{"id":252,"date":"2008-11-26T12:14:52","date_gmt":"2008-11-26T11:14:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=252"},"modified":"2013-12-10T12:15:18","modified_gmt":"2013-12-10T11:15:18","slug":"adipositas-sterblichkeitsrisiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/adipositas-sterblichkeitsrisiko\/","title":{"rendered":"Adipositas und Sterblichkeitsrisiko"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.docs4you.at\/Content.Node\/Vorsorgemedizin\/Ernaehrung\/Adipositas\/adipositas.jpg\" width=\"113\" height=\"180\" \/>50% der jungen M\u00e4nner sind zu dick. 60% der Weltbev\u00f6lkerung bewegen sich weniger als 30 Minuten am Tag, Bewegung und k\u00f6rperliche Arbeit werden immer weniger, die Kalorienzufuhr steigt. Die Folge: in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sind zwei von drei M\u00e4nnern und jede 2. Frau \u00fcbergewichtig. Hinzu kommen die chronischen Begleiterkrankungen des Herz- und Bewegungsapparats mit der Folge steigender Kosten f\u00fcr das Gesundheitssystem. Eine weitere Verschlechterung der Situation in den n\u00e4chsten Jahren ist zu erwarten: dringend erforderlich sind Pr\u00e4ventionskampagnen, die eine Lebensstil\u00e4nderung hin zu einer ges\u00fcnderen und &#8220;bewegteren&#8221; Lebensweise f\u00f6rdern.<br \/>\nInsbesondere bei 20- bis 25-J\u00e4hrigen hat \u00dcbergewicht desastr\u00f6sen Einflu\u00df auf die Gesundheit. Bei den 25-j\u00e4hrigen M\u00e4nnern aber sind bereits 50% \u00fcbergewichtig, 60% rauchen und rund ein Drittel ist sportabstinent. Zwar ist nur ein Viertel der 16- bis 25-j\u00e4hrigen Frauen \u00fcbergewichtig, jedoch waren die weiblichen Studienteilnehmer wesentlich seltener sportlich aktiv. Lediglich ein Viertel aller Studienteilnehmer weist keinen der untersuchten kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktoren auf.<br \/>\nGro\u00dfen Einfluss hat auch das Bildungsniveau. Die Gefahr, wenigstens einen kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktor im jungen Erwachsenenalter zu erwerben, ist mit abnehmenden Bildungsniveau deutlich gr\u00f6\u00dfer: Im Vergleich zu Abiturienten\/Gymnasiasten ist das Risiko der Realsch\u00fcler um den Faktor 3,2 erh\u00f6ht, bei den Hauptsch\u00fclern ist es mehr als f\u00fcnfmal so hoch.<!--adsense--><\/p>\n<p>Starkes \u00dcbergewicht, ein gro\u00dfer Taillenumfang aber auch ein K\u00f6rpergewicht am unteren Ende des Normalbereichs sind bei Menschen um die F\u00fcnfzig mit einem erh\u00f6hten Sterblichkeitsrisiko verbunden. Das geringste Risiko haben Frauen mit einem <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/surveys\/test_bmi_test.phtml\" target=\"_blank\">Body-Mass-Index (<acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym>)<\/a> von 24,3 und M\u00e4nner mit einem <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/surveys\/test_bmi_test.phtml\" target=\"_blank\"><acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym><\/a> von 25,3. Dies sind die Ergebnisse der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC), eine der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Langzeitstudien weltweit. Die Studiendaten belegen, dass neben dem K\u00f6rpergewicht auch die Fettverteilung f\u00fcr das Sterblichkeitsrisiko von Bedeutung ist. Das Deutsche Institut f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung Potsdam-Rehbr\u00fccke (DIfE) ver\u00f6ffentlichte k\u00fcrzlich seine Forschungsergebnisse in der Zeitschrift New England Journal of Medicine. Die Daten der europaweiten EPIC*-Studie, welche insbesondere den Taillen- und H\u00fcftumfang ber\u00fccksichtigen, boten die gr\u00f6\u00dfte zurzeit verf\u00fcgbare Datenbasis und erlaubten somit sehr sichere Schlussfolgerungen zum Zusammenhang zwischen K\u00f6rpergewicht und Sterblichkeitsrisiko.<\/p>\n<p>&#8220;Das wichtigste Ergebnis unserer Untersuchung ist, dass das \u00dcbergewicht an sich, aber auch unabh\u00e4ngig davon die K\u00f6rperfettverteilung das Sterblichkeitsrisiko eines Individuums beeinflusst&#8221;, sagt Tobias Pischon, Erstautor der Studie. Denn das Bauchfett sei nicht nur ein Energiespeicher, sondern es produziere auch Botenstoffe, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen f\u00f6rdern. Dies k\u00f6nne zum Teil erkl\u00e4ren, warum auch schlanke Menschen mit einem niedrigen <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> aber gro\u00dfem Taillenumfang ein erh\u00f6htes Sterblichkeitsrisiko aufweisen w\u00fcrden. In der vorliegenden Studie hatten Schlanke mit viel K\u00f6rperfett im Bauchraum ein ebenso gro\u00dfes Risiko wie stark \u00dcbergewichtige. &#8220;Unsere Ergebnisse unterstreichen damit die Notwendigkeit, auch bei normalgewichtigen Personen die K\u00f6rperfettverteilung durch eine Messung des Taillenumfangs oder des Taillen-\/H\u00fcftumfang-Quotienten zu ermitteln. Eine Einsch\u00e4tzung anhand des <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> oder des Taillenumfangs allein sei nicht ausreichend&#8221;, erg\u00e4nzt Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.<\/p>\n<p>Als Ursache f\u00fcr den beobachteten Zusammenhang zwischen niedrigerem <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> und erh\u00f6htem Sterblichkeitsrisiko kommt nach Ansicht der Wissenschaftler auch ein durch Alterungsprozesse oder unerkannte Krankheiten bedingter Verlust der Muskelmasse in Frage, die im Vergleich zum Fettgewebe schwerer ist. Menschen, die Gewicht verlieren, bauen oft mehr Muskeln ab als Fett.<!--adsense--><\/p>\n<p>Im Vergleich zu M\u00e4nnern mit einem Taillen-H\u00fcftumfang-Quotienten unter 0,89 haben M\u00e4nner mit einem Quotienten \u00fcber 0,99 ein um 43 Prozent erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr fortgeschrittenen Prostatakrebs. Bei europ\u00e4ischen M\u00e4nnern ist diese Krebsart die am h\u00e4ufigsten diagnostizierte und nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritth\u00e4ufigste krebsbedingte Todesursache. Die Ursachen f\u00fcr Prostatakrebs sind noch wenig erforscht. Bekannte Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine erbliche Vorbelastung und die Zugeh\u00f6rigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Zusammenhang zwischen Taillenumfang und dem Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, sind noch unklar.<br \/>\nDen Taillen-H\u00fcftumfang-Quotient berechnet man, indem man den Wert des Taillenumfangs durch den des H\u00fcftumfangs teilt.\u00a0 Der Taillenumfang und auch der Taillen-H\u00fcftumfang-Quotient lassen auf die Menge an K\u00f6rperfett schlie\u00dfen, die im Bauchraum eingelagert ist. Das Bauchfett ist nicht nur ein Energiespeicher, sondern es produziert auch Botenstoffe, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>* EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition<br \/>\nQuellen:<br \/>\n&#8211; MedAustria, 200811<br \/>\n&#8211; <a href=\"http:\/\/www.medaustria.at\/cgi-bin\/closed\/pan_news1.cgi?a:1226844700\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">New England Journal of Medicine, Vol 359:2105-2120<br \/>\n<\/a>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.medaustria.at\/cgi-bin\/closed\/pan_news1.cgi?a:1227605691\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Dt \u00c4rztebl. 2008; 105(46): 793-800 (doi: 10.3238\/arztebl.2008.0793<\/a><br \/>\n<span style=\"font-size:85%;\">(Photo-Quelle: docs4you.at)<\/span><\/p>\n<p>Noch mehr zum Thema K\u00f6rpergewicht und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rungen<\/a><\/span>:<\/p>\n<p><a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" target=\"_blank\">\u00dcbersichts-Artikel &#8220;E\u00dfst\u00f6rungen&#8221;<\/a><br \/>\n<a class=\"books\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/psychotherapie_literatur2.phtml#essst\" target=\"_blank\">Literaturtipps zum Thema<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>50% der jungen M\u00e4nner sind zu dick. 60% der Weltbev\u00f6lkerung bewegen sich weniger als 30 Minuten am Tag, Bewegung und k\u00f6rperliche Arbeit werden immer weniger, die Kalorienzufuhr steigt. 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