{"id":1588,"date":"2011-05-23T12:07:36","date_gmt":"2011-05-23T12:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1588"},"modified":"2013-12-22T00:19:27","modified_gmt":"2013-12-21T23:19:27","slug":"psychotherapie-vorsorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/psychotherapie-vorsorge\/","title":{"rendered":"Vorsorge mit Psychotherapie wirkt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/images.derstandard.at\/t\/12\/2011\/05\/20\/1304602489517.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"160\" \/>Bei Kindern und Jugendlichen bew\u00e4hren sich psychotherapeutische Pr\u00e4ventionsprogramme definitiv &#8211; die einj\u00e4hrige Studie \u201e<em>Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE): Gesundheitsf\u00f6rderung durch Pr\u00e4vention von riskanten und selbstsch\u00e4digenden Verhaltensweisen<\/em>&#8220;, die in Deutschland an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg durchgef\u00fchrt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse und wies eine <em>Reduktion psychischer Probleme<\/em> bei den teilnehmenden Sch\u00fclern sowie einen deutlichen R\u00fcckgang von <em>depressiven Symptomen, selbstsch\u00e4digenden Verhaltensweisen und Selbstmordgedanken<\/em> insbesondere bei M\u00e4dchen nach.<\/p>\n<p>Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen zu \u00fcberpr\u00fcfen und effiziente Programme langfristig an bundesweit allen Schulen zu etablieren. Sie lief unter der Federf\u00fchrung des Karolinska-Instituts in Stockholm gleichzeitig in neun anderen EU-Staaten sowie Israel.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt ein hohes Ma\u00df an gef\u00e4hrdeten Jugendlichen, doch viele von ihnen kommen nicht bei den Therapeuten an&#8221;, erkl\u00e4rt Studienleiter R. Brunner. \u201eBei psychischen Problemen gibt es eine immer noch ausgepr\u00e4gte Stigmatisierung.&#8221; Viele Jugendliche haben Angst, von ihren Mitsch\u00fclern ausgelacht zu werden. \u201eWir waren im Vorfeld mehrfach in den Klassen, um Aufkl\u00e4rung zu betreiben&#8221;, sagt Studienkoordinator M. Kaess, \u201eetwa dar\u00fcber, dass die vertrauliche Kommunikation mit den Sch\u00fclern und ihre Anonymit\u00e4t gew\u00e4hrleistet sind.&#8221; Rund 70 Prozent entschlossen sich daraufhin zur Teilnahme.<!--adsense--><\/p>\n<p>\u00dcber 1.400 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren an der Studie beteiligt. Sie kamen von 26 Gymnasien, Real- Hauptschulen des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg. Zun\u00e4chst beantworteten die Acht- und Neuntkl\u00e4ssler bei der Eingangsuntersuchung im Januar 2010 einen Fragebogen, der unter anderem die Themenbereiche Suizidgef\u00e4hrdung, Selbstverletzung, Angst, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span>, Delinquenz, gest\u00f6rtes Essverhalten, exzessiver Medienkonsum, Schulschw\u00e4nzen und Mobbing abhandelte. Je eines von vier Pr\u00e4ventionsprogrammen wurde den Schulen per Zufall zugeteilt. Beim sogenannten Professional <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/surveys\/\" title=\"Screening\" target=\"_blank\">Screening<\/a><\/span> erhielten \u00fcber 60 Prozent der Sch\u00fcler aufgrund ihrer Antworten eine Einladung zu einem Interview. Bei 30 Prozent derer, die zum Termin erschienen waren, stellten die <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> einen Behandlungsbedarf fest.<\/p>\n<p>In einem der anderen drei Pr\u00e4ventionsprogramme nahmen etwa 100 Lehrer an einem Training teil, dass sie in die Lage versetzte, betroffene Jugendliche zu erkennen und mit ihnen umzugehen (\u201eGatekeeper-Training&#8221;). 450 Sch\u00fcler wurden im Rahmen von f\u00fcnf Unterrichtsstunden \u00fcber riskante und selbstsch\u00e4digende Verhaltensweisen sowie den Umgang damit aufgekl\u00e4rt (\u201eAwareness Training&#8221;). An anderen Schulen wurden den Klassenr\u00e4umen Informationsplakate aufgeh\u00e4ngt und den Jugendlichen Visitenkarten mit den Kontaktinformationen der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgeh\u00e4ndigt (\u201eMinimal Intervention&#8221;).<\/p>\n<p>Bei etwa 25 Prozent der Sch\u00fcler sank die Suizidgef\u00e4hrdung im Laufe der Folgeuntersuchungen. Besonders bei den M\u00e4dchen verringerten sich die psychischen Probleme. \u201eEine genaue Analyse der unterschiedlichen Gruppen und Wirkfaktoren steht noch aus&#8221;, betont Brunner. \u201eDiese ersten Ergebnisse stellen ausschlie\u00dflich Tendenzen bezogen auf die Heidelberger Gesamtstichprobe dar. Es fehlen allerdings noch genaue Analysen im Vergleich mit anderen EU-Staaten, die sicher noch weitere Erkenntnisse bringen werden.&#8221;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.seyle.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.seyle.eu<\/a> , Der Standard v 20.01.2011; Photo:Matthias Cremer)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Kindern und Jugendlichen bew\u00e4hren sich psychotherapeutische Pr\u00e4ventionsprogramme definitiv &#8211; die einj\u00e4hrige Studie \u201eSaving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE): Gesundheitsf\u00f6rderung durch Pr\u00e4vention von riskanten und selbstsch\u00e4digenden Verhaltensweisen&#8220;, die in Deutschland an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg durchgef\u00fchrt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse und wies eine Reduktion psychischer Probleme bei den teilnehmenden Sch\u00fclern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[130,326,276,73,138,342,134,132,131,133,215,126,621,36,125,195],"class_list":["post-1588","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","tag-angst","tag-angststorungen","tag-antisozialitat","tag-depression","tag-essstorungen","tag-internet-abhangigkeit","tag-jugend","tag-jugendliche","tag-kinder","tag-kindheit","tag-mobbing","tag-padagogik","tag-pravention","tag-psychotherapie","tag-schule","tag-suizid"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1588"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1588\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2131,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1588\/revisions\/2131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}