{"id":1611,"date":"2011-11-18T03:07:58","date_gmt":"2011-11-17T20:07:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1611"},"modified":"2013-12-10T02:58:50","modified_gmt":"2013-12-10T01:58:50","slug":"burnout-depression-symptome","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/burnout-depression-symptome\/","title":{"rendered":"Burnout oder Depression?"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"     \" alt=\"\" src=\"https:\/\/timsstrategy.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/networking-fatigue-frustration-burn-out.jpg\" width=\"170\" height=\"130\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Die meisten Betroffenen gestehen sich selbst viel zu sp\u00e4t ein, <i>&#8216;burned out&#8217;<\/i> zu sein.<br \/><span style=\"font-size: 85%;\">(Photo credit: Flickr\/Zach Klein)<\/span><\/p><\/div>\n<p>&#8220;<strong>Burnout<\/strong>&#8221; ist eines der diagnostischen Modeworte der letzten Jahre, und von daher nicht ganz \u00fcberraschend stiegen die Zahlen der entsprechend diagnostizierten Patienten exorbitant an &#8211;\u00a0 deutlich st\u00e4rker, als Faktoren wie &#8220;schwierige Wirtschaftslage&#8221; oder &#8220;gestiegener Druck am Arbeitsplatz&#8221; dies erwarten lassen w\u00fcrden. Dies l\u00e4\u00dft die Vermutung zu, dass es sich h\u00e4ufig um Verlegenheitsdiagnosen handelt, welche dann gegeben werden, wenn die vorliegenden Symptome von Patienten nicht eindeutig einem physiologischen Krankheitsbild zuzuordnen sind oder eine &#8220;problematischer&#8221; klingende Diagnose &#8211; und das ist z.B. &#8220;<strong><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span><\/strong>&#8221; f\u00fcr die meisten immer noch &#8211; vermieden werden soll.<\/p>\n<p>Doch worum handelt es sich tats\u00e4chlich bei diesem Diagnose-Begriff &#8220;Burnout&#8221; und was beschreibt er genau? Wie kann man feststellen, ob man selbst an &#8220;Burnout&#8221; leidet?<!--adsense--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten Jahre wurde von Psychologen, \u00c4rzten und Therapeuten f\u00fcr die Diagnosestellung, Pr\u00e4ventions- und Therapieans\u00e4tze des &#8220;Burnout-Syndroms&#8221; eine ganze F\u00fclle an Publikationen herausgebracht. Im Wesentlichen wird das Burnout-<em>Syndrom<\/em> dabei als <em>Resultat einer chronischen Arbeits- oder interpersonellen Stressbelastung<\/em> beschrieben, die sich in den drei Dimensionen <em>emotionale Ersch\u00f6pfung, Depersonalisierung\u00a0 \/ Zynismus<\/em> und <em>subjektiv empfundene reduzierte Leistungsf\u00e4higkeit<\/em> \u00e4ussert (Maslach, C., 1976):<\/p>\n<ul>\n<li><em>Emotionale Ersch\u00f6pfung<\/em> wird als der wesentlichste Aspekt des Syndroms betrachtet und zeigt sich als emotionale und k\u00f6rperliche Kraftlosigkeit.<\/li>\n<li><em>Depersonalisation\/Zynismus<\/em> beschreibt eine gef\u00fchllose, abgestumpfte Reaktion auf Klienten wie z.B. Sch\u00fcler, Patienten, Kunden oder Mitarbeiter. Dieses Verhalten wird als Versuch interpretiert, Distanz zu schaffen.<\/li>\n<li><em>Verminderte subjektive Leistungsbewertung<\/em> beschreibt Gef\u00fchle des Versagens und Ungen\u00fcgens, den zunehmenden Verlust des Vertrauens in die eigenen F\u00e4higkeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der in der Psychologie verwendete und dort noch etwas genauer spezifizierte\u00a0 Begriff, der den <em>prozesshaften Verlauf<\/em> des Burnout-Zustandes (im Unterschied zum Burnout-<em>Syndrom<\/em>) beschreibt, wird auf den in Frankfurt geborenen US-Psychologen Herbert Freudenberger zur\u00fcckgef\u00fchrt, der diesen im Jahre 1974 auf der Basis pers\u00f6nlicher \u00dcberlastungs-Erfahrungen in seinem Buch &#8220;Staff Burnout&#8221; gepr\u00e4gt (und selbst vermutlich einer Novelle von Graham Greene entliehen) hat. Gemeinsam mit seiner Kollegin Gail North definierte er 12 sogenannte &#8220;Burnout-Phasen&#8221;, die im Gesundheitswesen bis heute h\u00e4ufig zum Zweck der Diagnose herangezogen werden. Die Symptome m\u00fcssen allerdings weder in der beschriebenen Reihenfolge auftreten noch alle vorhanden sein, damit man laut H. Freudenberger \/ G. North<sup>1<\/sup> von &#8220;Burnout&#8221; sprechen kann:<\/p>\n<p><strong>Die 12 Burnout-Phasen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Drang, sich selbst und anderen etwas beweisen zu wollen<\/li>\n<li>Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen zu erf\u00fcllen<\/li>\n<li>\u00dcberarbeitung mit Vernachl\u00e4ssigung anderer pers\u00f6nlicher Bed\u00fcrfnisse und sozialer Kontakte<\/li>\n<li>\u00dcberspielen oder \u00dcbergehen der inneren Probleme und Konflikte<\/li>\n<li>Zweifel am eigenen Wertesystem und ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden<\/li>\n<li>Verleugnung entstehender Probleme, zunehmende Intoleranz und Geringsch\u00e4tzung Anderer<\/li>\n<li>R\u00fcckzug und Vermeidung sozialer Kontakte auf ein Minimum<\/li>\n<li>Offensichtliche Verhaltens\u00e4nderungen, fortschreitendes Gef\u00fchl der Wertlosigkeit, zunehmende \u00c4ngstlichkeit<\/li>\n<li>Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen, das Leben verl\u00e4uft zunehmend \u201emechanistisch&#8221;<\/li>\n<li>Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gef\u00fchle durch \u00dcberreaktionen zu \u00fcberspielen (Sexualit\u00e4t, Essgewohnheiten, Alkohol und Drogen)<\/li>\n<li>Depression mit Symptomen wie Gleichg\u00fcltigkeit, Hoffnungslosigkeit, Ersch\u00f6pfung und Perspektivlosigkeit<\/li>\n<li>Erste Selbstmordgedanken als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu diesen psychischen Anzeichen kommen meist nach einiger Zeit des Leidens auch noch k\u00f6rperliche. Abgesehen von der reduzierten Performance und Effektivit\u00e4t im Beruf wird bei &#8220;Burnout&#8221;-PatientInnen meist auch eine erh\u00f6hte Aussch\u00fcttung von Stresshormonen festgestellt. Die Betroffenen werden dadurch deutlich anf\u00e4lliger f\u00fcr Erkrankungen des Herz-\/Kreislaufsystems und zahlreiche andere psychosomatische und rein somatische (sind es diese dann noch?) Erkrankungen, aber auch Depression.<!--adsense--><\/p>\n<p>Und hier liegt das Schl\u00fcsselwort, denn &#8220;Burnout&#8221; ist tats\u00e4chlich (zumindest derzeit) gar kein wissenschaftlich anerkannter Diagnosebegriff, weder im Klassifikationsschema <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/icd-10\/\" title=\"International Classification of Diseases der WHO\" target=\"_blank\">ICD-10<\/a><\/span>, noch im aktuell g\u00fcltigen und vor allem im angloamerikanischen Raum h\u00e4ufig eingesetzten DSM-IV. Und es sieht auch nicht danach aus, dass sich das in den derzeit in Begutachtung befindlichen n\u00e4chsten Versionen dieser Manuals, dem ICD-11 und DSM-V \u00e4ndern w\u00fcrde. Wie also l\u00e4sst sich &#8220;Burnout&#8221; medizinisch korrekt definieren und wie ist es von anderen St\u00f6rungsbildern abzugrenzen?<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Emotionale Ersch\u00f6pfung<\/strong>: es gibt starke Parallelen zwischen dem Auftreten beider St\u00f6rungsbilder, auch kann emotionale Ersch\u00f6pfung unbehandelt in Burnout m\u00fcnden.<\/p>\n<p>&#8211; Auch zwischen <strong><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/pressespiegel\/schlaflosigkeit\/\" title=\"Schlafst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Schlafst\u00f6rungen<\/a><\/span><\/strong> und Burnout bestehen Zusammenh\u00e4nge und Wechselwirkungen: der Schlaf wird von vielen Burnout-Patienten als mangelhaft und nicht erholsam beschrieben, tags\u00fcber besteht h\u00e4ufig Schl\u00e4frigkeit und mentaler Energiemangel. Umgekehrt k\u00f6nnen Schlafprobleme einen Risikofaktor f\u00fcr sp\u00e4teres Burnout darstellen.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Stress<\/strong> und <strong>Psychosomatik<\/strong>: akuter Stress kann kardiale St\u00f6rungen, Herzinfarkte und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span> Typ-2 ausl\u00f6sen. Chronisch h\u00f6here Spannungen in der Arbeit wiederum f\u00fchren zu erh\u00f6hter Kortisol-Aussch\u00fcttung, die ihrerseits die Bildung des metabolischen Syndroms mit <acronym title=\"auch: Hyperlipoprotein\u00e4mie; medizinischer Fachausdruck f\u00fcr erh\u00f6hte Blutfettwerte\">Hyperlipid\u00e4mie<\/acronym> und arterieller <acronym title=\"Bluthochdruck\">Hypertonie<\/acronym> beg\u00fcnstigt. Die h\u00e4ufig stressbedingten gesundheitssch\u00e4digenden Verhaltensweisen, etwa erh\u00f6hter Nikotin- oder Alkoholkonsum und schlechte Planung k\u00f6rperlicher und psychischer Erholung, d\u00fcrften nach einiger Zeit auch ohne k\u00f6rperliche Stressreaktionen massivste Auswirkungen zur Folge haben. Bemerkenswerterweise scheinen Frauen vor allem auf muskuloskelettaler und Stoffwechselebene zu reagieren, M\u00e4nner dagegen nahezu ausschlie\u00dflich auf kardiovaskul\u00e4rer Ebene.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Depression<\/strong>: Die h\u00e4ufigsten Fehldiagnosen finden vermutlich im vielen \u00c4rzten und Therapeuten nur vage bekannten Graubereich zwischen Depression und &#8220;Burnout&#8221; statt. Ahola und Hakanen (2007) schlussfolgern auf Basis ihrer Untersuchungen, dass Burnout und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> nicht gleichzusetzen sind, dass aber chronische Stressbelastungen \u00fcber Burnout-Zust\u00e4nde in <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> <em>m\u00fcnden<\/em> k\u00f6nnen. So steigt bei zunehmendem Schweregrad von Burnout die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, auf bis zu 50% an (Ahola, Honkonen et al., 2005). Iacovides et al. (2003) betrachten Burnout und Depression jedoch als zwei separate Ph\u00e4nomene und Krankheitskonzepte, die aber gemeinsame Charakteristika aufweisen. Auch ihnen zufolge m\u00fcndet unbehandeltes Burnout in seiner schwersten Stufe letztlich h\u00e4ufig in Verzweiflung und Depression.<\/p>\n<p>Zum Vergleich mit den oben beschriebenen Spezifika von &#8220;Burnout&#8221; hier die Merkmale einer <a href=\"\/artikel\/icd-10\/gf30.phtml#f32\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">depressiven Episode gem\u00e4\u00df ICD-10<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedr\u00fcckten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivit\u00e4t. Die F\u00e4higkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgepr\u00e4gte M\u00fcdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gest\u00f6rt, der Appetit vermindert. Selbstwertgef\u00fchl und Selbstvertrauen sind fast immer beeintr\u00e4chtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgef\u00fchle oder Gedanken \u00fcber eigene Wertlosigkeit vor. Die gedr\u00fcckte Stimmung ver\u00e4ndert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumst\u00e4nde und kann von sogenannten &#8220;somatischen&#8221; Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Fr\u00fcherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abh\u00e4ngig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist also davon auszugehen, dass ein betr\u00e4chtlicher Teil der Menschen, die wegen \u201eBurnout&#8221; eine l\u00e4ngere Auszeit nehmen, de facto an einer depressiven Erkrankung leiden (wobei diese durchaus auch mit beruflichen Problemen in Zusammenhang stehen kann) &#8211; n\u00e4mlich dann, wenn alle f\u00fcr die Diagnose einer Depression n\u00f6tigen Krankheitszeichen vorliegen. Zur Depression geh\u00f6rt immer auch das Gef\u00fchl tiefer Ersch\u00f6pftheit, welches so manchen Arzt, Coach oder Therapeuten zur vorschnellen Diagnose &#8220;Burnout&#8221; verleiten d\u00fcrfte, da dieser Zustand Selbst\u00fcberforderung oder \u00dcberforderung durch au\u00dfen als Ursache suggeriert. Doch fatalerweise ist nur bei einer Minderheit der depressiv Erkrankten eine tats\u00e4chliche \u00dcberforderung der Ausl\u00f6ser der Erkrankung, was dann zu Fehlbehandlungen f\u00fchren kann. Viele depressiv Erkrankte etwa f\u00fchlen sich in einer schweren depressiven Episode zu ersch\u00f6pft, um ihrer Arbeit nachzugehen, ja um sich selbst zu versorgen; doch nach erfolgreicher Behandlung und Abklingen der Depression empfinden sie die zuvor als v\u00f6llige \u00dcberforderung wahrgenommene berufliche T\u00e4tigkeit wieder als befriedigenden und sinnvollen Teil ihres Lebens. Das ist bei Burnout jedoch nicht so: hier wird als Teil der Behandlungsstrategie h\u00e4ufig empfohlen, langsamer zu treten, l\u00e4nger zu schlafen und Urlaub zu machen. Liegt jedoch tats\u00e4chlich eine depressive Erkrankung vor, w\u00e4ren dies zumeist keine empfehlenswerten oder sogar gef\u00e4hrliche Gegenma\u00dfnahmen. Menschen mit depressiven Erkrankungen reagieren auf l\u00e4ngeren Schlaf und eine l\u00e4ngere Bettzeit nicht selten mit Zunahme der Ersch\u00f6pftheit und weiterer Stimmungsverschlechterung. Auch sind Urlaube oder Krankschreibungen etwas, von dem vielen depressiv Erkrankten abgeraten wird, da man die Depression &#8220;mitnimmt&#8221; und der eigene Zustand mit Antriebsst\u00f6rung, Gr\u00fcbeln und der Unf\u00e4higkeit, irgendeine Freude zu empfinden, allein daheim oder im Urlaub in fremder Umgebung als besonders bedr\u00fcckend und schmerzlich erlebt wird. Nicht selten treten gerade in solchen Situationen dann erste Suizidgedanken auf. Aus diesem Grund ist eine fachkundige Diagnose, idealerweise durch \u00c4rzte, Psychologen oder Psychotherapeuten, die sowohl im Feld der Depressions- als auch der Burnout-Betreuung Erfahrung haben, dringend anzuraten. Nur eine korrekte Diagnose erm\u00f6glicht einen ad\u00e4quaten Therapieansatz sowie ein m\u00f6glichst rasches Greifen des therapeutischen Angebots!<\/p>\n<p><strong>Therapieans\u00e4tze bei Burnout-Symptomatik<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Komplexit\u00e4t der m\u00f6glichen Ursachen und Zusammenh\u00e4nge, aber auch aus Gr\u00fcnden der h\u00e4ufig schwierigen Abgrenzung der \u00c4tiologie und gegen\u00fcber anderen St\u00f6rungsbildern steht am Beginn einer erfolgreichen Therapie eine sorgf\u00e4ltige medizinische und psychotherapeutische oder psychiatrische, sowie ggf. eine schlafmedizinische Diagnose. Die Therapie richtet sich dann naturgem\u00e4\u00df nach den Erkenntnissen dieser Diagnosestellung.<\/p>\n<p>Bei leichteren Beschwerden ohne Depression gen\u00fcgen mitunter geringe Interventionen wie die Ausarbeitung alternativer Strategien f\u00fcr das Arbeitsumfeld, Entspannungsverfahren und Stressbew\u00e4ltigungs-Techniken. Dies kann direkt am Arbeitsplatz (z.B. Arbeitspsychologe oder Coach) oder privat (Kurzzeit-<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> oder <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/coaching.phtml\" title=\"Coaching\" target=\"_blank\">Coaching<\/a><\/span>) geschehen.<\/p>\n<p>Entspricht die Symptomatik jedoch einer depressiven Episode oder bestehen k\u00f6rperliche Symptome, die direkt oder indirekt mit einer Burnout-Symptomatik im Zusammenhang stehen, ist ad\u00e4quate und regelm\u00e4\u00dfige <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>, n\u00f6tigenfalls mit pharmakologischer Unterst\u00fctzung, <em>bis zum v\u00f6lligen Abklingen der Symptome \u00fcber einen Zeitraum zumindest mehrerer Wochen<\/em> indiziert. Ziel dieser Ma\u00dfnahmen ist verbesserte Stressbew\u00e4ltigung (<acronym title=\"Bew\u00e4ltigung, \u00dcberwindung\">Coping<\/acronym>) und Pr\u00e4vention (<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/coaching.phtml\" title=\"Coaching\" target=\"_blank\">Coaching<\/a><\/span>). Die Prognose ist i.d.R. gut; in Einzelf\u00e4llen jedoch &#8211; etwa, wenn die Arbeitsstrukturen nicht ad\u00e4quat ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen und eine positive Arbeitsatmosph\u00e4re nicht erreichbar scheint &#8211; kann aber auch eine radikale berufliche Ver\u00e4nderung oder ein vor\u00fcbergehender Berufsausstieg (Krankenstand, Sabbatical,..) erforderlich sein, um eine vollst\u00e4ndige Regeneration bzw. Rehabilitation zu erreichen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/psychotherapie_literatur.phtml\" title=\"Literatur\" target=\"_blank\">Literatur<\/a><\/span> zum Thema:<\/span><br \/>\n<a class=\"books\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/psychotherapie_literatur.phtml#depr\" target=\"_blank\">Depression<\/a><br \/>\n<a class=\"books\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/s?ie=UTF8&amp;keywords=burnout&amp;tag=rlf&amp;index=books-de&amp;link_code=qs&amp;tag-id=rlf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Burnout<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Quellen:<\/span><br \/>\nAhola K, Hakanen J. Job strain, burnout, and depressive symptoms: A prospective study among dentists. J Affect Disord. 2007;104:103-10.<br \/>\nAhola K, Honkonen T, Isomets\u00e4 E, Kalimo R, Nykyri E, Aromaa A et al.: The relationship between job-related burnout and depressive disorders &#8211; results from the Finnish Health 2000 Study. J Affect Disord. 2005;88: 55-62.<br \/>\nIacovides A, Fountoulakis KN, Kaprinis S, Kaprinis G. The relationship between job stress, burnout and clinical <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/depression\/\" title=\"depression\" target=\"_blank\">depression<\/a><\/span>. J Affect Disord. 2003;75:209-21.<br \/>\nMaslach, C. Burned-out. Hum Behav. 1976;5:16\u201322.<br \/>\nFreudenberg HJ. Staff burnout. J Soc Issues. 1974;30:159\u201364.<br \/>\nNil R, Jacobshagen N, Sch\u00e4chinger H, Baumann P, H\u00f6ck P, H\u00e4ttenschwiler J, Ramseier F, Seifritz E, Holsboer-Trachsler E. Burnout \u2013 an analysis of the status quo. Schweiz Arch Neurol Psychiatr. 2010;161(2):72\u20137.<br \/>\nBildquelle: timsstrategy.com<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Burnout&#8221; ist eines der diagnostischen Modeworte der letzten Jahre, und von daher nicht ganz \u00fcberraschend stiegen die Zahlen der entsprechend diagnostizierten Patienten exorbitant an &#8211;\u00a0 deutlich st\u00e4rker, als Faktoren wie &#8220;schwierige Wirtschaftslage&#8221; oder &#8220;gestiegener Druck am Arbeitsplatz&#8221; dies erwarten lassen w\u00fcrden. Dies l\u00e4\u00dft die Vermutung zu, dass es sich h\u00e4ufig um Verlegenheitsdiagnosen handelt, welche dann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[293],"tags":[188,189,190,103,147,213,73,217,333,336,471,649,667,297,49,334,335,668,104,105,263,265,182,461,212,195],"class_list":["post-1611","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-grundlagen","tag-alkohol","tag-alkohol-abusus","tag-alkoholismus","tag-arbeit","tag-arbeitspsychologie","tag-burnout","tag-depression","tag-diagnostik","tag-dsm-iv","tag-dsm-v","tag-erschopfung","tag-helfersyndrom","tag-herbert-freudenberger","tag-herzerkrankungen","tag-herzinfarkt","tag-icd-10","tag-icd-11","tag-kortisol","tag-leistung","tag-leistungsorientierung","tag-nikotin","tag-nikotinabusus","tag-selbstwertgefuhl","tag-sozialer-ruckzug","tag-stress","tag-suizid"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1611"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1768,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1611\/revisions\/1768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}