{"id":1750,"date":"2011-11-06T16:10:30","date_gmt":"2011-11-06T09:10:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1750"},"modified":"2013-12-23T18:03:13","modified_gmt":"2013-12-23T17:03:13","slug":"antisoziales-verhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/antisoziales-verhalten\/","title":{"rendered":"Antisoziales Verhalten &#8211; was ist das?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.willow-park.co.uk\/images\/My%20Neighbourhood\/antisocial_behavior.jpg\" width=\"120\" height=\"160\" \/>Hatten Sie k\u00fcrzlich mit jemandem Kontakt, der v\u00f6llig die Kontrolle \u00fcber sich verlor?<\/p>\n<p>Bei Kindern und Jugendlichen werden Verhaltensmuster, die die sozialen Normen oder die Grenzen der anderen verletzen, als &#8220;<strong>Verhaltensst\u00f6rungen<\/strong>&#8221; bezeichnet. Ich halte diese Begriffswahl an sich f\u00fcr problematisch, denn denn wer d\u00fcrfte sich schon anma\u00dfen, &#8220;korrektes&#8221; Verhalten zu definieren? In der Fachwelt jedoch werden unter diesem Begriff konkret <em>Aggressivit\u00e4t, Bullying, L\u00fcgen, grausames Verhalten<\/em> anderen Menschen oder Tieren gegen\u00fcber, <em>destruktives Verhalten, Vandalismus<\/em> und <em>Diebstahl<\/em> verstanden &#8211; und das gibt dann vermutlich doch einen ganz guten Eindruck dar\u00fcber, was gemeint ist.<\/p>\n<p>Die betreffenden Minderj\u00e4hrigen kommen meist aus problematischen Verh\u00e4ltnissen, haben Mi\u00dfbrauchs-, Gewalterfahrungen oder einen Elternteil mit einem Suchtproblem. Werden ihre damit verbundenen Probleme nicht gel\u00f6st, k\u00f6nnen sich bei ihnen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen entwickeln, wie die sogenannte &#8220;antisoziale Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung&#8221;, bipolare St\u00f6rungen oder <acronym title=\"vereinfacht: seine Umwelt terrorisierend. Wissenschaftlich exaktere Definition siehe ICD-10 im Artikelbereich der Website\">Psychopathie<\/acronym>. Diesen ist gemein, dass sie das Risiko f\u00fcr eigene oder fremde k\u00f6rperliche Verletzungen, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>, Suchtverhalten, Gef\u00e4ngnisstrafen, Mord oder <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\" title=\"Selbstt\u00f6tung\" target=\"_blank\">Suizid<\/a><\/span> stark erh\u00f6hen, unter anderem deshalb, weil die Betroffenen Konflikten nicht aus dem Weg gehen und h\u00e4ufig auch vor dem Einsatz von Waffen nicht zur\u00fcckschrecken. H\u00e4ufig besteht auch nur eine geringe Hemmung, andere zu betr\u00fcgen, zu bestehlen und das Eigentum anderer zu zerst\u00f6ren. Paradox ist, dass das Verhalten dieser Personen \u00e4u\u00dferlich zwar sehr bestimmt und selbstbewu\u00dft wirken mag, sie sich im Grunde aber meist sehr allein, \u00e4ngstlich und hoffnungslos f\u00fchlen, was nicht selten zu Alkoholmi\u00dfbrauch, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und anderen Folgeproblemen f\u00fchrt.<!--adsense--><\/p>\n<p>Am besten kann das Verhalten antisozialer Personen psychologisch erkl\u00e4rt werden. Mediziner suchen nach rein k\u00f6rperlichen (z.B. genetischen) Erkl\u00e4rungen, lassen dabei aber h\u00e4ufig au\u00dfer Acht, dass f\u00fcr viele Betroffene ihr aggressives Verhalten zum Selbstschutz und als Ventil f\u00fcr emotionale Spannungen dient. Diese Spannungen existieren nicht nur in ihnen selbst, sondern entstehen \u00fcberm\u00e4\u00dfig schnell auch im Kontakt mit anderen. Bei psychopathischen Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcgen mangelt es zus\u00e4tzlich an Empathie und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Situation der anderen, was die Hemmung f\u00fcr Aggression und illegale Handlungen noch weiter herabsetzt<\/p>\n<p>Es ist deshalb normalerweise empfehlenswert, offene Konflikte mit aggressiven oder antisozialen Personen zu vermeiden: nicht nur w\u00fcrden diese Leute im Konfliktfall unf\u00e4hig sein, sich in Ihre pers\u00f6nliche Situation hineinzuversetzen, sondern auch dazu, den Konflikt auf Gespr\u00e4chsebene zu kl\u00e4ren, geschweige denn, auf konstruktive Weise. Besser ist es, zun\u00e4chst auf Abstand zu gehen, um das Gegen\u00fcber emotional &#8220;abk\u00fchlen&#8221; zu lassen, und es vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt nochmals zu versuchen.<\/p>\n<p>Die Betroffenen selbst k\u00f6nnen mit psychologischer Hilfe bzw. <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> nach einiger Zeit zu deutlich besserer Selbstkontrolle und Lebenszufriedenheit finden.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w\u00f6chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa\u00dft und in verschiedenen Medien Thailands ver\u00f6ffentlicht wird, 2011; Bildquelle:willow-park.co.uk)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hatten Sie k\u00fcrzlich mit jemandem Kontakt, der v\u00f6llig die Kontrolle \u00fcber sich verlor? 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