{"id":1493,"date":"2011-03-18T05:18:46","date_gmt":"2011-03-18T05:18:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1493"},"modified":"2013-12-22T00:39:53","modified_gmt":"2013-12-21T23:39:53","slug":"wie-fuehlen-therapeuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wie-fuehlen-therapeuten\/","title":{"rendered":"Wie f\u00fchlen Therapeuten \u00fcber ihre Klienten \/ Patienten?"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i577.photobucket.com\/albums\/ss211\/richey2009\/counseling\/P1040395a-sm.jpg\" width=\"200\" height=\"210\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 75%;\">(Bild: <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"R.L.Fellner\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a><\/span>)<\/span><\/p><\/div>\n<p>Wieder mal regte mich ein Beitrag aus dem Diskussionsforum meiner Website an, \u00fcber ganz bestimmte Aspekte meiner eigenen Rolle als Therapeut zu reflektieren. Eine Diskussionsteilnehmerin fragte sich nach ihren Erfahrungen in ihrer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>, inwieweit Patienten ihren Therapeuten denn auch pers\u00f6nlich wichtig sind, und wieviel emotionales Engagement tats\u00e4chlich besteht &#8211; bzw. ob dieses \u00fcberhaupt echt sei?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es nicht m\u00f6glich, eine derartige Frage generalisierend zu beantworten. Genauso, wie jeder Mensch anderes &#8216;gedrahtet&#8217; ist, sind es (nat\u00fcrlich) auch TherapeutInnen! Die daf\u00fcr erforderliche Ausbildung ver\u00e4ndert ja nicht die Pers\u00f6nlichkeitsstruktur, sondern schafft nur eine wissensm\u00e4\u00dfige Grundlage und <em>zielt darauf ab<\/em>, dass trotz aller pers\u00f6nlichen &#8220;Macken&#8221; Professionalit\u00e4t in der therapeutischen Arbeit m\u00f6glich ist. Was oft, aber nat\u00fcrlich nicht immer gelingt.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich habe ich im Laufe meiner Ausbildung und T\u00e4tigkeit entsprechend auch die volle Bandbreite kennengelernt: von \u00fcberemotionalen, kaum abgrenzungsf\u00e4higen Therapeutinnen, die im Leben nichts anderes haben als &#8220;die Praxis&#8221; bis hin zu \u00e4u\u00dferst k\u00fchlen und m.M. nach kaum empathief\u00e4higen Therapeuten. Und ganz vielen, die irgendwo dazwischen liegen. Von solchen, die ihre Klienten vor allem als &#8220;Kunden&#8221; sehen bis zu solchen, die anf\u00e4llig sind f\u00fcr emotionale \u00dcbergriffe (in beide Richtungen). Und vielen, die aber gerade in der Praxis dann durchaus so agieren, wie ich das bei TherapeutInnen f\u00fcr erforderlich halte. Und nat\u00fcrlich gibt es auch &#8220;professionelle Freundlichkeit&#8221;, &#8220;professionelle N\u00e4he&#8221;. Diese sollte sich von herk\u00f6mmlicher Freundlichkeit, N\u00e4he und emotionaler Beteiligung meiner Ansicht nach dadurch unterscheiden, dass im Kopf gewisserma\u00dfen eine h\u00f6here (professionelle) Instanz dar\u00fcber &#8220;wacht&#8221;, ob das, was zwischen beiden Personen abl\u00e4uft, noch heilsam ist, und nicht wom\u00f6glich das, was da zwischenmenschlich m\u00f6glich w\u00e4re, letztendlich f\u00fcr mehr Komplikationen oder Verwicklungen sorgen w\u00fcrde.<!--adsense--><\/p>\n<p>Ganz pers\u00f6nlich geht es mir so, dass ich leidenschaftlich gerne mit Menschen arbeite, und mich im Prinzip auf jeden freue, der zur n\u00e4chsten Stunde kommt, um mit meiner &#8216;guidance&#8217; ein weiteres St\u00fcck seines pers\u00f6nlichen Wegs zur\u00fcckzulegen. Manche KlientInnen sind aber durchaus &#8220;herausfordernder&#8221; im Sinne von &#8220;schwieriger&#8221; als andere. Das hei\u00dft aber nicht, dass ich mich deshalb \u00fcber sie weniger freue, sondern es steigert nur etwas meinen Blutdruck \ud83d\ude09 &#8211; \u00e4hnlich wie an einer schwierigen Stelle eines Bergaufstieges.<\/p>\n<p>Auch wenn ich mich pers\u00f6nlich (wovon viel mit der <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/systeme\/systemische_therapie.phtml\" target=\"_blank\">systemischen Therapiemethode<\/a> zu tun hat) nicht in allzu tiefe pers\u00f6nliche Verbindungen mit Klienten einlasse, so &#8220;lebe&#8221; ich doch mit allen mit und bin \u00e4u\u00dferst interessiert, wie es ihnen so ergeht &#8230; und wie es nach der Therapie weiterging in ihrem Leben. Insofern ist mit Abschieden tats\u00e4chlich h\u00e4ufig auch ein gewisser Schmerz verbunden. Allerdings kann ich recht gut akzeptieren, dass ich halt von Beginn an nur vor\u00fcbergehender Wegbegleiter war. Ich &#8220;ben\u00f6tige&#8221; meine KlientInnen nicht als Freunde oder Bezugspersonen, und bin eigentlich \u00fcberzeugt davon, dass das f\u00fcr diese l\u00e4ngerfristig auch ganz gesund ist &#8211; auch wenn es manchmal nat\u00fcrlich wichtig und gut ist, wenn ich in bestimmten Lebenssituationen auch mal als bester Freund zur Verf\u00fcgung stehen kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder mal regte mich ein Beitrag aus dem Diskussionsforum meiner Website an, \u00fcber ganz bestimmte Aspekte meiner eigenen Rolle als Therapeut zu reflektieren. Eine Diskussionsteilnehmerin fragte sich nach ihren Erfahrungen in ihrer Psychotherapie, inwieweit Patienten ihren Therapeuten denn auch pers\u00f6nlich wichtig sind, und wieviel emotionales Engagement tats\u00e4chlich besteht &#8211; bzw. ob dieses \u00fcberhaupt echt sei? 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