragender Bedeutung, f√ľr Frauen das Einkommen eines Mannes von gr√∂√üter Wichtigkeit: je reicher der Mann ist, desto mehr Mails erh√§lt er. Die Attraktivit√§t einer Frau w√§chst f√ľr M√§nner zwar auch mit dem Einkommen, aber nur bis zu einer bestimmten H√∂he. [..] M√§nner f√ľhlen sich angezogen von Studentinnen, K√ľnstlerinnen, Musikerinnen, Tier√§rztinnen, und Ber√ľhmtheiten, sie meiden Sekret√§rinnen, Rentnerinnen sowie Frauen, die beim Milit√§r oder der Polizei arbeiten. Frauen bevorzugen Soldaten, Polizisten und Feuerwehrm√§nner, au√üerdem Rechtsanw√§lte und Finanzexperten in leitender Position. Frauen meiden Arbeiter, Schauspieler, Studenten [..]. Die Analyse der Daten von etwa 30.000 Nutzern ergab weiterhin, dass M√§nner vor allem erhebliche Nachteile haben, wenn sie klein sind. F√ľr Frauen hingegen ist √úbergewicht t√∂dlich. Deswegen wird in diesen Bereichen offenbar h√§ufig auch etwas nachgeholfen: der interessierte Online-Dater ist z.B. etwas gr√∂√üer als der Durchschnittsmann und die typische Online-Daterin 10 kg leichter als ihre reale Kollegin. Im Buch “Freakonomics“, in dem die Ergebnisse komplett nachzulesen sind, beschrieben die Autoren ihre durch mathematische Methoden gewonnenen Erkenntnisse so: “In der Welt des Online-Dating ist ein Kopf voller blonder Haare f√ľr eine Frau ungef√§hr so viel wert wie ein College-Abschluss.
  • In Partnerb√∂rsen, speziell solchen in Dating-Apps, waren als Ersteindruck Fotos, die eine offene, gestreckte K√∂rperposition zeigten, am erfolgreichsten – und zwar sowohl bei M√§nnern als auch bei Frauen (Quelle).
  • “”Fiese” M√§nner bekommen die meisten und sch√∂nsten Frauen ab” – in den meisten einschl√§gigen Studien zu diesem Thema wiesen die betreffenden M√§nner eine (auch unterschiedlich ausgepr√§gte) Kombination aus¬†Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus auf (Quellen: [1], [2], [3])
  • M√§nner sollten nicht “hingerissen” wirken: Ungewissheit √ľber die Gef√ľhle des Gegen√ľbers erh√∂ht dessen Attraktivit√§t (Quelle: E. Whitchurch et.al in: “Uncertainty Can Increase Romantic Attraction”, Psychological Science, 01/2011).


Sexualität

  • “Schon die blo√üe Anwesenheit einer Frau erh√∂ht den Testosteronspiegel” – unabh√§ngig vom Aussehen einer im gleichen Raum befindlichen Frau steigt der Testosteronspiegel von M√§nnern innerhalb von 300 Sekunden um 8% an ([1],[2])
  • Die H√§ufigkeit weiblicher Orgasmen steigt mit dem Einkommen ihrer Partner” – Sex mit wohlhabenden oder m√§chtigen M√§nnern wird von Frauen wom√∂glich als besser erlebt, weil sie sich damit einen Zugang zu Reichtum und Macht verschaffen und diesen erhalten wollen (Quellen: [1], [2], [3])
    Nachtrag 04/2010: Hierzu existiert allerdings nun eine andere Ergebnisse zeigende Gegenstudie.
  • Je attraktiver sich Frauen finden, desto h√∂here Anspr√ľche stellen sie an ihren Sexualpartner” – bei M√§nnern gibt es diese Korrelation nicht, was hei√üen k√∂nnte, da√ü sie weniger w√§hlerisch oder auch weniger geneigt sind, dauerhafte Beziehungen zur Reproduktion einzugehen (Quellen: [1], [2])
  • (indirekter) “Zusammenhang zwischen Stimme und sexueller Aktivit√§t” – Probanden mit als attraktiv empfundener Stimme hatten an ihren beiden H√§nden ungef√§hr gleich lange Finger (Hinweis auf Zusammenhang mit Attraktivit√§t durch Symmetrie, siehe oben), eher in j√ľngerem Alter Geschlechtsverkehr, mehr Sexualpartner und mehr au√üerpartnerschaftliche Aff√§ren (Quellen: [1], [2])
  • Frauen reagieren unterschiedlich auf m√§nnlichen Schwei√ügeruch.” – ihr Hirn kann normalen von unter sexueller Erregung entstandenen Schwei√ügeruch von M√§nnern unterscheiden (Quelle)
  • Frauentr√§nen wirken “abt√∂rnend” auf M√§nner, sie reduzieren den Testosteronspiegel. Quelle: Shani Gelstein et.al, “Human tears contain a chemosignal” in: Science 01/2011, DOI: 10.1126/science.1198331)
  • Z√§hlt “die Gr√∂√üe”? Ja.” – Befragungen, denen zufolge die Penisgr√∂√üe f√ľr Frauen keine Rolle spiele, waren angeblich h√§ufig “zu direkt”; beurteilen Frauen dagegen ohne Wissen um den eigentlichen Inhalt der Befragung Computer-generierte Gestalten, bei denen sich u.a. die Penisgr√∂√üen unterscheiden, werden jene mit gr√∂√üerem Penis als mehr attraktiv eingestuft (Quellen: [1], [2])

Familie / Kinder / Fertilität (Fruchtbarkeit)

  • Korrelation zwischen Wohlstand und Reproduktionserfolg“: bei reichen britischen M√§nnern wurde in einer Studie h√∂herer Reproduktionserfolg nachgewiesen, bei Frauen sinkt mit zunehmender Bildung und zunehmenden Einkommen die Zahl der Kinder (Quelle)

Dieser Artikel wird laufend erweitert und mit neuen Forschungsergebnissen ergänzt (Erstveröffentlichung: 01/2009; zuletzt aktualisiert: 04/2016)

Weiterer Artikel zum Thema “Partnersuche”:
Partnersuche ‚Äď wie der Ausbruch aus dem Teufelskreis gelingen kann

Oct 09

Die Partnersuche geh√∂rt f√ľr viele Menschen zu den schwierigsten und nicht selten auch frustrierendsten Herausforderungen im Lebensverlauf. Tausende B√ľcher und Websites widmen sich folglich diesem Thema, und ebenso viele Partnervermittlungsagenturen und Internet-Singleb√∂rsen suchen nach immer neuen Wegen, M√§nner und Frauen dabei zu unterst√ľtzen, die richtige Partnerin oder den richtigen Partner zu finden.

Doch was macht diese Suche zu einem solch schwierigen Unterfangen, an dem selbst hochintelligente Menschen immer wieder scheitern? Im Zuge meiner Unterst√ľtzung zahlreicher Klienten bei ihrer Partnersuche zeigten sich h√§ufig folgende Grundprobleme:

Das Gef√ľhl, man/frau m√ľsse allein aufgrund ihres “Wertes” geliebt werden

Gerade leistungsorientierte Menschen erleben w√§hrend ihrer Ausbildungszeit, dass ihnen harte Arbeit auch Erfolg bringt (und intelligente Menschen, dass sie sich daf√ľr wom√∂glich nicht einmal besonders anzustrengen brauchen). Erfolge bringen uns Anerkennung, Respekt und positive Verst√§rkung. Doch die Annahme, dass dies wohl auch beim Kennenlernen gilt, d√ľrfte sich h√§ufig als Trugschluss herausstellen: denn bei den ersten Dates geht es so gut wie ausschlie√ülich darum, wie sich der andere f√ľhlt. Man kann einen potenziellen Partner nicht f√ľr sich “gewinnen”, sondern in gewissem Sinne geht es darum, sich von ihm “entdecken” zu lassen – wobei jedoch weniger leistungsbezogene Attribute z√§hlen (wie auch wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder belegen), sondern vielmehr emotionale Attribute wie das Erzeugen einer positiven, ja spielerischen Atmosph√§re, ein kommunikatives Eintauchen-k√∂nnen in die Welt des anderen und das Vermitteln eines Gef√ľhls, dass der andere Bedeutung f√ľr einen hat. Eine Bedeutung, f√ľr die man auch etwas zu tun bereit ist – ohne jedoch “bed√ľrftig” zu wirken. Dies sind jedoch F√§higkeiten, die man in der Universit√§t, wenn √ľberhaupt, dann eher w√§hrend der Pausen als den Vorlesungen erwerben kann…

Conclusio: vergi√ü’ das, was du kannst oder darstellst. Verschaffe dem anderen eine gute Zeit, und er/sie wird sich daran erinnern – und mit ein bi√üchen Gl√ľck mehr davon wollen.

Mangel an Erfahrung

Den vorigen Gedanken aufgegriffen, sind wir bereits bei einem weiteren h√§ufigen Grund f√ľr langfristige Partnerlosigkeit: Zeit, die man f√ľr das Studium, die Arbeit, im Fitness-Studio oder vor dem Fernseher verbringt, ist auch Zeit, die einem f√ľr wichtige andere Dinge abgeht – etwa das Kennenlernen potenzieller Partner. Ung√ľnstigerweise f√ľhren Entt√§uschungen bei der Partnersuche aber bei vielen Menschen dazu, sich nur noch st√§rker in ihre Arbeit, den Computer oder ihren Sport zu vertiefen. Deshalb steht bedauerlicherweise sogar eine sehr hohe Zahl von Menschen, die sich bereits in ihrer Lebensmitte befinden, hinsichtlich ihres Beziehungslebens noch ganz am Anfang – trotz oder gerade wegen gro√üen beruflichen Erfolgs oder h√∂chst aktiver Freizeitgestaltung.

Entfremdung von der Identität als Mann oder Frau

Gerade arbeitsbezogene und intelligente Menschen haben h√§ufig noch mit einem zus√§tzlichen Problem zu k√§mpfen: ihr Selbstbild als erfolgreiche und intelligente Person, die sich vor allem mit ihren mentalen F√§higkeiten im Leben durchsetzen kann, f√ľhrt zu einem eher ungeeigneten Auftreten bei der Partnersuche, bei der v√∂llig andere Priorit√§ten gelten. Viele dieser Menschen legen zu wenig Wert auf ihr √§u√üeres Erscheinungsbild oder dieses wirkt k√ľhl und zu f√∂rmlich – auf Kosten der sinnlichen Ausstrahlung bei Frauen und sexuellem “Prickeln” der M√§nner. Es m√∂gen sich dann interessante Diskussionen zwischen zwei Dating-Partnern entwickeln, aber, wie man so sch√∂n sagt: “der Funke springt nicht √ľber”. Denn die Energien sind gewisserma√üen im Kopf konzentriert, aber vom Herz und dem Rest des K√∂rpers abgeschnitten – auf Kosten einer klar m√§nnlichen bzw. weiblichen Ausstrahlung.

Das mag zun√§chst ein wenig “esoterisch” klingen, als professionell eingestellter und sich der Wissenschaftlichkeit verpflichtet f√ľhlender Psychotherapeut und Paartherapeut aber m√∂chte ich sagen: niemand von uns sollte meinen, sich √ľber zehntausende Jahre lange “Programmierungen” einfach hinwegsetzen zu k√∂nnen. Auch am Beginn moderner und gleichberechtigter Partnerschaften steht “das gewisse Kribbeln” … und gar nicht selten auch die eine oder andere sexuelle Idee! Die F√§higkeit zu entwickeln, diese Signale zu induzieren – oder zumindest nicht zu verhindern – kann jedoch gerade in unserer leistungsbezogenen Informationsgesellschaft eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen.

H√§ufig l√§uft diese darauf hinaus, unsere “wilde Seite”, unsere Urinstinkte wieder st√§rker zuzulassen. Stellten wir unser hochkomplexes (und gerade im Beziehungsbereich h√§ufig von Verboten, Regeln und gut gemeinten “Tipps” √ľberfrachtetes) Denken einmal f√ľr einige Minuten zur√ľck, w√ľrde mancher Mann wohl eher den richtigen Zeitpunkt finden, eine Offensive zu wagen, oder eine Frau, ihr Haar zur√ľckzuwerfen und dem Mann ihres Interesses ein klares Signal zu senden.

Zu hohe Selektivität

Unsere Kultur, unsere Medien machen uns zu Konsumenten: wir sind es gewohnt, zu selektieren und darin trainiert, uns nur “das Beste zu g√∂nnen”. Jeder von uns kann auf Abruf zumindest 5 Eigenschaften unseres gew√ľnschten Traumpartners definieren, zu denen h√§ufig auch die einen oder anderen k√∂rperlichen Charakteristika z√§hlen. Das Problem ist nur: jede “Muss-Eigenschaft”, die wir an potenzielle Partner anlegen, schlie√üt hunderttausende m√∂gliche “Zuk√ľnftige” √ľber unseren Suchfilter von vornherein aus. Lebt man zu allem √úberflu√ü wom√∂glich noch in einer kleineren Stadt, verbleibt h√§ufig nur die M√∂glichkeit, die Suche entweder auf den gesamten Kontinent auszudehnen (und dann wom√∂glich eine Beziehung auf Distanz f√ľhren oder gro√ür√§umig √ľbersiedeln zu m√ľssen), das Thema “Partnerschaft” v√∂llig abzuschreiben – oder aber auch: etwas gelassener und offener zu werden!

Jede dieser M√∂glichkeiten ist legitim – doch die zuletzt genannte hat meiner Ansicht nach einen gewissen Charme: realistisch betrachtet n√§mlich w√ľrde es ohnehin schwierig sein, einen perfekten Partner zu finden. Viel eher wird sich bei ihm oder ihr sp√§testens nach einem genaueren Kennenlernen der eine oder andere “Sch√∂nheitsfehler” enth√ľllen. Weiten wir hingegen unseren Blick, so wird sich herausstellen, dass es auch ganz generell eine sch√∂ne und befriedigende Erfahrung sein kann und unsere Beziehungen belebt, wenn wir Menschen f√ľr das wertsch√§tzen, was sie sind, statt uns darauf zu konzentrieren, was ihnen fehlt.

Wahre Liebe ist, jemanden f√ľr das zu lieben, was er ist. Das bedeutet keineswegs, dass wir uns mit dem Mittelma√ü zufriedengeben sollten. Sehr wohl aber ist es sinnvoll, hohe Standards gelegentlich auf ihre N√ľtzlichkeit f√ľr das reale Leben hin zu √ľberpr√ľfen. H√§ufig l√§uft die Entscheidung n√§mlich gerade im Bereich der Partnersuche ultimativ auf die Wahl hinaus, entweder mit den eigenen Idealen jeden Abend alleine daheim zu sitzen oder sich f√ľr die M√∂glichkeiten zwischenmenschlicher Erfahrungen und auch √úberraschungen zu √∂ffnen – ja dabei vielleicht sogar von uns selbst √ľberrascht zu werden…

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(Image src: answersfrommen.com)

11.10.17