Jan 15

Ein Test, der auf Kriterien und Anzeichen f√ľr die folgenden Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen pr√ľft, wurde von mir nun auch auf meiner deutschsprachigen Website online gestellt:

  • Psychopathie / Antisoziale Pers√∂nlichkeitsst√∂rung
  • Narzissistische Pers√∂nlichkeitsst√∂rung
  • Histrionische Pers√∂nlichkeitsst√∂rung

Sogar bei manchen Fachleuten besteht Verwirrung √ľber die genauen Unterschiede und Bedeutungen zwischen Psychopathie (“antisozialer Pers√∂nlichkeitsst√∂rung”), Soziopathie, Narzissmus und histrionischer Pers√∂nlichkeitsst√∂rung – und mehr noch gerade bei jenen Personen, die Probleme in ihren Beziehungen zu anderen wahrnehmen und Orientierung ben√∂tigen w√ľrden, um dem Ursprung dieser Probleme auf den Grund zu gehen. Dieser Selbsttest versucht dabei zu helfen, indem auf typische Symptome und Wesensz√ľge jeder einzelne der genannten St√∂rungen gepr√ľft und dann eine separate Auswertung zur Verf√ľgung gestellt wird.

http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_psychopathie.phtml

Um so zuverl√§ssige Resultate zu erm√∂glichen wie m√∂glich, kombiniert dieser Selbsttest Screening-Methoden, die auf der Hare Psychopathie-Checkliste (welche in der klinischen Forschung und Praxis angewendet wird, um Psychopathie festzustellen) mit klinischen Markern f√ľr narzisstische Pers√∂nlichkeiten und histrionische Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen, basierend auf den Diagnoseschemata DSM-IV and ICD-10. Der Test hat daher ein vergleichsweise hohes Potential, verl√§√üliche Resultate sogar √ľber das Internet zu erzielen. Es mu√ü jedoch korrekterweise darauf hingewiesen werden, dass die Qualit√§t der Testergebnisse geringer ausfallen kann, wenn die Fragen unehrlich beantwortet werden oder die betreffende Person unter verzerrter Wahrnehmung leidet – gerade diese beiden Pers√∂nlichkeitsfaktoren jedoch sind potenzielle Z√ľge von Menschen mit diversen Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen. Im Unterschied zu den meisten anderen Tests auf meiner Website kann es also sinnvoll sein, sich die Antworten genau zu √ľberlegen und sie ggf. sogar im Beisein des Partners oder eines nahestehenden Vertrauten durchzuf√ľhren.

(Image source: 2.bp.blogspot.com)

Jul 07

Sich im Internet √ľber eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht. Daraus Schl√ľsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch gef√§hrlich sein.

Bei einer Krankheit suchen viele Patienten zuerst im Internet um Rat und entscheiden auf dieser Basis, welche weiteren Schritte sie unternehmen. Viele der hier verf√ľgbaren Informationen sind jedoch falsch oder unvollst√§ndig, sagen US-Forscher in der Fachzeitschrift “Journal of Bone and Joint Surgery”. Besonders bei kommerziellen Seiten raten sie zur Vorsicht.

Immer mehr googeln Krankheiten

“Immer mehr Menschen erscheinen mit Ausdrucken aus dem Internet in den Arztpraxen”, erkl√§rt Studienautor Madhav A. Karunakar vom Carolinas Medical Center die Motive der Forschung. Wichtig sei zu wissen, dass es gro√üe Unterschiede in der Qualit√§t der online verf√ľgbaren Informationen gibt. “√Ąrzte sollten gut vorbereitet sein, um diese Informationen mit den Patienten zu diskutieren. Sonst kann es schnell zu falschen Interpretationen kommen.”

Die Forscher nahmen die h√§ufigsten Sportverletzungen unter die Lupe und √ľberpr√ľften, was im Web √ľber sie geschrieben steht. Dazu geh√∂rten etwa B√§nderrisse, Verletzungen der Rotatorenmanschette oder des Meniskus, Knie- und Schulterl√§sionen, der Tennisellbogen und die aseptische Knochennekrose. Ausgewertet wurden die jeweils zehn ersten Sucheintr√§ge bei Google und Yahoo, wobei man Punkte nach Vollst√§ndigkeit, Richtigkeit und Klarheit der Darstellung vergab. Vermerkt wurde auch, wer die Information ver√∂ffentlicht hatte.

Unabhängige Seiten bieten beste Information

Die besten Inhalte gibt es bei den Non-Profit-Seiten, gefolgt von den wissenschaftlichen Quellen Рwozu auch medizinische Journale gezählt wurden. Abgeschlagen davon sind die nicht auf Verkauf orientierten kommerziellen Seiten und ganz am Ende Artikel von Nachrichtenmedien sowie von Einzelpersonen. Kommerzielle Seiten mit finanziellem Interesse an der Diagnose Рetwa aus der Pharmabranche Рwaren häufig vertreten, jedoch selten vollständig.

“Unter den ersten zehn Suchergebnissen sind im Schnitt zwei gesponserte Seiten zu finden”, so Karunakar. Bei diesen gehe es den Betreibern vor allem darum, ihre Produkte zu verkaufen, weshalb sie oft tendenzi√∂s seien und wenig √ľber Risiken oder Nebenwirkungen der beworbenen Behandlung informieren. Die Forscher empfehlen daher, kommerzielle Seiten bis auf wenige seri√∂se Ausnahmen lieber zu meiden.

Riskante Selbsttherapie

“Sich im Internet √ľber eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht. Daraus Schl√ľsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch gef√§hrlich sein”, betont G√ľnther Wawrowsky, Sprecher der niedergelassenen √Ąrzte der √∂sterreichischen √Ąrztekammer. Besonders bei ung√ľnstigem Verlauf einer Krankheit oder Unsicherheiten sollte man lieber den Arzt aufsuchen. “Medizin ist nicht nur ein Messen und W√§gen und man kann nicht alles niederschreiben. Was z√§hlt, ist besonders die Erfahrung”, so der Experte.

(Quellen: pte, Der Standard 06.07.2010; Image src:wired.com)

Aug 10

Eine der h√§ufigsten in meinem Online-Forum gestellten Fragen ist die, ob es sich bei den eigenen Stimmungstiefs bereits um eine Depression handelt – oder, und diese Hoffnung schwingt h√§ufig zwischen den Zeilen mit, ob das “nicht alles wieder einfach vorbeigeht”.

Und das ist gar nicht untypisch: 33,4 Millionen Europ√§er leiden an einer depressiven Erkrankung – doch gem√§√ü einer Studie des Marktforschungsinstituts Harris Interactive, die in 5 L√§ndern (Deutschland, Frankreich, Kanada, Brasilien und Mexiko)¬†mit 377 depressiven Patienten und 756 √Ąrzten im Auftrag der World Federation of Mental Health durchgef√ľhrt wurde, vergehen durchschnittlich rund elf Monate, bevor Menschen mit einer Depression √ľberhaupt √§rztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Untersuchung zeigte auch, dass die √ľberwiegende Mehrheit der Patienten (72%) mit mittelschwerer und schwerer Depression nicht wusste, dass neben den klassischen Depressionssymptomen wie Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebsmangel auch k√∂rperliche Beschwerden (z.B. chronische Kopf-, Muskel- oder R√ľckenschmerzen) h√§ufige Symptome einer klinisch manifesten depressiven Erkrankung sein k√∂nnen. Erst wenn solcherart die psychische St√∂rung bereits somatisiert ist, suchen 79% der befragten Patienten Hilfe.

Was Depressionen “sind”, l√§√üt sich in der einschl√§gigen Fachliteratur, heutzutage nat√ľrlich auch im Internet, problemlos nachlesen. Ich m√∂chte deshalb im folgenden nur die wichtigsten Punkte kurz erw√§hnen:

Als wesentlichste Symptome gelten:

  • eine mangelnde F√§higkeit, auf positive Erlebnisse emotional zu reagieren
  • Verlust von Interessen, allgemeine Freudlosigkeit
  • gedr√ľckte Stimmung
  • verminderter Antrieb und Energie
  • vermindertes Selbstwertgef√ľhl und Selbstvertrauen
  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Gef√ľhle von Schuld und Wertlosigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
  • Zwangshandlungen, Verfolgungsgef√ľhle
  • Schlafst√∂rungen, fr√ľhmorgendliches Erwachen
  • Morgenpessimum (Anlaufschwierigkeiten oder “Durchh√§nger” am Morgen)
  • verminderter Appetit (fallweise bereits mit Gewichtsverlust als Folge)
  • Libidoverlust (sexuelle Lustlosigkeit und Antriebsschw√§che)
  • Suizidgedanken oder -handlungen

Wie sich eine Depression aber ansp√ľrt, kann man wohl selbst am besten empfinden – meist wei√ü man als Betroffener sehr genau, wenn man darunter leidet…

Besonders h√§ufig werden kreative oder auch sehr intelligente und reflektierte Menschen von Depressionen ereilt, dies ist aber keine Generalregel: Depressionen k√∂nnen sowohl h√∂chst rationale und in ihrer Gedankenwelt komplex strukturierte, aber auch sehr “einfache” Menschen haben. Ebenso unterschiedlich sind die m√∂glichen Ursachen f√ľr Depressionen: von Unf√§llen √ľber Drogenmi√übrauch, altersbedingten Ver√§nderungen, Trennungen etc. etc. ist der Bogen an denkbaren Ursachen schier unbegrenzt. Die sogenannten “endogenen” Depressionen werden als Sonderform klassifiziert und vor allem mit neurologischen Abweichungen vom “gesunden” Normalzustand erkl√§rt. Ebenso wie den neuerdings in der Bedeutung hochgespielten genetischen Erkl√§rungen stehe ich als systemischer Therapeut diesen Modellen eher ‘differenziert’ gegen√ľber, denn letztendlich beantworten sie noch nicht die Frage, warum eine Depression gerade bei den Betroffenen tats√§chlich ausgel√∂st wurde und in welchem Umfeld sie “gedeihen” oder sich sogar verst√§rken kann (also in Folge auch, wie sie l√∂s- und heilbar sind – eine pharmakologisch verursachte Aufhellung des Gem√ľtszustandes werden wohl die wenigsten, nicht mal die tendentiell eher biologisch denkenden Mediziner, als Heilung betrachten).

Helfen k√∂nnen – jedoch nur bei sehr einfachen und vor√ľbergehenden¬† “Stimmungstiefs” – positive Selbstsuggestionen und alles, was mit Selbstkontrolle zu tun hat. Ich habe in einem meiner dzt. auf diesen Seiten aufgelisteten Artikel n √ľber Depressionen einige M√∂glichkeiten daf√ľr angef√ľhrt.
Bei länger anhaltenden, wiederkehrenden und vor allem schwerer belastenden Formen von Depression sollte in jedem Fall psychotherapeutische Hilfe gesucht werden, die darauf spezialisiert ist, bei diesem Problemkreis weiterzuhelfen.
Die zus√§tzliche Einnahme von Psychopharmaka wird von einem Psychotherapeuten empfohlen, wenn eine Depression so schwer ist, da√ü andernfalls der Therapieerfolg gef√§hrdet w√§re. Ziel ist, m√∂glichst gute Symptomentlastung f√ľr die erste Phase der Therapie, bis eine gewisse grundlegende psychische Stabilit√§t erreicht ist, zu erreichen.

Weiterf√ľhrende Links:
Selbsttest auf Depressionen auf dieser Website
The painful truth Survey, conducted by Harris Interactive, 2006

Blog-Begriffswolke:
ÔĽŅ10.06.18