{"id":1929,"date":"2012-09-06T06:39:10","date_gmt":"2012-09-05T23:39:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1929"},"modified":"2012-10-25T08:59:33","modified_gmt":"2012-10-25T07:59:33","slug":"peak-genderforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/peak-genderforschung\/","title":{"rendered":"&#8220;Peak&#8221; nun auch in der Genderforschung?"},"content":{"rendered":"<p>Nun befasste sich mein <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/feminismus-im-wandel\/\" target=\"_blank\">letzter Blog-Artikel<\/a> mit Fragen der &#8220;Gleichberechtigung&#8221; zwischen M\u00e4nnern und Frauen, diesmal scheint es ein kritischer Artikel zur Gender-Forschung zu werden: sp\u00e4testens jetzt werden sich die ersten kritischen Leser\/innen fragen: ist der Fellner etwa ein Frauenfeind?<\/p>\n<p>Weit gefehlt, ganz ehrlich!<\/p>\n<div style=\"width: 175px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tiaraandglasses.files.wordpress.com\/2012\/01\/lego_ad_19811.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"223\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Source: tiaraandglasses By: Lego<\/p><\/div>\n<p>Und doch war mir die Gender-Forschung immer schon einigerma\u00dfen suspekt: die meisten Argumente heutiger Feministinnen fand ich zumeist weder besonders fundiert, noch deckten sie sich mit meiner eigenen Erfahrungswelt. Doch der <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/systeme\/wirklichkeit.phtml\" target=\"_blank\">Konstruktivist<\/a> in mir ist ein duldsamer Gesell und kann gut mit der Idee leben, dass meine eigene Erfahrungswelt ja auch keinen Beweis daf\u00fcr darstellen muss, dass die Theorien der Gender-Forscherinnen und Feministinnen unberechtigt seien &#8211; oder nicht zumindest f\u00fcr bestimmte Gesellschaftsgruppen relevant w\u00e4ren. Zudem gibt es speziell in den von Frauen dominierten Sozialwissenschaften etwas, das man sich als Mann so gar nicht leisten kann: das Grundaxiom der Geschlechter&#8221;gleichheit&#8221; (h\u00e4ufig auch jenes eines immer noch existierenden Chancenungleichgewichts zu Ungunsten westlicher Frauen) in Frage zu stellen.<\/p>\n<p>Nun ist einer, der es sich offenbar leisten kann, n\u00e4mlich der norwegische Komiker (!) aber auch Soziologe <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Harald_Eia\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Harald Eia<\/a>, einer dieser merkw\u00fcrdigen Unstimmigkeiten, die sich wie rote F\u00e4den durch die speziell in den westlichen OECD-Staaten bereits langj\u00e4hrig sogar aus Steuergeldern gef\u00f6rderten Gender-Studien ziehen, mal ganz genau nachgegangen: n\u00e4mlich der, dass in einem Land wie Norwegen &#8211; dem sogar die UN zuschreibt, <em>seit Jahren<\/em> weltweit zu den Vorzeigestaaten hinsichtlich des &#8220;Gender-Gap&#8221; zu geh\u00f6ren (also nahezu identische berufliche und bildungsm\u00e4\u00dfige Startpositionen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner zu erm\u00f6glichen) &#8211; auch heute noch anteilsm\u00e4\u00dfig nahezu gleich viele Frauen klassische Frauenberufe ergreifen, und M\u00e4nner in klassischen M\u00e4nnerberufen zu finden sind &#8230; obwohl doch nach all den f\u00fcr Gleichstellungs- und F\u00f6rderungsma\u00dfnahmen investierten Milliarden eigentlich das exakte Gegenteil oder doch zumindest kleine &#8220;positive&#8221; (= mehr Bauarbeiterinnen, M\u00fcllentsorgerinnen, aber nat\u00fcrlich auch Ingenieurinnen) Ver\u00e4nderungen zu erwarten sein sollten?<\/p>\n<p>Das Beklemmende ist vielmehr, dass offenbar sogar ein <em>gegenteiliger<\/em> Effekt auszumachen ist: der Anteil an Ingenieurinnen und Computerfachfrauen ist in den westlichen, &#8220;gender-bewu\u00dften&#8221; Industriestaaten anteilsm\u00e4\u00dfig sogar geringer als in den meisten anderen. Wie das m\u00f6glich ist, soll Ihnen jedoch am besten Herr Eia selbst erkl\u00e4ren &#8211; seine aus einer mehrteiligen Serie zusammengefasste Kurzdoku (38 Minuten, norwegischer OT mit englischen Untertiteln) ist wirklich sehenswert und informiert Sie nebenbei \u00fcber einige interessante Details aus der aktuellen Humanforschung. Ihre Ausstrahlung im staatlichen TV im Jahre 2011 war \u00fcbrigens wesentlich an der Entstehung einer intensiven und kritischen \u00f6ffentlichen Diskussion in Norwegen beteiligt, deren vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt eine Schlie\u00dfung des &#8220;Nordic Gender Institutes&#8221; und die Beendigung der &#8220;Wissenschaft&#8221; der sog. &#8220;Gender Studies&#8221; darstellte. Die f\u00fcr Gender-Studies budgetierten Mittel von 56 Millionen Euro (!) wurden vom Parlament nicht bewilligt und konnten f\u00fcr andere gesellschaftliche Projekte eingesetzt werden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/p5LRdW8xw70\" frameborder=\"0\" width=\"560\" height=\"315\"><\/iframe><\/p>\n<p>Was mir pers\u00f6nlich bei der Kurz-Doku ein wenig kalte Schauer \u00fcber den R\u00fccken laufen lie\u00df, war die &#8220;Esoterik&#8221;-\u00e4hnliche Argumentation der f\u00fchrenden norwegischen Gender-&#8220;WissenschafterInnen&#8221; w\u00e4hrend der Interviews, die beklemmend an die ideologische Einbunkerungs-Taktik so mancher Vertreter von Gro\u00dfreligionen und Sekten erinnerte. Mit wissenschaftlicher Evidenz und professionell, z.T. weltweit durchgef\u00fchrten Gro\u00dfstudien konfrontiert, wurden mit leerem Blick ideologische Positionen schlicht weiter wiederholt.<!--adsense--> <\/p>\n<p>Es mag gut sein, dass damit in der &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ybRz91eimTg\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Century of Declines<\/a>&#8221; auch der Feminismus bzw. die Gender-&#8220;Wissenschaften&#8221; bereits ihren &#8220;peak point&#8221; (H\u00f6hepunkt) \u00fcberschritten haben. Wohlgemerkt : beide waren von enormer gesellschaftlicher Bedeutung, und niemand, der aus dieser Epoche etwas gelernt hat, wird ausser Frage stellen, wie wichtig die Befreiung der Frau aus ihrem einstmals engen sozialen und famili\u00e4ren Korsett war, oder welche Verantwortung wir als Eltern tragen, wenn es darum geht, unseren Kindern (oder als Verantwortungstr\u00e4ger in Firmen: den Mitarbeiter\/Innen) gleiche Entwicklungs- und berufliche <em>Chancen<\/em> zu erm\u00f6glichen. Ebenso scheint weitere Forschung in der Medizin und Psychologie nicht nur als sinnvoll, sondern im Sinne einer Steigerung der Behandlungseffizienz auch notwendig zu sein.<br \/>\nHinterfragen k\u00f6nnten wir allerdings die Sinnhaftigkeit und Berechtigung etwa von Pflichtquoten oder die neuerliche Bevorteiligung eines biologischen Geschlechts, diesmal ganz gezielt und aus rein ideologischen Motiven.<br \/>\nIrgendwann sind im Verlauf gesellschaftlicher Befreiungsbewegungen wichtige Entwicklungsschritte getan, Lektionen gelernt, legislative \u00c4nderungen vollzogen &#8211; &#8220;gesunde&#8221; Staaten sollten dann daraus die Konsequenzen ziehen, so manches faktisch obsolet gewordene Institut zusperren und die freiwerdenden finanziellen Mittel anderen wichtigen sozialen Projekten zuflie\u00dfen lassen. Und von denen gibt es ja gerade in Zeiten der europ\u00e4ischen <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> immer mehr.<\/p>\n<p>Ach ja, und der n\u00e4chste Artikel ist, das kann ich schon jetzt versprechen, wieder einem ganz anderen Thema gewidmet. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><span>Weiterf\u00fchrende Links: <a class=\"smarterwiki-linkify\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Global_Gender_Gap_Report\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Global_Gender_Gap_Report<\/a><br \/>\n<a class=\"smarterwiki-linkify\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EwogDPh-Sow\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Do Women Earn Less Than Men?<\/a> (Video, Prof. Steven Horwitz)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun befasste sich mein letzter Blog-Artikel mit Fragen der &#8220;Gleichberechtigung&#8221; zwischen M\u00e4nnern und Frauen, diesmal scheint es ein kritischer Artikel zur Gender-Forschung zu werden: sp\u00e4testens jetzt werden sich die ersten kritischen Leser\/innen fragen: ist der Fellner etwa ein Frauenfeind? 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