{"id":1550,"date":"2011-05-13T03:10:06","date_gmt":"2011-05-13T03:10:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1550"},"modified":"2013-12-22T00:33:37","modified_gmt":"2013-12-21T23:33:37","slug":"demenz-uebergewicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/demenz-uebergewicht\/","title":{"rendered":"BMI und Demenz &#8211; Zusammenh\u00e4nge?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/phsj.org\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/obesity_581.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Laut Resultaten einer schwedischen Studie erh\u00f6ht <strong>\u00dcbergewicht<\/strong> im mittleren Lebensalter das Risiko einer <strong>Demenz-Erkrankung im Alter<\/strong> um 80 Prozent. Im Rahmen einer Studie \u00fcberpr\u00fcften Wissenschafter des Karolinska Institut in Stockholm den aktuellen Gesundheitszustand von 8.534 Zwillingen im Alter ab 65 Jahren in Bezug auf m\u00f6gliche Demenz-Erkrankungen und verglichen diesen anschlie\u00dfend mit dem <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> der Probanden im mittleren Lebensalter.<\/p>\n<p>Den <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> konnten die Wissenschafter dabei aus den Daten des schwedischen Zwillingsregisters zu K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gewicht der Probanden vor 30 Jahren ableiten.<br \/>\n350 Studienteilnehmer litten an einer bereits diagnostizierten Demenz, bei 114 lagen Symptome f\u00fcr einen begr\u00fcndeten Verdacht vor. 2.541 der erfassten 8.534 Zwillinge im mittleren Lebensalter waren \u00fcbergewichtig (<acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> 25\u201330kg\/m\u00b2) oder fettleibig (<acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> &gt;30kg\/m\u00b2).<\/p>\n<p>36 Prozent der Probanden mit Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung waren \u00fcbergewichtig, f\u00fcnf Prozent waren fettleibig. Bei den Studienteilnehmer mit bereits vorliegender Demenz-Diagnose lag der Anteil der \u00dcbergewichtigen sogar bei 39 Prozent, fettleibig waren sieben Prozent. Demgegen\u00fcber waren lediglich 26 Prozent der Probanden ohne Demenz-Erkrankung in ihrem mittleren Lebensalter \u00fcbergewichtig und drei Prozent fettleibig.<!--adsense--><\/p>\n<p>Daraus leiten die Forscher ein um 80 Prozent erh\u00f6htes Demenz-Risiko im sp\u00e4teren Lebensverlauf bei \u00dcbergewicht in den mittleren Lebensjahren ab. Die <acronym title=\"Wechselbeziehung, Zusammenhang\">Korrelation<\/acronym> zwischen \u00dcbergewicht und Demenz-Risiko habe sich auch bei Ber\u00fccksichtigung anderer Faktoren wie dem Bildungsstand, der genetischen Veranlagung, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span> oder Gef\u00e4\u00dferkrankungen als statistisch signifikant erwiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Essen sich bereits Kleinkinder ihren sp\u00e4teren H\u00fcftspeck an?<\/strong><\/p>\n<p>Neue Erkenntnisse liefern dar\u00fcber hinaus auch Indikationen, dass sich die Folgen fr\u00fcher Ern\u00e4hrungsfehler erst Jahre sp\u00e4ter zeigen. So kann eine hohe Eiwei\u00dfzufuhr zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat das Risiko f\u00fcr \u00dcbergewicht im Schulalter erh\u00f6hen. Eine inad\u00e4quate Eisenzufuhr vor dem dritten Geburtstag kann zu schlechten Mathematik-Noten in der Schule f\u00fchren. Aus diesem Anlass wurden von einer interdisziplin\u00e4ren, \u00f6sterreichischen Expertengruppe erstmals klare &#8220;Ern\u00e4hrungsempfehlungen f\u00fcr 1- bis 3-J\u00e4hrige&#8221; erarbeitet und durch praktische Tipps erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Die ersten drei Lebensjahre sind eine wichtige Phase f\u00fcr die k\u00f6rperliche und geistige Entwicklung des Menschen. Ein Kind nimmt im Alter zwischen 1 und 3 Jahren ca. 40 % an L\u00e4nge und Gewicht zu. Das Gehirn w\u00e4chst in den ersten Lebensjahren schneller als in jeder anderen Lebensphase: 70 g pro Monat mit 5 Monaten und immer noch 32 g pro Monat mit 15 Monaten. Klarerweise ist richtige Ern\u00e4hrung in diesem Alter aus physiologischen und pr\u00e4ventivmedizinischen Gr\u00fcnden von besonderer Bedeutung.<\/p>\n<p>Daten aus Deutschland zeigen, dass bereits Kleinkinder zu viel, zu s\u00fc\u00df, zu fett, zu eiwei\u00df- und salzreich essen. \u201eDieses ung\u00fcnstige Ern\u00e4hrungsmuster hinterl\u00e4sst Spuren bei der N\u00e4hrstoffversorgung. So nimmt ein Kleinkind mehr als doppelt so viel Eiwei\u00df als n\u00f6tig auf. Die Empfehlungen f\u00fcr die Zufuhr essenzieller Fetts\u00e4uren werden bei weitem nicht erreicht. Der S\u00fc\u00dfigkeitenverzehr und damit die Zuckerzufuhr mit all seinen negativen Folgen f\u00fcr Gewicht und Z\u00e4hne verdoppeln sich zwischen 1 und 3 Jahren. Bei den Mikron\u00e4hrstoffen gibt es L\u00fccken vor allem bei Eisen und einigen Vitaminen \u2013 im Fall von Vitamin D erreichen gar nur zwei von zehn Kindern die Zufuhrempfehlungen.\u201c, so Univ. Prof. Dr. J\u00fcrgen K\u00f6nig vom Department f\u00fcr Ern\u00e4hrungswissenschaften der Universit\u00e4t Wien.<!--adsense--><\/p>\n<p>Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung von \u00dcbergewicht durch eine erh\u00f6hte Aufnahme von tierischem Eiwei\u00df (das im Kleinkindalter insbesondere aus Wurst und Milchprodukten stammt) in den ersten Lebensjahren beg\u00fcnstigt wird. Der P\u00e4diater Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer erkl\u00e4rt dieses Ph\u00e4nomen wie folgt: \u201eEin erh\u00f6hter Eiwei\u00dfkonsum f\u00fchrt zu einer verst\u00e4rkten Sekretion eines Insulin-\u00e4hnlichen Wachstumsfaktors, insbesondere nach dem Verzehr von zu viel Milcheiwei\u00df. Dieser Wachstumsfaktor (IGF-1) f\u00f6rdert die Bildung von Fettzellen sowie die Fettspeicherung.\u201c Zwiauer hat in den letzten Jahren eine Verdopplung der Zahl \u00fcbergewichtiger Kleinkinder beobachtet.<\/p>\n<p>Gravierende Sch\u00f6nheitsfehler bei Mikron\u00e4hrstoffen<\/p>\n<p>Bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stellt sich die Versorgung mit Eisen, Fols\u00e4ure und Vitamin D als unzureichend dar. Insbesondere im Hinblick auf Eisen zeigen sich Experten besorgt, denn die Aufnahme unterschreitet die Empfehlungen um ca. ein Drittel: \u201eEine ausreichende Eisenzufuhr ist insbesondere w\u00e4hrend Phasen sehr schnellen Wachstums bis zum Alter von 2 Jahren wichtig. Eine Unterversorgung im S\u00e4uglings- und Kleinkindesalter kann langfristige Folgen f\u00fcr Schulkinder \u2013 wie eingeschr\u00e4nkte Merkf\u00e4higkeit, geringere mathematische F\u00e4higkeiten, verminderte kognitive Entwicklung \u2013 haben.\u201c, so Ass. Prof. Dr. Nadja Haiden, von der Medizinischen Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n<p>Bei der f\u00fcr Zellteilung und Wachstum so wichtigen Fols\u00e4ure werden die Empfehlungen gar nur zur H\u00e4lfte erreicht, M\u00fcdigkeit und St\u00f6rungen des Blutbildes sind m\u00f6gliche Folgen. Da nur zwei von zehn Kindern mit dem f\u00fcr Knochenstoffwechsel und Immunsystem wichtigen Vitamin D ausreichend versorgt sind, wird aktuell diskutiert, die Vitamin D-Prophylaxe \u00fcber das erste Lebensjahr hinaus zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Die t\u00e4gliche Salzaufnahme ist hingegen bereits in diesem Alter zu hoch. Eine hohe Natriumzufuhr (Kochsalzzufuhr) bedeutet eine fr\u00fche Gew\u00f6hnung an gro\u00dfe Salzmengen, was sich wiederum langfristig negativ auf den Blutdruck auswirken kann. Zudem ist die Niere bei Kindern erst mit etwa 18 Monaten ausgereift und sollte daher im Kleinkindesalter mit m\u00f6glichst kleinen Natriummengen konfrontiert werden.<\/p>\n<p>Der Expertenkreis Kleinkindern\u00e4hrung nennt 10 wichtige und praktische Tipps zur Verbesserung der N\u00e4hrstoffzufuhr im Kleinkindalter:<\/p>\n<ul>\n<li>Leitungswasser ist das Getr\u00e4nk erster Wahl.<\/li>\n<li>Maximal an 3 Tagen pro Woche Fleisch oder Wurst.<\/li>\n<li>1 \u2013 2 x w\u00f6chentlich Fisch (fettarm zubereitet) und\/oder Zuchtpilze.<\/li>\n<li>3 Milchportionen pro Tag, vorzugsweise kindgerecht eiwei\u00dfreduzierte und eisenangereicherte Milch.<\/li>\n<li>T\u00e4glich fols\u00e4urereiche Gem\u00fcsesorten (z. B. Erbsen, Brokkoli, Spinat) sowie Vollkornprodukte.<\/li>\n<li>Geriebene N\u00fcsse oder Samen z. B. ins M\u00fcsli schlie\u00dfen N\u00e4hrstoffl\u00fccken.<\/li>\n<li>1 x w\u00f6chentlich H\u00fclsenfr\u00fcchte als Basis einer warmen Hauptmahlzeit.<\/li>\n<li>Mindestens 1-2 Eier pro Woche, bei vegetarisch ern\u00e4hrten Kindern sogar mehr.<\/li>\n<li>Raps-, Sonnenblumen- oder Maiskeim\u00f6l zum Kochen und f\u00fcr Salat verwenden.<\/li>\n<li>Salzreiche Lebensmittel selten und in bewusst kleinen Mengen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: <a href=\"http:\/\/www.neurology.org\/content\/76\/18\/1568.abstract?sid=9c7d8880-1ff3-4b3d-aa3f-79846e82b00a\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Neurology; 2011, 76: 1568-1574<\/a>, cecu.de, medaustria.at, <a href=\"http:\/\/www.docs4you.at\/Content.Node\/Vorsorgemedizin\/Ernaehrung\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Ern\u00e4hrungs-Expertenposition auf der Homepage der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Kinder- und Jugendheilkunde<\/a>; Image src:phsj.org)<br \/>\n<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Resultaten einer schwedischen Studie erh\u00f6ht \u00dcbergewicht im mittleren Lebensalter das Risiko einer Demenz-Erkrankung im Alter um 80 Prozent. 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