{"id":2021,"date":"2013-08-02T11:49:55","date_gmt":"2013-08-02T10:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=2021"},"modified":"2013-09-02T12:11:09","modified_gmt":"2013-09-02T11:11:09","slug":"bulimie-diabetes-psychotherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/bulimie-diabetes-psychotherapie\/","title":{"rendered":"Bulimie und Diabetes: Psychotherapie hilft"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 131px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.biomanantial.com\/images\/revista\/Fotolia_48691081_XS%2008.07.2013.jpg\" width=\"121\" height=\"180\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Bulimie ist eine h\u00e4ufige E\u00dfst\u00f6rung insbesondere bei jungen <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span>-Patientinnen<br \/><span style=\"font-size: 85%;\">(Photo: Biomantal, P. Marcinski @ Shutterstock)<\/span><\/p><\/div>\n<p>Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes besteht beinahe doppelt so h\u00e4ufig gest\u00f6rtes Essverhalten &#8211; insbesondere Bulimie- wie bei gesunden Altersgenossinnen. Das Gef\u00e4hrliche an dieser Kombination: durch ihren schwankenden Blutzuckerspiegel erleiden Betroffene meist deutlich fr\u00fcher an Folgesch\u00e4den der Augen, Nieren oder Nerven. In der neuen Leitlinie &#8220;Psychosoziales und Diabetes&#8221; empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) deshalb, Diabetespatientinnen mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rungen<\/a><\/span> so zeitig wie m\u00f6glich psychotherapeutisch zu behandeln.<\/p>\n<p>An Bulimie leiden etwa zwei Prozent der 14- bis 20-j\u00e4hrigen Frauen. Sie essen in einem Anfall unkontrolliert und versuchen die \u00fcbersch\u00fcssigen Kalorien durch Di\u00e4ten, Erbrechen oder exzessiven Sport loszuwerden. Typisch f\u00fcr essgest\u00f6rte Patientinnen mit Diabetes ist zudem das sogenannte &#8220;Insulin-Purging&#8221;: Sie spritzen sich gezielt zu wenig vom Blutzuckersenker Insulin, um abzunehmen. Durch den niedrigen Insulinspiegel bleibt mehr Zucker im Blut, den die Nieren dann mitsamt den Kalorien \u00fcber den Urin aus dem K\u00f6rper schwemmen. Die Frauen verlieren zwar Gewicht, verfehlen aber das Ziel ihrer Diabetestherapie: Ihr dauerhaft erh\u00f6hter Blutzuckerspiegel f\u00fchrt deutlich fr\u00fcher zu Sch\u00e4den an Gef\u00e4\u00dfen und Nerven als bei nicht essgest\u00f6rten Patientinnen.<\/p>\n<p>&#8220;Schwanken Blutzuckerwert und Gewicht bei einer jungen Typ-1-Diabetes &#8211; Patientin stark, sollte eine Bulimia nervosa in Erw\u00e4gung gezogen werden&#8221;, sagt Professor Dr. med. Herpertz, Direktor der Klinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> am Universit\u00e4tsklinikum Bochum und Mitautor der Leitlinie. Best\u00e4tigt sich der Verdacht, empfehlen die Experten in dem neuen Behandlungsleitfaden eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>. Dabei sollte sich der Therapeut mit der Zuckerkrankheit auskennen, damit sich die Patientin verstanden f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Typ-1-Diabetes entwickelt sich h\u00e4ufig im jugendlichen Alter, erl\u00e4utert Herpertz \u2013 einer Zeit also, in der sich Menschen intensiv mit dem eigenen Selbstwert auseinandersetzen. Diagnose und Behandlung der Zuckerkrankheit stellten diesen Selbstwert oft in Frage: Betroffene Jugendliche m\u00fcssen eine Di\u00e4t einhalten, auf Alkohol verzichten, Medikamente nehmen, Insulin spritzen. Entwickeln die Patientinnen eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rung\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rung<\/a><\/span>, so h\u00e4nge dies in der Regel mit einem Selbstwertkonflikt zusammen. &#8220;Hier muss die Therapie ansetzen&#8221;, so Herpertz. Wichtig sei auch, bei jungen Patientinnen die Familie in die Behandlung mit einzubeziehen.<\/p>\n<p>Neben der Bulimie spielen auch andere <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rungen<\/a><\/span> bei Menschen mit Diabetes eine Rolle, wie etwa die Binge-Eating-St\u00f6rung bei der es mindestens einmal in der Woche zu Essanf\u00e4llen kommt, die allerdings nicht von gegenregulatorischen Ma\u00dfnahmen wie etwa Erbrechen gefolgt werden. Sie betrifft vor allem Typ-2-Diabetes-Patienten. Zwar kommt diese <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rung\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rung<\/a><\/span> nicht h\u00e4ufiger vor als bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Weil die Betroffenen dadurch aber an Gewicht zulegen, wirkt Insulin bei ihnen noch weniger blutzuckersenkend, und der Diabetes verschlimmert sich. <!--adsense--> <\/p>\n<p>Die DDG empfiehlt im Falle einer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rung\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rung<\/a><\/span> bei Diabetespatienten eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>. \u201eOb ambulant, teilstation\u00e4r oder station\u00e4r: Eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> ist die Therapie der ersten Wahl\u201c, sagt Privatdozent Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der DDG, Bad Mergentheim, Koordinator der Leitlinie. Reine Schulungs- und Selbsthilfe-Programme allein reichten nicht aus, hei\u00dft es in der neuen Leitlinie.<\/p>\n<p>In Kauf nehmen die Experten dabei, dass der Heilungsprozess bei einer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> meist mehrere Monate umfasst. Herpertz hebt daf\u00fcr das oft positive Ergebnis der Behandlung hervor: Bei Typ-1-Diabetikern stabilisiere sich Untersuchungen zufolge der Blutzuckerspiegel nachhaltig und reduziere das Risiko diabetischer Sp\u00e4tsch\u00e4den.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 85%;\"> (Quellen: Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Diabetes [<a href=\"http:\/\/www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de\/leitlinien\/evidenzbasierte-leitlinien.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Link zu den Leitlinien<\/a>]; MedAustria 06\/2013)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes besteht beinahe doppelt so h\u00e4ufig gest\u00f6rtes Essverhalten &#8211; insbesondere Bulimie- wie bei gesunden Altersgenossinnen. Das Gef\u00e4hrliche an dieser Kombination: durch ihren schwankenden Blutzuckerspiegel erleiden Betroffene meist deutlich fr\u00fcher an Folgesch\u00e4den der Augen, Nieren oder Nerven. In der neuen Leitlinie &#8220;Psychosoziales und Diabetes&#8221; empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) deshalb, Diabetespatientinnen mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[706,349,211,138],"class_list":["post-2021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","tag-binge-eating","tag-bulimie","tag-diabetes","tag-essstorungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2021\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}