{"id":1503,"date":"2011-05-03T04:33:08","date_gmt":"2011-05-03T04:33:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1503"},"modified":"2013-12-22T00:38:16","modified_gmt":"2013-12-21T23:38:16","slug":"tic-therapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tic-therapie\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Therapie-Standards f\u00fcr Tic-St\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.blogcurioso.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/tics.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"135\" \/>Von der \u201eEuropean Society for the Study  of Tourette Syndrome\u201c (ESSTS) wurden k\u00fcrzlich Grundlagen f\u00fcr eine m\u00f6glichst hochwertige Versorgung von Patienten mit sogenannten<strong> Tic-St\u00f6rungen<\/strong> hinsichtlich der Diagnose, medikament\u00f6sen,  psychotherapeutischen und in Einzelf\u00e4llen auch neurochirurgischen  Therapie definiert und in der Fachzeitschrift \u201eEuropean  Child &amp; Adolescent Psychiatry\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Tics<\/strong> werden als spontane,  nicht kontrollierbare Bewegungen und Laut\u00e4u\u00dferungen definiert, die in  der schweren chronischen Form als <strong>Tourette-Syndrom<\/strong> bekannt sind. In der  leichten Form treten Tics bei etwa zehn Prozent der Kinder und  Jugendlichen bis 18 Jahren auf und geh\u00f6ren damit zu den h\u00e4ufigsten  psychisch-neurologischen St\u00f6rungen. Bei jedem zehnten Betroffenen wird  die Erkrankung chronisch. \u201eLeichte Formen der Tic-St\u00f6rung verschwinden  innerhalb eines Jahres oft so schnell, wie sie gekommen sind\u201c, berichtet  einer der f\u00fchrenden Tourette-Forscher Deutschlands, Prof. Veit R\u00f6\u00dfner, aus dem Alltag. H\u00e4ufig denken Eltern bei einer solchen St\u00f6rung ihrer Knider jedoch an eine  St\u00f6rung des Nervensystems und nicht die enge Verbindung zu den vielen  begleitenden <em>psychischen Problemen<\/em>.<!--adsense--> <\/p>\n<p>Den Leitlinien zufolge reicht es gerade bei der leichten Form von Tics meist aus, die Patienten dazu anzuleiten, wie  sie mit der St\u00f6rung umgehen k\u00f6nnen. Ein Therapiebaustein sind  Entspannungsverfahren, da die Tics oft in Stresssituationen auftauchen,  wobei emotionale Belastungen verst\u00e4rkend wirken k\u00f6nnen. Falls die  Betroffenen sehr unter den Tics leiden, ihre schulischen Leistungen  sinken oder ihr soziales Umfeld negativ reagiert, empfiehlt die  Leitlinie <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> oder Medikamente sowie in schwersten  F\u00e4llen des Tourette-Syndroms als neurochirurgische Therapie die  Tiefenhirnstimulation. Der psychotherapeutische Ansatz nutzt den  Umstand, dass viele Betroffene den sich anbahnenden Tic sp\u00fcren. Mit  diesem Wissen l\u00e4sst sich dieser mit einer zuvor einge\u00fcbten motorischen  Gegenantwort abblocken.<\/p>\n<p>In der \u00e4rztlichen Praxis werden Medikamente allerdings h\u00e4ufiger eingesetzt als psychotherapeutische Verfahren, zudem ist in Deutschland bei Kindern mit  Tic-St\u00f6rungen nur Haloperidol als Medikament zugelassen, ein sehr schweres Psychopharmakum, dessen  Nebenwirkungen wie beispielsweise Sprach- und Schluckprobleme die Erlebnisf\u00e4higkeit und Emotionalit\u00e4t einschr\u00e4nken. Ein Ziel der Therapie-Standards ist es somit auch, modernere  Wirkstoffe wie etwa Tiaprid f\u00fcr Kinder und Jugendlichen zuzulassen, der wissenschaftliche Nachweis seiner Wirksamkeit steht allerdings noch aus.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: European Child &amp; Adolescent Psychiatry Volume 20, Number 4, 153-154 (doi: 10.1007\/s00787-011-0165-5); Image src:blogcurioso.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der \u201eEuropean Society for the Study of Tourette Syndrome\u201c (ESSTS) wurden k\u00fcrzlich Grundlagen f\u00fcr eine m\u00f6glichst hochwertige Versorgung von Patienten mit sogenannten Tic-St\u00f6rungen hinsichtlich der Diagnose, medikament\u00f6sen, psychotherapeutischen und in Einzelf\u00e4llen auch neurochirurgischen Therapie definiert und in der Fachzeitschrift \u201eEuropean Child &amp; Adolescent Psychiatry\u201c ver\u00f6ffentlicht. 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