{"id":232,"date":"2008-11-18T00:05:14","date_gmt":"2008-11-17T23:05:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=232"},"modified":"2013-12-10T12:21:12","modified_gmt":"2013-12-10T11:21:12","slug":"dumm-computer-tv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/dumm-computer-tv\/","title":{"rendered":"D\u00fcmmer und ungl\u00fccklicher vor PC und TV"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/health.msn.co.nz\/img\/health-news\/160310_potato.jpg\" width=\"200\" height=\"130\" \/>Einer Untersuchung der University of Maryland der Zeitbudgets von 30.000 Menschen \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren (1975-2006) zufolge sehen ungl\u00fcckliche oder unzufriedene Menschen l\u00e4nger fern, w\u00e4hrend die &#8220;sehr gl\u00fccklichen&#8221; Personen mehr lesen und l\u00e4ngere Zeit f\u00fcr soziale Kontakte aufwenden. Auch scheinen Arbeits- und Fernsehzeit negativ zu korrelieren: wenn Menschen mehr Zeit f\u00fcr sich zur Verf\u00fcgung haben (z.B. durch mehr Freizeit bzw. geringere Arbeitszeiten oder Arbeitsplatzverlust), steigen sowohl der Fernsehkonsum als auch die Schlafzeiten.<\/p>\n<blockquote><p>Die gl\u00fccklicheren Menschen sind sozial aktiver, gehen \u00f6fter in die Kirche, w\u00e4hlen \u00f6fter und lesen auch \u00f6fter Tageszeitungen, die ungl\u00fccklichen Menschen fernsehen hingegen bis zu 20 Prozent mehr, auch wenn man Bildung, Alter, Einkommen, Geschlecht und andere Faktoren ber\u00fccksichtigt, die sich auf Zufriedenheit und Fernsehschauen auswirken k\u00f6nnen. Zudem haben unzufriedene Menschen eher das Gef\u00fchl, mehr Zeit, als sie wollen zur Verf\u00fcgung zu haben, gleichzeitig f\u00fchlen sie aber zeitlich auch eher wieder unter Druck.<\/p>\n<p>Fernsehen sei eine Art Sucht, sagen die Soziologen. Es f\u00fchre kurzzeitig zu Zufriedenheit, langfristig aber zu Elend, vor allem wenn die Menschen sozial oder pers\u00f6nlich benachteiligt sind. \u00dcberdies ist die Belohnung durchs Fernsehen leicht zu haben. Man muss nirgendwohin gehen, nichts ausmachen, sich anziehen oder sich anstrengen, um sofort zufriedengestellt zu werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ungel\u00f6st scheint allerdings zu sein, ob nun die Unzufriedenen eher vom Fernsehen angezogen werden oder ob Fernsehen auch an sich Zufriedene ins Ungl\u00fcck st\u00fcrzen kann. (<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/3\/118956\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Quelle<\/a>) Oder handelt es sich nicht vielleicht viel eher um einen Teufelskreis?<!--adsense--><\/p>\n<p>Nahezu zeitgleich erreicht uns eine mindestens ebenso d\u00fcstere Nachricht aus England:<\/p>\n<p>W\u00e4hrend verschiedenen Studien zufolge fr\u00fcher der Intelligenzquotient in westlichen L\u00e4ndern um durchschnittlich 3 Punkte pro Jahrzehnt anstieg, scheint er nun wieder abzufallen, was die in den letzten Jahren bereits h\u00e4ufiger ge\u00e4u\u00dferten Vermutungen von Psychologen zu best\u00e4tigen scheint: 800 13- bis 14-J\u00e4hrige wurden Intelligenztests unterzogen, wonach die Ergebnisse mit einem \u00e4hnlichen Test aus dem Jahr 1976 verglichen wurden. Danach sind die durchschnittlich Intelligenten zwar kl\u00fcger geworden, die Intelligentesten wurden aber &#8220;d\u00fcmmer&#8221; bzw. weniger. Komplizierte Denkf\u00e4higkeiten, die mathematisches Wissen beinhalten, k\u00f6nnen nicht mehr 25 Prozent leisten, wie noch 1976, sondern gerade einmal noch 5 Prozent der Jugendlichen. Der untersuchende Psychologe Shayer meint, die Jugendlichen heute w\u00fcrden schneller antworten, k\u00f6nnten aber nur noch oberfl\u00e4chlich denken. Die Ursachen k\u00f6nnten im Schulsystem liegen, welches vor allem auf das Bestehen von Tests trainiert, oder auch in ver\u00e4nderten Freizeitbesch\u00e4ftigungen, welche sich heute zu einem hohen Anteil auf elektronische Medien (Computer, Computerspiele, Internet, passiver Fernsehkonsum etc.) richten.<\/p>\n<p><em>Kommentar <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a>:<\/em><\/p>\n<p>Ich frage mich ja schon seit langem, wie weit wir es mit dem alle Lebensbereiche durchdringenden &#8220;Zwang zur Optimierung&#8221; (welcher dann h\u00e4ufig auf etwas hinausl\u00e4uft, das ich &#8220;aufwandsoptimierte Wunschresultatsproduktion&#8221; bezeichnen m\u00f6chte..) noch bringen k\u00f6nnen. Allerorten mu\u00df &#8220;gespart&#8221; werden (freilich ohne, dass Sie oder ich etwas von den dadurch hereingespielten Gewinnen zu sehen bekommen!), die <em>Leistung<\/em> bzw. der <em>Output<\/em> mu\u00df jedoch stetig ansteigen, will doch vom Lehrer bis zum Finanzjongleur jeder steigende Kurven pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Der Zwang zur &#8220;steigenden Kurve&#8221; kann aber, das ist den meisten Systemen immanent, nicht ewig durchgehalten werden, und auch beim besten Willen ist Leistungsf\u00e4higkeit endlich &#8211; Zitronen lassen sich nur bis zu einer bestimmten Grenze auspressen, <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-content\/uploads\/peak.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-241\" title=\"peak\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-content\/uploads\/peak.gif\" width=\"180\" height=\"220\" \/><\/a>ab dann geben sie immer weniger Saft&#8230; auf die \u00e4u\u00dfere Welt \u00fcbertragen: die Fehlerrate steigt, der &#8220;Unterbau&#8221; des Systems wird labil und br\u00fcchig. Es bilden sich, wie wir auch in der Finanzwelt beobachten k\u00f6nnen, &#8220;Blasen&#8221;, welche irgendwann platzen. Der Abschwung oder Crash ist also in jeder Aufw\u00e4rtsentwicklung bereits vorprogrammiert, systemimmanent.<\/p>\n<p>Wenn wir Kinder und uns selbst nur darauf trimmen, heute -oder bestenfalls noch morgen- zu bestehen, aber nicht auch ausreichend in langfristige und nachhaltige Ressourcenentwicklung investieren, wird eines Tages ein Preis daf\u00fcr zu bezahlen sein. Es scheint, als n\u00e4herten wir uns gerade auch in der westlichen Welt einem Scheideweg: wenn wir nicht bald wieder zu jenen Prinzipien zur\u00fcckfinden, welche gerade Europa zu seiner weltweit anerkannten sozialen und wissenschaftlichen Entwicklung verhalfen, wie etwa Forschung und sozialen Grundprinzipien, haben wir &#8211; \u00e4hnlich wie die USA bereits seit einigen Jahren &#8211; den &#8220;Peak Point&#8221; unseres Fortschrittes vielleicht bereits \u00fcberschritten. Nicht nur im Bereich der Intelligenz unserer Jugendlichen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 85%;\">(Photo credit: Digital Vision\/GettyImages.com)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer Untersuchung der University of Maryland der Zeitbudgets von 30.000 Menschen \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren (1975-2006) zufolge sehen ungl\u00fcckliche oder unzufriedene Menschen l\u00e4nger fern, w\u00e4hrend die &#8220;sehr gl\u00fccklichen&#8221; Personen mehr lesen und l\u00e4ngere Zeit f\u00fcr soziale Kontakte aufwenden. Auch scheinen Arbeits- und Fernsehzeit negativ zu korrelieren: wenn Menschen mehr Zeit f\u00fcr sich zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[16,4],"tags":[103,118,124,73,117,119,121,120,122,123],"class_list":["post-232","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","category-zeitgeschehen","tag-arbeit","tag-computer","tag-crash","tag-depression","tag-fernsehen","tag-glucklichkeit","tag-intelligenz","tag-lebenszufriedenheit","tag-peak","tag-systemtheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=232"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":701,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232\/revisions\/701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}