{"id":380,"date":"2009-10-20T00:31:51","date_gmt":"2009-10-19T23:31:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=380"},"modified":"2017-04-03T09:06:04","modified_gmt":"2017-04-03T08:06:04","slug":"autismus-risiko-ursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/autismus-risiko-ursachen\/","title":{"rendered":"Geburtsreihenfolge, Alter der Eltern und Autismus-Risiko"},"content":{"rendered":"<p>An der Universit\u00e4t Wisconsin-Madison wurden 1.200 <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span>-F\u00e4lle und 300.000 Geburten untersucht, ca. 50% mehr als in jeder anderen zuvor durchgef\u00fchrten, einschl\u00e4gigen Studie. Hierbei wurde nachgewiesen, da\u00df die Erstgeborenen sowie die Kinder \u00e4lterer Eltern ein besonders hohes Risiko haben, an <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span> zu erkranken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"(Quelle: sundaytimes.lk)\" src=\"https:\/\/www.myhealthguardian.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/autism-bubble.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"165\" \/> Das Risiko eines erstgeborenen Kindes, an einer Krankheit des autistischen Spektrums zu erkranken, verdreifachte sich, nachdem eine Mutter das 35. Lebensjahr, und der Vater das 40. Lebensjahr erreichte. Mit jeder Erh\u00f6hung des Alters der Eltern um 10 Jahre stieg das Risiko um etwa 20%. Das als viertes geborene Kind hatte nur etwa das halbe Risiko, unabh\u00e4ngig vom Alter der Eltern.<!--adsense--><\/p>\n<p>\u00dcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Zusammenh\u00e4nge sind die Forscher noch im Unklaren. Am wahrscheinlichsten werden als Grund f\u00fcr die Verbindung zwischen dem Lebensalter der Eltern und dem St\u00f6rungsbild genetische Faktoren (z.B. altersbedingte Sch\u00e4den an den Chromosomen), toxische Einfl\u00fcsse (die Toxinanreicherung im menschlichen K\u00f6rper nimmt mit dem Alter zu) oder die Folgen von Hormonbehandlungen mit dem Ziel einer k\u00fcnstlichen Befruchtung angenommen. James Crow, ein Genetiker an der Universit\u00e4t, will die ersteren (genetischen) Ursachen allerdings eher ausschlie\u00dfen, da die altersbedingten genetischen Ver\u00e4nderungen bei M\u00e4nnern und Frauen unterschiedlich sind und die beobachteten Zusammenh\u00e4nge nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren k\u00f6nnten.<br \/>\nDas scheinbar h\u00f6here &#8220;Risiko&#8221; f\u00fcr Erstgeborene sieht Crow nicht als solches, sondern erkl\u00e4rt den verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Prozentsatz damit, da\u00df Frauen nach der Geburt eines (ersten) autistischen Kindes zumeist kein zweites mehr zur Welt bringen. Seine Kollegin Durkin jedoch m\u00f6chte einen Zusammenhang nicht ausschlie\u00dfen: im Laufe der bisherigen Lebensjahre akkumulierte Toxine etwa w\u00fcrden m\u00f6glicherweise in den F\u00f6tus des Erstgeborenen eingelagert oder \u00fcber die Muttermilch \u00fcbertragen, und sp\u00e4ter dann ein etwaiges zweites Kind nicht mehr so stark belasten. Auch w\u00fcrde <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span> h\u00e4ufig ja erst nach dem 2. oder 3. Lebensjahr diagnostiziert &#8211; einem Zeitraum, in dem viele M\u00fctter bereits das 2. Kind empfangen haben. Ein weiterer Grund k\u00f6nnte dar\u00fcber hinaus auch eine Autoimmun-Reaktion des kindlichen Hirns sein, da Erstgeborene weniger stark von anderen Kindern verbreiteten Infektionen ausgesetzt sind. Impfsch\u00e4den werden als Ursachen f\u00fcr autistische St\u00f6rungen ausgeschlossen &#8211; diese waren zwar nicht Untersuchungsgegenstand, schon in fr\u00fcheren Untersuchungen konnte jedoch kein einschl\u00e4giger Zusammenhang festgestellt werden.<\/p>\n<p>St\u00f6rungen aus dem autistischen Spektrum werden etwa bei jedem 150. Menschen festgestellt, mit steigender Tendenz.<\/p>\n<p><a class=\"books\" href=\"\/psychotherapie_literatur.phtml\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Literatur zum Thema<\/a><\/p>\n<p style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: APA, 01.01.2009)<\/p>\n<p><em>Update zum Blog-Artikel vom 20.10.2009 u. 10.02.2010:<\/em><\/p>\n<p>Das Ergebnis der angef\u00fchrten Studie wird auch durch eine neuere Untersuchung von Daten des California Department of Development Services best\u00e4tigt. Sowohl ein h\u00f6heres Alter der Mutter als auch beider Elternteile sind unabh\u00e4ngig mit einer Steigerung des <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span>-Risikos des Nachwuchses assoziiert. Aufzeichnungen von 7.550.026 Kindern, die zwischen 1989 und 2002 geboren wurden, wurden untersucht und dabei autistische Kinder (n=23.311) identifiziert und mit dem Rest der Studienpopulation verglichen. Ein Anstieg des Alters der Mutter war um 10 Jahre mit einer 38%igen Steigerung des <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span>-Risikos assoziiert, ein Anstieg des Alters beider Eltern um 10 Jahre mit einer 22%igen Steigerung des <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/autismus\/\" title=\"Autismus\" target=\"_blank\">Autismus<\/a><\/span>-Risikos.\u00a0 Es scheinen also eindeutig biologische Mechanismen f\u00fcr die oben beschriebene unabh\u00e4ngige Assoziation zwischen m\u00fctterlichem und elterlichem Alter und Autismusrisiko vorzliegen. <span style=\"font-size: 80%;\">[<a href=\"http:\/\/www3.interscience.wiley.com\/journal\/123275763\/abstract\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Quellen<\/a>]. Photo:SundayTimes<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Universit\u00e4t Wisconsin-Madison wurden 1.200 Autismus-F\u00e4lle und 300.000 Geburten untersucht, ca. 50% mehr als in jeder anderen zuvor durchgef\u00fchrten, einschl\u00e4gigen Studie. Hierbei wurde nachgewiesen, da\u00df die Erstgeborenen sowie die Kinder \u00e4lterer Eltern ein besonders hohes Risiko haben, an Autismus zu erkranken. 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