{"id":524,"date":"2009-07-16T09:04:36","date_gmt":"2009-07-16T08:04:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=524"},"modified":"2013-12-10T13:48:36","modified_gmt":"2013-12-10T12:48:36","slug":"depression-genetisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/depression-genetisch\/","title":{"rendered":"Depression: vermutlich keine genetischen Ursachen"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Meta-Analyse der bisherigen Studien zu genetischen Verursachern der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> zeigt auf, da\u00df die modernen Theorien, nach denen zumindest einige Formen der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> genetisch <acronym title=\"Pr\u00e4disposition: Anf\u00e4lligkeit\">pr\u00e4disponiert<\/acronym> w\u00e4ren, vermutlich nicht haltbar sind.<\/p>\n<p>Neil Risch vom Institut f\u00fcr Humangenetik der University of California in San Francisco und KollegInnen untersuchten 14 der 26 \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Studien, die zu A. Caspis Ansatz (welcher einen Zusammenhang zwischen einem Gen, das den Serotonintransport beeinflusst, den schweren Lebensereignissen und depressiven Erkrankungen postuliert, und im Ver\u00f6ffentlichungsjahr 2003 ein enormes Presseecho und zahlreiche Folgestudien zur Folge hatte) passten, umfassend untersucht. Das Studienergebnis:<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt (..) keine Belege daf\u00fcr, dass der Genotyp des Serotonintransporters allein oder im Zusammenwirken mit schlimmen Lebensereignissen mit einem h\u00f6heren Risiko f\u00fcr <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> verbunden ist. Das gilt f\u00fcr M\u00e4nner allein, f\u00fcr Frauen allein und auch dann, wenn man beide Geschlechter zusammennimmt. Das einzige signifikante Ergebnis in den verschiedenen Studien war die starke Verbindung schlimmer Lebensereignisse mit dem Risiko f\u00fcr <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>.<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i.telegraph.co.uk\/multimedia\/archive\/02706\/man-depressed-suic_2706410b.jpg\" width=\"220\" height=\"150\" \/>Dieses Ergebnis ist nicht nur f\u00fcr die Erforschung genetischer Einfl\u00fcsse auf <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>, sondern auf psychische Erkrankungen generell ein herber R\u00fcckschlag. Gerade mit Blick auf die zunehmende Verbreitung dieser Erkrankungen und vielversprechende Ergebnisse wie die von Caspi und Kollegen wird seit Jahren eine Vielzahl von Forschungsantr\u00e4gen rund um genetische Verursachungsmodelle gestellt \u2013 und auch bewilligt. De facto steigen aber die Hinweise, da\u00df nur die wenigsten psychischen Erkrankungen tats\u00e4chlich genetische Ursachen haben, viele davon vermutlich nicht einmal in Form von Faktoren, die einen Ausbruch einschl\u00e4giger St\u00f6rungen oder Erkrankungen <em>erleichtern<\/em> k\u00f6nnten. So wird wohl auch weiterhin <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/therapiemethoden.phtml\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a> &#8211; in schweren F\u00e4llen erg\u00e4nzt durch <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/psychopharmaka\/\" title=\"Psychopharmaka\" target=\"_blank\">Psychopharmaka<\/a><\/span> &#8211; die State-of-the-Art-Behandlungsmethode bleiben.<!--adsense--><\/p>\n<p>&#8220;Risch und seine Kollegen verweisen in ihrem Artikel auf eine ganze Reihe anderer Projekte, in denen etwa die genischen Einfl\u00fcsse auf die Anzahl der Sexualpartner eines Menschen oder auf kriminelles Verhalten untersucht werden. Sie warnen explizit davor, die wissenschaftlichen Ergebnisse voreilig in klinische, rechtliche oder soziale Kontexte zu \u00fcbertragen. Aus ihrer Untersuchung wird deutlich, wie wichtig die Aufgabe in der Wissenschaft ist, die Ergebnisse anderer Forscher zu best\u00e4tigen \u2013 oder eben auch zu widerlegen. Gerade in pharmakologischer Forschung, bei der die Wirksamkeit von Medikamenten auf die Probe gestellt wird, werden negative Befunde oft aber gar nicht erst ver\u00f6ffentlicht und stehen dann auch f\u00fcr Meta-Analysen nicht zur Verf\u00fcgung.&#8221; (tp)<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">Quellen: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30661\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">tp<\/a>,\u00a0 <a href=\"http:\/\/jama.ama-assn.org\/cgi\/content\/abstract\/301\/23\/2462\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Journal of the American Medical Association (06\/2009)<\/a>. Photo credit:Alamy<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Meta-Analyse der bisherigen Studien zu genetischen Verursachern der Depression zeigt auf, da\u00df die modernen Theorien, nach denen zumindest einige Formen der Depression genetisch pr\u00e4disponiert w\u00e4ren, vermutlich nicht haltbar sind. 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