{"id":1523,"date":"2011-05-03T13:29:44","date_gmt":"2011-05-03T13:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1523"},"modified":"2013-12-22T00:37:08","modified_gmt":"2013-12-21T23:37:08","slug":"hirndoping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/hirndoping\/","title":{"rendered":"Hirndoping im do-it-yourself-Verfahren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.vth.biz\/driver\/sites\/vth.biz\/files\/blogimages\/brain%20doping.jpg\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Arzneimittel \u00fcber das Internet zu bestellen, ist heute einfach, und selbst die meisten Apotheken verkaufen in Asien ohne jegliche R\u00fcckfrage Medikamente, die im Westen verschreibungspflichtig w\u00e4ren. Besonders beliebt in den Online-Katalogen: <strong>Amphetamine, Potenzmittel<\/strong> und <strong><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/antidepressiva\/\" title=\"Antidepressiva\" target=\"_blank\">Antidepressiva<\/a><\/span><\/strong>. Doch die &#8220;Selbstmedikation&#8221; ist gef\u00e4hrlich: speziell von Amphetaminen wie <strong>Ritalin<\/strong> (Methylphenidat), die leistungssteigernd und konzentrationsf\u00f6rdernd wirken, werden unter dem steigenden Druck der Leistungsgesellschaft immer mehr Menschen abh\u00e4ngig und m\u00fcssen sich Monate oder Jahre sp\u00e4ter an spezialisierte Kliniken oder Psychotherapeuten wenden. Einer Studie amerikanischer Kinder\u00e4rzte zufolge stieg in den letzten acht Jahren die Anzahl der &#8220;dopenden&#8221; Studierenden um 75 Prozent an. H\u00e4ufig werden die Medikamente zudem falsch eingesetzt, da die Ursache etwa der Konzentrationsst\u00f6rungen oder Erektionsprobleme ganz woanders liegen als dort, wo das Medikament ansetzt. <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/erektile-dysfunktion\/\" title=\"Problem, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten\" target=\"_blank\">Erektile Dysfunktion<\/a><\/span> etwa hat bei M\u00e4nnern unter 55 Jahren zumeist rein psychische Ursachen. Durch Gew\u00f6hnungseffekte kommt es dann bei der gewohnheitsm\u00e4\u00dfigen Einnahme schlie\u00dflich h\u00e4ufig zu \u00dcberdosierungen und einer erh\u00f6hten Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr krankmachende Nebeneffekte. Irgendwann behandeln die Nutzer nur noch das Entzugssyndrom (bei Potenzmitteln ist das h\u00e4ufig die Unsicherheit, Sex ohne das Medikament auszu\u00fcben) &#8211; sie versp\u00fcren keine deutliche Wirkung mehr, k\u00f6nnen das Medikament aber auch nicht absetzen und geraten damit in einen Teufelskreis. Erschwerend kommt die oftmalige Mehrfachabh\u00e4ngigkeit dazu: etwa die Einnahme von Amphetaminen w\u00e4hrend des Tags, und dann am Abend die Einnahme von Alkohol und\/oder Tranquilizern bzw. Schlafmitteln.<!--adsense--><\/p>\n<p>Zeichen beginnender psychischer Abh\u00e4ngigkeit von Arzneimitteln k\u00f6nnen Gef\u00fchle von Unsicherheit oder Angst sein, wenn auf die Einnahme verzichtet wird, oder wenn im Laufe der Zeit die Dosis gesteigert wird, die Wirkung des Medikaments jedoch gleich bleibt oder sogar geringer wird oder ganz ausbleibt. Ebenso ein Alarmsignal ist, wenn dem Organismus ohne \u00e4rztliche Diagnose und Verschreibung im Laufe der Jahre immer mehr Substanzen zugef\u00fchrt werden (hierzu geh\u00f6ren auch Nahrungssubstitutionsmittel, Injektionen mit Hormonen, Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Nasentropfen usw.). Zumeist wird Medikamentenabh\u00e4ngigkeit erst sehr sp\u00e4t eingestanden, wenn bereits Erkrankungen der Organe vorliegen oder Unf\u00e4lle (z.B. durch Konzentrationsmangel) auftreten. F\u00fcr den psychischen Entzug ist eine Kombination von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> und Selbsthilfegruppen sehr effektiv, immer ist aber eine \u00e4rztliche Abkl\u00e4rung auf etwaige k\u00f6rperliche Sch\u00e4den dringend anzuraten.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich sind nach Angaben des API-Instituts ca. 350.000 Menschen alkoholkrank, ca. 130.000 sind von Medikamenten, knapp 30.000 von illegalen Drogen abh\u00e4ngig.<br \/>\nIn den USA wird einer Untersuchung der University Michigan von 2010 zufolge bei fast einer Million Kindern f\u00e4lschlicherweise das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsyndroms (<acronym title=\"Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung (engl.: Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD))\">ADHS<\/acronym>) diagnostiziert. Davon betroffen sind vor allem die j\u00fcngeren Kinder einer Jahrgangsstufe in Kindergarten oder Schule.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w\u00f6chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa\u00dft und in verschiedenen Medien Thailands ver\u00f6ffentlicht wird, 2011; Image src:vth.biz)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arzneimittel \u00fcber das Internet zu bestellen, ist heute einfach, und selbst die meisten Apotheken verkaufen in Asien ohne jegliche R\u00fcckfrage Medikamente, die im Westen verschreibungspflichtig w\u00e4ren. Besonders beliebt in den Online-Katalogen: Amphetamine, Potenzmittel und Antidepressiva. 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