{"id":1969,"date":"2012-11-08T00:43:13","date_gmt":"2012-11-07T23:43:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=1969"},"modified":"2012-11-08T01:07:30","modified_gmt":"2012-11-08T00:07:30","slug":"seelische-probleme-lebensdauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/seelische-probleme-lebensdauer\/","title":{"rendered":"Schon leichte seelische Probleme k\u00f6nnen Leben verk\u00fcrzen"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 245px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.edvard-munch.com\/Paintings\/love\/melancoly_3.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"170\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Picture: Edvard Munch: Melancholy (1891) in <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/0300061587\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0300061587&amp;linkCode=as2&amp;tag=rlf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">The Frieze of Life<\/a>.<\/p><\/div>\n<p>Je \u00e4lter wir werden, umso mehr wird uns bewusst, dass unser K\u00f6rper nicht unversehrlich ist. Sp\u00e4testens ab dem 40. Lebensjahr beginnen selbst immer mehr M\u00e4nner, regem\u00e4\u00dfige Gesundheits-Checks zu absolvieren. Doch der Zustand der Seele bleibt dabei meist im Schatten, v\u00f6llig unbeachtet, nicht zuletzt auch deshalb, weil in der vorgeblich auf &#8220;Effizienz&#8221; optimierten Medizin f\u00fcr langwierige Behandlungsgespr\u00e4che gar keine Zeit ist.<\/p>\n<p>Dabei gef\u00e4hrden seelische N\u00f6te die Gesundheit weit st\u00e4rker als bisher bekannt. Selbst m\u00e4\u00dfige Probleme, die noch keiner Krankheit entsprechen, steigern das Sterberisiko deutlich um 20 Prozent, wie die ausgewerteten Daten einer gro\u00dfen britischen Studie nachweisen. Demnach schlagen Angst, Unzufriedenheit oder Schwermut auf Dauer vor allem auf das Herz-Kreislauf-System. Doch tats\u00e4chlich ist das Ergebnis gar nicht so revolution\u00e4r, denn es ist seit vielen Jahren bekannt, dass psychische Erkrankungen wie etwa <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> die Gefahr von Herzproblemen und anderen Erkrankungen deutlich steigern. Nun r\u00e4t die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Psychosomatische Medizin und \u00c4rztliche <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> (DGPM) jedoch, auch leichte Symptome von psychischem Stress ernst zu nehmen und auf das eigene seelische Wohl zu achten.<\/p>\n<p>Um die Zusammenh\u00e4nge und Ausmasse, in dem sich auch leichtere seelische Probleme auf die k\u00f6rperliche Gesundheit schlagen, genauer abzukl\u00e4ren, analysierten Mediziner um T. Russ vom Murray Royal Hospital die Ergebnisse von zehn Studien mit insgesamt \u00fcber 68 000 Teilnehmern im Alter ab 35 Jahren. Bei allen Personen, die zu Beginn der jeweiligen Studie weitgehend gesund waren, wurde das seelische Befinden untersucht.<\/p>\n<p>Im Laufe der folgenden acht Jahre starben rund 8400 Teilnehmer. Die Analyse der Daten zeigt, dass schon m\u00e4\u00dfig ausgepr\u00e4gte seelische Probleme mit einem erh\u00f6hten Sterberisiko einhergingen. Und die Gefahr stieg mit zunehmender psychischer Last: Unter Ber\u00fccksichtigung von Begleiterkrankungen, Alter, Geschlecht, Alkohol- und Tabakgenuss der Studienteilnehmer steigerte bereits eine m\u00e4\u00dfige Belastung das Sterberisiko um etwa 20 Prozent. Die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, war hier sogar um 29 Prozent erh\u00f6ht, wie die Forscher im &#8220;British Medical Journal&#8221; berichten. Auf die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, wirkten sich m\u00e4\u00dfige Probleme dagegen nicht aus. Bei stark gestressten krebskranken Menschen war dieses Risiko allerdings um 41 Prozent gesteigert.<!--adsense--> <\/p>\n<p>Die Forscher erkl\u00e4ren die erh\u00f6hte Sterberate mit verschiedenen Mechanismen. So k\u00f6nne sich seelischer Stress direkt auf die Herzt\u00e4tigkeit auswirken und selbst bei scheinbar gesunden Menschen einen Infarkt beg\u00fcnstigen. Zudem stimuliere eine solche Belastung die Bildung entz\u00fcndungsf\u00f6rdernder Stoffe wie etwa C-reaktives Protein (CRP), Interleukin-6 (IL 6) oder Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-\u03b1). Dass akuter Stress auch die Methylierung der Erbsubstanz und damit die Aktivit\u00e4t von Genen beeinflusst, konnten Forscher k\u00fcrzlich im Fachblatt &#8220;Translational Psychiatry&#8221; nachweisen. Ferner beeinflussen psychische Probleme auch die Lebensf\u00fchrung, etwa wenn Betroffene rauchen, viel Alkohol trinken oder sich wenig bewegen.<\/p>\n<p>&#8220;Die Studie zeigt, dass seelische N\u00f6te auch jene Menschen gef\u00e4hrden, die gew\u00f6hnlich keine \u00e4rztliche Hilfe in Anspruch nehmen&#8221;, so Professor Dr. med. Johannes Kruse, Vorsitzender der DGPM. Wer dauerhaft \u00e4ngstlich oder schwerm\u00fctig ist und zunehmend an Vertrauen verliert, sollte der DGPM zufolge vorbeugen und gegebenenfalls einen Experten aufsuchen. Je nach individuellem Bed\u00fcrfniss lie\u00dfe sich durch Entspannungstechniken und Gespr\u00e4che mit \u00c4rzten oder auch Vertrauten bereits etwas \u00e4ndern und die belastenden Faktoren lindern. &#8220;M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen auch diese Personen von einer Therapie profitieren.&#8221;, schlussfolgert Prof. Kruse vorsichtig in einer Stellungnahme.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\"> (Quelle und Textausz\u00fcge: MedAustria; Assoziierte Quelle: Translational Psychiatry (2012) 2, e150; (<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/tp\/journal\/v2\/n8\/full\/tp201277a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">doi: 10.1038\/tp.2012.77<\/a>)<\/span> <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je \u00e4lter wir werden, umso mehr wird uns bewusst, dass unser K\u00f6rper nicht unversehrlich ist. Sp\u00e4testens ab dem 40. Lebensjahr beginnen selbst immer mehr M\u00e4nner, regem\u00e4\u00dfige Gesundheits-Checks zu absolvieren. 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