Mar 25

Bild: MOD/Crown (c) 2012

Einer britischen Studie zufolge ist die Zahl der Verurteilungen wegen Gewalttaten bei ehemaligen Soldaten dreimal so hoch wie in der mĂ€nnlichen Gesamtbevölkerung. Dies deckt sich mit Studien in den USA, wo Veteranen der Kriege im Irak und Afghanistan nach der RĂŒckkehr in ihr ziviles Leben zu gewalttĂ€tigem Verhalten in der Familie neigen und hĂ€ufig in die KriminalitĂ€t rutschen. In den GefĂ€ngnissen beider LĂ€nder befindet sich ein relativ hoher Anteil an Ex-Soldaten, die wegen Gewalttaten verurteilt wurden – so sind fast ein Zehntel der HĂ€ftlinge in britischen GefĂ€ngnissen ehemalige Soldaten.

Naheliegend ist die Vermutung, dass viele der Menschen, die aktiv an KriegseinsĂ€tzen teilnehmen, nach ihrer Heimkehr unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Angst, Depressionen und anderen psychischen Folgen zu leiden haben. Doch es sollte auch untersucht werden, ob einer erhöhte Gewaltneigung auch schon vor dem Eintritt in das MilitĂ€r bestanden. Den Ergebnissen zufolge sind neben dem Geschlecht (v.a. MĂ€nner) und Alter (v.a. unter 30-JĂ€hrige) am stĂ€rksten untergeordneter Rang und schon vor dem Eintritt ins MilitĂ€r bestandene GewalttĂ€tigkeit Risikofaktoren fĂŒr nach Verlassen des MilitĂ€rs begangene Gewalttaten. Die Teilnahme an KampfeinsĂ€tzen und auch das wiederholte Erleben traumatisierender Ereignisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Gewalttat zu begehen, um das Doppelte gegenĂŒber anderen Soldaten. Alkohol, posttraumatische Belastungsstörungen und gegen sich selbst gerichtetes aggressives Verhalten (->Suizid-Risiko) nach der RĂŒckkehr sind Risikofaktoren.

Wer schon vor dem MilitĂ€rdienst gewalttĂ€tig oder aggressiv war, scheint sich eher zu KampfeinsĂ€tzen zu melden und neigt auch danach vermehrt zu Gewalt. Nach dem MilitĂ€rdienst verdoppeln sich die allgemeinen Straftaten beinahe. Die Ausbildung als Soldat mit Waffen schon scheint die Neigung zu Straftaten und Gewalt statistisch zu erhöhen. Zu begrĂŒĂŸen wĂ€ren insofern den Forschern zufolge Eignungsverfahren und PrĂŒfung auf registrierte Gewaltdelikte bereits bei den Eignungstests fĂŒr das MilitĂ€r. Ob diese Forderung Chancen auf Umsetzung hat, ist freilich dahingestellt.

(Quellen: Telepolis [1], [2], The Lancet [1)

ï»ż25.06.19