{"id":123,"date":"2008-11-07T18:05:59","date_gmt":"2008-11-07T17:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=123"},"modified":"2013-12-10T03:03:39","modified_gmt":"2013-12-10T02:03:39","slug":"herzinfarkt-psyche-ptbs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/herzinfarkt-psyche-ptbs\/","title":{"rendered":"Herzinfarkt: Psychische Gesundheit lebenswichtig"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.medicalnewstoday.com\/info\/atrial-fibrillation\/images\/heart.jpg\" width=\"200\" height=\"133\" \/><p class=\"wp-caption-text\">(Photo src: medicalnewstoday.com)<\/p><\/div>\n<p>Herzinfarkt-\u00dcberlebende mit posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen tragen ein deutlich erh\u00f6htes Risiko, fr\u00fcher zu sterben &#8211; dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie an rund 150 Patienten, die nach einem Herzinfarkt oder Herzstillstand einen Defibrillator erhalten hatten. Die Wissenschafter des Helmholtz Zentrums M\u00fcnchen, der TU M\u00fcnchen sowie des Deutschen Herzzentrums fordern, den psychischen Symptomen weitaus gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit zu widmen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das Team wies nach, dass Herzinfarkt-Patienten mit posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung (<acronym title=\"Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung\">PTBS<\/acronym>) ein erh\u00f6htes Risiko tragen, fr\u00fcher zu sterben als Patienten ohne diese Diagnose. Dies wurde in der aktuellen Ausgabe der weltweit renommierten psychiatrischen Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry ver\u00f6ffentlicht.<!--adsense--><\/p>\n<p>Im Zuge der Untersuchung fragten die Wissenschaftler insbesondere nach Symptomen, die typischerweise bei einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung auftreten: angstvolle, sich aufdr\u00e4ngende bohrende &#8220;intrusive&#8221; Erinnerungen an das lebensbedrohliche Geschehen, das Vermeiden von Verhaltensweisen, die an das Ereignis erinnerten, sowie eine nach dem Erstereignis aufgetretene gesteigerte nerv\u00f6se Unruhe oder \u00dcberwachheit (Hypervigilanz). Ein Teil der Patienten litt in gesteigerter Weise an diesen Symptomen. Ihr Leben war durch immer wiederkehrende bedrohliche Erinnerungen an ihre Erkrankung bestimmt. Sie lebten in einem dauerhaft angstvoll-angespannten Zustand. Diese Menschen wiesen ein 3,5fach erh\u00f6htes Risiko auf, fr\u00fcher als diejenigen Patienten zu sterben, die nicht an solchen Symptomen litten und sich mit ihrer Erkrankung hatten arrangieren k\u00f6nnen.<br \/>\nIn keinem Zusammenhang mit dem Risiko der posttraumatischen Symptomatik standen Risikofaktoren wie das Alter, die Auswurffraktion des Herzens als Ma\u00df f\u00fcr die verbliebene Herzmuskelkraft oder <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span>. \u00dcberraschenderweise fand sich auch keine Verbindung mit dem komorbiden Vorhandensein von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> und Angst. &#8220;Dies bedeutet&#8221;, so Studienleiter Ladwig, &#8220;dass das <acronym title=\"Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung\">PTBS<\/acronym>-Risiko unabh\u00e4ngig von den genannten weiteren Risikofaktoren besteht und keineswegs durch sie erkl\u00e4rt werden kann.&#8221;<\/p>\n<p>Als Konsequenz aus diesen deutlichen Studienergebnissen fordern Ladwig und sein Team, bei Herzinfarkt-Patienten den Symptomen einer <acronym title=\"Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung\">PTBS<\/acronym> in Zukunft weitaus gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit zu widmen. Spezielle Hilfsangebote, bei Bedarf auch eine psychotherapeutische Begleitung, m\u00fcssen rasch entwickelt und auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Zum anderen bedarf es weiterer Forschung nach den Mechanismen, die dazu f\u00fchren, dass die <acronym title=\"Posttraumatic Stress Disorder (Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung)\">PTSD<\/acronym>-Symptomatik einen solch fatalen Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Patienten mit Defibrillatoren aus\u00fcbt.<\/p>\n<p>(Quelle: Der Standard, 07.11.2008)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzinfarkt-\u00dcberlebende mit posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen tragen ein deutlich erh\u00f6htes Risiko, fr\u00fcher zu sterben &#8211; dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie an rund 150 Patienten, die nach einem Herzinfarkt oder Herzstillstand einen Defibrillator erhalten hatten. 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