{"id":1432,"date":"2011-01-16T06:10:57","date_gmt":"2011-01-16T06:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1432"},"modified":"2013-12-21T23:44:19","modified_gmt":"2013-12-21T22:44:19","slug":"antidepressiva-aggression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/antidepressiva-aggression\/","title":{"rendered":"Antidepressiva, die aggressiv machen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.patientsrights.org.nz\/_\/rsrc\/1303195659163\/drug-free\/Dees%20Psych%20Drugs.jpg?height=176&amp;width=200\" width=\"200\" height=\"180\" \/>Dass gerade bei <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/psychopharmaka\/\" title=\"Psychopharmaka\" target=\"_blank\">Psychopharmaka<\/a><\/span> oder anderen psychoaktiven Medikamenten auch viele negative Auswirkungen auf das Verhalten zu vermuten sind, liegt auf der Hand. Dass ihre Einnahme Aggressionen ausl\u00f6sen kann, ist etwa bei <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/antidepressiva\/\" title=\"Antidepressiva\" target=\"_blank\">Antidepressiva<\/a><\/span> wie Prozac oder Ritalin bekannt. Systematisch untersucht auf ihre Auswirkung auf Gewalt wurden Medikamente und Medikamentengruppen aber noch nicht<\/p>\n<p>Nun haben US-Wissenschaftler vom Institute for Safe Medication Practices in einer Studie, die im Open Access Journal PLoS One erschienen ist, Daten der f\u00fcr Medikamente zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde <acronym title=\"Federal Drug Administration \/ US-Lebensmittel- und Medikamentenbeh\u00f6rde \">FDA<\/acronym> ausgewertet und bei 31 Medikamenten von insgesamt 484 untersuchten Medikamenten festgestellt, dass sie ungew\u00f6hnlich oft mit Berichten von Gewalt gegen andere verbunden sind. Das bedeutet zwar nicht, dass diese Medikamente direkt Gewalt verursachen, es k\u00f6nnte jedoch einen Zusammenhang geben.<!--adsense--><\/p>\n<p>31 der in einem Zeitraum von 69 Monaten insgesamt 464 evaluierten Medikamente waren mit 79 Prozent der Gewaltf\u00e4lle verbunden, darunter 11 Antidepressiva, 3 Medikamente zur Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit\/Hyperaktivit\u00e4ts-Syndroms (<acronym title=\"Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung (engl.: Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD))\">ADHS<\/acronym>\/<acronym title=\"Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (deutsch: Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung \/ ADHS)\">ADHD<\/acronym>), 5 Beruhigungsmittel und Vareniclin, das als Nikotinentw\u00f6hnungsmittel dient. Dessen Wirkstoff wird unter dem Namen Champix vertrieben, zahlreiche Nebenwirkungen sind bekannt, darunter auch Suizidalit\u00e4t und Aggressivit\u00e4t, die <acronym title=\"Federal Drug Administration \/ US-Lebensmittel- und Medikamentenbeh\u00f6rde \">FDA<\/acronym> hat deshalb f\u00fcr diese Substanz einen Warnhinweis ver\u00f6ffentlicht. Vareniclin ist auch nach dieser Studie h\u00f6chst bedenklich und steht an der Spitze. Ein F\u00fcnftel der Berichte \u00fcber Gewalt ist mit diesem Wirkstoff verbunden, damit ist die Neigung zur Gewalt um das 18-Fache h\u00f6her als bei den anderen Medikamenten. Bupropion (in Deutschland gehandelt als Elontril), bei dem es eine geringe Verbindung zur Gewalt gibt, wird zwar auch zur Raucherentw\u00f6hnung eingesetzt, ist aber vor allem ein Antidepressivum.<\/p>\n<p>Verbindungen zur Gewalt gibt es bei allen Antidepressiva, allen voran bei Fluoxetin (Prozac) mit einer mehr als zehnmal so hohen Wahrscheinlichkeit, an dritter Stelle liegt Paroxetin. Bei allen Antidepressiva ist eine Verbindung zur Gewalt 8,4-fach wahrscheinlicher als bei allen anderen psychoaktiven Medikamenten. Eine hohe Wahrscheinlichkeit liegt auch bei Amphetaminen wie Atomexitin (Strattera) und Methylphenidat (Ritalin) vor, die zur Behandlung von <acronym title=\"Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (deutsch: Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung \/ ADHS)\">ADHD<\/acronym> verwendet werden und ein 9- bzw. 3,4-fach h\u00f6heres Risiko der Verbindung zur Gewalt aufweisen. Von den psychoaktiven Medikamenten w\u00e4ren noch die Schlafmittel Triazolam (Halcion) mit einem 8,7-fach und Zolpidem mit einem 6,7-fach erh\u00f6hten Risiko zu nennen. Unter den nicht-psychoaktiven Medikamenten fiel Mefloquin (Lariam), das zur Prophylaxe und Behandlung von Malaria dient, mit einem 9,5-fachen Risiko auf.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle mit weiteren Linkverweisen zu Studien, Tabellen etc.: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33997\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Medikamente und Gewalt<\/a>&#8221; in telepolis 12.01.2011; Image src:patientsrights.org.nz) <\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass gerade bei Psychopharmaka oder anderen psychoaktiven Medikamenten auch viele negative Auswirkungen auf das Verhalten zu vermuten sind, liegt auf der Hand. Dass ihre Einnahme Aggressionen ausl\u00f6sen kann, ist etwa bei Antidepressiva wie Prozac oder Ritalin bekannt. 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