{"id":1159,"date":"2010-06-21T16:38:04","date_gmt":"2010-06-21T16:38:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1159"},"modified":"2013-12-15T01:05:15","modified_gmt":"2013-12-15T00:05:15","slug":"angst-weltuntergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/angst-weltuntergang\/","title":{"rendered":"Stirbt der Mensch aus?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/hqdesktop.net\/wallpapers\/m\/25\/apocalypse_m24838.jpg\" width=\"200\" height=\"130\" \/>Die Tage der Menschheit sind gez\u00e4hlt. Zumindest, wenn der australische Mikrobiologe Frank Fenner recht beh\u00e4lt. &#8220;Der Homo sapiens wird aussterben, vielleicht innerhalb von 100 Jahren&#8221;, prognostiziert er in der Zeitung &#8220;The Australian&#8221;.<\/p>\n<p>Der 95-j\u00e4hrige Fenner hat in Australien den Status eines Nationalhelden. Mit Hilfe des Myxoma-Virus gelang es ihm in den 1950er Jahren, die damalige Kaninchenplage auf dem f\u00fcnften Kontinent in den Griff zu bekommen. In den 1960er Jahren war er f\u00fchrend an der Ausrottung der Pocken beteiligt. Heute setzt sich der Gr\u00fcnder der Fenner School of Environment and Society in Canberra f\u00fcr den Klimaschutz und f\u00fcr einen nachhaltigen Lebensstil der Weltbev\u00f6lkerung ein.<\/p>\n<p>Fenner kommt zu dem d\u00fcsteren Schluss, dass sich die Menschheit binnen drei Generationen quasi selbst ausrotten werde. Die Gr\u00fcnde seien &#8220;Bev\u00f6lkerungsexplosion und unkontrollierter Konsum&#8221;. Zwar werde etwas gegen den Klimawandel unternommen, zu viel w\u00fcrde jedoch auf die lange Bank geschoben. Das &#8220;Anthropoz\u00e4n&#8221; \u2013 das Zeitalter, in dem menschliche Aktivit\u00e4t das Klima beeinflusst \u2013 sei vergleichbar mit globalen Katastrophen wie Eiszeiten oder Kometeneinschl\u00e4gen. Der Menschheit drohe dasselbe Schicksal wie seinerzeit den Bewohnern der Osterinseln, warnt Fenner. Die Eingeborenen hatten durch die r\u00fccksichtslose Abholzung der W\u00e4lder ihre einst bl\u00fchende Insel in eine \u00d6dnis verwandelt.<!--adsense--><\/p>\n<p>Ein realistisches Szenario? Nur teilweise, findet Nick Barton, Professor f\u00fcr Evolutionbiologie am Institute of Technology in Maria Gugging. Er sieht keine Gefahren f\u00fcr die gesamte Menschheit, aber Gefahren f\u00fcr Zivilisationen. &#8220;Das Alarmierende ist, dass der technologische Wandel \u2013 und damit der Einfluss der Menschen auf das Klima \u2013 weitaus schneller stattfindet als die Evolution. Das war noch nie da und es ist unm\u00f6glich, die Folgen abzusch\u00e4tzen&#8221;, sagt Barton. Er f\u00fcgt hinzu: &#8220;Kaum eine Zivilisation hat je mehr als ein paar 1000 Jahre \u00fcberlebt und viele sind daran zu Grunde gegangen, dass sie ihre Umwelt \u00fcberm\u00e4\u00dfig ausgebeutet haben.&#8221;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><em>Kommentar <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"R.L.Fellner\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a><\/span>:<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Angst vor der Apokalypse geh\u00f6rt zu den <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/angst\/angstformen.phtml\" title=\"Angstformen\" target=\"_blank\">Angstformen<\/a><\/span>, die uns Menschen &#8211; soweit wir es zur\u00fcckverfolgen k\u00f6nnen &#8211; bereits begleiten, solange es uns gibt. Ob der Ausl\u00f6ser in einem Eingreifen himmlischer M\u00e4chte (mit darauffolgender &#8220;Abrechnung&#8221; der Bilanz unseres Lebens) besteht, in einer Invasion Au\u00dferirdischer, einem Meteoreinschlag, einer Umweltkatastrophe oder einer bestimmten Datumskombination: es gibt gen\u00fcgend potenzielle Ausl\u00f6ser im Verlauf eines Menschenlebens, anhand derer uns Unheilverk\u00fcnder an die etwaige M\u00f6glichkeit eines so genannten &#8220;Weltuntergangs&#8221; (meist ist damit aber &#8220;nur&#8221; das Aussterben der menschlichen Gattung gemeint) erinnern.<br \/>\nBei der <em>Angst vor der Apokalypse<\/em> wird die Angst vor dem Ende der eigenen Existenz gewisserma\u00dfen auf die Menschheit als Ganzes \u00fcbertragen &#8211; und macht die Idee vom Ende unserer <em>eigenen<\/em> Existenz noch schmerzvoller: wenn wir nicht mehr sind, aber auch das von uns &#8220;Hinterlassene&#8221; letztendlich keinen &#8220;Sinn&#8221; macht, worin besteht dann unsere Rolle in den Geschichtsb\u00fcchern des Kosmos \u00fcberhaupt &#8211; stellen wir uns am Ende wirklich nur als das &#8220;Schluckauf der Mutter Natur&#8221; heraus, als das der Mensch in Karikaturen gelegentlich dargestellt wird?<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle und z.T. kritische Repliken anderer Forscher: <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/DesktopDefault.aspx?TabID=3937&amp;Alias=wzo&amp;cob=503391\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Wiener Zeitung 22.06.2010<\/a>; Bildquelle: hqdesktop.net\/apocalypse-wallpaper-24838\/)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tage der Menschheit sind gez\u00e4hlt. 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