{"id":1963,"date":"2012-11-05T22:52:40","date_gmt":"2012-11-05T21:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1963"},"modified":"2021-08-09T03:56:12","modified_gmt":"2021-08-09T02:56:12","slug":"sexuelle-lustlosigkeit-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/sexuelle-lustlosigkeit-frauen\/","title":{"rendered":"Sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  \" alt=\"\" src=\"https:\/\/doesitreallywork.org\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Female-Libido-Enhancer-Reviews.jpg\" width=\"200\" height=\"170\"\/><p class=\"wp-caption-text\">Sexuelle Lustlosigkeit belasted zumeist <i>beide<\/i> Beziehungspartner stark. (photo source: doesitreallywork.org)<\/p><\/div>\n<blockquote><p><em><strong>&#8220;Sind Sexualprobleme bei Frauen eher psychischer oder k\u00f6rperlicher Natur? Welche Faktoren spielen da mit?&#8221;<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man ist in diesem Bereich auf Sch\u00e4tzungen angewiesen, da zu diesem Thema sehr unterschiedliche Studien existieren. Manche Studien behaupten bis zu 80% k\u00f6rperliche (i.d.R. stoffwechselbedingte \/ hormonelle) Ursachen, andere vermuten mehr als 70% psychische Gr\u00fcnde f\u00fcr sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen. Das Problem f\u00fcr die Betroffenen: sie k\u00f6nnen sich gewissermassen &#8220;aussuchen&#8221;, welchen Theorien sie Glauben schenken und sind am Ende so schlau wie zuvor&#8230; Seri\u00f6se \u00c4rzte oder Therapeuten werden deshalb &#8211; letztlich auch, beide Ans\u00e4tze respektierend &#8211; beide Erkl\u00e4rungsmodelle pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Besonders im Fall lang anhaltender und <em><span style=\"text-decoration: underline;\">emotional unerkl\u00e4rlicher<\/span><\/em> sexueller Lustlosigkeit ist somit zun\u00e4chst eine \u00e4rztliche Abkl\u00e4rung empfehlenswert, um k\u00f6rperliche Ursachen wie etwa St\u00f6rungen des Hormonspiegels, Stoffwechselerkrankungen u.dgl. auszuschliessen. Werden dabei keine eindeutigen Hinweise gefunden, d\u00fcrften zumindest psychische Mit-Ursachen vorliegen &#8211; von denen aber gibt es viele, die in Frage kommen. Bei Frauen unterscheiden sich diese meinen Erfahrungen in der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/sexualtherapie\/sexualtherapie_wien.phtml\" title=\"Sexualberatung\" target=\"_blank\">Sexualberatung<\/a><\/span> zufolge \u00fcbrigens bemerkenswerterweise gar nicht so sehr von jenen, die auch bei M\u00e4nnern zu sexuellen Problemen f\u00fchren k\u00f6nnen: etwa Probleme in der Partnerschaft, sexueller&nbsp;Leistungsdruck oder <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span>, um nur einige davon zu nennen.<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>&#8220;Was gibt es f\u00fcr Therapiem\u00f6glichkeiten &#8211; psychologisch und medikament\u00f6s?&#8221;<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn <em>eindeutige physiologische Ursachen<\/em> gefunden werden, ist eine medikament\u00f6se Therapie sinnvoll, etwa die Einnahme von Testosteron bei hormonell bedingtem Libidoverlust. Viele Frauen sind zun\u00e4chst \u00fcberrascht, wenn sie dies h\u00f6ren, da Testosteron bekanntlich doch ein &#8220;m\u00e4nnliches&#8221; Sexualhormon ist. Tats\u00e4chlich aber wird es auch in den weiblichen Eierst\u00f6cken produziert, wenn auch in weitaus geringeren Mengen als es in den m\u00e4nnlichen Sexualorganen geschieht. Testosteron ist damit sozusagen ein &#8220;gender-neutrales&#8221; Hormon \ud83d\ude09 , das bei beiden Geschlechtern eine wichtige Rolle f\u00fcr den Sexualtrieb und sexuelle Lust, aber auch wie bei den M\u00e4nnern f\u00fcr Knochendichte und Muskelbildung spielt. Wichtig ist es mir allerdings, darauf hinzuweisen, dass k\u00fcnstliche Testosteron-Gaben speziell in h\u00f6herem Alter indiziert sind, also dann, wenn die k\u00f6rpereigene Testosteron-Produktion abnimmt. Bis zu den weiblichen Wechseljahren sollten Testosteron-Behandlungen nur in Ausnahmef\u00e4llen erfolgen &#8211; denn speziell bei Frauen sind die Langzeitfolgen solcher Gaben noch nicht gut erforscht, bei M\u00e4nnern haben sie sich als risikoreich (etwa durch ein deutlich gesteigertes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken) erwiesen.<\/p>\n<p>Die &#8220;Falle&#8221;, aber auch die Chance liegt in der Ber\u00fccksichtigung der <strong>psychischen Komponenten<\/strong>, die ihrerseits ebenfalls die Produktion der Sexualhormone beeinflussen: diese Produktion l\u00e4sst nach, wenn es uns schlecht geht, und sie nimmt zu, wenn wir gl\u00fccklich sind und Lust auf unseren Partner haben. Es gibt eine <em>enge Wechselwirkung zwischen unserem Hormonhaushalt, unserem psychischen Wohlbefinden und der sexuellen Lust<\/em>. So w\u00fcrde ich Betroffenen, die an sexueller Lustlosigkeit leiden, als ersten Schritt &#8220;daheim&#8221; empfehlen, sich zu fragen, ob sie in ihrer Partnerschaft gl\u00fccklich sind und aktuell einen entspannten Zugang zur Sexualit\u00e4t haben.<br \/>\nWenn dies nicht der Fall ist oder auch keine klaren k\u00f6rperlichen Ursachen identifiziert werden k\u00f6nnen, w\u00e4re es im Sinne sexueller Zufriedenheit empfehlenswert, sexualtherapeutische Beratung einzuholen. H\u00e4ufig gelingt es meiner Erfahrung nach recht rasch, zumindest den Ursachen der &#8220;gebremsten Lust&#8221; auf die Spur zu kommen. Wie diese dann zu aufzul\u00f6sen sind, ist nat\u00fcrlich von Person zu Person (und mitunter von Paar zu Paar) sehr unterschiedlich.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 85%;\">(Interview mit A. Iiosa \/ &#8220;Die Presse&#8221;, Nov 2012)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Sind Sexualprobleme bei Frauen eher psychischer oder k\u00f6rperlicher Natur? 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