{"id":1873,"date":"2012-01-20T10:46:07","date_gmt":"2012-01-20T03:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1873"},"modified":"2013-12-23T17:31:05","modified_gmt":"2013-12-23T16:31:05","slug":"angst-paedophil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/angst-paedophil\/","title":{"rendered":"Die Angst, p\u00e4dophil zu sein"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/cdn.omtimes.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/compulsive-thoughts_OM-Times.jpg\" width=\"176\" height=\"176\" \/>Seit einigen Jahren beobachte ich eine deutliche Zunahme von Menschen &#8211; insbesondere M\u00e4nnern -, die unter teils massiven <strong>\u00c4ngsten<\/strong> leiden, <strong>p\u00e4dophile Neigungen zu haben<\/strong>. Auch wenn diese \u00c4ngste unbegr\u00fcndet sind, erzeugen sie in ihrer Intensit\u00e4t bei den Betroffenen doch massiven Leidensdruck &#8211; diagnostisch ist dann von <em>Zwangsgedanken<\/em> zu sprechen, eine St\u00f6rung, die sich von <acronym title=\"sexuelle Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Kinder - Jungen oder M\u00e4dchen, die sich meist in der Vorpubert\u00e4t oder in einem fr\u00fchen Stadium der Pubert\u00e4t befinden\">P\u00e4dophilie<\/acronym> klar zu unterscheiden ist.<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen fand zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt ein &#8220;Initialereignis&#8221; statt, nach dem die Angst, m\u00f6glicherweise p\u00e4dophil zu sein, zum ersten Mal auftrat &#8211; z.B. k\u00f6rperliche Erregung bei der Ber\u00fchrung eines jungen M\u00e4dchens, ein sexuell gef\u00e4rbter Traum, als erregend empfundene Filmszenen oder auch Bilder, die als p\u00e4doerotisch bis p\u00e4dopornografisch einstufbar sind. Von diesem Zeitpunkt an werden die eigenen Gedankenl\u00e4ufe, etwa bez\u00fcglich &#8220;junger M\u00e4dchen&#8221; oder &#8220;Buben&#8221;, sehr genau beobachtet. So wird z.B. innerlich gepr\u00fcft, ob sich emotionale oder k\u00f6rperliche Regungen einstellen, wenn den Betroffenen ein minderj\u00e4hriges M\u00e4dchen \u00fcber den Weg l\u00e4uft oder Phantasie-Szenen werden experimentell im Kopf durchgespielt.<br \/>\nIm Unterschied zum normaltypischen Umgang mit der prinzipiellen Idee, \u00fcber eigene p\u00e4dophile Neigungen zu verf\u00fcgen, ist Personen, die unter Zwangsgedanken leiden, die Kontrolle \u00fcber die damit verbundenen Gedankenl\u00e4ufe weitgehend entzogen. Obwohl sich das reale sexuelle Interesse auf vollj\u00e4hrige Personen richtet, scheint in der inneren Vorstellung jederzeit mit dem Schlimmsten, n\u00e4mlich dem pl\u00f6tzlichen und nicht beherrschbaren Aufflammen von realen sexuellen Gef\u00fchlen f\u00fcr Minderj\u00e4hrige, gerechnet werden zu m\u00fcssen.<!--adsense--><\/p>\n<p>Die Prognose von Zwangsgedanken aber ist alles andere als erfreulich, es handelt sich dabei um eine von der m\u00f6glichen Auspr\u00e4gung her sehr schwere und die Lebensqualit\u00e4t massiv einschr\u00e4nkende psychische St\u00f6rungsform. Was mit gelegentlichen, beunruhigenden Gedanken beginnt, kann im Verlauf weniger Jahre oder gar Monate ein Ausmass annehmen, das ein geregeltes Leben und das Empfinden jeglicher Lebensfreude verunm\u00f6glicht. Ein erhebliches Problem besteht zudem darin, dass PatientInnen mitunter auch im realen Leben (also nicht nur gedanklich) &#8220;\u00fcberpr\u00fcfen&#8221; wollen, ob z.B. sexuelle \u00dcbergriffe als erregend empfunden w\u00fcrden. Es kann dann fatalerweise auch zu realen \u00dcbergriffen auf Minderj\u00e4hrige kommen, bei denen dann tats\u00e4chlich erstmals eine Grenze im realen Leben \u00fcberschritten wurde &#8211; etwas, das bei rechtzeitiger therapeutischer Behandlung vermutlich niemals passiert w\u00e4re, aber nun erstmals potentielle rechtliche und auch weitere psychische Auswirkungen (z.B. starke Schuldgef\u00fchle und \u00c4ngste) hat.<\/p>\n<p>Der nach solchen Erfahrungen meist weiter steigende psychische Druck und das strafrechtliche Risiko alleine rechtfertigen eine m\u00f6glichst fr\u00fchzeitige psychotherapeutische Behandlung dieser Form von Zwangsgedanken. Im Unterschied zu den meisten anderen Formen von Zwangsst\u00f6rungen, deren Querwirkung auf Dritte i.d.R. sehr begrenzt ausfallen d\u00fcrfte oder ganz ausbleibt, besteht bei unter p\u00e4dophilen Zwangsgedanken leidenden Personen n\u00e4mlich ein gewisses Risiko von Handlungen, die sie in die Grauzone strafrechtlich relevanter Taten oder dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>Hinweis: dieser Artikel ist die Kurzfassung meines umfangreichen Artikels zum Thema &#8220;<a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/sexualtherapie\/zwangsgedanken_paedophilie.phtml\" target=\"_blank\">P\u00e4dophile Zwangsgedanken<\/a>&#8220;.<\/em><br \/>\n<span style=\"font-size:75%;\">(Image src:omtimes.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einigen Jahren beobachte ich eine deutliche Zunahme von Menschen &#8211; insbesondere M\u00e4nnern -, die unter teils massiven \u00c4ngsten leiden, p\u00e4dophile Neigungen zu haben. 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