{"id":494,"date":"2011-09-30T05:00:04","date_gmt":"2011-09-30T05:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=494"},"modified":"2020-04-11T09:13:16","modified_gmt":"2020-04-11T08:13:16","slug":"suizid-daten-fakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/suizid-daten-fakten\/","title":{"rendered":"Suizid &#8211; Daten und Fakten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/blog\/suicide-jump.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"135\"\/>Ich habe im Laufe der Zeit Kennziffern zum Thema &#8220;<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\" title=\"Selbstt\u00f6tung\" target=\"_blank\">Suizid<\/a><\/span>&#8221; zusammengetragen &#8211; hier finden Sie eine Kompendium davon, gewisserma\u00dfen eine \u00dcbersicht \u00fcber die derzeit bekannten Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Thema.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4ufigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen stirbt j\u00e4hrlich <em>eine Million Menschen<\/em> durch <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\" title=\"Selbstt\u00f6tung\" target=\"_blank\">Suizid<\/a><\/span>, das entspricht einem alle 40 Sekunden &#8211; tats\u00e4chlich d\u00fcrfte diese Zahl aber sogar noch deutlich h\u00f6her liegen, da die entsprechenden Ziffern in vielen L\u00e4ndern offiziell zu niedrig angegeben werden. Der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\" title=\"Selbstt\u00f6tung\" target=\"_blank\">Suizid<\/a><\/span> tr\u00e4gt folglich mit mindestens 1,5 Prozent zu den weltweiten Todesf\u00e4llen bei und ist die <em>zehnth\u00e4ufigste Todesursache<\/em>. 2006, dem letzen Jahr, f\u00fcr das Daten verf\u00fcgbar sind, haben sich 140.000, d.s. 11,1 von 100.000 Menschen, das Leben genommen. Am gef\u00e4hrdesten sind Menschen unter 25 Jahren, bei denen sich keine \u00c4nderung ergeben hat, und \u00e4ltere Menschen, bei denen ein deutlicher R\u00fcckgang der Suizide zu beobachten ist.<\/p>\n<div style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Trends in einigen OECD-L\u00e4ndern\" src=\"\/img\/blog\/suicide-stats1.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"200\"\/><p class=\"wp-caption-text\">Trends in einigen OECD-L\u00e4ndern, Bild: OECD<\/p><\/div>\n<p>Zur Regionalit\u00e4t: innerhalb Europas liegen die Raten in den n\u00f6rdlichen L\u00e4ndern generell etwas h\u00f6her als in den s\u00fcdlichen. Ein Effekt des Breitengrads auf die Suizidrate konnte in Japan festgestellt werden, was auf einen Einfluss der t\u00e4glichen Sonnenscheindauer schlie\u00dfen l\u00e4sst. Dennoch k\u00f6nnen andere L\u00e4nder auf den in Japan verglichenen Breitengraden deutlich unterschiedliche Suizidraten haben, etwa Gro\u00dfbritannien oder Ungarn. Suizid ist ein erhebliches Problem in den vormaligen Staaten der Sowjetunion, und mehr als 30 Prozent der weltweiten Suizide ereignen sich in China, wo 3,6 Prozent aller Todesf\u00e4lle auf Selbstt\u00f6tung beruhen.<br \/>\nZum Anteil der Sonnenstrahlung, nach der&nbsp;die Suizidh\u00e4ufigkeit mit der Anzahl der Sonnenstunden am Tag korreliert und mit der ein saisonal geh\u00e4uftes Auftreten von Suiziden erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnte, wurde 2011 eine <a href=\"http:\/\/www.comppsychjournal.com\/article\/S0010-440X%2811%2900137-4\/abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Studie<\/a> der MedUni Wien in der Fachzeitschrift &#8220;Comprehensive Psychiatry&#8221; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Besonders deutlich sind die Suizidraten in j\u00fcngster Zeit in S\u00fcdkorea angestiegen: n\u00e4mlich um 172% auf 21,5 von 100.000. Die Zahl der Selbstt\u00f6tungen von M\u00e4nnern hat sich seit 1990 von 12 auf 100.000 fast verdreifacht und betr\u00e4gt nun 32 auf 100.000. Mit 13 von 100.000 liegt die Selbstmordrate auch bei den Frauen am h\u00f6chsten. Die OECD f\u00fchrt den Anstieg der Selbstmorde auf den wirtschaftlichen Niedergang, die schwindende soziale Integration und die Aufl\u00f6sung der traditionellen Familienbindungen zur\u00fcck. Ob das allerdings S\u00fcdkorea, Mexiko (+43%), Japan (+32%) und Portugal (+9%), die ebenfalls eine Zunahme der Selbstmordrate verzeichnen, gegen\u00fcber den anderen L\u00e4ndern wirklich auszeichnet, darf bezweifelt werden. In Ungarn ist die Selbstmordrate zwar um 41 Prozent zur\u00fcckgegangen, aber das Land liegt mit 21 auf 100.000 Selbstmorden dennoch an zweiter Stelle nach S\u00fcdkorea. Auch Finnland hat mit 18 eine \u00fcberdurchschnittlich hohe Selbstmordrate, gefolgt von Frankreich (14,2), der Schweiz (14), Polen (13,2) und \u00d6sterreich (12,6; 27\/100000 bei M\u00e4nnern, 10\/100000 bei Frauen). Deutschland, wo die Zahl der Selbstmorde gegen\u00fcber 1990 um 37 Prozent gesunken ist, liegt mit 9,1 im unteren Drittel. Abgesehen von Gro\u00dfbritannien (6,1) und Mexiko (3,1) scheint die Lage am Mittelmeer den Menschen gut zu tun. In Spanien (6,3) und Italien (4,8) bringen sich deutlich weniger Menschen um als in den \u00fcbrigen OECD-L\u00e4ndern. Und am wenigsten zieht es die Griechen in den Selbstmord. Hier t\u00f6ten sich nur 2,8 auf 100.000 selbst.<!--adsense--><\/p>\n<p>Widerspr\u00fcchliche Daten zur sog. Gl\u00fccklichkeitsforschung f\u00f6rderte bemerkenswerterweise allerdings eine&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0167268111001120\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Studie<\/a> zutage, die Zusammenh\u00e4ngen zwischen Zufriedenheit und Selbstmordneigung nachging. In einem Vergleich mit der durchschnittlichen Zufriedenheit der Menschen nach dem &#8220;World Values Survey&#8221; und den Selbstmordraten nach Angaben der <acronym title=\"World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation)\">WHO<\/acronym> ist nicht nur in den skandinavischen L\u00e4ndern die Selbstmordrate trotz gro\u00dfer Zufriedenheit der Menschen hoch, sondern etwa auch Island, Irland, die Schweiz, Kanada oder die USA (Deutschland liegt im mittleren Bereich). Die Verbindung hoher Lebenszufriedenheit mit hohen Selbstmordraten sei unabh\u00e4ngig von harten Wintern, religi\u00f6sem Einfluss und anderen kulturellen Differenten zwischen L\u00e4ndern (<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34811\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">mehr<\/a>):<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"\/img\/blog\/suicide-stats2.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"354\"\/><br \/>\nEine Erkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr diesen vordergr\u00fcndigen Widerspruch k\u00f6nnte darin bestehen, dass in einem Umfeld, in dem es vielen anderen Menschen &#8220;gut&#8221; geht, eigene Unzufriedenheit, eigenes Leid st\u00e4rker empfunden wird. Gesellt sich zum pers\u00f6nlichen Lebensungl\u00fcck dann auch noch Hoffnungslosigkeit, dieses ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, kann Suizid von bestimmten Pers\u00f6nlichkeitstypen als Ausweg gesehen werden.<\/p>\n<p>Noch einige Details zu \u00d6sterreich: die Krisenintervention Salzburg (von anderen sind mir keine Daten bekannt) verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Patienten im Teenager-Alter. J\u00e4hrlich sterben in \u00d6sterreich etwa doppelt so viele Menschen von eigener Hand als nach einem Verkehrsunfall. Im Jahr 2002 w\u00e4hlten 1.551 den Freitod (2010: 1261), darunter 50 Kinder- und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren. Im Zunehmen sind auch Selbstverletzungen bei Kindern. Im gesamt\u00f6sterreichischen Verlauf ist die Suizidrate von Anfang der 1960er-Jahre bis Mitte der 1980er-Jahre steil angestiegen &#8211; auf 24 Suizide pro 100.000 Einwohner. Seither sinkt die Rate und steht heute, wie bereits oben erw\u00e4hnt, bei 13 pro 100.000 Einwohner und Jahr. Dies entspricht ca. 1.300 Suiziden pro Jahr (etwa doppelt so viele Menschen, wie im Stra\u00dfenverkehr umkommen).<br \/>\nAllerdings existieren in wissenschaftlichen Kreisen steigende Zweifel an der Genauigkeit der Statistik: da in \u00d6sterreich immer weniger Autopsien durchgef\u00fchrt werden, sinkt die M\u00f6glichkeite, Suizide von nat\u00fcrlichen Todesf\u00e4llen zu unterscheiden. So zeigen sich in L\u00e4ndern mit den h\u00f6chsten Autopsieraten wie etwa im Baltikum oder in Ungarn h\u00f6here Suizidraten als in L\u00e4ndern mit niedrigen Autopsieraten. Ebenso werden in L\u00e4ndern, in denen Autopsieraten zur\u00fcckgehen, weitgehend zeitgleich auch zunehmend weniger Suizide verzeichnet (Quelle: Archives of General Psychiatry 2011 (<a href=\"http:\/\/archpsyc.ama-assn.org\/cgi\/content\/long\/archgenpsychiatry.2011.66v1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">doi: 10.1001\/archgenpsychiatry.2011.66<\/a>). Bei derartigen Statistiken stellt sich also immer auch die Frage, inwieweit man den offiziellen Suizidstatistiken \u00fcberhaupt trauen kann.<\/p>\n<p>Weitere Gender-Details: in den Industriel\u00e4ndern betr\u00e4gt das Geschlechterverh\u00e4ltnis bez\u00fcglich des Suizids etwa zwei bis vier (M\u00e4nner) zu eins (Frauen) und scheint zuzunehmen. Asiatische L\u00e4nder zeigen ein kleineres Verh\u00e4ltnis, aber auch dieses scheint anzusteigen. Nur in China sterben mehr Frauen als M\u00e4nner durch Suizid.<\/p>\n<p><strong><em>Risikofaktoren f\u00fcr Suizid<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unter der Vielzahl von Faktoren, die das Suizidrisiko anheben, geh\u00f6ren zu den wichtigsten derzeit bekannten:<\/p>\n<ul>\n<li>m\u00e4nnliches Geschlecht (OECD: 17,6 von 100.000 M\u00e4nnern, 5,2 bei Frauen)<\/li>\n<li>fr\u00fchere Selbstverletzungen<\/li>\n<li>Homosexualit\u00e4t<\/li>\n<li>psychiatrische St\u00f6rungen und\/oder<\/li>\n<li>Alkohol-\/Medikamentenmissbrauch<\/li>\n<li>Erziehung<\/li>\n<li>Gewalterfahrungen im Kindes- oder Jugendalter<\/li>\n<li>Suiziddarstellungen in den Medien<\/li>\n<li>Rauchen<\/li>\n<li>Arbeitslosigkeit<\/li>\n<li>Milit\u00e4rdienst (<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38763\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">1<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/genetik\/\" title=\"Genetik\" target=\"_blank\">Genetik<\/a><\/span> und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/neurobiologie\/\" title=\"Neurobiologie\" target=\"_blank\">Neurobiologie<\/a><\/span><\/em><\/p>\n<p>Autopsien von Suizidopfern ergaben \u00c4nderungen der zentralen Neurotransmissionsfunktionen, beispielsweise des <acronym title=\"ein Neurotransmitter\">Serotonin<\/acronym>-Systems (stimmungsregulierendes Hormon). Niedrige Cholesterinkonzentrationen sind mit h\u00f6herem Suizidrisiko verkn\u00fcpft, das Risiko ist jedoch gr\u00f6\u00dfer, wenn der niedrigere Spiegel \u00fcber Di\u00e4ten anstatt \u00fcber <acronym title=\"Medikation zur Reduktion des Cholesterol-Spiegels\">Statine<\/acronym> erreicht wurde. Die Autoren vermuten, dass dies davon herr\u00fchren k\u00f6nnte, dass Di\u00e4t haltende Menschen ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr psychische Probleme h\u00e4tten. Bislang jedoch l\u00e4gen hierf\u00fcr keine bekr\u00e4ftigenden Hinweise vor. Famili\u00e4re Vorgeschichten mit Selbstt\u00f6tungen verdoppeln zumindest das Risiko f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen. Obwohl die Beweislage zwar d\u00fcrftig ist, sind ein hohes Ma\u00df an aggressiven Verhaltensweisen wie auch Impulsivit\u00e4t mit einem erh\u00f6hten Suizidrisiko verkn\u00fcpft. Suizidraten nehmen \u00fcber die Jugendjahre hinweg insbesondere bei Jungen zu und ein Suizidrisiko aufgrund einer erblichen Komponente tritt vor allem auf m\u00fctterlicher Seite auf.<\/p>\n<p><em>Berufsgruppen<\/em><\/p>\n<p>Suizidraten sind unter Nichtbesch\u00e4ftigten h\u00f6her als bei Berufst\u00e4tigen. H\u00f6here Raten sind teils auch mit psychischen Erkrankungen verkn\u00fcpft, welche wiederum mit Arbeitslosigkeit in Verbindung gebracht werden.<\/p>\n<p>Unter den Berufst\u00e4tigen dagegen zeigen einige Gruppen ein berufsbedingtes erh\u00f6htes Risiko: praktische \u00c4rzte haben in den meisten L\u00e4ndern ein hohes Risiko, wobei jedoch \u00c4rztinnen generell das h\u00f6chste Risiko aufweisen. Krankenschwestern wird ebenfalls ein hohes Risiko zugeordnet. In diesen beiden Berufsgruppen scheint der Zugang zu Giften ein wichtiger Faktor zu sein, der die hohen Raten bestimmt. Unter den \u00c4rzten gelten An\u00e4sthesisten als besonders gef\u00e4hrdet, denn f\u00fcr viele Suizide werden bet\u00e4ubende Medikamente verwendet. Mehrere andere Gruppen mit berufsbedingtem Hochrisiko (insbesondere Zahn\u00e4rzte, Apotheker, Tier\u00e4rzte und Landwirte) haben ebenfalls leichten Zugang zu den Suizid erleichternden Giften und Medikamenten (Link: <a title=\"Depression und Suizid in Helferberufen\" href=\"\/pt-blog\/pressespiegel\/burnout-sozialberufe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Suizid, Depression und Burnout in Helferberufen<\/a>).<\/p>\n<p><i>Arbeitslosigkeit<\/i> hat statistisch um bis zu 9-fache erh\u00f6hte Suizidraten zur Folge, h\u00e4ufig gehen die Suizide der eigentlichen Arbeitlosigkeit voraus (Studie <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S2215036614001187\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Modeling Suicide and Unemployment<\/a>, 2015).<\/p>\n<p><em>Sexualit\u00e4t, Altersgruppen und ethnische Zugeh\u00f6rigkeit<\/em><\/p>\n<p>Suizidraten liegen in den meisten L\u00e4ndern unter den <a href=\"\/pt-blog\/pressespiegel\/antidepressiva-alter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00e4lteren Menschen<\/a> am h\u00f6chsten, in den letzten 50 Jahren jedoch sind auch die Raten unter der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung gestiegen, insbesondere bei M\u00e4nnern. Suizide werden am h\u00e4ufigsten im Fr\u00fchling ver\u00fcbt, auch da besonders unter M\u00e4nnern. Im Fr\u00fchling oder Fr\u00fchsommer Geborene, hier besonders Frauen, haben ein erh\u00f6htes Suizidrisiko. Amerikaner europ\u00e4ischer Herkunft haben h\u00f6here Suizidraten als Amerikaner lateinamerikanischen oder afrikanischen Ursprungs, wobei sich dieser Unterschied auf Grund der gestiegenen Suizidrate unter jungen Afroamerikanern langsam nivelliert. Indigene Gruppen, wie beispielsweise Aborigines in Australien und Ureinwohner Nordamerikas, haben ebenfalls h\u00f6here Suizidraten, m\u00f6glicherweise auf Grund kulturell-gesellschaftlicher Ausgrenzung und st\u00e4rkerem Alkoholmissbrauch.<br \/>\nDas Suizidrisiko von Lesben und Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren ist vier- bis siebenmal h\u00f6her als das von Heterosexuellen. Fast jeder dritte Suizidversuch im deutschen Sprachraum wird von homosexuell orientierten Menschen begangen ([<a href=\"http:\/\/sciencev1.orf.at\/sciencev1.orf.at\/science\/news\/112837.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">1<\/a>], [<a href=\"http:\/\/www.coming-out-day.de\/informationen\/fakten.html#suizid\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">2<\/a>], [<a href=\"http:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/Home\/Archiv\/Hohes_Suizidrisiko_bei_jungen_Homosexuellen.html?cid=7398168\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">3<\/a>]). Der eigentlich wesentliche Risikofaktor besteht allerdings nicht in der Ausrichtung der Sexualit\u00e4t an sich, sondern vielmehr im enormen emotionalen Druck, den Jugendliche ausgesetzt sind, wenn sie sich selbst als &#8220;nicht normal&#8221; empfinden &#8211; oder von anderen empfunden werden.<\/p>\n<p><em>Suizidmethoden<\/em><\/p>\n<p>Ganz generell bevorzugen M\u00e4nner eher gewaltt\u00e4tige Mittel der Selbstt\u00f6tung (zum Beispiel durch H\u00e4ngen oder Erschie\u00dfen), Frauen weniger gewaltsame Formen (Selbstvergiftung), was vermutlich die Erkl\u00e4rung f\u00fcr den starken Unterschied erfolgter Suizide zwischen M\u00e4nnern und Frauen (siehe oben) und den Suizid<em>versuchen<\/em> sind, die bei beiden Geschlechtern etwa gleich h\u00e4ufig erfolgen. Verschiedene Bev\u00f6lkerungen wenden unterschiedliche Methoden an, insbesondere in S\u00fcdasien verbrennen sich Frauen \u00fcblicherweise selbst. Der Zugang zu spezifischen Methoden k\u00f6nnte der Faktor sein, der zur Umsetzung der Suizidgedanken in die Tat f\u00fchrt. In den USA werden bei den meisten Suiziden Schusswaffen verwendet, wobei das Risiko der Anwendung dort am h\u00f6chsten ist, wo Schusswaffen in Haushalten vorzufinden sind. In den l\u00e4ndlichen Gebieten vieler Entwicklungsl\u00e4nder ist das Verschlucken von Pestiziden die h\u00e4ufigste Methode, was die Giftigkeit, die leichte Verf\u00fcgbarkeit und die mangelhafte Lagerung wiederspiegelt. Bis zu 30 Prozent der weltweiten Suizide beruhen auf dem Verschlucken von Pestiziden.<\/p>\n<div style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.techexplorist.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/suicidal-thoughts.jpg\" alt=\"Suizid, Depression, psychische St\u00f6rungen\" width=\"217\" height=\"150\"\/><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 85%; text-align: center;\">Suizidale Tendenzen, und seien es auch nur wiederkehrende Gedanken, sind Fr\u00fchwarnzeichen (Bild: Shutterstock)<\/span><\/p><\/div>\n<p><em>Komorbidit\u00e4ten und Zusammenh\u00e4nge mit psychischen St\u00f6rungen<\/em><\/p>\n<p>Psychische Probleme sind ein wesentlicher Faktor bei Selbstt\u00f6tungen. Von etwa 90 Prozent der Menschen, die sich selbst t\u00f6ten, wird angenommen, dass sie an einer Art psychiatrischer St\u00f6rung litten. <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> erh\u00f6hen das Risiko um das 15- bis 20-fache, und etwa 4 Prozent der an <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> Erkrankten sterben durch Suizid &#8211; doch nur ca. 20-30% der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> werden erkannt (!). Selbst bei diesen aber vergehen bis zur korrekten Diagnose h\u00e4ufig viele Jahre, und <em>weniger als 50%<\/em> der diagnostizierten PatientInnen beginnt \u00fcberhaupt je eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> oder sucht rein pharmakologische Unterst\u00fctzung. Das hei\u00dft: die meisten Menschen leiden chronisch, suchen oder finden aber keine ad\u00e4quate Hilfe.<br \/>\nKlinische Anzeichen einer Selbstt\u00f6tung bei Depressionskranken beinhalten fr\u00fchere Selbstverletzungen, Hoffnungslosigkeit und suizidale Tendenzen. Etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten mit bipolarer St\u00f6rung sterben durch Suizid, wobei das Risiko zu Beginn der Erkrankung am h\u00f6chsten ist. Etwa 5 Prozent der Schizophreniekranken sterben ebenfalls durch Suizid. Alkoholmissbrauch, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Magersucht\" target=\"_blank\">Magersucht<\/a><\/span>, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (<acronym title=\"Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung (engl.: Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD))\">ADHS<\/acronym>) und k\u00f6rperdysmorphe St\u00f6rung (KDS) erh\u00f6hen allesamt das Suizidrisiko. Gerade das letzte Beispiel erkl\u00e4rt zum Teil, warum das Risiko bei Frauen nach brustvergr\u00f6\u00dfernden Operationen zunimmt.<\/p>\n<p>Die Gesundheit spielt ebenso eine Rolle, jedoch mit einigen seltsamen Ergebnissen. \u00dcberraschenderweise weisen Menschen mit erh\u00f6htem Body-Mass-Index <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym> ein zwar st\u00e4rkeres Depressionsrisiko auf, dennoch liegt bei ihnen das Suizidrisiko niedriger (15 Prozent R\u00fcckgang im Suizidrisiko pro 5 Kilogramm Zunahme pro Quadratmeter K\u00f6rperoberfl\u00e4che beim <acronym title=\"Body Mass Index - Ma\u00dfzahl zur Einsch\u00e4tzung von \u00dcber-\/Untergewicht. Selbsttest auf dieser Website im Bereich Selbsttests.\">BMI<\/acronym>). Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind nicht bekannt. Krebserkrankungen, insbesondere des Kopfes und des Halses, HIV\/AIDS, Multiple Sklerose, Epilepsie und eine Reihe anderer Erkrankungen steigern das Suizidrisiko ebenfalls.<!--adsense--><\/p>\n<p>Andere Faktoren, die das Suizidrisiko steigern, umfassen k\u00f6rperliche Misshandlungen und sexuellen Missbrauch \u00fcber die Kindheit hinweg, die gesamte Bev\u00f6lkerung betreffende Ereignisse wie Naturkatastrophen und den Tod von Prominenten. Nach dem Tod der Prinzessin von Wales, Diana, im Jahr 1997, stiegen die Suizidraten um 17 Prozent an, am deutlichsten in ihrer eigenen Altersgruppe. Kriegsgeschehen verringert die Suizidraten, m\u00f6glicherweise auf Grund des sozialen Zusammenhalts, der in den Gemeinschaften erzeugt wird. Menschen, die durch Suizid einen Verlust erlitten haben, stehen selbst unter erh\u00f6htem Risiko, und Suizidh\u00e4ufungen k\u00f6nnen in Gemeinschaften oder durch Internet-Kontakte auftreten. Die Autoren f\u00fcgen hinzu: &#8220;Ein erheblicher Anteil der Hinweise zeigt, dass bestimmte Medientypen, die \u00fcber suizidales Verhalten berichten oder dieses darstellen, in der allgemeinen Bev\u00f6lkerung Suizidverhalten und Selbstverletzungen beeinflussen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>J\u00fcngste Untersuchungen zeigen brisanterweise auch, da\u00df <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/antidepressiva\/\" title=\"Antidepressiva\" target=\"_blank\">Antidepressiva<\/a><\/span> selbst gerade bei Jugendlichen, aber auch z.T. bei Erwachsenen Suizidgedanken <acronym title=\"ausl\u00f6sen, bewirken, hervorrufen\">induzieren<\/acronym> k\u00f6nnen. Dazu konnten Sie hier im Blog schon fr\u00fcher einige Artikel finden, z.B. <a href=\"\/pt-blog\/pressespiegel\/suizidrisiko-jugendliche-antidepressiva\/\">Suizidrisiko bei Jugendlichen unter Antidepressiva deutlich h\u00f6her als bei \u00c4lteren<\/a> oder unter dem Tag &#8220;<a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Suizid<\/a>&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: <a href=\"http:\/\/www.oecdilibrary.org\/oecd\/sites\/health_glance-2009-en\/01\/07\/index.html;jsessionid=2d3ouxt13c0y5.delta?contentType=&amp;itemId=\/content\/serial\/19991312\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Health at a Glance 2009: OECD Indicators<\/a>, MedAustria)<\/span><\/p>\n<p><em>Suizid und <acronym title=\"Selbstverletzendes Verhalten\">SVV<\/acronym> (Selbstverletzung)<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/blog\/selbstverletzung.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"216\"\/>Zunehmend ist neben den Suiziden auch der Hang zur Selbstverletzung bei Jugendlichen, wie Jugendforscher berichten. Die Ursachen daf\u00fcr liegen h\u00e4ufig in den traumatisierenden Erlebnissen im fr\u00fchen Kindesalter. Das Gehirn weist zu dieser Zeit eine hohe Plastizit\u00e4t auf und ist durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse sehr ver\u00e4nderbar. Schwere Krankheiten, sexueller Missbrauch, Vernachl\u00e4ssigung und mangelnde Kommunikation in der Erziehung, nicht selten verursacht durch stundenlanges Fernsehen oder Computer Spielen, gelten als deutliche Risikofaktoren f\u00fcr sp\u00e4tere Selbstmordversuche. Oder sie veranlassen die Kinder und Jugendlichen, sich selbst Wunden zuzuf\u00fcgen. Das Ausdr\u00fccken brennender Zigaretten auf der Haut und das Einritzen mit einem Messer seien als Hilferufe zu verstehen.<\/p>\n<p>Waren im Jahr 1950 nach Angaben der <acronym title=\"World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation)\">WHO<\/acronym> noch 40 Prozent der Selbstm\u00f6rder unter 45, sind es heute schon 55 Prozent. Als Grund f\u00fcr die immer fr\u00fcher auftretenden <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> nennen Experten die fr\u00fchere Pubert\u00e4t und zerfallende Familienstrukturen. Bei funktionierender Kommunikation in der Familie mit gemeinsamem Besprechen von Sorgen und Problemen ist es f\u00fcr Jugendliche viel leichter, eine Krise zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1683915\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Der Standard, 06\/2004<\/a>)<\/span><\/p>\n<p><em>Wie k\u00f6nnen Suizide verhindert werden?<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/img.webme.com\/pic\/d\/depriehausen\/ei_suizid_neu_bea.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"125\"\/>Der Anspruch, Suizide verhindern zu k\u00f6nnen, w\u00e4re ein schwierig zu erf\u00fcllender, da eine gro\u00dfe Zahl von Faktoren beteiligt ist, bis es tats\u00e4chlich zu Suizidversuchen kommt. Strategien k\u00f6nnten auf Hochrisikogruppen abzielen oder versuchen, das Risiko der Bev\u00f6lkerung als Ganzes zu verringern. Zum einen sollte jede Person mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> auch auf ein Suizidrisiko hin untersucht werden, indem spezifisch nach Selbstt\u00f6tungsgedanken und \u2013pl\u00e4nen gefragt wird. Insofern ist speziell auch die einschl\u00e4gige Ausbildung und Vorgangsweise von \u00c4rzten wichtig: Studien aus den nordeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern belegen einen R\u00fcckgang der Selbstmordraten um 20 bis 30%, nachdem die niedergelassenen Allgemein\u00e4rzte darin geschult worden waren, <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> zu erkennen und richtig zu behandeln.<\/p>\n<p>In F\u00e4llen hohen oder unmittelbar bevorstehenden Suizidrisikos sind sofortige Ma\u00dfnahmen notwendig, darunter Wachsamkeit und \u00dcberwachung der Betroffenen, gegebenenfalls durch Krankenhauseinweisung. Au\u00dferdem m\u00fcssen potenzielle Methoden zum Suizid entfernt und eine energische Behandlung der verkn\u00fcpften psychiatrischen St\u00f6rung eingeleitet werden.<\/p>\n<p>Auch eine Ver\u00e4nderung des allgemeinen Zugangs zu gef\u00e4hrlichen Methoden und Mitteln kann zur Verhinderung von Suiziden beitragen. Die Einf\u00fchrung von Sicherheitsgittern auf Br\u00fccken und verst\u00e4rkte Kontrolle auf Schusswaffen, wie auch die sicherere Lagerung von Pestiziden und Giften, insbesondere in den l\u00e4ndlichen Gebieten der Entwicklungsl\u00e4nder k\u00f6nnen die Risiken deutlich senken. Schulprogramme zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens sowie eine strengere Kontrolle der Medien, die von Suiziden berichten, k\u00f6nnten ebenso vorbeugende Wirkung haben. Wer einwenden mag, da\u00df Suizidwillige in jedem Fall Mittel und Wege finden w\u00fcrden, ihr Ziel umzusetzen, mag \u00fcberrascht sein, da\u00df z.B. bei der Umstellung vom giftigen Leuchtgas auf das ungiftige Nordseegas in England dort die Selbstt\u00f6tungen drastisch zur\u00fcckgingen, w\u00e4hrend z.B. in Japan nach dem Erscheinen zweier Filme, welche das Thema Suizid romantisch-idealisiert behandelten, die entsprechenden Ziffern signifikant anstiegen. Helsinki hatte in den 90er Jahren die weltweit h\u00f6chste Suizidrate und konnte diese durch Pr\u00e4ventionsprogramme auf 18 pro 100.000 senken.<\/p>\n<p>Und weil im Internet neben Selbstmordforen Ratschl\u00e4ge und Hinweise f\u00fcr das Begehen von Suizid angeboten, teils wie in Japan online auch Vereinbarungen getroffen werden, kollektiv Selbstmord zu begehen, will die Regierung S\u00fcdkoreas (das j\u00fcngst den weltweit st\u00e4rksten Anstieg von Suiziden verzeichnen mu\u00dfte, siehe oben) zur Pr\u00e4vention u.a. auch Internet-Sperren einf\u00fchren. Erschwert werden soll die Suche nach Informationen auf Internetportalen \u00fcber Selbstmord, ebenso sollen bestimmte Suchbegriffe wie Selbstmord, &#8216;wie kann ich sterben&#8217;, &#8216;kollektiver Selbstmord&#8217;, Selbstmordtechniken etc. gesperrt werden. Zudem soll die gesetzliche Grundlage daf\u00fcr geschaffen werden, dass die Polizei die pers\u00f6nlichen Daten der Benutzer von Internetprovidern anfordern kann, die Selbstmord anpreisen oder Selbstmordwilligen Rat anbieten wollen. So sollen Informationen \u00fcber Selbstmord gel\u00f6scht werden, man will in diesem Zusammenhang auch gegen Betreiber von Intercafes vorgehen.<\/p>\n<p>Die Herausforderungen, Suizide in den Entwicklungsl\u00e4ndern zu verhindern, erfordern besondere Aufmerksamkeit, da die meiste Forschung zwar in den Industriel\u00e4ndern erfolgt, die h\u00f6chste Suizidrate jedoch in den Entwicklungsl\u00e4ndern zu finden ist. Auch wird von einschl\u00e4gig Forschenden auch eine j\u00fcngere Metaanalyse randomisierter <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30252\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Studien<\/a> diskutiert, die vermuten l\u00e4sst, dass das Risiko f\u00fcr Tod und Suizid bei Lithium nehmenden Personen mit St\u00f6rungen der Stimmungslage um 60 Prozent verringert wurde.<\/p>\n<p>Angeh\u00f6rige haben ebenfalls eine ganz wesentliche Rolle. Sie bemerken als erste, dass sich jemand vielleicht pl\u00f6tzlich zur\u00fcckzieht, gedr\u00fcckt und resigniert wird. Wichtig ist es, die Zeichen zu erkennen (siehe Artikel: &#8220;<em><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/grundlagen\/praesuizidales-syndrom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pr\u00e4suizidales Syndrom<\/a><\/em>&#8220;) und mit dem Betroffenen dar\u00fcber zu sprechen. Dennoch sind die M\u00f6glichkeiten der Angeh\u00f6rigen h\u00e4ufig begrenzt &#8211; es ist deshalb wichtig, Hilfe von au\u00dfen zu suchen (<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> oder zumindest Hausarzt), wenn man sich \u00fcberfordert f\u00fchlt oder das Gef\u00fchl hat, die betreffende Person nicht mehr erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Behandlung von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>Dass psychologische Betreuung in vielen F\u00e4llen einen Suizid verhindern kann, zeigen zahlreiche Studien. Im Weltgesundheitsbericht 2001 wird anhand wissenschaftlich erh\u00e4rteter Fakten dargelegt, dass einige psychische St\u00f6rungen zwar chronisch und von langer Dauer sind, dass die an psychischen St\u00f6rungen leidenden Menschen aber bei richtiger Behandlung ein produktives Leben f\u00fchren und am Leben ihrer Gemeinschaft teilhaben k\u00f6nnen. Bis zu 60 Prozent der unter schweren <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> leidenden Menschen k\u00f6nnen mit der richtigen Kombination von Antidepressiva und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> wieder gesund werden. Ich habe zu diesem Thema einen ausf\u00fchrlichen Artikel im Publikationsbereich meiner Website verfa\u00dft (siehe auch Linkverweis ganz unten), der spezifisch die aktuellen Behandlungsformen von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> beschreibt und kommentiert.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(weitere Quellen: APA, AZ, Der Standard 03.06.04, The Lancet <a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/issue\/vol373no9672\/PIIS0140-6736%2809%29X6070-8\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\"> Vol. 373, Issue 9672<\/a>, p.1372-1381, 18 April 2009, Telepolis [<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/3\/140369\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">1<\/a>], s.a. obige Quellenhinweise). Bildquellen: Shutterstock, pixelio.de, GettyImages, PixaBay.<br \/>\nErstfassung dieses Blog-Eintrags vom 22.01.2010; wird laufend aktualisiert, sofern mir neue Daten bekannt werden. Letzte Aktualisierung: 11.04.2020<\/span><\/p>\n<p>Noch mehr Informationen:<\/p>\n<p><a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml#suizid\">Artikel &#8220;Depression &#8211; Mythen und Fakten um eine Zeitkrankheit&#8221;<\/a><br \/>\n<a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/grundlagen\/praesuizidales-syndrom\/\">Pr\u00e4suizidales Syndrom<\/a> &#8211; erkennen und richtig handeln<br \/>\n<a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/therapie\/selbstmordversuch-ueberleben\/\">Gedanken eines Suizidversuch-\u00dcberlebenden<\/a><br \/>\n<a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.oecd-ilibrary.org\/sites\/health_glance-2013-en\/01\/06\/index.html?contentType=&amp;itemId=\/content\/chapter\/health_glance-2013-10-en&amp;containerItemId=\/content\/serial\/19991312&amp;accessItemIds=\/content\/book\/health_glance-2013-en&amp;mimeType=text\/html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Aktuelle Statistiken der OECD (Stand 2013)<\/a><\/p>\n<p><a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/suizid\/\">weitere Blog-Eintr\u00e4ge zum Thema Suizid<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe im Laufe der Zeit Kennziffern zum Thema &#8220;Suizid&#8221; zusammengetragen &#8211; hier finden Sie eine Kompendium davon, gewisserma\u00dfen eine \u00dcbersicht \u00fcber die derzeit bekannten Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Thema. H\u00e4ufigkeit Nach Sch\u00e4tzungen stirbt j\u00e4hrlich eine Million Menschen durch Suizid, das entspricht einem alle 40 Sekunden &#8211; tats\u00e4chlich d\u00fcrfte diese Zahl aber sogar [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[21,20,189,190,216,234,66,141,73,307,308,209,119,309,253,299,110,79,301,265,232,159,36,305,674,195,306],"class_list":["post-494","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","tag-adhs","tag-ads","tag-alkohol-abusus","tag-alkoholismus","tag-anorexie","tag-antidepressiva","tag-bipolare-storung","tag-bmi","tag-depression","tag-dysmorphophobie","tag-epilepsie","tag-genetik","tag-glucklichkeit","tag-internet","tag-krieg","tag-magersucht","tag-missbrauch","tag-neurobiologie","tag-neuroplastizitat","tag-nikotinabusus","tag-psychiatrie","tag-psychosen","tag-psychotherapie","tag-selbstverletzung","tag-statine","tag-suizid","tag-svv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2439,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494\/revisions\/2439"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}