{"id":1260,"date":"2010-08-12T14:22:38","date_gmt":"2010-08-12T14:22:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1260"},"modified":"2013-12-21T09:27:15","modified_gmt":"2013-12-21T08:27:15","slug":"schwangerschaft-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/schwangerschaft-kommunikation\/","title":{"rendered":"Schwangere brauchen Austausch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.blog-barrierefrei.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/schwangerschaft-karindalziel.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"250\" \/>Die Existenz sozialer Netzwerke entscheidet, wie wohl sich Schwangere f\u00fchlen, wie Forscher der University of Michigan k\u00fcrzlich in der Zeitschrift &#8220;Journal of Cultural Diversity and Ethnic Minority Psychology&#8221; aufzeigten. Sie begleiteten 300 schwangere Frauen w\u00e4hrend ihrer Schwangerschaft und untersuchten, was f\u00fcr ihr psychisches Wohlbefinden den Ausschlag gab.<br \/>\nStatus, ethnische Zugeh\u00f6rigkeit und Reichtum sind demnach nicht wirklich die wichtigsten Faktoren. Auch einem Teil der benachteiligten Frauen ging es blendend &#8211; bei genauem Hinsehen allerdings zeigte sich, dass diese besonders aktive soziale Kontakte hatten. &#8220;Eingebundensein in ein enges soziales Netz ist wichtiger f\u00fcr das Wohlbefinden von Schwangeren als Ethnizit\u00e4t oder Status&#8221;, fasst die Psychologin und Studienleiterin C. Abdou zusammen.<\/p>\n<p>Die Frage, warum Menschen trotz widriger \u00f6konomischer, sozialer oder genetischer Umst\u00e4nde gesund sind, wird in der Medizin immer wichtiger. Sie wird <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/salutogenese\/\" title=\"Forschung nach Faktoren und Wechselwirkungen, die zur Entstehung (Genese) und Erhaltung von Gesundheit f\u00fchren\" target=\"_blank\">Salutogenese<\/a><\/span> oder Resilenzforschung genannt. &#8220;Drei F\u00e4higkeiten sind daf\u00fcr zentral&#8221;, berichtet Edith Wolber, Sprecherin des Deutschen Hebammenverbands e.V. &#8220;Menschen sind eher gesund, wenn sie sich selbst als Handelnde statt als Opfer erkennen. Zweitens ist es wichtig, das Geschehene intellektuell und emotional zu verstehen und richtig einzuordnen. Schlie\u00dflich hilft es zu wissen, dass es auch einen Sinn hat&#8221;, so die Expertin.<\/p>\n<p>Die Schwangerschaft ist eine psychische Ausnahmesituation. Der K\u00f6rper ist im Umbruch und die Hormone ver\u00e4ndern die Emotionen und auch die Begegnung mit anderen. Zudem w\u00e4chst Leben im Bauch der Schwangeren heran. Das verunsichert, \u00e4ngstigt und erfordert Austausch und besondere Betreuung. Diese boten fr\u00fcher automatisch die in der N\u00e4he verf\u00fcgbare Mutter, Schwiegermutter, Freundinnen oder Nachbarn. Heute jedoch ziehen Frauen oft weit weg von zuhause. &#8220;Viel hat sich in Internet-Foren verlagert. Es braucht jedoch emotionale, k\u00f6rperliche und direkte Hilfe. Diese wurde professionalisiert &#8211; in Form der Hebammen.&#8221;<!--adsense--> <\/p>\n<p>Nicht eindeutig gekl\u00e4rt ist weiter, warum es manchen Schwangeren k\u00f6rperlich gut geht, anderen jedoch nicht. Wolber betont allerdings auch hier den Zusammenhang zur Psyche. &#8220;Kann eine Frau ihren Seelenschmerz nicht mit Worten ausdr\u00fccken, so spricht der K\u00f6rper.&#8221; Das sei heute immer schwieriger. &#8220;Erstgeb\u00e4rende sind heute 30 Jahre alt, haben schon gelernt ihr Leben zu managen und sich der [..] Arbeitswelt anzupassen. Diese sieht zwar, dass die Schwangerschaft keine Krankheit ist. Doch sie duldet sie aber auch nicht als Ausnahmesituation, in der Frauen eine Auszeit w\u00fcnschen.&#8221; K\u00f6rperliche Symptome und Krankenstand seien somit f\u00fcr viele ein notwendiger Fluchtweg in dieser Zerrissenheit.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: Der Standard, 08\/2010; Image source:ladycarehealth.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Existenz sozialer Netzwerke entscheidet, wie wohl sich Schwangere f\u00fchlen, wie Forscher der University of Michigan k\u00fcrzlich in der Zeitschrift &#8220;Journal of Cultural Diversity and Ethnic Minority Psychology&#8221; aufzeigten. Sie begleiteten 300 schwangere Frauen w\u00e4hrend ihrer Schwangerschaft und untersuchten, was f\u00fcr ihr psychisches Wohlbefinden den Ausschlag gab. 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