{"id":2413,"date":"2020-01-31T05:32:20","date_gmt":"2020-01-31T04:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=2413"},"modified":"2020-01-31T05:41:00","modified_gmt":"2020-01-31T04:41:00","slug":"luftqualitaet-depression-bipolar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/luftqualitaet-depression-bipolar\/","title":{"rendered":"F\u00fchrt schlechte Luftqualit\u00e4t zu Depression und Bipolarer St\u00f6rung?"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosbiology\/article?id=10.1371\/journal.pbio.3000353\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium\" src=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosbiology\/article\/figure\/image?size=inline&amp;id=info:doi\/10.1371\/journal.pbio.3000353.g001\" alt=\"Luftverschmutzung und Wasserverschmutzung als Grund f\u00fcr Depression?\" width=\"320\" height=\"256\"\/><\/a><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 85%;\">Luftverschmutzung und Wasserverschmutzung als Grund f\u00fcr <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span>?<\/span><\/p><\/div>\n<p>Einer Ende 2019 erschienenen <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosbiology\/article?id=10.1371\/journal.pbio.3000353\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Studie von Khan\/Plana-Ripoll\/Antonsen\/Brandt et.al.<\/a> zufolge welche im wissenschaftlichen Journal PLOS publiziert wurde, ist Umweltverschmutzung &#8211; konkret schlechte Luft- und Wasserqualit\u00e4t &#8211; mit einem erh\u00f6hten Auftreten von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> und bipolaren St\u00f6rungen &#8220;signifikant assoziiert&#8221;. Damit wird die Annahme in den Raum gestellt, dass Umweltverschmutzung zu spezifischen pychischen St\u00f6rungen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Die Studie wurde mit gro\u00dfen Datensets durchgef\u00fchrt: die Erkrankungsdaten von 151 Millionen Einwohnern auf der Basis von Versicherungsanspr\u00fcchen in den USA, und von 1,5 Millionen Einwohnern aus dem D\u00e4nischen Patientenregister wurden herangezogen. Die Umweltverschmutzung wurde anhand der Environmental Protection Agency (EPA) environmental quality indices (EQIs) der US-Bundesstaaten und den individuellen Werten der Luftverschmutzung in D\u00e4nemark bemessen.<\/p>\n<p>Als m\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die <acronym title=\"Wechselbeziehung, Zusammenhang\">Korrelation<\/acronym> (und vermuteten Zusammenh\u00e4nge) wurden Neologismen und\/oder noch wenig erforschte Ph\u00e4nomene wie &#8220;neuroinflammation&#8221;, &#8220;Excitotoxizit\u00e4t&#8221; oder &#8220;oxidativer Stress&#8221; herangezogen. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt dies insofern ein Problem dar, als dadurch die Zusammenh\u00e4nge nicht direkt und kausalistisch \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen, sondern zwischen einer Mutma\u00dfung und sichtbaren Ver\u00e4nderungen Vorg\u00e4nge in einer &#8220;black box&#8221; bem\u00fcht werden m\u00fcssen, um eine bestimmte theoretische Annahme zu argumentieren. In gewisser Weise \u00e4hnelt dieser Ansatz der Grundhaltung: &#8220;In der Hand von Uri Geller, welcher m\u00f6glicherweise \u00fcber telekinetische Kr\u00e4fte verf\u00fcgt, verbog sich ohne sichtbare Krafteinwirkung eine Gabel&#8221; -&gt; durch mir bekannte M\u00f6glichkeiten nicht zu erkl\u00e4ren -&gt; ist dann vermutlich &#8220;Telekinese&#8221;. Zudem existieren auch in der Wissenschaft immer wieder Trends &#8211; mitunter bedingt durch Fortschritte in gewissen Bereichen, die dann neue Sichtweisen er\u00f6ffnen, h\u00e4ufig sind diese Trends aber auch durch gesellschaftliche Trends beeinflu\u00dft: war es fr\u00fcher die <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/genetik\/\" title=\"Genetik\" target=\"_blank\">Genetik<\/a><\/span>, so sind derzeit gender-bezogene Schwerpunkte und Umweltverschmutzung \/Klimaver\u00e4nderung sehr &#8216;en vogue&#8217; in der Forschung, und sie erhalten h\u00e4ufig auch eher Forschungsgeld zugesprochen als andere.<!--adsense--><\/p>\n<p>Wie sonst aber lie\u00dfen sich die gefundenen Korrelationen erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>&#8220;Fooled by randomness&#8221;, so k\u00f6nnte man die Studienergebnisse ebensogut interpretieren. Als m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung der <acronym title=\"Wechselbeziehung, Zusammenhang\">Korrelation<\/acronym> w\u00e4re die Hypothese, dass die <acronym title=\"Wechselbeziehung, Zusammenhang\">Korrelation<\/acronym> zwischen psychischen Erkrankungen und der Luftqualit\u00e4t durch soziodemographische Faktoren besteht, aus meiner bescheidenen Sicht wesentlich besser argumentierbar als in seiner Auswirkung auf die Psyche (!) in keiner Weise n\u00e4her erkl\u00e4rter &#8220;oxidativer Stress&#8221;. So k\u00f6nnte man beispielsweise davon ausgehen, dass es eher das Leben in einer Industrieregion und die damit verbundene wirtschaftliche und allgemeine emotionale Situation der Einwohner es ist, die diese depressiv macht, als die Qualit\u00e4t der Luft. Ja man k\u00f6nnte noch weitergehen und vermuten, dass es sich sowohl bei den psychischen Erkrankungen, als auch bei der Luftqualit\u00e4t um Symptome \u00e4hnlicher Ursachen handelt&#8230;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit diesem kurzen Impulsartikel wohlgemerkt keineswegs ausschlie\u00dfen, dass die hergestellten Zusammenh\u00e4nge korrekt sind, oder sich eine bessere Luftqualit\u00e4t nicht auch auf die allgemeine Befindlichkeit auswirken kann &#8211; selbstverst\u00e4ndlich tut sie das. Sehr vorsichtig allerdings sollte man damit sein, vorschnell Zusammenh\u00e4nge herzustellen, wo nicht unbedingt welche bestehen m\u00fcssen &#8211; wom\u00f6glich sogar, um plakative Medieneffekte zu erzielen, weitere Forschungsgelder zu lukrieren oder &#8220;Ergebnisse&#8221; pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen, f\u00fcr die wenig substanzielle Evidenz vorliegt.<\/p>\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer Ende 2019 erschienenen Studie von Khan\/Plana-Ripoll\/Antonsen\/Brandt et.al. zufolge welche im wissenschaftlichen Journal PLOS publiziert wurde, ist Umweltverschmutzung &#8211; konkret schlechte Luft- und Wasserqualit\u00e4t &#8211; mit einem erh\u00f6hten Auftreten von Depression und bipolaren St\u00f6rungen &#8220;signifikant assoziiert&#8221;. Damit wird die Annahme in den Raum gestellt, dass Umweltverschmutzung zu spezifischen pychischen St\u00f6rungen f\u00fchren kann. 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