{"id":2161,"date":"2014-05-08T15:42:19","date_gmt":"2014-05-08T14:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=2161"},"modified":"2014-05-08T15:56:03","modified_gmt":"2014-05-08T14:56:03","slug":"psychische-belastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/psychische-belastung\/","title":{"rendered":"Psychische Leiden belastender als k\u00f6rperliche"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.depressionisreal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Depression-facts-depressionisreal.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"110\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Psychische Leiden belasten mehr als k\u00f6rperliche.<br \/><span style=\"font-size: 75%;\">(Image src: depressionisreal.com)<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kaum eine Situation macht Menschen unzufriedener mit dem Leben als eine psychische Erkrankung.<\/p>\n<p>Richard Layard, Leiter des Wellbeing Programme am Centre for Economic Performance der London School of Economics and Political Science, ver\u00f6ffentlichte k\u00fcrzlich das Ergebnis einer Langzeit-Metastudie, demzufolge in Australien, Deutschland und Gro\u00dfbritannien psychische Erkrankungen weit st\u00e4rker zum Ungl\u00fcck von Menschen beitragen als k\u00f6rperliche Gebrechen. Befragt wurden Personen mit einem Lebensalter von \u00fcber 25 Jahren.<\/p>\n<p>Es wird gesch\u00e4tzt, dass weltweit etwa jeder Zehnte unter <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und Angstst\u00f6rungen leidet. Diese psychischen Erkrankungen sind die Ursache von bis zu einem F\u00fcnftel aller F\u00e4lle von Erwerbsunf\u00e4higkeit. Gleichzeitig befindet sich selbst in reichen L\u00e4ndern weniger als ein Drittel der Betroffenen in therapeutischer Behandlung.<\/p>\n<p>Das Tragische ist, dass <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und Angstst\u00f6rungen heute mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> erfolgreich behandelt werden k\u00f6nnten, sagt Richard Layard. Dennoch w\u00fcrde kaum eine Regierung mehr als 15 Prozent ihres Gesundheitsetats f\u00fcr die Behandlung seelischer Erkrankungen ausgeben &#8220;Das ist diskriminierend f\u00fcr psychisch Erkrankte im Vergleich zu k\u00f6rperlich Erkrankten und zudem auch wirtschaftlich unvern\u00fcnftig&#8221;, sagen der Wohlfahrts\u00f6konom Layard und seine Kollegen. W\u00fcrden mehr psychisch Kranke gut behandelt werden, k\u00f6nnten Kosten f\u00fcr Sozialhilfe gespart werden und es w\u00fcrden weniger Steuereinnahmen aufgrund der Erwerbsunf\u00e4higkeit vieler Arbeitnehmer verloren gehen. Layard: &#8220;In reichen L\u00e4ndern w\u00e4re wahrscheinlich eine f\u00fcr die Staatskassen kostendeckende Behandlung der von psychischen Leiden Betroffenen m\u00f6glich&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Jeder Dritte hatte 1x j\u00e4hrlich mit psychischen St\u00f6rungen zu k\u00e4mpfen<\/strong><\/p>\n<p>Jeder 3. Erwachsene, also ca. 15 Millionen Menschen, erkrankten in Deutschland allein im Verlauf der letzten 12 Monate an mindestens einer psychischen St\u00f6rung. Die meisten davon leiden an Angstzust\u00e4nden, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> oder somatoformen St\u00f6rungen. Maximal 10% von ihnen erhielten jedoch eine wissenschaftlich anerkannte <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>, was die Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen reduziert, die daraus resultierenden Fehlbehandlungen wiederum belasten die Gesundheits- und Sozialsysteme, da die Krankheitstage zunehmen und PatientInnen fallweise vorzeitig berentet werden m\u00fcssen. Die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sch\u00e4tzt den durch psychische Erkrankungen resultierenden Verlust an Arbeitsproduktivit\u00e4t auf acht Milliarden Euro j\u00e4hrlich.<!--adsense--><\/p>\n<p>&#8220;Psychische und psychosomatische Krankheiten sind keine blo\u00dfen Befindlichkeitsst\u00f6rungen. Sie m\u00fcssen fr\u00fchzeitig professionell behandelt werden, da sie sonst chronisch werden k\u00f6nnen und oft zu biologischen Ver\u00e4nderungen im Gehirn und im \u00fcbrigen K\u00f6rper f\u00fchren. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Psychosomatische Medizin und \u00c4rztliche <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> (DGPM) betont, dass 40 bis 60 Prozent der durch ambulante <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> behandelten Patienten nachweislich profitieren. Ambulante Psychotherapien umfassen im Mittel 46 Sitzungen und kosten im Durchschnitt ca. \u20ac 3700,-\/Patient. Hilfesuchende Menschen brauchen jedoch zun\u00e4chst niedrigschwellige und qualifizierte Anlauf- und Vermittlungsstellen.<\/p>\n<p>Prof. Cornelia Albani, Leiterin der Sinova-Klinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin in Aulendorf: &#8220;In einer repr\u00e4sentativen Befragung konnten wir nachweisen, dass jene Menschen, die sich f\u00fcr eine ambulante psychotherapeutische Behandlung entscheiden, deutlich durch die Erkrankungen belastet sind und einen sehr hohen Leidensdruck versp\u00fcren&#8221;. In der Regel seien es schon l\u00e4nger und psychisch schwer erkrankte Patienten mit hoher Krankheitslast. 84% dieser Menschen sch\u00e4tzten beispielsweise ihre eigene psychische Verfassung vor der Therapie als schlecht oder sogar sehr schlecht ein. Das gilt umso mehr, wenn Patienten dar\u00fcber hinaus an k\u00f6rperlichen Erkrankungen wie <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/diabetes\/\" title=\"Diabetes\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a><\/span> oder Krebs leiden. Erschreckend ist die niedrige Zahl derer, die professionelle Hilfe erhalten \u2013 obwohl die Wirksamkeit der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> bereits hinl\u00e4nglich bewiesen ist. Rund 50% der von Albani et al. Befragten gaben an, dass sich durch die Psychotherapie ihre Arbeitsf\u00e4higkeit und -produktivit\u00e4t gesteigert habe. \u00c4hnlich hoch wurde die Besserung der sozialen F\u00e4higkeiten und Beziehungen bewertet. Bei bis zu 60% der behandelten Patienten zeigen sich deutliche Verbesserungen des seelischen Gesundheitszustands \u2013 und zwar anhaltend und \u00fcber das Ende der Behandlung hinaus. &#8220;Studien haben die besondere Nachhaltigkeit psychotherapeutischer Behandlungen erwiesen. Hier setzten wir uns von rein medikament\u00f6sen Behandlungsstrategien ab&#8221;, so Albani.<\/p>\n<p>Psychische und psychosomatische St\u00f6rungen entwickeln gerade im Zusammenspiel mit k\u00f6rperlichen Grunderkrankungen eine besondere Problematik und k\u00f6nnen sich wechselseitig verst\u00e4rken. Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychosomatische Medizin k\u00f6nnen bei der Entscheidung, wie am besten vorzugehen ist, helfen. Hierbei werden k\u00f6rperliche, seelische und auch soziale Aspekte ber\u00fccksichtigt. Doch h\u00e4ufig mangelt es an effizienten Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten sowie fl\u00e4chendeckender Versorgung: \u201eAngesichts der vielen Betroffenen besteht die dringende Notwendigkeit zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen f\u00fcr diese Patientengruppe\u201c, so DGPM-Pr\u00e4sident Professor Dr. J. Kruse, \u00c4rztlicher Direktor der Klinik f\u00fcr Psychosomatik und Psychotherapie in Gie\u00dfen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 85%;\">(Quellen: MedAustria, <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.431544.de\/diw_sp0600.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">SOEPpanel 2013<\/a> (s.a. <a class=\"smarterwiki-linkify\" href=\"http:\/\/www.diw.de\/soeppapers);\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.diw.de\/soeppapers);<\/a> <a href=\"https:\/\/www.dgpm.de\/archiv_single\/?no_cache=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1044\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">DGPM-Pressemitteilung 02\/2013<\/a>)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Kaum eine Situation macht Menschen unzufriedener mit dem Leben als eine psychische Erkrankung. 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