{"id":1795,"date":"2011-12-08T19:42:47","date_gmt":"2011-12-08T12:42:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1795"},"modified":"2011-12-08T21:07:30","modified_gmt":"2011-12-08T14:07:30","slug":"geburt-depression-bipolar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/geburt-depression-bipolar\/","title":{"rendered":"&#8216;Baby Blues&#8217; &#8211; oder bipolare St\u00f6rung?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/drop.ndtv.com\/albums\/HEALTH\/postnatal\/postnatal1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"120\" \/>Frauen, die kurz nach der Geburt wegen schwerer psychiatrischer Erkrankungen (einschlie\u00dflich <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>) behandelt werden mussten, werden im sp\u00e4teren Leben h\u00e4ufiger als bipolar diagnostiziert verglichen mit Frauen, deren erste psychiatrische Episode w\u00e4hrend eines anderen Lebensabschnitts auftritt, wie eine neue Studie aus D\u00e4nemark zeigt.<\/p>\n<p>Es besteht jedoch noch Unklarheit dar\u00fcber, ob es sich bei postpartalen <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> oder <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/schizophrenie\/\" title=\"Psychose mit St\u00f6rungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivit\u00e4t\" target=\"_blank\">Schizophrenie<\/a><\/span>-\u00e4hnlichen Episoden nicht gelegentlich tats\u00e4chlich um falsch diagnostizierte bipolare St\u00f6rungen handelt &#8211; oder, ob mehr Frauen mit diesen Erstdiagnosen im Laufe der Zeit wom\u00f6glich vermehrt bipolare St\u00f6rungen entwickeln. Doch w\u00e4hrend postpartale <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> relativ h\u00e4ufig sind, treten schwere <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und andere psychiatrische Episoden, welche station\u00e4re oder ambulante Klinikaufenthalte erfordern, nur bei ca. 1 von 1.000 neuen M\u00fcttern auf.<\/p>\n<p>Bipolare St\u00f6rungen sind durch Wechsel zwischen schweren <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und &#8220;Manien&#8221; (w\u00e4hrend denen eine Person \u00fcberm\u00e4\u00dfig aufgeregt, gl\u00fccklich und voller Energie ist) gekennzeichnet. Sie werden heute i.d.R. mit Kombinationstherapien aus Medikamenten und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> behandelt. Am h\u00e4ufigsten manifestieren sie sich im fr\u00fchen Erwachsenenalter &#8211; und das National Institute of Mental Health (USA) sch\u00e4tzt, dass immerhin 6% der US-Bev\u00f6lkerung an einem gewissen Punkt im Leben an dieser St\u00f6rung erkranken.<!--adsense--> <\/p>\n<p>Fr\u00fchere Studien suggerierten, dass der Geburtsvorgang als Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine erste bipolare Episode fungieren k\u00f6nnte. Doch nur wenige Frauen wurden w\u00e4hrend der ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes entsprechend diagnostiziert. Nach der vorliegenden Arbeit wird nun vermutet, dass eine schwere psychische Krise kurz nach der Geburt auf eine zugrunde liegende bipolare St\u00f6rung hindeuten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In der Studie wurde der Status von d\u00e4nischen Frauen nach einer ersten psychiatrischen Episode \u00fcber 15 Jahre hindurch beobachtet, um zu sehen, ob der Zeitpunkt der Episode &#8211; kurz nach der Geburt oder nicht &#8211; eine Schlu\u00dffolgerung dar\u00fcber erlauben w\u00fcrde, ob sich sp\u00e4ter eine bipolare St\u00f6rung zeigen w\u00fcrde. Zu diesem Zweck wurden die Krankheitsgeschichten von 120.000 Frauen, welche seit 1970 aufgrund schwerer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> oder einer anderen psychiatrischen Erkrankung station\u00e4r behandelt wurden, analysiert. Von diesen hatten 2.900 die Episoden innerhalb eines Jahres nach der Geburt ihres ersten Kindes.<!--adsense--> <\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigten, dass eine schwere psychiatrische Episode in dem Monat nach der Geburt (im Vergleich zu einer Episode zu einem anderen Zeitpunkt) mit einer vierfachen Wahrscheinlichkeit letztlich zu einer bipolaren Diagnose f\u00fchrt. Von Frauen, die ihre erste psychiatrische Folge im ersten Monat nach der Geburt hatten, wurden 14 Prozent schlie\u00dflich als bipolar diagnostiziert im Vergleich zu 4-5% der Frauen mit psychiatrischen Episoden zu einem anderen Zeitpunkt. Die fr\u00fcheren Studienergebnisse wurden also best\u00e4tigt, jedoch auch ein Zusammenhang mit anderen psychiatrischen Diagnosen aufgezeigt. Die Geburt eines Kindes ist somit ein potenter und spezifischer <em>m\u00f6glicher<\/em> Ausl\u00f6ser f\u00fcr bipolare St\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Daran beteiligt sein k\u00f6nnten hormonelle Ver\u00e4nderungen, die w\u00e4hrend der letzten Schwangerschaftswochen und beim Geburtsvorgang selbst auftreten, ebenso wie Schlafmangel und verschiedene Stressfaktoren. H\u00e4ufig werden in diesen Folgen jedoch f\u00e4lschlicherweise <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> oder Angstst\u00f6rungen diagnostiziert.<\/p>\n<p>Keineswegs sicher ist jedoch, ob die betreffenden Frauen nicht auch ohne die Geburt eines Kindes eine bipolare St\u00f6rung entwickelt h\u00e4tten. Ebenso ist mit der Studie kein Beweis eines Zusammenhangs zwischen Geburt bzw. &#8216;postpartaler <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span>&#8217; und bipolaren St\u00f6rungen gefunden, und ob es sich etwa auch bei leichteren <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> um bipolare Symptome handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Sehr wohl aber vertreten die Studienautoren die Ansicht, dass behandelnde \u00c4rzte bei auftretenden psychiatrischen Symptomen nach der Geburt verst\u00e4rkt die M\u00f6glichkeit bipolarer St\u00f6rungen in ihre \u00dcberlegungen einbeziehen sollten. Auch sollte Schwangerschaft in die Liste potenzieller Risiken f\u00fcr die Ausl\u00f6sung dieser St\u00f6rung aufgenommen werden. Mit diesen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnte die Fr\u00fcherkennung deutlich verbessert werden und damit auch eine fr\u00fchestm\u00f6gliche, effiziente Behandlung oder zumindest St\u00fctzung der Frauen erreicht werden, statt mit einer vorschnellen Behandlung ausschlie\u00dflich mittels <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/antidepressiva\/\" title=\"Antidepressiva\" target=\"_blank\">Antidepressiva<\/a><\/span> wom\u00f6glich bestimmte bipolare Symptome noch zu verschlimmern.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: Reuters; <a href=\"http:\/\/archpsyc.ama-assn.org\/cgi\/content\/abstract\/archgenpsychiatry.2011.157\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Psychiatric Disorders With Postpartum Onset: Possible Early Manifestations of Bipolar Affective Disorders<\/a> in: Arch Gen Psychiatry. Published online December 5, 2011. doi:10.1001\/archgenpsychiatry.2011.157. Image credit: drop.ndtv.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen, die kurz nach der Geburt wegen schwerer psychiatrischer Erkrankungen (einschlie\u00dflich Depressionen) behandelt werden mussten, werden im sp\u00e4teren Leben h\u00e4ufiger als bipolar diagnostiziert verglichen mit Frauen, deren erste psychiatrische Episode w\u00e4hrend eines anderen Lebensabschnitts auftritt, wie eine neue Studie aus D\u00e4nemark zeigt. 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