{"id":1168,"date":"2010-06-29T17:35:54","date_gmt":"2010-06-29T17:35:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1168"},"modified":"2013-12-21T22:54:10","modified_gmt":"2013-12-21T21:54:10","slug":"was-ist-eine-psychose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/was-ist-eine-psychose\/","title":{"rendered":"Was ist eine Psychose?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/lh6.ggpht.com\/-wVwKZEi5Z7c\/UesAT_YPUfI\/AAAAAAAAAJQ\/fStYfd-aiSo\/image_thumb%25255B1%25255D.png?imgmax=800\" width=\"220\" height=\"190\" \/>&#8220;<em>Du hast ja eine Psychose!<\/em>&#8221; Dies ist gewisserma\u00dfen die &#8220;gebildetere&#8221; Form der Floskel &#8220;Du bist ja verr\u00fcckt!&#8221;, die von manchen verwendet wird, wenn sie sich die Handlungen einer Person nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In stark naturverbundenen Kulturen wurden Menschen, deren Verhalten stark von dem abwich, was als &#8220;normal&#8221; empfunden wurde, durch Magier und Schamanen behandelt. Im Westen dagegen wurden sie fr\u00fcher in sogenannten &#8220;Irrenh\u00e4usern&#8221; eingesperrt und teils grausam behandelt (-&gt; Artikel: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/psychotherapie_geschichte.phtml\" target=\"_blank\">Geschichte der Psychotherapie<\/a>&#8220;). Erst in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts nahm der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> Karl Birnbaum erstmals eine Abgrenzung des medizinischen Begriffs der sog. &#8220;Psychose&#8221; vor. Seinem Konzept nach war diese durch eine Wechselwirkung zwischen organischen und psychischen Ursachen bestimmt: die organischen Faktoren definierten den Krankheitstyp, ihre Auspr\u00e4gung, ihr Beginn und ihr Verlauf w\u00fcrden dagegen stark von psychischen Faktoren beeinflusst.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis dieser zwei Einflu\u00dffaktoren war geschichtlichen \u00c4nderungen unterworfen: vor dem Beginn der Psychiatrie hielt man &#8220;Geisteskranke&#8221; noch f\u00fcr unheilbar, gefolgt von einer Hochbl\u00fcte der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>. Gegenw\u00e4rtig befinden wir uns wieder in einer Phase, in der die k\u00f6rperlichen (neurologischen) Faktoren im Vordergrund stehen. Mitunter werden dann auch ausschlie\u00dflich diese behandelt &#8211; selbst wenn die eigentlich Betroffenen dies als nicht befriedigend und ausreichend erleben. Die erfolgreichsten Modelle bestehen heute aber in Kombinationen aus pharmakologischer, psychotherapeutischer und sozialtherapeutischer Behandlung.<!--adsense--><\/p>\n<p>Symptome, die auf eine Psychose hindeuten, sind wiederkehrende akustische oder andere <span class='wp_keywordlink'><a href=\"Wahrnehmung eines Sinnesgebietes, ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt\" title=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/icd-10\/\" target=\"_blank\">Halluzinationen<\/a><\/span>, wahnhafte Denkinhalte oder Beziehungsideen. Die eigene Person oder die Umwelt wird mitunter entfremdet oder ver\u00e4ndert wahrgenommen, die Sprache kann verwirrt oder konfus wirken. Ver\u00e4ngstigte, erregte, gereizte oder getriebene Stimmungen sind h\u00e4ufig und oft auch \u00e4u\u00dferlich wahrzunehmen, manchmal aber auch &#8220;ged\u00e4mpftes&#8221;, passives und gleichg\u00fcltiges Verhalten.<\/p>\n<p>Gar nicht oft genug kann ich auf die Wichtigkeit des sozialen Umfeldes hinweisen: da die Betroffenen selbst h\u00e4ufig ver\u00e4ngstigt sind oder ihre eigene Situation verzerrt wahrnehmen, ist es bedeutsam, da\u00df engagierte Freunde oder Verwandte mit Nachdruck auf Diagnose und Therapie hinarbeiten. Eine m\u00f6glichst fr\u00fchzeitige Behandlung verbessert die therapeutischen Interventionsm\u00f6glichkeiten n\u00e4mlich deutlich.<\/p>\n<p>Link-Tipp: <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/surveys\/test_dissoziation.phtml\" target=\"_blank\">Selbsttest auf Dissoziation \/ Dissoziative Identit\u00e4tsst\u00f6rung<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w\u00f6chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa\u00dft und in verschiedenen Medien Thailands ver\u00f6ffentlicht wird, 2010; Image src:psymantra.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Du hast ja eine Psychose!&#8221; Dies ist gewisserma\u00dfen die &#8220;gebildetere&#8221; Form der Floskel &#8220;Du bist ja verr\u00fcckt!&#8221;, die von manchen verwendet wird, wenn sie sich die Handlungen einer Person nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. In stark naturverbundenen Kulturen wurden Menschen, deren Verhalten stark von dem abwich, was als &#8220;normal&#8221; empfunden wurde, durch Magier und Schamanen behandelt. Im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[293],"tags":[214,341,320,232,174,432,36,157],"class_list":["post-1168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-grundlagen","tag-dissoziation","tag-halluzinationen","tag-neurologie","tag-psychiatrie","tag-psychopharmaka","tag-psychose","tag-psychotherapie","tag-schizophrenie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1168"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1171,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1168\/revisions\/1171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}