{"id":1616,"date":"2011-08-05T06:51:00","date_gmt":"2011-08-05T06:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1616"},"modified":"2013-12-23T03:09:48","modified_gmt":"2013-12-23T02:09:48","slug":"genetisch-psychisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/genetisch-psychisch\/","title":{"rendered":"Genetische oder psychische Ursachen?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/g.psychcentral.com\/news\/u\/2011\/04\/DNA-brain-4.jpg\" width=\"112\" height=\"150\" \/><em>&#8220;Was kann ich schon tun, es liegt in meinen Genen!<\/em>&#8221; Diesen Stehsatz h\u00f6rt man h\u00e4ufig, wenn jemand von gesundheitlichen Problemen spricht. Und tats\u00e4chlich existieren nur wenige Krankheiten, zu denen nicht mindestens eine Studie versuchte, &#8220;genetische Ursachen&#8221; ausfindig zu machen &#8211; auch bei psychischen Problemen. Doch bemerkenswerterweise k\u00f6nnen selbst 150 Jahre, nachdem Gregor Mendel (der &#8220;Vater der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/genetik\/\" title=\"Genetik\" target=\"_blank\">Genetik<\/a><\/span>&#8221;) seine Regeln der Vererbung beschrieb, Krankheitsgeisseln der Menschheit wie Krebs, S\u00fcchte, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span> oder Gewalt immer noch nicht auf genetischem Wege beseitigt werden. Das soll nun nicht hei\u00dfen, dass die Genetik kein wichtiges Potential h\u00e4tte &#8211; aber offenbar ist es zum heutigen Zeitpunkt immer noch klug, s\u00e4mtliche nicht-genetischen Einflussfaktoren f\u00fcr unsere Krankheiten und St\u00f6rungen auch weiterhin zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Einer der haarstr\u00e4ubendsten Aspekte der Theorie, dass unser gesamtes Leben genetisch &#8220;programmiert&#8221; ist, besteht darin, dass diese Sichtweise uns komplett von unserer Umwelt abkoppelt. Da unser Schicksal ohnehin unab\u00e4nderlich sei, k\u00f6nnten wir uns demnach eigentlich den Versuch sparen, pers\u00f6nliche oder gesellschaftliche Energien in die Verbesserung unserer Lebenssituation oder Gesundheit zu stecken. Tats\u00e4chlich jedoch ist nur ein sehr kleine Gruppe sehr seltener Krankheiten wirklich rein genetisch verursacht. F\u00fcr komplexe St\u00f6rungen wie <acronym title=\"Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung (engl.: Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD))\">ADHS<\/acronym>, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/schizophrenie\/\" title=\"Psychose mit St\u00f6rungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivit\u00e4t\" target=\"_blank\">Schizophrenie<\/a><\/span>, eine Neigung zu Gewalt oder Abh\u00e4ngigkeit mag es zwar genetische Veranlagungen geben, dies ist aber nicht das gleiche wie eine Vorbestimmung. Gene scheinen uns vielmehr unterschiedliche M\u00f6glichkeiten zu geben, auf unsere Umwelt zu reagieren. So wirken Einfl\u00fcsse in unserer Kindheit und die Art unserer Erziehung ganz entscheidend auf die Art, in der sich unsere genetische Neigung sp\u00e4ter entwickelt. Wie Untersuchungen zeigen, k\u00f6nnen diese Einfl\u00fcsse sogar verschiedene Gene &#8220;ein- oder ausschalten&#8221;, um uns optimal auf die Anforderungen unserer Umwelt einzustellen.<\/p>\n<p>Eine in Montral durchgef\u00fchrte Studie beispielsweise, die die Gehirne von Suizidopfern untersuchte, fand heraus, dass ein w\u00e4hrend der Kindheit stattgefundener Missbrauch offenbar gewisse Gehirngene ver\u00e4nderte, was bei anderen Menschen nicht. feststellbar war. Derartiges wird als &#8220;epigenetischer Effekt&#8221; bezeichnet: ein Umwelteinfluss, der bestimmte Gene aktivieren oder deaktivieren kann.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte man in einer Variation zu Shakespeare&#8217;s Zitat vielleicht sagen: &#8220;E<em>s gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als sich die Wissenschaft auszumalen vermag.<\/em>&#8221; Und es gibt mehr M\u00f6glichkeiten, unser Leben zielf\u00fchrend zu ver\u00e4ndern, als wir es uns vorstellen m\u00f6gen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w\u00f6chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa\u00dft und in verschiedenen Medien Thailands ver\u00f6ffentlicht wird, 2011; Image src:psychcentral.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Was kann ich schon tun, es liegt in meinen Genen!&#8221; Diesen Stehsatz h\u00f6rt man h\u00e4ufig, wenn jemand von gesundheitlichen Problemen spricht. 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