{"id":1746,"date":"2011-10-30T10:22:14","date_gmt":"2011-10-30T03:22:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1746"},"modified":"2011-10-30T10:22:14","modified_gmt":"2011-10-30T03:22:14","slug":"helfer-syndrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/helfer-syndrom\/","title":{"rendered":"Das Helfer-Syndrom"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/westallen.typepad.com\/idealawg\/images\/2008\/03\/11\/2194572266_d303d6e2ee_m.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"125\" \/>Eine Schw\u00e4che ist besonders unter den Menschen, die in Helfer- und Service-Berufen arbeiten, h\u00e4ufig: das sogenannte &#8220;<strong>Helfer-Syndrom<\/strong>&#8220;. Der starke Impuls, anderen Menschen zu helfen, sich wohler zu f\u00fchlen, ist dabei unbewu\u00dft mit dem Ziel verbunden, das auch selbst zu tun und sich von eigenen Leeregef\u00fchlen abzulenken. Wenn die Betroffenen dabei jedoch laufend \u00fcber die eigenen Grenzen gehen, sind Burnout und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> nicht mehr weit &#8211; nicht ganz zuf\u00e4llig sind Angeh\u00f6rige dieser Berufssparten (z.B. \u00c4rzten, Therapeuten oder anderer Sozialberufe) \u00fcberaus h\u00e4ufig davon betroffen.<br \/>\nDoch man kein professioneller Helfer sein, um ein &#8220;Helfer-Syndrom&#8221; zu entwickeln: genauso gut kann es auch ein Nachbar, ein Freund, ein Mitarbeiter oder Sie selbst sein, der dazu neigt, Verantwortungen und Aufgaben zu \u00fcbernehmen, um die andere instinktiv einen weiten Bogen machen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Doch das ist nicht alles: das Helfer-Syndrom kann zu regelrecht mi\u00dfbr\u00e4uchlichen Beziehungs-Konstellationen f\u00fchren. Der &#8220;Helfer&#8221; auf der einen Seite mag zunehmend Burnout-Symptome entwickeln und sich ausgebeutet f\u00fchlen, wenn seine Anstrengungen als selbstverst\u00e4ndlich betrachtet werden und ihm wenig Dankbarkeit erwiesen wird. Nicht und nicht scheint er den Punkt zu erreichen, an dem jeder zufrieden ist.<br \/>\nDoch es existieren auch mi\u00dfbrauchende bzw. narzi\u00dftische Helfer: das mangelnde Gef\u00fchl f\u00fcr die eigenen Grenzen f\u00fchrt bei ihnen indirekt auch dazu, auf die Verantwortung dem anderen gegen\u00fcber zu &#8220;vergessen&#8221;. W\u00e4hrend ein verantwortungsvoller Helfer seine eigenen Grenzen kennt und den anderen dabei unterst\u00fctzen wird, st\u00e4rker zu werden und sich nach M\u00f6glichkeit professionelle Hilfe zu suchen, m\u00f6chte der narzi\u00dftische Helfer ihn nicht aus seinem Einflu\u00df entlassen &#8211; er kann nicht loslassen, bevor jene Ziele erreicht sind, von denen er selbst \u00fcberzeugt ist.<!--adsense--><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob die Motive f\u00fcr das Helfer-Verhalten altruistisch (&#8220;Ich m\u00f6chte etwas zur\u00fcck geben&#8221;, &#8220;\u2026verhindern, dass er\/sie dieselben Fehler wie ich macht!&#8221;, &#8220;Ich m\u00f6chte etwas weitergeben&#8221; oder &#8220;Ich kann es schaffen!&#8221;&#8216;) oder neurotisch motiviert sind: es ist immer ein Zeichen emotionalen Ungleichgewichts, wenn jemand die eigenen Grenzen ignoriert und versucht, alle Probleme im Alleingang zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Typische Formen ungesunder &#8220;Helfer-Beziehungen&#8221; sind Beziehungen mit wiederkehrenden emotionalen Wechselb\u00e4dern, h\u00e4ufig mit einem abh\u00e4ngigen (&#8220;s\u00fcchtigen&#8221;) Partner, Partnerschaften mit selbstbezogenen, kontrollierenden oder gewaltt\u00e4tigen Personen oder Beziehungen mit einem starken Ungleichgewicht an Macht, Bildung oder Geld. Derartige Beziehungsformen k\u00f6nnen f\u00fcr beide Partner zwar &#8220;funktionieren&#8221;, sie sind aber zumeist ver\u00e4nderungsresistent oder gar -feindlich und verlieren die k\u00fcnstliche Stabilit\u00e4t der gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeit, sobald sich etwas am besagten Ungleichgewicht zu ver\u00e4ndern beginnt. Pers\u00f6nliche Weiterentwicklung ist in ihnen nur schwer m\u00f6glich, und aufgrund der inneren Zw\u00e4nge leider h\u00e4ufig auch das Erreichen wirklichen Lebensgl\u00fccks. F\u00fcr professionelle Helfer existiert deshalb in vielen L\u00e4ndern eine Verpflichtung zur Supervision, um ihr berufliches Verhalten zu reflektieren. F\u00fcr Laienhelfer bleibt h\u00e4ufig nur die M\u00f6glichkeit, gut auf sich aufzupassen um uns nicht mehr als es uns und den anderen gut tut, in destruktiven &#8220;Helfer&#8221;-Ambitionen zu verstricken.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Bildquelle: westallen.typepad.com) <\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Schw\u00e4che ist besonders unter den Menschen, die in Helfer- und Service-Berufen arbeiten, h\u00e4ufig: das sogenannte &#8220;Helfer-Syndrom&#8220;. Der starke Impuls, anderen Menschen zu helfen, sich wohler zu f\u00fchlen, ist dabei unbewu\u00dft mit dem Ziel verbunden, das auch selbst zu tun und sich von eigenen Leeregef\u00fchlen abzulenken. 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