{"id":1636,"date":"2011-09-11T06:16:07","date_gmt":"2011-09-11T06:16:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1636"},"modified":"2013-12-23T03:09:00","modified_gmt":"2013-12-23T02:09:00","slug":"kaufsucht-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/kaufsucht-maenner\/","title":{"rendered":"Kaufsucht bei M\u00e4nnern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/s.ndimg.de\/image_gallery\/new_netdoktor\/14\/id_70855_98714.jpg\" width=\"200\" height=\"120\" \/><strong>Kaufsucht<\/strong> ist kein ausschlie\u00dfliches Frauenproblem, sondern betrifft auch M\u00e4nner, wie Marketing-Forscher der Zeppelin Universit\u00e4t aufzeigten. Die bei Suchtverhalten spezifischen neuronalen Muster sind bei kaufs\u00fcchtigen M\u00e4nnern wie Frauen vergleichbar mit jenen bei Alkohol- oder Nikotins\u00fcchtigen. &#8220;M\u00e4nner sind weit h\u00e4ufiger kaufs\u00fcchtig als vielfach vermutet wird. Man sollte dieses Suchtverhalten auch bei ihnen nicht bel\u00e4cheln&#8221;, fordert Studienleiter P. Kenning.<\/p>\n<p>Rund eine Million Menschen wird in den deutschsprachigen L\u00e4ndern als kaufs\u00fcchtig gesch\u00e4tzt, und jeder Zwanzigste ist davon gef\u00e4hrdet. Die Problematik der Kaufsucht ergibt sich zun\u00e4chst aus dem Leben \u00fcber die eigenen finanziellen Verh\u00e4ltnisse. Teure Artikel werden impulshaft gekauft, h\u00e4ufig auch nicht ausgepackte Ware gehortet. In Folge ergeben sich weitere, teils dramatische Konsequenzen, etwa an der Arbeitsstelle, hinsichtlich der Altersversorgung, soziale Folgen sowie solche f\u00fcr die Familien der Betroffenen.<!--adsense--><\/p>\n<p>In der Untersuchung verglichen nun die Forscher die Reaktionen von M\u00e4nnern mit und ohne starker Kaufsucht-Tendenz und verwendeten dabei typische M\u00e4nner-Markenprodukte als Stimuli. Hierbei war in der funktionellen Magnetresonanz bei potenziell Kaufs\u00fcchtigen das Belohnungszentrum des Gehirns deutlich aktiver als bei M\u00e4nnern ohne Kaufsucht. &#8220;Es ist dieselbe \u00fcbersteigerte Reaktion, die man bei Alkoholikern mit einer Flasche Wein oder bei Nikotins\u00fcchtigen mit einer Schachtel Zigaretten ausl\u00f6st. Sie spiegelt Vorfreude und starkes Verlangen oder Echo erfahrener Belohnung wider&#8221;, berichtet Kenning.<\/p>\n<p>Die meisten M\u00e4nner bejahen die Frage, ob sie Marken wie Rolex oder Mercedes attraktiv finden und gerne kaufen w\u00fcrden. &#8220;Den Unterschied, der Kaufsucht-Gef\u00e4hrdete kennzeichnet, sieht man erst in der \u00fcbersteigerten Hirnaktivit\u00e4t. Das ist ein Grund mehr, warum man Kaufsucht als Krankheit definieren sollte&#8221;, so der Forscher. Wie sehr die festgestellte Reaktion sozialisiert sei oder auf genetische oder epigenetische Strukturen zur\u00fcckgehe, sei bisher aber noch nicht nachweisbar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/cms_media\/module_img\/146\/73199_1_popup_73199_1_org_4bb9c1c24c194.jpg\" width=\"180\" height=\"150\" \/>Kaufsucht-gef\u00e4hrdete M\u00e4nner reagieren stark auf Marken, vor allem bei Textilien, Uhren, technischen Accessoires und Gadgets, Sportartikel, Wein, Schuhen und Autos. &#8220;Manche haben einen Fuhrpark von 70 Autos, obwohl sie immer nur eines fahren k\u00f6nnen. Auch hier ist \u00fcbersteigerte Belohnung im Spiel&#8221;, so der Forscher.<\/p>\n<p>Frauen werden h\u00e4ufiger mit Kaufsucht in Verbindung gebracht, da sie meist die Haushalte f\u00fchren und h\u00e4ufiger einkaufen, weshalb auch die Werbung \u00fcberwiegend auf sie zugeschnitten sei. Doch bestehe bei einschl\u00e4gigen Studien lt. &#8220;Kaufsucht-Forscherin&#8221; L. Reisch von der Universit\u00e4t Kopenhagen \u201e&#8230;meistens das Problem unzureichender Stichproben. Frauen sind therapiewilliger, selbstkritischer und melden sich eher f\u00fcr solche Studien&#8221;, so die Expertin. Auch seien die Fragen der Skalen, die Kaufsucht messen, eher auf das weibliche Einkaufen ausgerichtet, da M\u00e4nner andere Artikel und mit anderen Emotionen kaufen.<\/p>\n<p>Marketing konzentriert sich heute zunehmend auf den Aufbau einer Beziehung statt auf die Transaktion des Produkterwerbs. Kenning hinterfragt &#8220;&#8230; ob wir langfristig Marken derart emotional aufladen d\u00fcrfen, dass Menschen davon s\u00fcchtig werden. Einerseits m\u00fcssen die Unternehmen vor derart negativen Folgen gesch\u00fctzt werden, andererseits aber nat\u00fcrlich auch die Konsumenten&#8221;.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeppelin-university.de\/deutsch\/aktuelles_presse\/aktuelles\/2010_07_06_82547216_meldung.php\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Zeppelin-Universit\u00e4t<\/a>; Image src: 1:netdoktor.de 2:rhein-zeitung.de)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaufsucht ist kein ausschlie\u00dfliches Frauenproblem, sondern betrifft auch M\u00e4nner, wie Marketing-Forscher der Zeppelin Universit\u00e4t aufzeigten. Die bei Suchtverhalten spezifischen neuronalen Muster sind bei kaufs\u00fcchtigen M\u00e4nnern wie Frauen vergleichbar mit jenen bei Alkohol- oder Nikotins\u00fcchtigen. &#8220;M\u00e4nner sind weit h\u00e4ufiger kaufs\u00fcchtig als vielfach vermutet wird. 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